Else Lasker-Schüler

 4.4 Sterne bei 77 Bewertungen

Lebenslauf von Else Lasker-Schüler

Ein deutsch-jüdisches Vermächtnis: Else Lasker-Schüler wird 1869 als Elisabeth Schüler im heutigen Wuppertal geboren. Ihre Eltern spielen in der späteren Dichtung Lasker-Schülers eine bedeutende Rolle. Der Vater war jüdischer Bankier, die Mutter wurde als Kind nach dem Tod der Eltern von einer Verlegerfamilie großgezogen. Else galt immer als besonders schlau, bereits im Alter von vier Jahren konnte sie lesen und schreiben. Nach ihrer Heirat 1894 zieht sie nach Berlin und absolviert dort eine zeichnerische Ausbildung. 1899, im selben Jahr, als ihr Sohn Paul geboren wurde, schrieb Lasker-Schüler erste Gedichte, zwei Jahre später veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband „Styx“. 1903 lässt sich Else Lasker-Schüler scheiden und heiratet noch im selben Jahr den Schriftsteller Georg Lewin. 1906 erscheint ihr erstes Prosawerk, „Das Peter Hille-Buch“, das sie nach dem Tod ihres guten Freundes schrieb. Sie schreibt in den folgenden Jahren weitere Texte, darunter auch das Theater „Die Wupper“, das jedoch zunächst nicht aufgeführt wird. 1911 erscheint der Gedichtband „Meine Wunder“, der sie deutschlandweit als Autorin und Expressionistin hervorhebt. Die zweite Scheidung 1912 und der Tod des Sohnes 1927 erschweren Lasker-Schüler das Leben zusehends. Nach ersten Angriffen 1933 emigriert sie in die Schweiz, darf dort jedoch nicht arbeiten und muss häufig umziehen. 1938 wird ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. 1939 reist sie, wie schon einige Male zuvor, nach Palästina, kann jedoch wegen des Kriegsausbruchs nicht in die Schweiz zurückkehren. 1944 erkrankt Else Lasker-Schüler und erleidet im Januar 1945 einen Herzanfall. Lasker-Schüler stirbt am 22. Januar 1945 in Jerusalem. Sie gilt bis heute als eine der bedeutendsten Autorinnen des Expressionismus und der Moderne.

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Erscheint am 14.01.2019 als Taschenbuch bei Insel Verlag.

Alle Bücher von Else Lasker-Schüler

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Sämtliche Gedichte

Sämtliche Gedichte

 (14)
Erschienen am 15.03.2004
Mein Herz

Mein Herz

 (10)
Erschienen am 22.05.2006
Liebesgedichte

Liebesgedichte

 (7)
Erschienen am 31.01.2005
Mein blaues Klavier

Mein blaues Klavier

 (7)
Erschienen am 13.03.2006
Der Prinz von Theben

Der Prinz von Theben

 (2)
Erschienen am 01.04.2016

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Neue Rezensionen zu Else Lasker-Schüler

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Rezension zu "Mein lieber, wundervoller blauer Reiter" von Else Lasker-Schüler

Ein wunderbares Buch
mistellorvor 5 Monaten

In diesem sehr schön gemachtem Buch werden die Briefe zwischen Franz Marc und Else Lasker-Schüler  gezeigt. Die beiden wunderbaren Künstler waren miteinander befreundet und schrieben sich regelmäßig. Sie waren kein Liebespaar, wie man früher angenommen hatte, sondern einfach nur Freunde, die sich sehr gut verstanden haben. Beide haben sich gegenseitig unterstützt, haben sich Kraft und Ideen gegeben. Wie in den Briefen zu lesen ist, waren beide Gefühlsmenschen, die ihre Gefühle mittels ihrer Kunst ausdrücken wollten. Beide waren auch immer auf der Suche nach Neuem, auf der Suche nach neuen Wegen, auf der Suche nach anderen Möglichkeiten ihre eigene Sprache zu finden.

