Das Foto

von Elva Schevemann 
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Das Foto
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Der Schatten des Zweiten Weltkriegs über einer deutschen Familie

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ein interessantes und verzwicktes Familienpuzzle - unterschiedliche Erzählungen wie es Menschen im Krieg oder nach dem Krieg ergangen ist

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Inhaltsangabe zu "Das Foto"

Eine alte Fotografie, vermutlich aus den 1940er Jahren. Sie liegt im Müll. Wer hat das Foto weggeworfen? Und: Wer ist die Frau auf dem Bild? In zwanzig Kapiteln entfaltet Elva Schevemann das Leben von Gustav Kerzinger und seiner Familie. Schonungslos geht die Autorin in ihrem Buch der Frage nach, welche Spuren der Zweite Weltkrieg in Familien hinterlassen hat – bis in die Enkelgeneration hinein. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt; wie ein Mosaik fügt sich so die Geschichte einer Familie im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland nach und nach zusammen. Und, Schritt für Schritt, enthüllt sich auch das Geheimnis um die ominöse Frau auf dem Foto im Müll …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734568565
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:324 Seiten
Verlag:tredition
Erscheinungsdatum:28.11.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Insel56vor einem Jahr
    Die Auswirkungen des Lebens zur Zeit um den zweiten Welkrieg sind bis heute spürbar

    Ein altes Foto, was Herr Yildiz während seiner Arbeit bei der Müllabfuhr findet, ist der Aufhänger für die Geschichte rund um Gustav, den wir als Kind kennenlernen , Jahre später im Krieg begleiten und zum Schluss alten Mann bis zu seinem Tod. Das Bild zeigt Lene - Gustavs erste Frau, die bei einem Bombenangriff, ums Leben gekommen ist und die er trotz langer Ehe und vielen gemeinsamen Kindern mit seiner zweiten Frau, nie vergessen hat und immer geliebt hat. Gustav hatte eine Kindheit, die geprägt war von Lieblosigkeit, Strafen und Gewalt sowie Angst. Während er sich vor dem Krieg jedoch Menschlichkeit bewahrt hatte, wurde es durch den Krieg und den Tod von Lene und Hans, seinem Sohn anders. Seine zweite Familie hatte unter ihm seinen Gefühlsschwankungen zu leiden.
    Rund um Gustav wird die Geschichte von den Menschen erzählt, mit denen er verwandt war oder die er kennengelernt hatte. So entsteht ein sehr vielschichtiges Bild  - ein Stück Zeitgeschichte. Sehr bedrückend, berührend und zugleich entwickelte ich Verständnis für das manchmal furchtbare Verhalten der Menschen.

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    Booky-72s avatar
    Booky-72vor einem Jahr
    Das Foto

    Mit einem Foto, was ein Müllfahrer findet, beginnt alles und endet alles. Jede einzelne Geschichte hat mehr oder weniger damit zu tun und beeindruckt den Leser in jeder Beziehung.

    Die Charaktere haben miteinander zu tun oder sind miteinander verwandt. Auf dem Foto eine Mutter und ihr kleines Kind. Die Frage ist, wer sind die beiden.

    Jede Geschichte steht als Sinnbild für die Verlierer des Krieges, weil Väter gekämpft haben, Mütter gestorben sind, müssen Kinder leiden, also für diese Generation, die diese Zeit mitmachen musste.

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    Schnuck59s avatar
    Schnuck59vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Der Schatten des Zweiten Weltkriegs über einer deutschen Familie
    Familie - ein Teil unserer Geschichte

    In ihrem Roman „Das Foto“ erzählt Eva Schevemann die Lebens- und Familiengeschichte von Gustav Kerzinger, der 1918 geboren wurde. 

    Elva Schevemann, geboren 1978, arbeitete als Architektin, Lehrerin und Redakteurin und ist jetzt als freie Autorin und Malerin tätig. Hier, in ihrem ersten Roman, verarbeitete sie die Themen „Kriegskinder und -enkel“ sowie ihre eigene Familienbiografie. 

    Ein Müllmann findet ein großes, gerahmtes Schwarz-Weiß-Porträt, das Foto einer jungen Frau mit einem kleinen Jungen auf dem Arm, in einer Mülltonne. Daraus entwickelt sich in 20 Kapiteln ein multiperspektivischer Generationenroman.

