Elsa Osorio Die Capitana

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Inhaltsangabe zu „Die Capitana“ von Elsa Osorio

»Ohne Davor, ohne Danach, das Jetzt kann morgen zu Ende sein, in fünfzig Jahren oder in fünf Minuten. Das macht es so kostbar ... und so schrecklich.« Im Sommer 1936 vibriert Madrid vor revolutionärer Glückserwartung; zugleich herrscht Angst vor dem, was der Putsch der rechten Militärs dem Land bringen wird. Die Straßen sind voller junger Menschen auf der Suche nach Waffen für den bevorstehenden Bürgerkrieg. Gemeinsam mit ihrem Mann Hipólito hat sich die argentinische Anarchistin Mika Etchebéhère dem bewaffneten Widerstand angeschlossen, um gegen Francos Truppen für eine gerechtere Welt zu kämpfen – so ungleich die Mittel auch sind. Ihre politische Überzeugtheit und ihre Liebe zu ihrem von Krankheit gezeichneten Mann haben Mika unversehens in den Krieg geführt. Als ein Schicksalsschlag ihren Lebenswillen zu erschüttern droht, sind es wieder die Ereignisse, die ihr die persönliche Trauer zu überwinden helfen, und Mika wird mit ihrer starken Ausstrahlung und ihrer Fähigkeit, Menschen zu begeistern, für die schlecht ausgerüsteten Milizen unentbehrlich. Sie ernennen sie zur Capitana, der einzigen Frau, die im Spanischen Bürgerkrieg eine Kolonne führt. Und während sie mit den unter ihrem Befehl stehenden jungen Männern und Frauen in den Schützengräben vor Madrid liegt und kämpft, wird ihnen von den moskauhörigen Kommunisten unterstellt, Feinde der Republik zu sein – ein weiteres Drama beginnt. Mit »Die Capitana« läßt Elsa Osorio, Autorin des Bestsellers »Mein Name ist Luz«, diese außergewöhnliche Frau noch einmal auferstehen. Ein hellwach erzählter, aufwühlender Roman über die Lebens- und Liebesgeschichte einer Frau in Zeiten von Krieg und Revolution.

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  • Rezension zu "Die Capitana" von Elsa Osorio

    Die Capitana

    glasperlenspiel13

    20. May 2012 um 19:33

    "Die Capitana" - Die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die leider von der Geschichtsschreibung vergessen wurde. Elsa Osario füllt diese Lücke mit einem sehr persönlichem Roman über Mika Etchebéhère. Sie wird 1902 als Jüdin in der Provinz Entre Ríos (Argentinien) geboren, ihre Eltern müssen bereits Ende des 19. Jahrhunderts aus der Ukraine fliehen, weil sie die schrecklichen Lebensbedingungen nicht länger ertragen können. Während ihres Studiums in Buenos Aires trifft Mika die Liebe ihres Lebens: Hipólito. Gemeinsam wollen sie die Welt verändern, stellen dabei ihr Leben in den Dienst der Revolution und verzichten freiwillig auf Familie und ruhige Zweisamkeit. Doch immer wieder macht ihnen die schwere Krankheit von Hipólito einen Strich durch die Rechnung und zwingt sie zu längeren Ruhepause. In den 30er Jahren wird dann endlich ihr Traum wahr und sie gehen nach Europa, zunächst nach Paris, später nach Berlin. Als 1933, nach dem Reichstagsbrand, Jagd auf die Linke gemacht wird, müssen auch sie fliehen. Ihr Weg führt sie zurück in die französische Hauptstadt. Von dort beobachten sie aber sehr genau die Entwicklungen in Spanien und entschließen sich nach Madrid zu gehen. Als der 1936 der Spanische Bürgerkrieg beginnt, ist Mika noch weit davon entfernt eine Capitana zu sein. Erst durch den Verlust ihrer großen Liebe Hipólito greift auch sie zur Waffe und macht den Kampf der spanischen Bevölkerung zu ihrem Krieg. "... sie hatten festgehalten an ihrer Überzeugung, die auch uns leitete: dem Streben nach einer besseren Gesellschaft. Mit diesem Ziel hatten wir unsere Heimat verlassen, aber erst im Zusammensein mit ihnen begriffen wir, dass wir, so unterschiedlich unsere Herkunft und unsere Lebenswege auch waren, eine einzige Welt teilten und sie nicht ihrem Schicksal überlassen durften. Wir konnten sie ändern. Das glaubten wir wirklich. Inbrünstig." Vor allem im Spanischen Bürgerkrieg kann man sehr genau die Konflikte innerhalb der Linken beobachten. Moskauer Agenten und spanische Trotzkisten lieferten sich hinter der Front interne Kämpfe. Da wurden sogenannte "Verräter" an den Pranger gestellt und Exempel statuiert. Auch Mika wurde von einem russischen Geheimagent, den sie noch aus Berliner Tagen kannte, verraten und verschleppt. Nur durch einflussreiche Freunde, mit denen sie in den letzten Monaten gemeinsam gekämpft hatte, gelang ihr die Flucht. Ihren Lebensabend verbrachte sie später in Paris und als alternde Frau beobachtete sie mit Zufriedenheit der 68er Bewegung. Nach ihrem Tod 1992 schrieb Guy Prévan: "Als Revolutionärin der ersten Stunde, Antifaschistin und Antistalinistin blieb sie immer ihrem Weg treu, den sie eingeschlagen hat, als sie noch fast ein Kind war."

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