Elva Schevemann Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 10 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 1 Leser
  • 15 Rezensionen
(5)
(7)
(2)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman“ von Elva Schevemann

Eine alte Fotografie, vermutlich aus den 1940er Jahren. Sie liegt im Müll. Wer hat das Foto weggeworfen? Und: Wer ist die Frau auf dem Bild? In zwanzig Kapiteln entfaltet Elva Schevemann das Leben von Gustav Kerzinger und seiner Familie. Schonungslos geht die Autorin in ihrem Buch der Frage nach, welche Spuren der Zweite Weltkrieg in Familien hinterlassen hat – bis in die Enkelgeneration hinein. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt; wie ein Mosaik fügt sich so die Geschichte einer Familie im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland nach und nach zusammen. Und, Schritt für Schritt, enthüllt sich auch das Geheimnis um die ominöse Frau auf dem Foto im Müll …

Der Schatten des Zweiten Weltkriegs über einer deutschen Familie

— Schnuck59
Schnuck59

ein interessantes und verzwicktes Familienpuzzle - unterschiedliche Erzählungen wie es Menschen im Krieg oder nach dem Krieg ergangen ist

— katrin297
katrin297

Sehr schwermütig, hat mehr was von einer Sammlung von Erzählungen als von einem Roman. Sehr gute Reflexion über die Effekte des Kriegs.

— papaverorosso
papaverorosso

Die Vergangenheit die uns nicht los lest Die bedeutenswert ist wird in Einzelheiten geschildert .

— Engi-Eli
Engi-Eli

Ein berührendes Lebensschicksal!

— mabuerele
mabuerele

Eine emotionale und ergreifende Familiengeschichte.

— Ginger0303
Ginger0303

schlicht und ergreifend

— DanielaAlge
DanielaAlge

Eine Geschichte über die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs innerhalb einer Familie - einmal ganz anders erzählt. Gut geschrieben!

— catly
catly

Eine tragische Familiengeschichte, einmal ganz anders erzählt

— katikatharinenhof
katikatharinenhof
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Das Foto

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    Booky-72

    Booky-72

    31. July 2017 um 23:51

    Mit einem Foto, was ein Müllfahrer findet, beginnt alles und endet alles. Jede einzelne Geschichte hat mehr oder weniger damit zu tun und beeindruckt den Leser in jeder Beziehung. Die Charaktere haben miteinander zu tun oder sind miteinander verwandt. Auf dem Foto eine Mutter und ihr kleines Kind. Die Frage ist, wer sind die beiden. Jede Geschichte steht als Sinnbild für die Verlierer des Krieges, weil Väter gekämpft haben, Mütter gestorben sind, müssen Kinder leiden, also für diese Generation, die diese Zeit mitmachen musste.

    Mehr
  • Familie - ein Teil unserer Geschichte

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    Schnuck59

    Schnuck59

    02. July 2017 um 11:21

    In ihrem Roman „Das Foto“ erzählt Eva Schevemann die Lebens- und Familiengeschichte von Gustav Kerzinger, der 1918 geboren wurde. Elva Schevemann, geboren 1978, arbeitete als Architektin, Lehrerin und Redakteurin und ist jetzt als freie Autorin und Malerin tätig. Hier, in ihrem ersten Roman, verarbeitete sie die Themen „Kriegskinder und -enkel“ sowie ihre eigene Familienbiografie. Ein Müllmann findet ein großes, gerahmtes Schwarz-Weiß-Porträt, das Foto einer jungen Frau mit einem kleinen Jungen auf dem Arm, in einer Mülltonne. Daraus entwickelt sich in 20 Kapiteln ein multiperspektivischer Generationenroman.Der Schreibstil mit verschiedenen Episoden, mit Perspektivwechseln, nicht chronologisch und mit unterschiedlichen Zeitsprüngen ist mir persönlich zu wechselhaft. Erst nach und nach erschlossen sich mir die Zusammenhänge rund um die Geschichte von Gustav, seiner Familie und um das Foto. Rund um Gustav werden Kindheit, erste Frau und Sohn, Soldatenzeit, Gefangenschaft, Nachkriegszeit und Familie detailreich in verschiedenen Momentaufnahmen beschrieben. Seine Erlebnisse, Gedanken und Empfindungen sind gut ausgearbeitet. Auch die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs in weitere Generationen werden verdeutlicht. Die Darstellung der einzelnen Charaktere ergeben einen Einblick zu den einzelnen Personen und Zusammenhängen.Elva Müllmann hat den „Zeitgeist“ rund um den Zweiten Weltkrieg mit seinen Auswirkungen in die heutige Zeit gut eingefangen. 

