Elsa Rieger Heleneland

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Inhaltsangabe zu „Heleneland“ von Elsa Rieger

Zwischen Realität und Fantasie taumelt Helene. Auf der Suche nach sich, der Liebe und der Wirklichkeit.

Helene weiß nicht, wohin mit ihren Gefühlen. Sie baut sich eine Fantasiewelt, die manchmal beglückend, manchmal zum Fürchten ist. Aber »Heleneland« hilft dem Kind, dann der jungen Frau, die Welt da draußen als eine von vielen Möglichkeiten zu sehen. Eines ist gewiss: Helene sucht sich selbst, versucht sich zu lieben. Sie fühlt, das fehlt, um die Liebe zu finden und verstrickt sich dabei in Missverständnisse, Ablehnung, Verlassenheit.
Eines Tages, sie ist dreißig, entdeckt sie ein großes Familiengeheimnis ...

Ausblick auf Band 2: Niemandsland
Ich bin. Noch. Aber ich friere, und Angst ist da, verloren zu gehen im Niemandsland. Ich wickle mich fester in den Morgenmantel, stelle den Kaffee auf.
Es ist kalt in unserem Haus geworden. Wieder kalt. So wie in meiner Kinderzeit. Jetzt wieder. Über mir kracht es. Das Kind. Das einzig Lebendige in diesen Mauern.
Während ich Frühstück mache, Kaffee, Semmeln und so weiter auf den Küchentisch stelle - Desi muss zur Schule - trampelt sie schon die Treppe herunter. Meine Tochter schnappt sich eine trockene Semmel, murmelt Unverständliches, rennt wieder nach oben in ihr Zimmer. Ich höre Moritz anrollen, er kommt an den Küchentisch; sein unverbindliches Lächeln, kühl. Und selten. Noch seltener sieht er mich an, durch mich hindurch? Ob er mich noch liebt?
"Guten Morgen." Er gießt sich Kaffee ein, schmiert Honig auf seine Semmel, isst, trinkt. Wartet. Auf was?
"Ja." Um mich eine Eiswüste. "Guten Morgen." Pflichtschuldig.
Die Tür im ersten Stock knallt zu. Wie oft pro Tag? Ich kann es nicht mehr zählen.
Moritz sieht mich an, richtig an, die Braue zum strubbeligen Haaransatz hochgezogen. "Irgendwann rumpelt es, Desi fällt durch die Decke und sitzt am Tisch, von dem sie vor zwei Sekunden aufgesprungen ist." Mein geliebter Mann zeigt ein Lächeln. Es sieht fast warm aus. Ein Hoffnungsschimmer? Schon trollt sich Moritz. Ich höre den Treppenlift, dann das Klavier. Komponieren kann er noch. Manchmal.
Desideria probt den Aufstand. Im Februar, kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag, hat sie offenbar beschlossen, den Höhepunkt der Pubertät zu erreichen; auf dem Großglockner.

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  • Heleneland - zwischen Fantasie und Wirklichkeit