    Der Schreibstil mit verschiedenen Episoden, mit Perspektivwechseln, nicht chronologisch und mit unterschiedlichen Zeitsprüngen ist mir persönlich zu wechselhaft. Erst nach und nach erschlossen sich mir die Zusammenhänge rund um die Geschichte von Gustav, seiner Familie und um das Foto. Rund um Gustav werden Kindheit, erste Frau und Sohn, Soldatenzeit, Gefangenschaft, Nachkriegszeit und Familie detailreich in verschiedenen Momentaufnahmen beschrieben. Seine Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen sind gut ausgearbeitet. Auch die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs in weitere Generationen werden verdeutlicht. Die Darstellung der einzelnen Charaktere ergeben einen Einblick zu den einzelnen Personen und Zusammenhängen.

    Elva Müllmann hat den „Zeitgeist“ rund um den Zweiten Weltkrieg mit seinen Auswirkungen in die heutige Zeit gut eingefangen. 

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    katrin297s avatar
    katrin297vor einem Jahr
    Kurzmeinung: ein interessantes und verzwicktes Familienpuzzle - unterschiedliche Erzählungen wie es Menschen im Krieg oder nach dem Krieg ergangen ist
    ein Familienpuzzle -Schicksalsschläge des zweiten Weltkriegs

    Der historische Roman "Das Foto" ist eine Art Verbindung zwischen heute und dem zweiten Weltkrieg. Da jedes Kapitel aus einer anderen Perspektive geschrieben ist, wirkt der Roman wie ein Puzzle. Es ist allerdings ein zusammenhängendes Puzzle, alle Protagonisten haben etwas miteinader zu tun oder sind meistens sogar verwandt miteinader.
    Bereits das Cover ist auf alt getrimt, man kann eine alte, gelbliche Tapete erkennen und Famileinfotos, das Foto in der Mitte ist das Größte, allerdings kann man es nciht erkennen, es ist verdeckt und zerrissen. Dieses Foto spielt eine wichtige Rolle in diesem Roman und zieht sich durch den Roman wie ein roter Faden. Das erste Kapitel beginnt, dass ein Arbeiter von der Müllabfuhr dieses Bild im Mülleimer findet. Von Kapitel zu Kapitel erfährt man mehr und mehr über die Geschichte dieses Bildes und wie dieses Bild andere beeinflusst hat sowie auch der Krieg andere beeinflusst hat, nicht nur die ,die im Krieg waren oder ihn erlebt haben.
    Hier wird der zweite Krieg nicht nur aus der Sicht von Deserteuren geschildert, sondern auch von Nazis, die den Krieg überlebt haben und wie deren Familien damit umgehen. Es wird nicht nur von den Schlatfeldern berichtet, sondern auch von den Familien, die zuhause geblieben sind und Schutz in Bunkern gesucht haben und nur gehofft haben, dass der Krieg bald vorbei ist.
    Diese Roman ist sehr vielseitig und informativ. Der Schreibstil ist flüssig und authentisch, teilweise etwas langatmig durch Wiederholungen.
    Wenn man einen Einblick bekommen möchte wie es den deutschen Menschen während dem zweitem Weltkrieg ergangen ist, sollte man dieses Buch lesen.

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    papaverorossos avatar
    papaverorossovor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr schwermütig, hat mehr was von einer Sammlung von Erzählungen als von einem Roman. Sehr gute Reflexion über die Effekte des Kriegs.
    Multigenarationale Effekte des Kriegs

    Ein Foto aus einer anderen Zeit: Mutter und Kind. Einfach und schlicht. Wie konnte dieses Bild das Leben einer ganzen Familie so stark beeinflussen? Das Foto im Titel, das Foto auf dem Cover dieses Buches ist ein Symbol. Ein Symbol für Menschen, die die Welt zu früh verlassen mussten. Ein Symbol für den Krieg.

    Der zweite Weltkrieg hat Narben hinterlassen. Eine ganze Generation Männer hat gekämpft, eine Generation Frauen hat zugesehen, wie ganze Städte niedergebrannt wurden. Wer den Krieg überlebt hat, war geprägt fürs Leben. Aber nicht nur sie haben die Effekte des Kriegs gespürt: Das Trauma wurde weiter vererbt und anerzogen. Kriegeskinder und Kriegeseltern haben die Nachwehen des Krieges an ihrer eigenen Haut gespürt. Mit den multigenerationalen Effekten des Kriegs beschäftigt sich die Autorin in diesem Buch.

