Emanuel Bergmann

 4.5 Sterne bei 151 Bewertungen
Autor von Der Trick, Der Trick und weiteren Büchern.
Emanuel Bergmann

Lebenslauf von Emanuel Bergmann

Emanuel Bergmann wurde 1972 in Saarbrücken geboren und studierte in Kalifornien Journalismus und Film. Bevor er sich der Schriftstellerei widmete, arbeitete er für verschiedene Verlage und bei Filmproduktionen. Neben der Arbeit als Autor ist er heute als Lehrer und Übersetzer tätig. Mit "Der Trick" erscheint im Februar 2016 sein erster Roman.

Alle Bücher von Emanuel Bergmann

Der Trick

Der Trick

 (142)
Erschienen am 25.10.2017
Der Trick

Der Trick

 (6)
Erschienen am 24.02.2016

Neue Rezensionen zu Emanuel Bergmann

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regenprinzs avatar

Rezension zu "Der Trick" von Emanuel Bergmann

Die Wahrheit der Lügen
regenprinzvor 2 Monaten

"Der Trick" ist ein hinreißender Roman und Emanuel Bergmann ein großartiger Erzähler. Dieses Buch hat mich derart begeistert, dass ich nach dem Lesen der letzten Seite sogar Lust verspürte, gleich noch einmal von vorne zu beginnen. Und das passiert mir wahrlich selten. :)

Die Geschichte verzaubert durch ihre magische Atmosphäre, obwohl sie meist mit einem Augenzwinkern präsentiert wird. Der ehemals "Große Zabbatini" ist inzwischen ein knurriger Alter und nicht unbedingt ein Sympathieträger - da man als Leser jedoch seine Vergangenheit kennt, nimmt man ihm vieles nicht krumm. Max Cohn, der kleine Junge, der seine in Scheidung lebenden Eltern wieder zusammenbringen will, bemüht sich pfiffig und hartnäckig darum, den Zauberer für seine Zwecke einzuspannen. Die beiden haben zusammen ein paar herrlich skurrile, geradezu absurd anmutende Szenen im Buch, über die ich mich köstlich amüsiert habe. Aber Max ist ohnehin ein besonderes Kind, glaubte er doch bis zu seinem 6.Geburtstag, dass die Welt vor seiner Ankunft schwarz-weiß war und die Farbe erst mit ihm in die Welt gekommen ist ... :)
Überhaupt besticht dieser Roman durch die Phantasie seines Autors. Inhaltlich nimmt die Geschichte einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Es tauchen Figuren aus der Historie auf, die mir ein verblüfftes Kopfschütteln beschert haben. Aber ja, sie fügen sich ein in das funkelnde Mosaik dieses Romans. War ich zu Beginn nur höchst angetan von der geschliffenen Sprache, dem feinen Witz, der Tiefsinnigkeit einzelner Sätze, so wuchs im Verlauf der Handlung immer mehr meine Begeisterung für den Facettenreichtum der ganzen Geschichte. Scheinbar mühelos wechselt Bergmann zwischen den Episoden der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her, lässt den Leser teilhaben an Liebe, Hoffnung und Glück, aber auch Angst und Bedrohung. Die Geschehnisse der düsteren Kriegsjahre in Prag und Berlin schildert er dabei genauso lebendig und überzeugend wie die Gegenwartshandlung in Los Angeles um Max' streitende Eltern. Auch manche der zunächst eher unwichtig erscheinenden Nebenfiguren bekommen später tiefere Bedeutung, z.B. ist mir Myriams Unterhaltung mit Zabbatini am Pizzeriatisch eindrücklich in Erinnerung geblieben, um nur ein Beispiel zu nennen. Alle kleinen eingestreuten Rätsel vom Anfang lösen sich später auf, perfekt verknüpfte Fäden werden sichtbar, sämtliche Äußerungen und Bezeichnungen im Nachhinein mit endgültiger Klarheit verständlich.
Diese wundervoll erzählte Geschichte um Mosche Goldenhirschs Leben und seine Begegnung mit Max Cohn hatte für mich somit wirklich etwas Magisches. Bergmanns Humor ist einzigartig - klug, treffend, manchmal leise, manchmal lauter. Selbst die wenigen Stellen, an denen mir angesichts der geschilderten Ereignisse das Lachen kurzzeitig im Hals steckenblieb, änderten an diesem Gesamteindruck nichts. Was das klangvolle "Daruh Khaneh Kojast" wirklich bedeutet, werde ich jedenfalls nie vergessen. :)
Mein Applaus für Mosche und Max und noch mehr Applaus für den Autor, der diese Figuren und ihre Geschichte erschaffen hat. Ich habe lange kein Buch gelesen, das mich derart fasziniert und begeistert hat. Absolut zauberhaft!! 