    Heleneland

    Enyak

    01. March 2018 um 11:36

    „Atemlos durch die Nacht“ oder „schlaflos im Heleneland“ – so kam ich mir beim Lesen vor. Konnte ich nach dem ersten Teil noch eine Pause einlegen, war mir das später nicht mehr möglich.„… sie dürfen bleiben, wie auch die Wirklichkeit“. Diese letzten Worte von Elsas großartigem Roman spiegeln genau das, was dieser bei mir hinterlassen hat: Auch nach einiger Zeit Abstand bin ich immer wieder gefangen von Helenes Fantasien und ihrer Wirklichkeit.Helene schneidert Dessous in der Wäschefabrik ihres Vaters. Ein eintöniger Alltag, der einen so kapriziösen Menschen wie sie nicht zufriedenstellen kann. Sie fühlt sich wie in einem „Niemandsland“. Da ist es nicht erstaunlich, dass gerade der „Nowhere Man“ sie auf der Suche nach Liebe und Anerkennung begleitet. Eine Protagonistin, der man sich sofort auf unterschiedliche Weisen verbunden fühlt, sie zurechtweisen möchte oder auch in den Arm nehmen – aber auch ein Mensch, der Fragen aufwirft. Ist es nicht so, dass wir uns eine eigene Wirklichkeit aufbauen, die sich durchaus von der äußeren Realität unterscheiden kann?Durch die rasant fortschreitende Handlung, die eingestreuten Rückblenden und Helenes Fantasien fügen sich Puzzleteilchen aneinander, das Gesamtbild wird größer, doch immer scheinen noch Teile zu fehlen. Der Spannungsbogen ist hoch, gönnt dem Leser keine Pausen, fesselt …Selbst tief hineingetaucht in Helenes Fantasien bleibt für mich zunächst die Frage: Was bewegt einen Menschen über die Kindheit hinaus diese zum Teil entlastenden, aber auch drückenden Fantasien aufrechtzuerhalten? Sie zuweilen hinzunehmen wie Müdigkeit, Hunger, Langeweile oder Erlebensdurst?Schrittweise führt uns die Autorin zur Wahrheit, dass ein tief verborgenes Wissen aus Helenes Kindheit verdrängt werden musste, aber immer da war. Fast ein wenig Überlebensstrategie.Für Helene – immer hin- und hergerissen zwischen Loslösung/Erwachsenwerden und dem gleichzeitigen Kampf um Papas Liebe – entschlüsselt sich dieses verborgene Wissen schrittweise. Ich als Leserin werde an die Hand genommen, Helene hierbei zu begleiten.Das Tempo des Romans lässt einen nicht zur Ruhe kommen, aber will man das überhaupt?Wie gut, dass Helenes Lebensgeschwindigkeit doch durch die Begegnung mit Moritz und den daraus resultierenden Veränderungen dem Leser ein wenig Atemholen gönnt. Bei ihm glaubt sie, die wahre Liebe gefunden zu haben, vorerst. Sogar die Fantasien geben Ruhe, doch nur solange sich Helene seiner Liebe sicher fühlt. Immer wiederkehrende Zweifel zeigen: Ihr Hunger nach Liebe ist nicht gestillt, die Unsicherheit nicht bewältigt. Man fragt sich: Liebt sie sich eigentlich selbst?Erst am Ende hat sie ihre Wirklichkeit gefunden/entdeckt. Sie muss sich nicht für das eine oder andere entscheiden: Fantasie oder Realität. Menschen, die sie lieben und die auch sie liebt haben in ihrem Heleneland genauso Platz wie ihre fantastischen Begleiter.Inhaltlich möchte ich nichts weiter anmerken, man muss es selbst lesen.Sehr schön hat Elsa auch die anderen Figuren gezeichnet, angefangen bei Papa über Margarethe, Mercedes, Yaya, ihre Freundinnen bis hin zu Helenes Liebhabern.Helene selbst bietet durch ihre Widersprüchlichkeit, ihre Entwicklungen sicher manche Projektionsfläche für eigene Wünsche, Gedanken.Dennoch hat sie nichts, aber auch gar nichts von einem Prototypen. Sie bleibt Helene, auch in ihrer Zerrissenheit sich immer treu.Kunstvoll vermischt die Autorin ihren Stoff von Realem und Unwirklich Anmutendem.Erwähnen möchte ich noch Elsas wunderbare Sprache. Sie schafft es, auch mit knappen Mitteln großes Kopfkino zu erzeugen. Mit manchmal nur einem Wort entschlüsselt sich dem Leser eine komplette Szene.Auch wenn ich nun doch einige Worte gefunden habe, mit Helene bin ich noch nicht fertig, sie wird mich noch lange begleiten.Großartig, Elsa!

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  • Leserunde zu "Helene sucht eine große Zehe und entdeckt die Wirklichkeit" von Elsa Rieger