    Mehr
  • Leserunde zu "Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman" von Elva Schevemann

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    Elva_Schevemann

    Elva_Schevemann

    Eine alte Fotografie, vermutlich aus den 1940er Jahren. Sie liegt im Müll. Wer hat das Foto weggeworfen? Und: Wer ist die Frau auf dem Bild? In meinem Debütroman „Das Foto“ erzähle ich die Geschichte von Gustav Kerzinger und seiner Familie. Schonungslos gehe ich in meinem Buch der Frage nach, welche Spuren der Zweite Weltkrieg in Familien hinterlassen hat – bis in die Enkelgeneration hinein. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt; wie ein Mosaik fügt sich so die Geschichte einer Familie im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland nach und nach zusammen. Und, Schritt für Schritt, enthüllt sich auch das Geheimnis um die ominöse Frau auf dem Foto im Müll … Wer hat Lust, sich – gemeinsam mit mir – auf eine Reise durch das 20. Jahrhundert zu begeben und das Familiengeheimnis aufzudecken? Besonders interessant ist das Buch für all jene, die sich für das Thema „Kriegskinder“ bzw. „Kriegsenkel“ interessieren. Aber auch alle, die Familienbiografien und Generationenromane mögen, dürfen sich angesprochen fühlen! Das sagt ein Rezensent auf Amazon: «[…] brutal, schonungslos, realistisch, tieftraurig und […] berührend. Ein hochaktuelles Anti-Kriegs-Epos – ganz ohne Helden …» Eine kurze (Vor-)Leseprobe gibt es hier zu sehen: Weitere Infos und Videos findet ihr auf der Landingpage zum Buch.  Zu verlosen gibt es 20 Rezensionsexemplare – 10 Taschenbücher (natürlich signiert :-) und 10 eBooks (alle gängigen Formate). Bewerben könnt ihr euch bis 28.05.2017. Bitte schreibt mir in eurer Bewerbung, welche Version (Print oder eBook) ihr bevorzugt. Ich freue mich auf eine spannende Leserunde mit euch!Eure Elva Schevemann