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Vorleser2s avatar

Rezension zu "Der Trick" von Emanuel Bergmann

Mosche Goldenhirsch und sein Aufstieg zum Zauberkünstler Zabbatini
Vorleser2vor 10 Monaten

Als seine Eltern ihm von ihrer Scheidung erzählen, gibt sich Max selbst die Schuld für die Trennung. Auch wenn es zu Beginn eher positive Veränderungen gibt - Maxs Eltern kaufen ihm jeden Comic, den er sich wünscht und auch sonst bekommt er viel Aufmerksamkeit - wünscht sich Max als sein Vater schließlich auszieht, nichts sehnlicher, als dass sein Vater bei ihnen bleiben möge. Doch dann findet er in den alten Sachen seines Vaters eine Schallplatte eines Zauberers, der den Spruch der wahren Liebe kennt. Die Platte ist leider beschädigt, doch Max ist klar was zu tun ist. Er muss den großen Zabbatini finden, nur so kann er die Ehe seiner Eltern retten.

Parallel wird die Geschichte von Mosche Goldenhirsch erzählt, und seinem Aufstieg zum bekanntesten Zauberkünstlers Berlin: Den großen Zabbatini.
Bei seinem Besuch im Zirkus ist Mosche gleich verzaubert:

"Er verliebte sich in die Gerüche des Zirkus, in das Sägemehl, das feuchte Holz und den alten Schweiß. Er verliebte sich in das grelle Rampenlicht, den Applaus und die verführerische Bewunderung der Zuschauer, aber vor allem verliebte er sich in Ariana, die persische Prinzessin."
Sobald Mosche die Zirkusmanege verlässt, fehlt ihm all das. Da das Verhältnis zu seinem Vater seit dem Tod der Mutter immer weiter abgekühlt ist, entschließt sich Mosche dem Zauberzirkus zu folgen, um ein Zauberlehrling zu werden.
Da Mosche - wie auch Max - Jude ist, beginnt für ihn mit dem Aufstieg der NSDAP und der Machtergreifung Hitlers eine Gratwanderung um Leben und Tod.

Dass Der Trick Emanuel Bergmanns Debütroman ist, erscheint unvorstellbar. Sein Schreibstil ist sanft und nicht nur die wechselnden Zeitebenen bauen eine mitreißende Spannung auf. Ich wollte den Roman gar nicht mehr aus den Händen legen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Mosche und Max weitergeht. Bergmann schafft es sich in einen 10-Jährigen Jungen hineinzuversetzen und dessen Probleme zu schildern und zugleich zeigt er dem Leser die Innenwelt eines alten Mannes, der eigentlich nur noch mit der Welt abschließen will:

"Der Zug des Lebens tuckerte der Endstation entgegen, und die meisten anderen Fahrgäste waren ausgestiegen. Alles, was ihm blieb, war die Vergangenheit. Sie war seine ständige Gefährtin, sein Heiligtum, sein Born und seine Pein."
Doch dann trifft Max in das Leben des alten Zauberers und es scheint doch noch Licht in den Schatten um Mosche Goldenhirsch zu geben.

Der Trick ist ein Roman, der nicht nur aufgrund seiner Handlung berührend und zutiefst bewegend ist, sondern auch durch Bergmanns fantastischen Schreibstil die verschiedensten Emotionen wachrüttelt.

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littleowls avatar

Rezension zu "Der Trick" von Emanuel Bergmann

Der Trick
littleowlvor einem Jahr

Meine Meinung

Trotz meiner riesigen Angst vor Clowns fand ich Zirkus-Geschichten schon immer faszinierend, daher ist „Der Trick“ von Emanuel Bergmann sofort auf meiner Wunschliste gelandet. Darin geht es um Mosche Goldenhirsch, der im Berlin der 30er Jahre als Bühnenzauberer „Zabbatini“ Erfolge feierte, als alter Mann jedoch allen Glauben an Magie verloren hat. Zumindest bis der 10-jährige Max Cohn in seinem Altersheim in Los Angeles auftaucht und das Leben des Ex-Zauberers auf den Kopf stellt. Max glaubt fest daran, dass Mosche ihm mit Magie dabei helfen kann, die Scheidung seiner Eltern zu verhindern.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt im Grunde auch zwei Geschichten. Zum einen werden Mosches Kindheit, sein Aufstieg als Zauberer und sein Leben in Nazi-Deutschland geschildert. Zum anderen lernen wir im Los Angeles des 21. Jahrhunderts Max Cohn kennen, der um jeden Preis verhindern will, dass seine Eltern sich scheiden lassen. Ich könnte gar nicht sagen, welcher der beiden Handlungsstränge mir besser gefallen hat. Beide waren interessant und konnten mich von Beginn an fesseln. Bei Mosches Biographie fand ich vor allem den historischen Hintergrund spannend. Sehr glaubwürdig erzählt der Autor, wie Mosches Leben als Jude in Deutschland immer schwieriger wird, er die Gefahr aber bis zuletzt unterschätzt. An der Handlung in der Gegenwart hat mich Max‘ berührende, herzerwärmende Naivität begeistert, die selbst das Herz des grummeligen alten Zabbatini zum Schmelzen bringt. Die Enden beider Geschichten sind befriedigend und „rund“, es kommt jedoch auch nicht zu viel Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung auf. Gut gefallen hat mir, dass Bergmann am Ende beide Handlungsstränge auf völlig unerwartete Weise zusammenführt.