    Das Buch hat eine besondere Struktur. Jedes Kapitel erzählt eine Episode aus dem Leben eines Familienmitglieds. Von der Zeitebene her springt die Erzählung hin und her zwischen den Zeiten und Generationen. Auch Frontbriefe sowie Telegramme sind Teil des Buches. So bekommt man die Möglichkeit, die Effekte des Krieges aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Ein Nebeneffekt ist jedoch, dass man nur wenig von den einzelnen Personen erfährt. Somit ist es schwer, eine Bindung zu den Protagonisten zu entwickeln. Ich muss gestehen, dass es mir teilweise schwer gefallen ist, das Buch weiter zu lesen. Das lag nicht an der Qualität des Buchs sondern viel mehr am emotionalen Hauptton. Die Autorin hat sich dafür entschieden, ein Buch speziell üben den Schmerz des Krieges zu schreiben. Somit ist fast jedes Kapitel mit Leid durchtränkt. Wer sich jedoch bewusst entscheidet, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, ist bei diesem Buch goldrichtig.

    Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre, wenn man sich mit den langfristigen, multigenerationalen Effekten des zweiten Weltkriegs beschäftigen möchte!


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    Engi-Elis avatar
    Engi-Elivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Vergangenheit die uns nicht los lest Die bedeutenswert ist wird in Einzelheiten geschildert .
    Bedeutenswert

    Die Vergangenheit die uns nicht los lest Die bedeutenswert ist wird in Einzelheiten geschildert . Man kann mit den Figuren mitfühlen , Sie nachvollziehen . Man will mehr erfahren . Verschiedene sichten und verschidene Geschichten die daraus resultieren .

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    camilla1303s avatar
    camilla1303vor einem Jahr
    Vom Verdrängten und Unausgesprochenen

    Der Generationenroman „Das Foto“ von Elva Schevemann ist 2016 im Verlag tredition GmbH erschienen und erzählt die Geschichte einer deutschen Familie im langen Schatten des Zweiten Weltkrieges.

    Herr Yildiz der schon seit Jahren bei der Müllabfuhr arbeitet, findet im Müll eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die er mit nach Hause nimmt. Wer hat das Foto von der jungen Frau und dem kleinen Jungen weggeworfen und wer sind diese zwei Menschen auf dem Bild? Welche Geschichte könnte sich hinter dem Foto verstecken?

    In zwanzig Kapiteln erfährt man die Geschichte von Gustav Kerzinger. Jedes einzelne Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt, so dass der Leser ein rundes Bild des Protagonisten bekommt. In kurzen Etappen erfährt man beim Lesen von Gustavs Kindheit, in der er eine strenge Erziehung genossen hat, liest über seine anfängliche Begeisterung von den Nazis und der Hitlerjugend und erfährt etwas über seine Zeit als Soldat an der Front. Man lernt Gustav auch als Familienvater und Großvater kennen und lernt, welche Auswirkungen unverarbeitete traumatische Erlebnisse auch auf die Nachkommen haben können. Nach und nach erfährt man dabei auch die Geschichte des Fotos, das Gustavs erste Frau und seinen Sohn zeigt.

    „Das Foto“ ist ein Roman, der die Nachwehen des Krieges erzählt. Elva Schevemann hat es mit ihrem Buch geschafft, auch den Nachkommen der Kriegsgeneration ein Gesicht zu geben und vom Verdrängten und Unausgesprochenen in den deutschen Familien zu erzählen.

    Die tragische Familiengeschichte ist auch eine Geschichte gegen den Krieg, die man gelesen haben sollte. Das Buch würde sich meiner Meinung nach auch gut als Schullektüre eignen.

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    Shanna1512s avatar
    Shanna1512vor einem Jahr
    Pflichtprogramm für Generationen