    Heleneland

    pat_mccraw

    Hallo, ihr Lieben! Ich möchte heute die Leserunde einer lieben Kollegin ankündigen: Elsa Riegers neues Buch "Helene sucht eine große Zehe und entdeckt die Wirklichkeit" ist lesenswert und wird sicher zur Diskussion anregen. Es gibt 15 E-Books in den von euch gewünschten Formaten (epub, mobi oder pdf) und 3 Taschenbücher. Bitte nur für diese Runde bewerben, wenn du wirklich Zeit und Lust hast, das Buch im Zeitraum von 1-2 Monaten zu lesen und zu rezensieren. Die Rezension ist Pflicht. Natürlich begleitet Elsa Rieger diese Runde selbst und auch ich schaue gelegentlich rein. Aber genug Technisches. Worum geht es? Helene ist seltsam, vielleicht. Als Kind hat sie ihre ungeliebte Lehrerin an das Zookrokodil verfüttert. Als junge Frau lernt sie einen Messerwerfer in London kennen, der in Wahrheit der Höllenfürst ist. Als Einzige kann sie mit Nowhere Man aus dem Beatlesfilm sprechen. Was ist Wahrheit, was Fiktion auf ihrer Suche nach Liebe? Sucht sie nach Liebe? Und was ist mit Louis, dem Rattenmann aus Paris, den sie mit nach Hause nimmt? Ist er Wirklichkeit oder Fiktion? Oder ist er vielleicht der Schlüssel zu einem großen Familiengeheimnis, das zu bröckeln beginnt, als die Ratte ihrer Mutter vermeintlich den Zeh amputiert. Welche Rolle spielen dabei ihr Vater, der Dessousfabrikant Konrad Meyerling, der sich liebevoll um Helene kümmert, und ihre Mutter Margarethe, die mehr weiß, als sie zugibt. Ein Roman mit Gänsehautfaktor!

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    • 205
  • Helene sucht......

    Heleneland

    Solengelen

    Helene, Tochter eines Fabrikanten, wird an ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag zur Teilhaberin. Hier beginnt die Geschichte mit und um Helene. In Rückblenden erfährt man viel über sie und ihr Umfeld. Helene empfinde ich als unsichere zarte, aber auch starke Person, die geliebt werden will. Sei kämpft um die Liebe ihres Vaters, will alles richtig machen, hat Angst ihn zu enttäuschen, ist im zuliebe ins Familiengeschäft eingestiegen, musste alle Stationen durchlaufen, sich hocharbeiten, mehr leisten als andere. Tunis war für Helene das erste eigenständige Projekt, einerseits ein Desaster, andererseits geht sie, finde ich, gestärkt daraus. Durch den bildhaften Schreibstil konnte ich Helenes "Tollkirschenaugen" vor mir sehen, habe mit ihr geträumt, gelitten, gebangt, gehofft. Man lernt im Laufe der Geschichte viele Personen kennen, manche wichtig, manche Randfiguren. Ich würde Helene gerne in den Arm nehmen, ihr sagen wie wertvoll sie ist, ihr die Angst nehmen, ja sie beschützen. Über viele Jahre begleiten wir Helene, sie ist eine Suchende, auch auf der Suche nach sich selbst. Helene ist ein besonderer Mensch, ein Mensch mit Träumen, Ängsten, Sehnsüchten, ein Mensch, der beruflich und privat sehr verschieden ist. Elsa Rieger ist mit "Helene sucht eine große Zehe und entdeckt die Wirklichkeit", was für ein ungewöhnlicher Titel, ein ungewöhnliches Werk gelungen. Der bildhafte Schreibstil hat mich sowohl mit in Helenes reale als auch Traumwelt genommen. Mehr kann ich zu dem außergewöhnlichen Buch nicht sagen, Helene muss man einfach selber kennen lernen, um ihre Einzigartigkeit zu erfassen.   

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    • 2
  • Die Macht der Kindheitserinnerungen

