Ema Engerer Der Geschmack von Erleuchtung und Bratkartoffeln

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Inhaltsangabe zu „Der Geschmack von Erleuchtung und Bratkartoffeln“ von Ema Engerer

Eine Frage, die in ihr bohrt,
ein Meister, der sie wegschickt,
eine Leidenschaft, die sie verbrennt,
eine Reise in die Wirklichkeit des Seins.

Die neunzehnjährige Amai bewegt nur eine Frage: Was bedeutet es, wirklich zu sein? Sie macht sich auf die Suche, wandert auf einen Berg, wo sich ihr ein tibetischer Weiser offenbart und in die Geheimnisse der inneren Welt einführt. Doch der Weg dorthin ist nicht einfach. Ob in einer einsamen Höhle, in der Gemeinschaft der Schüler mit dem Meister, in der verzehrenden Leidenschaft zu einem Mann oder auf der Reise zu den rätselhaften Pyramiden der Maya, Amai wird immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen, um heil zu werden. Ihr ganzes Wesen lernt, sich dem Strom des Vertrauens hinzugeben und endlich taucht sie darin ein mit jeder Faser – in das wirkliche Sein.

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    Der Geschmack von Erleuchtung und Bratkartoffeln

    R_Manthey

    21. August 2015 um 14:39

    Wer bin ich selbst und was gehört eigentlich nicht zu mir, sondern ist eher ein Ergebnis von Einflussnahme, denen man ungewollt in der Kindheit ausgesetzt war? Und kann man das überhaupt noch trennen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich dieser gut geschriebene Roman. Nun sind diese Fragen nicht neu. Seit vielen hunderten von Jahren beschäftigen sich Menschen immer wieder aufs Neue mit ihnen. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass es auch vielfältige Antworten auf sie gibt. Amai wohnt zusammen mit ihrer Großmutter in Chile am Pazifik. Ihre Großmutter genießt großes Ansehen wegen ihren Heilkünsten und ihrer Kräuterkunde. Als sie stirbt wandert Amai in eine Klosterschule, deren weisen Lehrer ihr die Großmutter vor ihrem Tode empfohlen hatte. Meister Dorje lehrt die Weisheiten des tibetischen Buddhismus, von denen dieser Roman lebt, denn nacheinander durchlebt Amai auf ihrer Reise, die sie später noch zu den Nachfahren der Azteken in Mexiko führen wird, immer neue Erkenntnisstufen der buddhistischen Lehre, die am Ende immer Einsichten in die eigene Seele sind. Buddha war kein Religionsstifter, und seine ursprüngliche Lehre hat nichts Religiöses an sich. Er erkannte vielmehr bereits vor mehr als zweitausend Jahren Zusammenhänge, die auch jetzt langsam in die westliche Psychoanalyse vordringen. Buddhas Lehre floss ohne seine Absicht und sein Zutun in die damalige religiöse Landschaft ein und lebte fortan in ihr weiter. Wenn man diesen Roman aufmerksam liest, dann findet man solche Andeutungen auch in ihm. Die Autorin verpackt viele Erkenntnisse Buddhas recht geschickt in die Romanhandlung. Allerdings halten sie ihre Hinweise darauf, dass es sich bei Buddhas Lehre nicht um eine Religion handelt, später nicht davon ab, doch leicht ins Esoterische abzugleiten und allerlei Hokuspokus bei Amais Azteken-Besuch ins Spiel zu bringen. Das ist ein wenig schade, aber offenbar nicht zu vermeiden. Buddhas Lehre ist letztlich nichts weiter als eine überaus weise Hilfe zur Selbsterkenntnis und zum Einswerden mit sich und der Welt. Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, möchte ich einige Stellen zitieren. Als Amai während ihres Aufenthaltes bei den Nachfahren der Azteken einen Moment der Erleuchtung verspürt, erfüllt sie grenzenloses Vertrauen. Ein wenig später wird sie jedoch mit einer anderen Seite in sich konfrontiert. Ein weiser Mensch zwingt sie, sich dem zu stellen, obwohl sie das (wie die meisten Menschen) nicht will. Doch nur so kann man sich selbst verstehen. Amai spürt dabei die Wirkungen latent vorhandener Angst: "In meiner Kindheit hatte ich so viel Angst. Angst, verlassen zu werden. Angst, alleine zu sein. Angst vor der Angst. Angst, nicht genug beschützt zu werden. Angst, Angst, Angst. Ausgeliefert zu sein. Nicht geliebt zu sein. Nicht wert zu sein, geliebt zu werden ..." Je mehr Amai gezwungen wird, sich nicht entsetzt abzuwenden, umso mehr versteht sie, dass da auch immer Hilfe ist. Sie sieht ihre Seele, die dann mit ihr spricht: "Du schaust mich nicht an. Du suchst mich im Außen. Ich bin in deiner tiefsten Tiefe. Du hast gelernt, im Außen Kraft zu suchen. Zu reagieren, statt aus dir heraus zu handeln. Ich warte ein Leben lang auf dich. Ich habe dich nie verlassen. Wenn du in deiner Kraft bist, wirke ich. Wenn du von deiner Kraft getrennt bist, spürst du das Loch. Doch du siehst jetzt: ich bin hier. Ich kann dich füllen. Erfüllen. Ich bin deine Sehnsucht und deine Erfüllung. Es ist einfach, so einfach. Wir waren immer eins." Wenn man Erfüllung im Außen sucht, wird man nicht glücklich werden. Diese zentrale Botschaft, die sich durch Buddhas Lehre zieht, wird in dieser Geschichte Amais, die auszieht, um sich selbst zu finden, mit großer Eindringlichkeit vermittelt. Abgesehen von einigen Abschweifungen ins Esoterische ist dies ein wunderbares Buch für alle, die auf der Suche nach der Kraft sind, die schon immer in ihnen war.

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