Elsie Johansson Mittsommertanz

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Inhaltsangabe zu „Mittsommertanz“ von Elsie Johansson

Familienleben im Schatten des Krieges: Mit ihrem autobiographisch gefärbten, berührenden Frauenporträt wurde Elsie Johansson in Schweden zur gefeierten Autorin§§Juni 1941, das Jahr, in dem Nancy sich zum erstenmal verliebt: in Lars, den hübschen Arztsohn, der seine Semesterferien in Südschweden genießt. Während die Erwachsenen von Mobilmachung und Rationierung sprechen, will Nancy Bücher lesen und in Stockholm studieren; weit weg von ihren Eltern, die trotz aller Einschränkungen an den Familientraditionen festhalten und sich schon lange keine Träume mehr erlauben. Aber Nancy wird für die Arbeit auf dem Kartoffelacker und für die Heuernte gebraucht; für ihre Großstadtflausen ist ohnehin kein Geld da. Als Hilfspostbotin kann sie ein paar Kronen dazuverdienen, und nachmittags treffen Nancy und Lars sich auf den Moosmulden im Wald in diesem heißen Hochsommer. Bis die Geborgenheit des Landlebens erste Risse zeigt ... (Quelle:'Fester Einband')

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  • Rezension zu "Mittsommertanz" von Elsie Johansson