    Mehr
    • 293
  • ein Familienpuzzle -Schicksalsschläge des zweiten Weltkriegs

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    katrin297

    katrin297

    15. June 2017 um 14:46

    Der historische Roman "Das Foto" ist eine Art Verbindung zwischen heute und dem zweiten Weltkrieg. Da jedes Kapitel aus einer anderen Perspektive geschrieben ist, wirkt der Roman wie ein Puzzle. Es ist allerdings ein zusammenhängendes Puzzle, alle Protagonisten haben etwas miteinader zu tun oder sind meistens sogar verwandt miteinader.Bereits das Cover ist auf alt getrimt, man kann eine alte, gelbliche Tapete erkennen und Famileinfotos, das Foto in der Mitte ist das Größte, allerdings kann man es nciht erkennen, es ist verdeckt und zerrissen. Dieses Foto spielt eine wichtige Rolle in diesem Roman und zieht sich durch den Roman wie ein roter Faden. Das erste Kapitel beginnt, dass ein Arbeiter von der Müllabfuhr dieses Bild im Mülleimer findet. Von Kapitel zu Kapitel erfährt man mehr und mehr über die Geschichte dieses Bildes und wie dieses Bild andere beeinflusst hat sowie auch der Krieg andere beeinflusst hat, nicht nur die ,die im Krieg waren oder ihn erlebt haben.Hier wird der zweite Krieg nicht nur aus der Sicht von Deserteuren geschildert, sondern auch von Nazis, die den Krieg überlebt haben und wie deren Familien damit umgehen. Es wird nicht nur von den Schlatfeldern berichtet, sondern auch von den Familien, die zuhause geblieben sind und Schutz in Bunkern gesucht haben und nur gehofft haben, dass der Krieg bald vorbei ist.Diese Roman ist sehr vielseitig und informativ. Der Schreibstil ist flüssig und authentisch, teilweise etwas langatmig durch Wiederholungen.Wenn man einen Einblick bekommen möchte wie es den deutschen Menschen während dem zweitem Weltkrieg ergangen ist, sollte man dieses Buch lesen.

    Mehr
  • Multigenarationale Effekte des Kriegs

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    papaverorosso

    papaverorosso

    13. June 2017 um 20:40

    Ein Foto aus einer anderen Zeit: Mutter und Kind. Einfach und schlicht. Wie konnte dieses Bild das Leben einer ganzen Familie so stark beeinflussen? Das Foto im Titel, das Foto auf dem Cover dieses Buches ist ein Symbol. Ein Symbol für Menschen, die die Welt zu früh verlassen mussten. Ein Symbol für den Krieg. Der zweite Weltkrieg hat Narben hinterlassen. Eine ganze Generation Männer hat gekämpft, eine Generation Frauen hat zugesehen, wie ganze Städte niedergebrannt wurden. Wer den Krieg überlebt hat, war geprägt fürs Leben. Aber nicht nur sie haben die Effekte des Kriegs gespürt: Das Trauma wurde weiter vererbt und anerzogen. Kriegeskinder und Kriegeseltern haben die Nachwehen des Krieges an ihrer eigenen Haut gespürt. Mit den multigenerationalen Effekten des Kriegs beschäftigt sich die Autorin in diesem Buch. Das Buch hat eine besondere Struktur. Jedes Kapitel erzählt eine Episode aus dem Leben eines Familienmitglieds. Von der Zeitebene her springt die Erzählung hin und her zwischen den Zeiten und Generationen. Auch Frontbriefe sowie Telegramme sind Teil des Buches. So bekommt man die Möglichkeit, die Effekte des Krieges aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Ein Nebeneffekt ist jedoch, dass man nur wenig von den einzelnen Personen erfährt. Somit ist es schwer, eine Bindung zu den Protagonisten zu entwickeln. Ich muss gestehen, dass es mir teilweise schwer gefallen ist, das Buch weiter zu lesen. Das lag nicht an der Qualität des Buchs sondern viel mehr am emotionalen Hauptton. Die Autorin hat sich dafür entschieden, ein Buch speziell üben den Schmerz des Krieges zu schreiben. Somit ist fast jedes Kapitel mit Leid durchtränkt. Wer sich jedoch bewusst entscheidet, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, ist bei diesem Buch goldrichtig. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre, wenn man sich mit den langfristigen, multigenerationalen Effekten des zweiten Weltkriegs beschäftigen möchte!

    Mehr
  • Bedeutenswert

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    Engi-Eli

    Engi-Eli

    13. June 2017 um 10:20

    Die Vergangenheit die uns nicht los lest Die bedeutenswert ist wird in Einzelheiten geschildert . Man kann mit den Figuren mitfühlen , Sie nachvollziehen . Man will mehr erfahren . Verschiedene sichten und verschidene Geschichten die daraus resultieren .

