Elsbeth Stern

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Lebenslauf von Elsbeth Stern

Elsbeth Stern, geboren 1957, ist Professorin für Psychologie und leitet an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich den Arbeitsbereich Lehr- und Lernforschung. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Intelligenzforschung und Kognitionspsychologie.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Elsbeth Stern

Cover des Buches Perspektiven der Intelligenzforschung (ISBN:9783935357692)

Perspektiven der Intelligenzforschung

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Erschienen am 01.07.2001

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Rezension zu "Intelligenz - Große Unterschiede und ihre Folgen" von Elsbeth Stern

Hervorragende Aufbereitung eines spannenden Themas
Babschavor 2 Monaten

Die beiden Autoren, Professoren an Hochschulen in Österreich und der Schweiz, setzen sich in ihrem Buch unterhaltsam, verständlich und kompetent mit dem Thema menschlicher Intelligenz auseinander und beschränken dabei (glücklicher Weise) insbesondere den medizinischen Teil auf ein notwendiges Maß.

Sie beleuchten diverse interessante Studien der letzten Jahrzehnte zu diesem Thema und bestätigen, dass Intelligenz (in Abgrenzung zu Talent und Kreativität) zwar weitgehend genetisch disponiert ist, zu ihrer vollen Entfaltung jedoch unabdingbar Anregung und Förderung insbesondere im ersten Lebensjahrzehnt, hier insbesondere in der Grundschulzeit, bedarf. Damit ist das klare Votum für mehr (ewig diskutierte und hierzulande wahrscheinlich immer Utopie bleibende) Bildungsgerechtigkeit in einem Schulsystem gesetzt, in dem nicht alle über einen Kamm geschoren werden, sondern wo jedes Kind ohne Ansehen seiner Herkunft individuelle Lernmotivation und Unterstützung erhält und die naturgegebenen Unterschiede in der Intelligenzverteilung analog der Gauß´schen Normalverteilungskurve für die Zuordnung zu weiterer Schullaufbahn und späterer Ausbildung mit berücksichtigt werden, was alle Beteiligten -Eltern, Lehrer und Schüler- letztlich entspannter und glücklicher machen würde als das heutige System, in dem der Hype um unbedingten Gymnasialbesuch, Noteninflation, hieraus resultierende Überfüllung von Universitäten mit der logischen Folge hoher Abbrecherquoten durch Überforderung alles aus dem Ruder laufen lässt. Nicht zuletzt auch in der gesamtgesellschaftlichen Betrachtung, in der jeder eigentlich nach seinen eigenen Fähigkeiten seinen Platz finden sollte. Die Autoren gehen in ihrem -an dieser Stelle zugegebener Maßen eher theoretischen- Denkmodell noch einen Schritt weiter, nämlich ans Ende der Grundschuldzeit einen Intelligenztest statt einer Lehrerempfehlung zur weiteren Schulwahl zu installieren. 

Das Buch setzt sich gerade im gesellschaftspolitischen Bereich sehr fair und ausgewogen mit den verschiedensten Problemkreisen auseinander und schneidet dabei viele interessante Denkmodelle an, z. B. die Frage nach Einführung eines zwingend vorgeschalteten universitären Aufnahmetests im Sinne des US-amerikanischen SAT, der -bezogen auf ein weiterführendes Aufbaustudium!- den Zugang eben nur denen ermöglicht, die´s kognitiv drauf haben, und nicht den sowieso Überforderten bzw. den Aspiranten mit dem entsprechenden monetären Familienhintergrund oder sonstigen Beziehungsgeflechten. Abschließend stellen die Autoren das eigentlich selbstverständliche Votum, dass sich diesem Verfahren dann natürlich auch Interessenten für ein Lehramtsstudium stellen müssten, damit auch hier direkt bestmöglich nach Intelligenz und zumindest kognitiver Kompetenz im Interesse der Kinder unseres Landes „vorgefiltert“ wird. Interessanter Gedanke!

Ein äußerst informatives, überzeugendes Werk, das zum Nachdenken anregt und vieles treffend auf den Punkt bringt, wenn es zugegebenermaßen auch einen rein wissenschaftlich-theoretischen Hintergrund hat und mit den politischen Tatsachen in den deutschsprachigen Ländern kaum in praktischen Einklang zu bringen sein dürfte. 

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Rezension zu "Intelligenz - Große Unterschiede und ihre Folgen" von Elsbeth Stern

Potential und Nutzung
michael_lehmann-papevor 7 Jahren


 

Intelligenz ist tatsächliche in ihrer Grundform eine genetische Bedingtheit und lässt sich in der „Gauß´schen Glockenkurve“ in ihrer Verteilung anschaulich darstellen.