Das Schöne an diesem Briefwechsel ist, dass beide sich in ihrer eigenen Sprache bewegen. Von Franz Marc gibt es wunderbare kleine Zeichnungen und Else Lasker-Schüler zeigt sich sogar in ihrer Alltagssprache poetisch und in der für sie sehr eigenen Poesie.
Ich liebe diese Künstlerin, niemals habe ich eine so wunderbare Sprache gelesen.
Wer sich für die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts interessiert, wer sich für die Suche zweier Künstler interessiert, wer etwas mehr über den Maler Franz Marc und die begnadete Künstlerin Else Lasker-Schüler erfahren möchte, der ist mit diesem Buch sehr, sehr gut beraten.
Von mir erhält das Buch wohlverdiente 5 Sterne.

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mistellors avatar

Rezension zu "Gesammelte Werke in vier Bänden. Lyrik, Prosa, Schauspiele" von Else Lasker-Schüler

Ein toller Sammelband
mistellorvor 2 Jahren

"Ich und Ich"  ist ein wunderschöner Sammelband der meist unveröffentlichen Werken der Dichterin aus ihrem Nachlass.


Else Lasker-Schüler, meiner Meinung nach eine der wichtigsten Lyrikerinnen Deutschlands, war in Deutschland lange vergessen. Sie starb völlig verarmt  1945 in Jerusalem und ist auch dort bestattet.

Seit einigen Jahre wird sie wieder entdeckt, dies nahm der Suhrkamp Verlag zum Anlass eine vierbändige Werksausgabe herauszugeben. Dieser Band ist der vierte und letzte Band der Werksausgabe.
Man findet in diesem Band vor allem unbekannte Texte, Fragmente von Gedichten, Briefe und Auszüge aus dem unveröffentlichen Stück "Ich und Ich".

Was kann ich über das Geschriebene von Else Lasker-Schüler sagen. Viele ihre Gedichte treffen mich mitten ins Herz. Sie kennt die Worte, die mir so oft fehlen. Ihre Worte sind oft wie gemalte Bildnisse. Ihre Worte schweben wie Farben.

Werner Kraft, der mit Else Lasker-Schüler noch kurz vor ihrem Tod Gespräche geführt hat und sich intensiv mit ihrem Nachlass und ihrem Werk auseinandergesetzt hat sagte einmal von ihr:

Ich stand der rätselhaften Frau persönlich nahe, ich habe viele Gespräche mit ihr geführt, habe sie in Momenten der Schwäche und in Momenten der Einzigkeit gesehen, und ich wurde zeitweise mit magischer Kraft in ihren Bann gezogen.
Wenn eines ihrer Lieblingsworte "verzaubert" war für das Wesen des vollkommenen Gedichts, so will es mir scheinen, dass ich manchmal durch sie selbst verzaubert wurde, verzaubert in eine Welt der Phantasie, der sich zu entziehen schwer, ja fast unmöglich war.


Als Else Lasker-Schüler starb, sprach ein Rabbiner bei ihrem Begräbnis mein Lieblingsgedicht von ihr:

Ich weiß, dass ich bald sterben muss,
es blühen doch alle Bäume
nach lang ersehntem Juligruß -


Fahl werden meine Träume-
Nie dichtete ich einen trüberen Schluß
In den Büchern meiner Reime.

Eine Blume  brichst du mir zum Gruß-
ich liebte sie schon im Keime.
Doch ich weiß, das ich bald sterben muß,

Mein Odem schwebt über Gottes Fluß -
und ich setze leise meinen Fuß auf den Pfad des ewigen Heime. 


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glasperlenspiel13s avatar

Rezension zu "Die kreisende Weltfabrik" von Else Lasker-Schüler

Else Lasker-Schüler "Die kreisende Weltfabrik"
glasperlenspiel13vor 5 Jahren

"Ich schreibe so selten über Bücher oder Städte, durch die ich spaziere und die einladen zu bleiben. Bücher bedeuten für mich Städte, Städte Bücher, leere und lebensreiche. Und da das Buch mir eine ganze Stadt entfalten kann, mit Straßen und Läden und Menschen, die vor ihrem Schaufenster stehenbleiben, genügt mir schon das Buchhändlerlexikon mit der Anzeige neuerschienener Bücher. Genau wie die Stadt veranlasst oft das Buch noch zu bleiben, alle seine mannigfachen Seiten zu durchstreifen."