  • Vom Verdrängten und Unausgesprochenen

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    camilla1303

    camilla1303

    12. June 2017 um 16:46

    Der Generationenroman „Das Foto“ von Elva Schevemann ist 2016 im Verlag tredition GmbH erschienen und erzählt die Geschichte einer deutschen Familie im langen Schatten des Zweiten Weltkrieges. Herr Yildiz der schon seit Jahren bei der Müllabfuhr arbeitet, findet im Müll eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die er mit nach Hause nimmt. Wer hat das Foto von der jungen Frau und dem kleinen Jungen weggeworfen und wer sind diese zwei Menschen auf dem Bild? Welche Geschichte könnte sich hinter dem Foto verstecken? In zwanzig Kapiteln erfährt man die Geschichte von Gustav Kerzinger. Jedes einzelne Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt, so dass der Leser ein rundes Bild des Protagonisten bekommt. In kurzen Etappen erfährt man beim Lesen von Gustavs Kindheit, in der er eine strenge Erziehung genossen hat, liest über seine anfängliche Begeisterung von den Nazis und der Hitlerjugend und erfährt etwas über seine Zeit als Soldat an der Front. Man lernt Gustav auch als Familienvater und Großvater kennen und lernt, welche Auswirkungen unverarbeitete traumatische Erlebnisse auch auf die Nachkommen haben können. Nach und nach erfährt man dabei auch die Geschichte des Fotos, das Gustavs erste Frau und seinen Sohn zeigt. „Das Foto“ ist ein Roman, der die Nachwehen des Krieges erzählt. Elva Schevemann hat es mit ihrem Buch geschafft, auch den Nachkommen der Kriegsgeneration ein Gesicht zu geben und vom Verdrängten und Unausgesprochenen in den deutschen Familien zu erzählen. Die tragische Familiengeschichte ist auch eine Geschichte gegen den Krieg, die man gelesen haben sollte. Das Buch würde sich meiner Meinung nach auch gut als Schullektüre eignen.

    Mehr
  • Pflichtprogramm für Generationen

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    Shanna1512

    Shanna1512

    11. June 2017 um 22:44

    Aus dem Klappentext Ein Foto im Müll: Wer hat es weggeworfen? Und: Wer ist die Frau auf dem Bild? In zwanzig Kapiteln, Briefen und Gedichten wird das Leben von Gustav Kerzinger erzählt. Achtung: Wer bei diesem Buch eine unterhaltsame Familiengeschichte mit kleinen Problemchen, Herzschmerz und Liebeleien erwartet, wird enttäuscht werden. Dieses Buch geht tief. Man muss sich auf es einlassen. Man muss zulassen, dass es auch weh tun kann, dass alte Wunden aufbrechen und man eventuell den Spiegel vorgehalten bekommt. Gustav Krezinger, Jahrgang 1918 steht für eine ganze Generation von Tätern und Opfern. Der Leser taucht in sein Leben, dass von Familienangehörigen und diverser Bekannten von ihm. Er lernt das Kind Gustav kennen, den Soldaten, den Ehemann, den Familienvater und den Freund. Man erfährt was ein Krieg aus den Menschen macht und wie die Traumen noch ihren Enkeln nachhängen. Man liest, wie sich das Verhalten von Generationen, in dem ihrer Kinder fortsetzt. Wie Unrecht weitergegeben und mit Unrecht vergolten wird. Dass Täter nicht nur Täter, sondern auch Opfer sein können. Mich hat dieses Buch total berührt und zum Nachdenken angeregt. Es hat mich zum Weinen, wütend , aber auch zum Kopfnicken gebracht. Ja, ich bin ein Kriegsenkel und ich muss damit leben. Ich kann es nicht ändern, aber ich kann es verstehen. Ich danke der Autorin für dieses Buch. Ich danke ihr, für ihre Einblicke in die Familie Krezinger. Dieses Buch gehört in den Schulunterricht, damit kommende Generationen von den Fehlern ihrer Eltern und Großeltern lernen können.