    Mittsommertanz
    jansdarling2002

    jansdarling2002

    15. February 2010 um 14:17

    1941. In den Bergen Schwedens, es ist Hochsommer. Kriegsgeräusche hängen in der Luft. Viele Bauernsöhne sind an die Front einberufen worden. Die, die nicht Dienst an der Front leisten, übernehmen im Ort niedrige Aufgaben und ersetzen diejenigen, die das Militär abgefordert hat. Die Leute haben nicht viel Geld, und es ist Geschick gefragt, das wenige Geld zusammen zu behalten und dennoch einigermaßen leben zu können. Da bleibt nicht viel Spielraum für Extra-Würste oder Flausen. Als Flausen bezeichnet Nancys Vater -ZehenPelle- auch indirekt ihr Vorhaben, Fremdsprachen zu lernen. Wenn etwas von dem kargen Gehalt des Vaters über ist, dann kann sich die 16-jährige Nancy neue Fern-Unterrichtsmaterialien leisten. Um das Geld ein wenig aufzustocken, geht Nancy mit ihrer Mutter in den nahe gelegenen Wald, Preiselbeeren zu sammeln. Mit dem Sammeln alleine ist es nicht getan, wieder in der bescheidenen Bleibe angekommen, müssen diese sorgfältig verlesen werden, um beim Beerenkäufer einen guten Preis zu erzielen. Die Beeren, die nicht verkauft werden können, weil sie minderwertig sind, bleiben im Haus und werden eingekocht bzw. gelagert, um das karge Essen ein wenig aufzuwerten. Denn, zu Zeiten wo der Krieg seine Schatten bis nach Schweden wirft, wird nichts unüberlegt weggeschmissen oder zuviel gekocht. Es wird eisern rationiert. Selbst der Kaffee wird mit Erbsen oder auch Getreide gestreckt, richtigen Bohnenkaffee gibt es nur zu ganz besonderen Anlässen. Nancy will sich ihren Wunsch vom Bücher lesen und auch vom Studieren in Stockholm erfüllen, darum bessert sie die Haushaltskasse mit Tätigkeiten bei der Heuernte oder auch auf dem Kartoffelacker. Ihre Familie hält nichts von ihren Flausen. Da ergibt sich für Nancy eine Gelegenheit, als sie mal wieder ihre Lernmaterialien von der Hauptpost holen will. Die “Post-Berta“ fragt, ob Nancy sich nicht ein wenig Geld verdienen möchte, wenn sie morgens die Post vom Bus entgegen nimmt, mittags dort wieder abliefert und zudem auch noch die Wohnung von Post-Berta reinigt sowie mit deren Hund spazieren geht. Anfangs zögerlich -hinterher nicht bereuend- nimmt sie da Angebot an, und lernt dadurch den jungen Lars kennen, welcher zu Besuch im Ort ist, das allerdings weiß Nancy nicht. Und so entdeckt Nancy die ersten zarten Triebe ihres Körpers, sie entdeckt die wärmenden Gefühle der Liebe. Ganz anders, als sie es bei ihrer Schwester Betty beobachtet hat. Mit der sie sich mittlerweile immer weiter auseinander lebt, zumal Nancy bei einem Besuch bei ihrer Schwester zwecks Kinder ein hüten, entdeckt, das diese Ihren Mann mit einem anderen Soldaten betrügt. Natürlich bleibt dieser Seitensprung nicht unbemerkt, ein neuer Erdenbürger wächst heran.... welcher aber von Bettys Mann Åke als der eigene Sohn anerkannt wird. So steht alsbald eine Taufe bei ZehenPelles an, bis dahin wird aber noch eifrig Arbeit gegen Nahrung getauscht und der Kaffee rationiert, denn man sagt sich, Feierlichkeiten sollen auch in den schlechten Zeiten unvergesslich ausfallen. Termine werden gemacht, der Pastor bestellt, Briefe zu den Kindern aus geschickt und eifrig vorbereitet. Trotz der schweren Zeit wird es eine unvergessliche Taufe, sogar Nancy kommt langsam darüber hinweg, das ihre Liebe zu Lars nicht lange hielt, da dieser sich einfach sang und klanglos mit einem Freund auf eine Reise begeben hat. Auch die Arbeit und die verdienten Kronen helfen ihr ein wenig über den Liebesschmerz hinweg. Und ihre bisher verdienten Kronen verleiten Nancy dazu, ihre Wünsche nach einem Studium näher zu kommen, und sie führt die ersten Schritte durch und knüpft sorgfältig Kontakte, doch dann kommt alles anders als sie denkt..... . Meinung / Kritik Seit jeher habe ich ein Faible für skandinavische Autoren, und hier darf es dann neben dem Krimi-Genre auch gerne mal ein wenig anspruchsvolleres sein, aber dennoch ohne Kitsch. Gelockt hatte mich bei diesem Buch das Cover, so strahlte dieses in den derzeit trüben Tagen einen Hauch von Sommer aus, und so ließ ich mich zwei Abende nieder und las bis die Augen zufielen. Ich mochte das Buch nicht aus der Hand legen. Schon auf den ersten Seiten zog es mich gleich in den Bann. Denn nicht nur die Thematik -Rationierung, Einberufung, ländliche Geborgenheit- auf dem Klappentext versprach Unterhaltung, nein auch die Zeitspanne der Handlung als solches. Dazu manipulierte mich auch noch die einzige Pressestimme Starke Charaktere prägen diesen wunderschön bildhaft erzählten Roman, der in eine vergangene Wirklichkeit versetzt Eingangs hatte ich ja schon bedenken, das mir das Buch zu sehr Leid klagend und zu Kriegslastig sein könnte, aber schon auf den ersten Seiten wurde ich eines Besseren belehrt. . So überkam mich gleich auf den ersten Seiten eine ganz andere Atmosphäre, die mich gefangen nahm, denn mehr als gefühlvoll skizziert die Autorin die Charaktere, so dass man sich in selbige hinein versetzen kann und somit sein eigenes Umfeld beim lesen gänzlich vergisst. Man ist eingetaucht in eine andere Zeit. Man erlebt mit den Protagonisten, man leidet mit den Protagonisten. Von daher vermag ich an dieser Stelle sagen, das die Charaktere mehr als gut vorstellbar dargestellt sind. Auch das Drumherum ist stimmig, schließt man beim lesen die Augen, dann spürt man die jeweilige Jahreszeit und deren Duft... trockene Wälder, der Duft nach frisch gepflückten Preiselbeeren. . Es ist beeindruckend, wie die Autorin hier Wortspielereien verwendet bzw. eingebaut hat, damit der Leser sich in die Handlung hinein versetzen kann. Wer sich hier nicht mit auf die Reise in das Jahr 1941 nehmen lässt, der hat irgendwie selber Schuld. Gerade bei der Handlung kann man der Meinung sein, das die Autorin hier ihre Kindheit mit hat einfließen lassen, rein vom Geburtsjahr der Autorin müsste das ja hinkommen. Dadurch wirkt die Handlung auch so authentisch und nachvollziehbar. Wirklich dazu passend, hat die Autorin so einfühlsame Charaktere geschaffen, das muss ich an dieser Stelle noch einmal erwähnen. . Das zusammen ist schon mehr als die halbe Miete, auch die Schaffung der Atmosphäre, die beim Lesen von dem Buch ausgeht, sorgt für ein in den Bann ziehendes Lesevergnügen. Weiter positiv zu vermerken ist, das der Schreibstil hier ganz angenehm ist, weder ausschweifend noch zu kurz, sondern genau richtig formuliert und ausgedrückt, je nachdem wie die Situation in der Handlung es verlangt. Dadurch kommen mal etwas ausführlichere Passagen zustande, dann aber auch wieder prägnant auf den Punkt gebrachte. Auf diese Weise kommen die in die Handlung eingebauten Emotionen, Empfindungen richtig gut zur Geltung, nämlich Leid, Liebe, Hunger, Schmerz, Hass... Dieses Zusammenspiel sorgt dann auch für einen sich stetig aufbauenden Spannungsbogen, natürlich ist dieser hier anders zu bewerten als bei einem Krimi, aber auch Mittsommertanz kann mit Spannung auf andere Art und Weise aufwarten. Es ist eine ganz besondere Spannung, oder sollte ich es eher als Reiz bezeichnen, der einen verleitet das Buch einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen zu wollen?? Daraus resultiert dann auch, das sich Mittsommertanz flüssig lesen lässt. Schade nur, das so tolle Bücher auch einmal zu Ende sind . Abschließendes Fazit Alles zusammen betrachtet ist Mittsommertanz mehr als ein Roman, es ist ein Werk mit einem besonderen Reiz, der nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch im Nachhinein zum Nachdenken anregt. Gerade auch in Sachen Umgang mit Geld und Lebensmitteln, nicht jeder hat ausreichend Geld, also denkt auch an Eure Mitmenschen, das ist die Botschaft die dieses Werk in meinen Augen übermittelt, begleitet davon, das man nicht immer alles haben muss, was gerade modern ist! In diesem Sinne möchte ich Mittsommertanz von Elsie Johansson eine 5-Sterne Leseempfehlung aussprechen, und würde mich freuen, vielleicht hier auch noch eine andere Rezension zu diesem Buch lesen zu dürfen??!

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