    Aus dem Klappentext Ein Foto im Müll: Wer hat es weggeworfen? Und: Wer ist die Frau auf dem Bild? In zwanzig Kapiteln, Briefen und Gedichten wird das Leben von Gustav Kerzinger erzählt. Achtung: Wer bei diesem Buch eine unterhaltsame Familiengeschichte mit kleinen Problemchen, Herzschmerz und Liebeleien erwartet, wird enttäuscht werden. Dieses Buch geht tief. Man muss sich auf es einlassen. Man muss zulassen, dass es auch weh tun kann, dass alte Wunden aufbrechen und man eventuell den Spiegel vorgehalten bekommt. Gustav Krezinger, Jahrgang 1918 steht für eine ganze Generation von Tätern und Opfern. Der Leser taucht in sein Leben, dass von Familienangehörigen und diverser Bekannten von ihm. Er lernt das Kind Gustav kennen, den Soldaten, den Ehemann, den Familienvater und den Freund. Man erfährt was ein Krieg aus den Menschen macht und wie die Traumen noch ihren Enkeln nachhängen. Man liest, wie sich das Verhalten von Generationen, in dem ihrer Kinder fortsetzt. Wie Unrecht weitergegeben und mit Unrecht vergolten wird. Dass Täter nicht nur Täter, sondern auch Opfer sein können. Mich hat dieses Buch total berührt und zum Nachdenken angeregt. Es hat mich zum Weinen, wütend , aber auch zum Kopfnicken gebracht. Ja, ich bin ein Kriegsenkel und ich muss damit leben. Ich kann es nicht ändern, aber ich kann es verstehen. Ich danke der Autorin für dieses Buch. Ich danke ihr, für ihre Einblicke in die Familie Krezinger. Dieses Buch gehört in den Schulunterricht, damit kommende Generationen von den Fehlern ihrer Eltern und Großeltern lernen können.

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein berührendes Lebensschicksal!
    Ein Lebensbild, geprägt vom Krieg

    „...Er hatte sich den Krieg ganz vorgestellt, damals, als er noch bei der Hitlerjugend gewesen war und von einem abenteuerlichen, heroischen Soldatenleben in fernen, exotischen Ländern träumte...“


    Herr Yildiz arbeitet seit Jahren bei der Müllabfuhr. Beim Leeren eines Containers entdeckt er, dass ein Bild festgeklemmt ist. Es zeigt eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm. Herr Yildiz nimmt das Bild mit.

    Das Buch erzählt die Geschichte, die hinter dem Bild steckt.

    Die Autorin hat einen abwechslungsreichen Roman geschrieben, der besonders die Probleme der Kriegs- und Nachkriegsgeneration zum Inhalt hat. Das Besondere an dem Buch ist, dass die Geschichte ohne zeitlich linearen Verlauf erzählt wird.

    Im Mittelpunkt des Romans steht Gustav. Sein Leben wird in einzelnen Episoden erzählt. Dabei beschränkt sich die Autorin auf wichtige Etappen, die schlaglichtartig seine Entwicklung vom Kind bis zum Tod wiedergegeben. Nach und nach erfahre ich, was es dabei mit dem Bild auf sich hat.

    Der Schriftstil ist weitgehend erzählend und spiegelt in großen Teilen eine düstere Atmosphäre wider. Das ist meist den Ereignissen geschuldet. Schon als Kind wird der Junge mit Missachtung und Gewalt konfrontiert. Wie dann die Kriegsereignisse in Afrika auf ihn wirkten, zeigt obiges Zitat. Erschreckend fand ich die Zustände in der amerikanischen Gefangenschaft. Dort durften die alten Strukturen beibehalten werden. Wer im Krieg das Sagen hatte, hatte es auch in der Gefangenschaft und entschied im Ernstfall selbst dort über Leben und Tod. Es wird deutlich herausgearbeitet, wie in der Nachkriegszeit die Erlebnisse nachwirkten und das Leben emotional dominierten. Der Autorin gelingt es, die innere Zerrissenheit ihrer Protagonisten klar zu veranschaulichen. Gustavs Trauer überschattet die neue Ehe. Er hält Schläge für eine adäquate Erziehungsmethode, fühlt sich dabei aber selbst nicht wohl. Die gesellschaftlichen Verhältnisse nach dem Krieg zeigen, dass der alte Geist noch überall gegenwärtig ist.

    Einzelne Abschnitte zeigen die Entwicklung von Gustav` Kindern und Enkeln. Neues Gedankengut setzt sich zwar durch, doch selbst für diese Generationen sind noch Spuren der Vergangenheit prägend.

    Ab und an erlaubt die Autorin Einblicke in das Seelenleben der Nachbarn von Gustav. Vor allem Sigrun, Tochter eines Gutsbesitzers aus Ostpreußen, möchte ich erwähnen. Fest in ihr Gedächtnis gebrannt sind die grausamen Bilder der Flucht, genauso wie die Erkenntnis eigener Schuld. Dies wird selbst in der Zeit der Demenz nicht gelöscht.

    Tief berührend sind die Briefe, die Gustav mit Leni, der Frau vom Foto, tauscht. Er weiß dabei nicht, dass sie etliche nie mehr erhalten wird.