    Mehr
  • Ein Lebensbild, geprägt vom Krieg

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    mabuerele

    mabuerele

    10. June 2017 um 21:05

    „...Er hatte sich den Krieg ganz vorgestellt, damals, als er noch bei der Hitlerjugend gewesen war und von einem abenteuerlichen, heroischen Soldatenleben in fernen, exotischen Ländern träumte...“ Herr Yildiz arbeitet seit Jahren bei der Müllabfuhr. Beim Leeren eines Containers entdeckt er, dass ein Bild festgeklemmt ist. Es zeigt eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm. Herr Yildiz nimmt das Bild mit. Das Buch erzählt die Geschichte, die hinter dem Bild steckt. Die Autorin hat einen abwechslungsreichen Roman geschrieben, der besonders die Probleme der Kriegs- und Nachkriegsgeneration zum Inhalt hat. Das Besondere an dem Buch ist, dass die Geschichte ohne zeitlich linearen Verlauf erzählt wird. Im Mittelpunkt des Romans steht Gustav. Sein Leben wird in einzelnen Episoden erzählt. Dabei beschränkt sich die Autorin auf wichtige Etappen, die schlaglichtartig seine Entwicklung vom Kind bis zum Tod wiedergegeben. Nach und nach erfahre ich, was es dabei mit dem Bild auf sich hat. Der Schriftstil ist weitgehend erzählend und spiegelt in großen Teilen eine düstere Atmosphäre wider. Das ist meist den Ereignissen geschuldet. Schon als Kind wird der Junge mit Missachtung und Gewalt konfrontiert. Wie dann die Kriegsereignisse in Afrika auf ihn wirkten, zeigt obiges Zitat. Erschreckend fand ich die Zustände in der amerikanischen Gefangenschaft. Dort durften die alten Strukturen beibehalten werden. Wer im Krieg das Sagen hatte, hatte es auch in der Gefangenschaft und entschied im Ernstfall selbst dort über Leben und Tod. Es wird deutlich herausgearbeitet, wie in der Nachkriegszeit die Erlebnisse nachwirkten und das Leben emotional dominierten. Der Autorin gelingt es, die innere Zerrissenheit ihrer Protagonisten klar zu veranschaulichen. Gustavs Trauer überschattet die neue Ehe. Er hält Schläge für eine adäquate Erziehungsmethode, fühlt sich dabei aber selbst nicht wohl. Die gesellschaftlichen Verhältnisse nach dem Krieg zeigen, dass der alte Geist noch überall gegenwärtig ist. Einzelne Abschnitte zeigen die Entwicklung von Gustav` Kindern und Enkeln. Neues Gedankengut setzt sich zwar durch, doch selbst für diese Generationen sind noch Spuren der Vergangenheit prägend. Ab und an erlaubt die Autorin Einblicke in das Seelenleben der Nachbarn von Gustav. Vor allem Sigrun, Tochter eines Gutsbesitzers aus Ostpreußen, möchte ich erwähnen. Fest in ihr Gedächtnis gebrannt sind die grausamen Bilder der Flucht, genauso wie die Erkenntnis eigener Schuld. Dies wird selbst in der Zeit der Demenz nicht gelöscht. Tief berührend sind die Briefe, die Gustav mit Leni, der Frau vom Foto, tauscht. Er weiß dabei nicht, dass sie etliche nie mehr erhalten wird. Das Cover mit dem fehlenden Foto weckt Interesse. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das bruchstückhaft wiedergegebene Leben zeugt von den Folgen des Krieges. Gustav wurde zu einem geachteten Bewohner des Ortes, hat sich aber emotional nie von der Vergangenheit lösen können. Die seelischen Verletzungen waren zu groß.