    Heleneland

    mabuerele

    „...Und immer noch befinde ich mich in meinem Niemandsland. Bin ein Niemand, der sich auf dem Flohmarkt einen Niemand gekauft hat...“ Helene Meyerling ist die Tochter eines Fabrikanten. Zu ihrem 25. Geburtstag wird sie Teilhaberin. Mit diesem Ereignis beginnt die Geschichte, die ein Leben voller Höhen und Tiefen erzählt. Mit Helene hat die Autorin eine vielschichtige Persönlichkeit geschaffen. Die ersten Rückblenden zeigen ihr Aufbegehren in der Pubertät. Sie ist auf der Suche nach Liebe, um der Kälte des Elternhauses zu entfliehen. Die Ehe der Eltern erscheint mir als Leser anfangs seltsam. Helene hält sich an den Vater, da Margarethe, die Mutter, stets unterkühlt wirkt. Schon als Kind zeichnet sich Helene durch eine rege Phantasie aus. Auch nachdem sie in die Geschäftsführung eingetreten ist, wechseln Szenen der Wirklichkeit mit denen der Phantasie. Obiges Zitat stammt aus dieser Zeit. Das Buch lässt sich gut lesen. Das liegt an dem angenehmen Schreibstil und der abwechslungsreichen Handlung. Helene bleibt eine Suchende, selbst als sie die Wahrheit über die Geschehen ihrer Kindheit erfährt. Mit passenden Sprachbildern lässt die Autorin mich an Helenes Zerrissenheit und ihrer Sehnsucht nach dem richtigen Mann im Leben teilnehmen. Doch sie will so akzeptiert werden, wie sie ist. Sie braucht ihre Träume. Sie kann sie nicht steuern. Auf ihren Reisen werden Orte und Vorgänge ausführlich beschrieben. Dafür findet die Autorin schöne Metapher. Sehr viel Wert legtsie darauf, dass die emotionen der Protagonisten deutlich herausgearbeitet werden. Doch nicht nur Helene, auch die anderen Protagonisten werden ausführlich charakterisiert. Da ist Konrad, ihr Vater, der sich innerlich nie von seiner großen Liebe gelöst hat. Yaya, die Großmutter, nimmt Helene an ihr großes Herz und gibt ihr ein Gefühl von Liebe. Während ich auf der privaten Ebene lange den Eindruck hatte, dass Helene nie wirklich erwachsen geworden ist, war sie beruflich durchaus erfolgreich. Das Besondere an dem Buch ist, dass die Autorin viele kleine Geschichten in der eigentlichen Geschichte erzählt. Dabei sind ernste und berührende Episoden. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich durfte Helene über viele Jahre ihres Lebens begleiten, mit ihr hoffen, über manche ihrer Handlungen den Kopf schütteln und um sie bangen. Der Autorin ist es ausgezeichnet gelungen, zu zeigen, wie die Kindheitserinnerungen, die tief im Unterbewusstsein stecken, den Lebenslauf prägen können.

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    • 2

    Elsa_Rieger

    03. April 2015 um 14:15
  • Helene sucht eine große Zehe und entdeckt diese Wirklichkeit

    Heleneland

    Gelixxx

    Eigentlich könnte Helene ganz zufrieden sein. Sie arbeitet mit ihrem Vater, dem Unterwäschefabrikanten Konrad Meyerling in der eigenen Firma. Sie hat eigentlich alles, was sie sich wünschen kann und doch spürt sie, dass es in ihrer Familie ein Geheimnis gibt. Hat es mit ihrer Mutter Margarete zu tun? Helene verzaubert den Leser durch ihre Art, die Welt mit andern Augen zu sehen. Warum wohnt unter ihrem Bett ein Krokodil und was ist mit Louis, dem Rattenmann? Der Leser geht mit Helene auf die Reise und trifft viele Menschen, die eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielen. Vieles vermischt sich und es dauert ein Weilchen bis man erkennt, was ist Fantasie und was Realität. Am Ende fügt sich alles wie bei einem Puzzle zusammen. Die Autorin Elsa Rieger hat mich mit ihrem Buch in ihren Bann gezogen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Ein Wechselbad der Gefühle, anders kann ich es nicht ausdrücken. Ich habe gelacht, mitgelitten und oft Tränen vergossen. Die Protagonistin Helene ist mir zur Freundin geworden und ich habe sie gerade am Ende des Buches gut verstanden. Die Mischung aus Realität und Fantasie machen das Buch zu einem Abenteuer. Die bildhafte Sprache, das fundierte Wissen der Autorin, alles passt zusammen. Ich habe Helene gern begleitet und kann das Buch nur empfehlen.