    Das Cover mit dem fehlenden Foto weckt Interesse.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das bruchstückhaft wiedergegebene Leben zeugt von den Folgen des Krieges. Gustav wurde zu einem geachteten Bewohner des Ortes, hat sich aber emotional nie von der Vergangenheit lösen können. Die seelischen Verletzungen waren zu groß.

    Kommentare: 4
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    JessicaLiests avatar
    JessicaLiestvor einem Jahr
    Ein Thema das uns nie vergessen lässt

    Ein Foto im Müll: Wer hat es weggeworfen? Und: Wer ist die Frau auf dem Bild? In zwanzig Kapiteln, Briefen und Gedichten wird das Leben von Gustav Kerzinger erzählt. Gustav wird 1918 geboren. Seine Kindheit ist geprägt von Gewalt und Vernachlässigung. Als junger Mann sympathisiert er mit den Nazis, kämpft als Wehrmachtssoldat in Nordafrika und gerät in amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1947 kehrt Gustav traumatisiert nach Deutschland zurück, heiratet Käthe und bekommt mit ihr sieben Kinder. Das Familienleben ist überschattet von Gustavs Stimmungsschwankungen und Gewaltausbrüchen. Über seine Kriegserlebnisse spricht er mit niemandem, genauso wenig wie über seine Nazi-Vergangenheit. Verdrängte Schuld, verdrängte Traumata, Tabus und Sprachlosigkeit innerhalb der Familie – das hat Folgen für die nachfolgenden Generationen: Die Kinder und Enkel leiden an Schwermut, diffusen Ängsten, Orientierungslosigkeit und einem tiefen Gefühl der Unsicherheit und Entwurzelung.


    Meine Meinung:

    Der Schreibstil hat es auf den Punkt gebracht, es wurde nicht lange herumgeredet sondern erzählt wie es einfach war. Es wurde ein großer Blickwinkel auf die unterschiedlichsten Charaktere geboten so dass man viele Dinge vielleicht auch besser verstanden hat. Gerade die Stellen mitten im Krieg waren gut zu lesen und spannend, aber auf der anderen Seite immer wieder schockierend wenn man sich es beim Lesen alles vorgestellt hat.

    Alleine wenn man Gustavs Kindheit betrachtet, so sollte ein Kind nicht aufwachsen, vernachlässigt und keine liebevolle Kindheit. Dazu kamen seine Ereignisse durch den Krieg, aber diesen hat er innerlich nie überwunden und verarbeitet, dies hat sich auch alles auf seine anderen Familienmitglieder übertragen. Durch die ganzen Perspektivenwechsel konnte man sich mehr und mehr ein Bild von Gustav machen, aber natürlich auch von dem jeweiligen Charakter selbst und deren Ansichten. Jedoch hätte ich von den jeweiligen Personen gerne mehr gelesen und mich gerne mehr mit ihnen beschäftigt.

    Das Buch ist eine gute Gelegenheit sich auch selbst mit seiner Familiengeschichte auseinander zu setzen und wie bei einem selbst Kriegserlebnissen innerhalt der Familie aussieht.  

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    Elva_Schevemanns avatar

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    In meinem Debütroman „Das Foto“ erzähle ich die Geschichte von Gustav Kerzinger und seiner Familie. Schonungslos gehe ich in meinem Buch der Frage nach, welche Spuren der Zweite Weltkrieg in Familien hinterlassen hat – bis in die Enkelgeneration hinein. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt; wie ein Mosaik fügt sich so die Geschichte einer Familie im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland nach und nach zusammen. Und, Schritt für Schritt, enthüllt sich auch das Geheimnis um die ominöse Frau auf dem Foto im Müll …

    Wer hat Lust, sich – gemeinsam mit mir – auf eine Reise durch das 20. Jahrhundert zu begeben und das Familiengeheimnis aufzudecken?

    Besonders interessant ist das Buch für all jene, die sich für das Thema „Kriegskinder“ bzw. „Kriegsenkel“ interessieren. Aber auch alle, die Familienbiografien und Generationenromane mögen, dürfen sich angesprochen fühlen!

    Das sagt ein Rezensent auf Amazon: «[…] brutal, schonungslos, realistisch, tieftraurig und […] berührend. Ein hochaktuelles Anti-Kriegs-Epos – ganz ohne Helden …»

    Eine kurze (Vor-)Leseprobe gibt es hier zu sehen:


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    Ich freue mich auf eine spannende Leserunde mit euch!
    Eure Elva Schevemann

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    Letzter Beitrag von  Elva_Schevemannvor einem Jahr
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