    Mehr
    • 5
  • Ein Thema das uns nie vergessen lässt

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    JessicaLiest

    JessicaLiest

    09. June 2017 um 22:38

    Ein Foto im Müll: Wer hat es weggeworfen? Und: Wer ist die Frau auf dem Bild? In zwanzig Kapiteln, Briefen und Gedichten wird das Leben von Gustav Kerzinger erzählt. Gustav wird 1918 geboren. Seine Kindheit ist geprägt von Gewalt und Vernachlässigung. Als junger Mann sympathisiert er mit den Nazis, kämpft als Wehrmachtssoldat in Nordafrika und gerät in amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1947 kehrt Gustav traumatisiert nach Deutschland zurück, heiratet Käthe und bekommt mit ihr sieben Kinder. Das Familienleben ist überschattet von Gustavs Stimmungsschwankungen und Gewaltausbrüchen. Über seine Kriegserlebnisse spricht er mit niemandem, genauso wenig wie über seine Nazi-Vergangenheit. Verdrängte Schuld, verdrängte Traumata, Tabus und Sprachlosigkeit innerhalb der Familie – das hat Folgen für die nachfolgenden Generationen: Die Kinder und Enkel leiden an Schwermut, diffusen Ängsten, Orientierungslosigkeit und einem tiefen Gefühl der Unsicherheit und Entwurzelung.Meine Meinung:Der Schreibstil hat es auf den Punkt gebracht, es wurde nicht lange herumgeredet sondern erzählt wie es einfach war. Es wurde ein großer Blickwinkel auf die unterschiedlichsten Charaktere geboten so dass man viele Dinge vielleicht auch besser verstanden hat. Gerade die Stellen mitten im Krieg waren gut zu lesen und spannend, aber auf der anderen Seite immer wieder schockierend wenn man sich es beim Lesen alles vorgestellt hat.Alleine wenn man Gustavs Kindheit betrachtet, so sollte ein Kind nicht aufwachsen, vernachlässigt und keine liebevolle Kindheit. Dazu kamen seine Ereignisse durch den Krieg, aber diesen hat er innerlich nie überwunden und verarbeitet, dies hat sich auch alles auf seine anderen Familienmitglieder übertragen. Durch die ganzen Perspektivenwechsel konnte man sich mehr und mehr ein Bild von Gustav machen, aber natürlich auch von dem jeweiligen Charakter selbst und deren Ansichten. Jedoch hätte ich von den jeweiligen Personen gerne mehr gelesen und mich gerne mehr mit ihnen beschäftigt. Das Buch ist eine gute Gelegenheit sich auch selbst mit seiner Familiengeschichte auseinander zu setzen und wie bei einem selbst Kriegserlebnissen innerhalt der Familie aussieht.  

    Mehr
  • "Das Foto" von Elva Schevemann

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    Ginger0303

    Ginger0303

    07. June 2017 um 11:19

    Inhalt: Eine alte Fotografie, vermutlich aus den 1940er Jahren. Sie liegt im Müll. Wer hat das Foto weggeworfen? Und: Wer ist die Frau auf dem Bild? In zwanzig Kapiteln entfaltet Elva Schevemann das Leben von Gustav Kerzinger und seiner Familie. Schonungslos geht die Autorin in ihrem Buch der Frage nach, welche Spuren der Zweite Weltkrieg in Familien hinterlassen hat – bis in die Enkelgeneration hinein. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt; wie ein Mosaik fügt sich so die Geschichte einer Familie im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland nach und nach zusammen. Und, Schritt für Schritt, enthüllt sich auch das Geheimnis um die ominöse Frau auf dem Foto im Müll …Meine Meinung: Das Buch hatte mich von Anfang an in seinem Bann gezogen. Die Charakter wirken so real. Ihre Geschichten berührten mich sehr. Man macht sehr viele Zeitsprünge, meistens von Kapitel zu Kapitel. Aber trotzdem hatte ich keine Probleme der Geschichte zu folgen. Ich hatte wirklich schon einige Kriegsbücher gelesen aber keines war annähernd so wie dieses hier. Fazit: Die Autorin hat mit einer tollen Idee ein emotionales und berührendes Buch geschrieben, welches ich nur jedem empfehlen kann.