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    • 2

    Elsa_Rieger

    19. March 2015 um 10:10
  • "Helene ist seltsam, vielleicht"

    Heleneland

    skurril

    Vielleicht aber auch nicht.  Wer das erfahren möchte, der sollte sich "Helene sucht eine große Zehe und entdeckt die Wirklichkeit" von Elsa Rieger zulegen und Helene selbst kennenlernen, denn von ihr muss man sich wirklich ein eigenes Bild machen! "Was ist Wahrheit, was Fiktion auf ihrer Suche nach Liebe?" Das fragt nicht nur der Klappentext, sondern auch der aufmerksame Leser und Helene selbst. Helene ist voller verrückter Ideen, Fantasien und Vorstellungen, die sich zum Teil in ihrem Kopf in Geschichten, zum Teil aber wohl auch im realen Geschehen äußern. Und sie ist auf einer Reise, nämlich auf der Reise ihres Lebens, auf der sie die große Liebe finden möchte. Nicht nur Wien, ihre Heimatstadt, in der sie bei ihren Eltern - Papa und Margarethe - aufgewachsen ist, spielt für die Liebe eine entscheidende Rolle, sondern auch Tunis, London, Rom und Paris spielen dafür unter anderem eine Rolle. Man darf sich sicher sein, dass auch das auf dem Klappentext angesprochene "große Familiengeheimnis" gelüftet wird, ebenso wie all die anderen Fragen, die dort aufgeworfen werden. Würde ich dazu aber nun etwas schreiben, so würde ich dem interessierten Leser allerdings einiges vorwegnehmen, und das möchte ich natürlich nicht. Es ist spannend, Helene auf ihrer Reise zu begleiten und ihre treuen Weggefährten kennenzulernen. Da wären Papa und Margarethe, die Helene stolz machen möchte, die sich aber ein bisschen zu sehr um ihre einzige Tochter sorgen, Gwen und Selma, Helenes langjährige Freundinnen, die immer wieder eine Rolle spielen sowie Mercedes und Desideria aus Andalusien. Doch welche Rolle spielen sie in Helenes Leben? Lasst euch überraschen! Aber nicht nur diese beiden Personen sind eine Überraschung für den Leser, sondern auch die Geschichten um den Messerwerfer, den Rattenmann sowie das Krokodil und Nowhere Man.  Bei Helene weiß man wirklich nie, was einen als nächstes erwartet und was als nächstes passiert. Das macht es aber umso spannender! Dadurch, dass Helene im Laufe des Buches sowohl aus der Gegenwart berichtet, als auch Geschichten aus der Vergangenheit preisgibt, erfährt man einiges über ihre Beziehung zu den Eltern und zu den Freunden. Vermischt man die realen Geschehnisse mit Helenes Fantasiegeschichen, so ergibt sich das Bild einer durchaus sympathischen aber auch echt verrückten und durchgeknallten jungen Frau.  Im Buch begleitet man Helene, die zugleich Erzählerin ist, durch nahezu ihr gesamtes Leben bis hin zum 50. Lebensjahr und zwar sowohl im Alltag, als auch auf Reisen und in ihren Beziehungen.  Helene reagiert oft sehr kindlich, nahezu kindisch, trotzig, emotional und temperamentvoll, aber mir hat es und sie trotzdem gefallen; ich entdecke mich manchmal selbst in ihr. Obwohl Helene auf diese Weise reagiert, bleibt der Erzählstil irgendwie sachlich, sodass man zwar mitfiebert und mitfühlt, aber dennoch distanziert bleiben kann. Einerseits gefällt es mir, andererseits kann man Helenes Reaktionen daher manchmal nicht wirklich nachvollziehen, insbesondere wenn ihr Temperament durchkommt. Ob ich Helene im realen Leben als Freundin hätte, weiß ich nicht, aber als Protagonistin des Romans finde ich sie sehr erfrischend, denn man weiß nie, was als nächstes passiert und welche verrückte Geschichte ausgepackt wird. Helene muss im Laufe ihres Lebens einiges einstecken und verkraften, gibt aber bis zuletzt den Mut nicht auf! Sie ist eine starke Frau, die vielleicht ein bisschen Fantasie um sich braucht, in dieser abgefahrenen Welt, in ihrer abgefahrenen Welt, bestehen zu können. Mir hat das Buch gut gefallen, ich habe es geradezu verschlungen, da ich einfach immer wissen wollte, was wohl als nächstes passiert und wie es für Helene weitergeht. Wie gesagt, man fiebert einfach mit.

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