Bevor ich mich inhaltlich diesem Buch nähere, muss ich dem Transit Verlag für die wunderschöne Ausgabe meine Anerkennung zollen. Atmosphärische Schwarz Weiß Fotos aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts und ein hoch interessantes Nachwort von Heidrun Loeper, selbst Autorin und Literaturwissenschaftlerin, die die Texte zeit- und literaturgeschichtlich einordnet, runden diese Prosasammlung von Else Lasker-Schüler ab. Die jüdische Autorin schreibt über Begebenheiten, Beobachtungen und Eindrücke aus ihrem Berliner Leben in den 10er und 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Eine Stadt, die damals wie heute Anziehungspunkt für Menschen unterschiedlichster Couleur ist.

Unter anderem schildert sie einen Zirkusbesuch, einen sehr liebevollen und tragischen Text widmet sie ihrem geliebten aber früh verstorbenen Sohn Paul Lasker-Schüler und bekundet in verschiedenen Briefen ihre Meinung zu tagesaktuellen Problemen. Eine herrliche Anekdote beschreibt sie in "Unser Café!"

"Sire, Sie möchten etwas aus unserem Café wissen, aber unser Café ist schon seit ungefähr Pfingsten nicht mehr unser Café. ... Früher war das Stelldichein all dieser Radikalen das Café Größenwahn. Aber eines Tages verbot der Besitzer der Dichterin Else Lasker-Schüler, die zu diesem Kreise gehört, das Lokal, weil sie nicht genug verzehre. Man denke! Ist denn eine Dichterin, die viel verzehrt, überhaupt noch ein Dichterin? Sie empfand das mit Recht als eine unerhörte Beleidigung, als schimpfliches Misstrauen gegenüber ihrer dichterhaften Echtheit. Ebenso dachten die anderen. Daher verließen sie empört das Lokal."

Besonders auffallend finde ich ihre außergewöhnliche Sprache, gespickt von Formulierungen, die farbenreiche Bilder vor dem geistigen Auge entstehen lassen. Zwei Beispiele: Der Tag vor dem Geburtstag wird als "der Vorabend eines Wiegenfestes" bezeichnet und die berührende Beschreibung von Möwen: "Die Möwen vom Zürchersee schreiben mir so sehnsüchtige Briefe und ich sehne mich nach den weißen Vögel, schreiender Schnee, wilde Bräute der Nordsee, weichgefiederte Abenteuerinnen."

Else Lasker-Schüler gelangt mit 25 Jahren durch die Vermählung mit dem Arzt Bertold Lasker nach Berlin. Dort mietet ihr Mann ein Atelier, damit sie ihre künstlerische Ader entsprechend entfalten kann. Sie nimmt zusätzlich Unterricht bei einem Maler und studiert des weiteren die Fotografie. Durch verschiedene Abendgesellschaften lernt sie viele angehende und bereits bekannte Schriftsteller kennen, wie den österreichischen Autor Karl Kraus, den sie verehrt:

"Seine dichterische Strategie sind Strophen feinster Abschätzung. Ein gütiger Pater mit Pranken, ein großer Kater, gestiefelte Papstfüße, die den Kuß erwarten. Manchmal nimmt sein Gesicht die Katzenform eines Dalai-Lama an, dann weht plötzlich eine Kühle über den Raum - Allerleifurcht. Die große chinesische Mauer trennt ihn von den Anwesenden. Seine chinesische Mauer, ein historisches Wortgemälde, o, plastischer noch, denn alle seine Werke treten hervor, Reliefs in der Haut des Vorgangs."

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Else Lasker-Schüler wurde am 11. Februar 1869 in Elberfeld (Deutschland) geboren.

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