    Mehr
  • Das war leider nichts...

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    silberfischchen68

    silberfischchen68

    06. June 2017 um 17:28

    Ich würde hier gern etwas nettes schreiben, aber das Buch und ich sind bis zum Schluss leider keine Freunde geworden. Es hat  mich weder von der schriftstellerischen Qualität her noch vom inhaltlichen überzeugt.Es gibt Bücher, da sind die Personen sehr schlicht in schwarz und weiß aufgeteilt. In diesem Buch darf weitestgehend nur schwarz mitspielen. Die Autorin hüpft durch Kriegs- und Nachkriegs-Deutschland und pickt zielsicher alle Negativ-Erlebnisse und -Ereignisse einer Familie heraus, so dass für den Leser nur ein sehr einseitiges und düster-deprimierendes Bild der agierenden Personen bleibt. Positiv, oder besser gesagt: menschlich/authentisch blieben bei mir nur drei Personen haften und das sind der Herr Yildiz, Müllmann im Prolog, die polnische Pflegerin Zofia und Ernst, der Kriegsversehrte. Inhaltlich sind die Kriegsereignisse manchmal sehr eindringlich geschildert, aber meist zu kurz abgehandelt. Es hat nie gereicht, um mich irgendwie emotional zu erreichen, man hat alles irgendwie schon mal irgendwo und vor allem besser gelesen.

    Mehr
  • Eine Geschichte - viele Perspektiven

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    DanielaAlge

    DanielaAlge

    06. June 2017 um 09:11

    Es ist die Lebensgeschichte von Gustav Kerzinger, die Elva Schevemann hier lebendig werden lässt. Mit Zeitsprüngen, Perspektivenwechseln und einer der Situation angemessenen unaufdringlichen Sprache, die sich nicht selbst in den Mittelpunkt drängt, gibt sie dem Buch eine ganz persönliche Note. Es sind meist nur Augenblicke, nur kurze Treffen mit den verschiedenen Protagonisten. Manches verwirrt den Leser anfangs, wirft Fragen auf, wird dann aber doch aufgelöst. Viele Szenen berühren, mich besonders jene, in denen Kinder und Frauen schmerzhafte Erfahrungen machen müssen. Die Kriegserlebnisse von Gustav sind gut recherchiert und nachvollziehbar. Manchmal hätte ich mir gewünscht, die Personen erst besser kennenlernen zu können, bevor sie in den Krieg zogen. Die Erlebnisse von Menschen, die ich "kenne", gehen mir tiefer ins Herz als die bloße Schilderung des Erlebten. Das Foto (Titel) spielt eine durchgehende Rolle. Besonders die erste Szene ist so wunderbar beschrieben, dass Herr Y. direkt lebendig geworden ist. Eine Abschlussszene mit ihm hätte für mich die ganze Geschichte gerundet. Fast alle, die wir heute in Österreich und Deutschland leben, sind wir Nachkommen von Menschen, die den Krieg hautnah miterlebt haben. Insofern geht diese Geschichte uns alle an. Denn unterdrückte Traumas wirken lange nach. Selbst auf nachfolgende Generationen. Elva Schevemanns Buch klingt noch nach. Es macht traurig und nachdenklich. Wer für einige Stunden ohne Lachen, Humor und Freude auskommt, dem lege ich die Geschichte von Gustav Kerzinger ans Herz. Sie ist es wert, gelesen zu werden und in Erinnerung zu bleiben.

    Mehr
  • Der zweite Weltkrieg ist doch lange vergessen - oder etwa doch nicht?