Der Schreibstil hat mir von Anfang an zugesagt. Obwohl die Geschichte voll von ernsten und sogar tragischen Ereignissen ist, war „Der Trick“ für kein bedrückendes Leseerlebnis. Emanuel Bergmann beherrscht die hohe Kunst der Tragikomik und schreibt mit einer wunderbaren Brise Ironie, ohne jemals albern oder respektlos zu wirken. Dabei ist die Handlung rund um Max Cohn und die Scheidung seiner Eltern verständlicherweise noch humorvoller geschrieben als Mosche Goldenhirschs Leben in Nazi-Deutschland. Herrlich zu lesen waren beispielsweise die Schlagabtäusche von Max‘ gnadenlos kindischen Eltern. Der Roman ist insgesamt recht dialoglastig, dadurch ist man als Leser ganz nah an den Figuren dran.

Der junge Mosche Goldenhirsch war mir sehr sympathisch, der alte dagegen weniger. Seine ständig schlechte Laune und Desillusioniertheit hätten mich überhaupt nicht gestört, denn nach allem, was er erlebt hat, ist beides absolut verständlich. Allerdings fand ich die Schamlosigkeit und Dreistigkeit schrecklich, mit der er sich ungefragt bei Max zuhause einquartiert und laufend Almosen und Gefälligkeiten annimmt. Letztendlich erklärt er sich nicht aus Rührung dazu bereit, Max zu helfen, sondern aus reinem Eigennutz. Das ist zwar, seien wir mal ehrlich, realistischer, hat der Geschichte in der Gegenwart aber ein bisschen die „Magie“ genommen. Auch diese Figur hat ihre liebenswerten Momente, insgesamt ist es mir jedoch schwergefallen, seinem Verhalten etwas Positives abzugewinnen. Mosches berechnender, opportunistischer Art steht der kleine Max mit seiner Naivität und seinem unschuldigen Blick auf die Welt gegenüber. Ich habe den Zehnjährigen sofort liebgewonnen und bis zum Ende die Daumen gedrückt, dass er sein Ziel erreicht. Max hat ein Herz aus Gold und ist gleichzeitig sehr entschlossen und ausdauernd, wenn er etwas will.

Fazit

Ein herzerwärmender, tragikomischer Roman über das Verlieren und Wiederfinden von Illusionen!

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Gespräche aus der Community

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abas avatar

Vorhang auf für den großen Zabbatini!

Habt ihr Lust auf ein temporeiches Debüt mit Chuzpe, Herz und viel Humor?
Dann haben wir genau das Richtige für euch: Emanuel Bergmanns Roman "Der Trick“ – eine Geschichte zwischen Los Angeles und Berlin, von einem kleinen Jungen, der an alles, und einem alten Mann, der an nichts mehr glaubt. "Der Trick" überzeugt mit feinem Witz und berührt mit unkonventionellen und charmanten Charakteren.
Lasst euch verzaubern!

Zum Inhalt
Aus einem Prager Rabbinersohn wurde der "Große Zabbatini", der 1939 in Berlin als Bühnenzauberer Erfolge feierte. Heute ist er ein mürrischer alter Mann in Los Angeles, der den Glauben an die Magie des Lebens verloren hat. Bis ihn der zehnjährige Max Cohn aufsucht, der mit Zauberei die Scheidung seiner Eltern verhindern will. Ein bewegender und aberwitziger Roman über verlorene und wiedergewonnene Illusionen.

>> Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe

Zum Autor
Emanuel Bergmann, geboren 1972 in Saarbrücken, ging nach dem Abitur nach Los Angeles, um dort Film und Journalismus zu studieren. Er war viele Jahre lang für verschiedene Filmstudios, Produktionsfirmen und Verlage in den USA und Deutschland tätig. Derzeit unterrichtet er Deutsch, übersetzt Bücher und schreibt Artikel für diverse deutsche Medien. "Der Trick" ist sein erster Roman.

Zusammen mit Diogenes suchen wir 25 Testleser, die Lust haben, sich im Rahmen einer Leserunde über "Der Trick" auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben. Wenn ihr wissen möchtet, ob es dem mürrischen alten Mann noch gelingt, seine magischen Fähigkeiten einzusetzen, bewerbt euch* bis zum 24.02. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button für eins der 25 Exemplare von "Der Trick", indem ihr auf diese Frage antwortet:

In Emanuel Bergmanns Roman versucht ein kleiner Junge, die Scheidung seiner Eltern mit Zauberei zu verhindern.
Welche Probleme, Sorgen, böse oder unangenehme Angelegenheiten würdet ihr am liebsten mit Zauberei aus dem Weg schaffen?

Also bei mir gibt es einen Nachbarn...
Aber erzählt ihr lieber!


Auf eure Antworten bin ich sehr gespannt!

Viel Glück!

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas und nur einmal pro Haushalt verschicken.
E
Letzter Beitrag von  Emanuel_Bergmannvor 3 Jahren
Vielen Dank, und es war mir ein Vergnügen!
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