Das ist das eine, durchaus bekannte, das als Grundlage des Buches durch die Autoren angeführt wird. Doch wesentlich bedeutsamer als das „Potential“, das Menschen (und hier im Besonderen intelligente Menschen) mit auf den Lebensweg gegeben wird ist der Lebensraum, das Umfeld, die Rahmenbedingungen, die es braucht, um das Potential der Intelligenz nutzen und entfalten zu können. Der Blick auf diese Rahmenbedingungen, ihre Ursachen, Notwendigkeiten und Wirkungen ist es, den die Autoren zum zentralen Anliegen ihres Buches machen.

 

Hierbei gilt:

„Eine hohe Intelligenz ist uneingeschränkt positiv zu bewerten“.

 

Aber es gilt auch:

„Diese Anlagen können sich aber nur unter förderlichen Umweltbedingungen entfalten“. Wobei es eben nicht im Umkehrschluss gilt, das „normal intelligente“ oder „unterdurchschnittlich intelligente“ Menschen auch unter besten Bedingungen keine Spitzenwerte erreichen können. Wobei die Grenzen durchaus ein stückweit auch fließend gesetzt werden im Buch. Optimale Bedingungen und hohe Motivation erzeugen durchaus eine breite Steigerung des geistigen Potentials, wobei im Besonderen dennoch gilt, dass gerade jene fünfzehn Prozent mit überdurchschnittlichem Intelligenzquotienten gefördert werden müssen.

 

Dezidiert und klar stellen die Autoren ihre Ergebnisse dar und ebenso dezidiert lassen sie daraus ein Plädoyer für die möglichst optimale Förderung überdurchschnittliche intelligenter Menschen folgen. Die in den Augen der Autoren dringend nötig ist (und benötigt werden), gerade weil vor allem Gesellschaften westlicher Prägung in der „Intelligenz“ als Grundlage für Wissenschaft und Entwicklung ihre wichtigste Ressource besitzen. Ein weiterhin nicht optimaler oder gar kontraproduktiver Umgang mit der „Ressource Intelligenz“ (wie er im derzeitigen Schul- und Ausbildungswesen leider noch weit verbreitet, auf den „Durchschnitt“ ausgerichtet ist) wird spürbar kontraproduktive Folgen für die Entwicklung und Entfaltung der gesamten Gesellschaft nach sich ziehen.

 

Im Gesamten aber geht es den Autoren nicht um „geschlossene Räume“ für Intelligenzpotential und nicht um Überreaktionen mit „Lernzwang“ schon von der Geburt an. Aber Entfaltungsmöglichkeiten zu geben, Kinder die Welt auf ihre Weise entdecken zu lassen, daneben aber auch „Kunst von Können“ abzuleiten und für Übungen, stetige Wiederholungen, lernen und Automatisieren von Inhalten eine Lanze zu brechen, das ist ein stetig mitschwingendes Anliegen der Autoren. Wie aber die entsprechende Motivation hergestellt werden kann gerade im Blick auf ständig zu wiederholende Prozesse (die „Pflicht“ gegenüber der „Kür“), da bietet das Buch auch wenig Anhaltspunkte. Hier bauen die Autoren darauf, dass die im Buch vorgestellten Anregungen zur „Begabtenförderung in der Schule“ die „Sekundärtugenden“ auch bei überdurchschnittlicher Intelligenz zum tragen bringen können.

 

Ein Anliegen im Gesamten, für das beide Autoren im Übrigen überzeugend und fundiert argumentieren, den aktuellen Stand der Intelligenzforschung darlegen und dies im Zusammenhang verständlich erläutern. Nicht unbedingt bahnbrechend neu oder bildungspolitisch sehr konkret stellen sich die Ausführungen der Autoren dar, wohl aber liefert das Buch eine Vielzahl klarer Aussagen zur Begabung, zu deren Wichtigkeit für die Gesellschaft und zu Bedingungen, die es braucht, um das Potential der Intelligenz zur Entfaltung anzuregen.

 

Im Gesamten eine sehr interessante, verständliche Darstellung der Intelligenzforschung und der Umsetzung deren Ergebnisse in die praktische Förderung. Hierbei bildet das Buch keine einfache Lektüre für „zwischendurch“, sondern wendet sich an ein fachlich interessiertes und durchaus auch versiertes Publikum.

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