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    catly

    catly

    05. June 2017 um 20:35

    Inhalt:Das Buch beginnt damit, dass ein Müllmann ein Foto findet, welches er behält, da es ihn fasziniert. Auf ihm ist eine Frau mit ihrem Sohn zu sehen. Nach und nach entwickelt sich eine tragische Familiengeschichte. Jedes Kapitel ist als eine Momentaufnahme aus der Sichtweise einer anderen Person geschrieben. Nach und nach setzen sich diese zu einem stimmigen Bild zusammen und ergeben dadurch einen facettenreichen Einblick in eine Familie, die durch die persönlichen und psychischen Auswirkungen des zweiten Weltkriegs geprägt ist. Gustav kämpfte an der Front und seine unverarbeiteten Erlebnisse lassen ihn sein ganzes Leben nicht mehr los. Durch sein Verhalten prägt er auch seine Mitmenschen.Meine Meinung:Anfangs stand ich dieser Erzählweise etwas skeptisch gegenüber, doch nach ein paar Kapiteln fand ich mich schnell damit zurecht und ich finde sie im Nachhinein sehr gut gewählt. So bekommt man ein umfassendes Bild von allen Familienmitgliedern.Durch den detaillreichen Schreibstil konnte ich mich sehr gut in die verschiedenen Situationen hineinversetzen und mich in manche Szenen richtiggehend hineinfühlen. Auch die Gefühle und Gedanken der verschiedenen Personen sind meist gut beschrieben und ihre Handlungen und Persönlichkeiten waren dadurch für mich weitestgehend nachvollziehbar.Der Roman brachte mich zum Nachdenken - über meine eigene Familie, die Gesellschaft und die psychischen Auswirkungen des zweiten Weltkrieges auch auf die folgenden Generationen. Durch die Verhaltensweisen der anderen Familienmitglieder (vor allem der Eltern) und dem Leiden unter den unverarbeiteten Eindrücken wurden alle anderen beeinflusst. Das zeigt, wie wichtig eine emotionale Aufarbeitung von traumatischen Geschehnissen ist!Alles in allem ein Buch das mich berührt hat. Ich konnte mich gut hineinversetzen, es enthielt teilweise bewegende und rührende Szenen und regte mich zum Nachdenken an. Trotz der überwiegend negativen Szenen vermittelt es keine drückende Stimmung.Fazit:Für alle Leser, die sich für den zweiten Weltkrieg interessieren, eine Bereicherung der Büchersammlung.

    Mehr
  • Gustav und das Foto

    Das Foto: Ein multiperspektivischer Generationenroman
    winddoors

    winddoors

    03. June 2017 um 15:44

    Das Buch beginnt mit einer  schwarz-weiß Fotografie welche im Müll gefunden wird, darauf  eine Frau mit kleinen Jungen. Dahinter verbirgt sich eine tragische Familiengeschichte von Gustav Kerzinger während und nach dem 2.Weltkrieg. Sein Leben wird aus  verschiedenen Perspektiven erzählt. Seine Kindheit, seine Eltern haben sich getrennt und er bekommt eine Stiefmutter. Sein Vater ist grausam und Gustav hat keine schöne Kindheit. Dann kommt die Zeit als Soldat, später als Familienvater und dann als Großvater.Die Frau auf dem Foto ist seine erste Frau und sein Sohn. Beide kommen in Heilbronn während eines Luftangriffs ums Leben. Er hat seinen Sohn nie kennengelernt.Nach seiner Heimkehr aus Kriegsgefangenschaft  heiratet er Käthe, gemeinsam haben sie sechs Kinder, aber d en Tod seiner ersten Frau kann er aber nur schwer überwinden. Das bekommt auch Käthe immer zu spüren. Das Foto von Lene und Hans hängt bis zu seinem Tod an der Wand und ist immer zwischen ihnen. Trotzdem  sind sie 57 Jahre verheiratet gewesen. Es wurde wie in den meisten Familien wenig über den Krieg gesprochen und über seine Grausamkeit.

    Mehr
  • weitere