Emanuel Bergmann Der Trick

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Inhaltsangabe zu „Der Trick“ von Emanuel Bergmann

Einst war er der »Große Zabbatini«, der 1939 in Berlin als Bühnenzauberer Erfolge feierte, heute ist er ein mürrischer alter Mann in Los Angeles, der den Glauben an die Magie des Lebens verloren hat. Bis ihn ein kleiner Junge aufsucht, der mit Zauberei die Scheidung seiner Eltern verhindern will. Ein bewegender und aberwitziger Roman über verlorene und wiedergewonnene Illusionen.

Berührend und Emotionen wachrüttelnd

— Vorleser2

Herzerwärmender, tragikomischer Roman über das Verlieren und Wiederfinden von Illusionen!

— littleowl

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  • Mosche Goldenhirsch und sein Aufstieg zum Zauberkünstler Zabbatini

    Der Trick

    Vorleser2

    09. January 2018 um 19:21

    Als seine Eltern ihm von ihrer Scheidung erzählen, gibt sich Max selbst die Schuld für die Trennung. Auch wenn es zu Beginn eher positive Veränderungen gibt - Maxs Eltern kaufen ihm jeden Comic, den er sich wünscht und auch sonst bekommt er viel Aufmerksamkeit - wünscht sich Max als sein Vater schließlich auszieht, nichts sehnlicher, als dass sein Vater bei ihnen bleiben möge. Doch dann findet er in den alten Sachen seines Vaters eine Schallplatte eines Zauberers, der den Spruch der wahren Liebe kennt. Die Platte ist leider beschädigt, doch Max ist klar was zu tun ist. Er muss den großen Zabbatini finden, nur so kann er die Ehe seiner Eltern retten.Parallel wird die Geschichte von Mosche Goldenhirsch erzählt, und seinem Aufstieg zum bekanntesten Zauberkünstlers Berlin: Den großen Zabbatini.Bei seinem Besuch im Zirkus ist Mosche gleich verzaubert:"Er verliebte sich in die Gerüche des Zirkus, in das Sägemehl, das feuchte Holz und den alten Schweiß. Er verliebte sich in das grelle Rampenlicht, den Applaus und die verführerische Bewunderung der Zuschauer, aber vor allem verliebte er sich in Ariana, die persische Prinzessin."Sobald Mosche die Zirkusmanege verlässt, fehlt ihm all das. Da das Verhältnis zu seinem Vater seit dem Tod der Mutter immer weiter abgekühlt ist, entschließt sich Mosche dem Zauberzirkus zu folgen, um ein Zauberlehrling zu werden.Da Mosche - wie auch Max - Jude ist, beginnt für ihn mit dem Aufstieg der NSDAP und der Machtergreifung Hitlers eine Gratwanderung um Leben und Tod.Dass Der Trick Emanuel Bergmanns Debütroman ist, erscheint unvorstellbar. Sein Schreibstil ist sanft und nicht nur die wechselnden Zeitebenen bauen eine mitreißende Spannung auf. Ich wollte den Roman gar nicht mehr aus den Händen legen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Mosche und Max weitergeht. Bergmann schafft es sich in einen 10-Jährigen Jungen hineinzuversetzen und dessen Probleme zu schildern und zugleich zeigt er dem Leser die Innenwelt eines alten Mannes, der eigentlich nur noch mit der Welt abschließen will:"Der Zug des Lebens tuckerte der Endstation entgegen, und die meisten anderen Fahrgäste waren ausgestiegen. Alles, was ihm blieb, war die Vergangenheit. Sie war seine ständige Gefährtin, sein Heiligtum, sein Born und seine Pein."Doch dann trifft Max in das Leben des alten Zauberers und es scheint doch noch Licht in den Schatten um Mosche Goldenhirsch zu geben.Der Trick ist ein Roman, der nicht nur aufgrund seiner Handlung berührend und zutiefst bewegend ist, sondern auch durch Bergmanns fantastischen Schreibstil die verschiedensten Emotionen wachrüttelt.

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  • Der Trick

    Der Trick

    littleowl

    30. December 2017 um 08:41

    Meine Meinung Trotz meiner riesigen Angst vor Clowns fand ich Zirkus-Geschichten schon immer faszinierend, daher ist „Der Trick“ von Emanuel Bergmann sofort auf meiner Wunschliste gelandet. Darin geht es um Mosche Goldenhirsch, der im Berlin der 30er Jahre als Bühnenzauberer „Zabbatini“ Erfolge feierte, als alter Mann jedoch allen Glauben an Magie verloren hat. Zumindest bis der 10-jährige Max Cohn in seinem Altersheim in Los Angeles auftaucht und das Leben des Ex-Zauberers auf den Kopf stellt. Max glaubt fest daran, dass Mosche ihm mit Magie dabei helfen kann, die Scheidung seiner Eltern zu verhindern. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt im Grunde auch zwei Geschichten. Zum einen werden Mosches Kindheit, sein Aufstieg als Zauberer und sein Leben in Nazi-Deutschland geschildert. Zum anderen lernen wir im Los Angeles des 21. Jahrhunderts Max Cohn kennen, der um jeden Preis verhindern will, dass seine Eltern sich scheiden lassen. Ich könnte gar nicht sagen, welcher der beiden Handlungsstränge mir besser gefallen hat. Beide waren interessant und konnten mich von Beginn an fesseln. Bei Mosches Biographie fand ich vor allem den historischen Hintergrund spannend. Sehr glaubwürdig erzählt der Autor, wie Mosches Leben als Jude in Deutschland immer schwieriger wird, er die Gefahr aber bis zuletzt unterschätzt. An der Handlung in der Gegenwart hat mich Max‘ berührende, herzerwärmende Naivität begeistert, die selbst das Herz des grummeligen alten Zabbatini zum Schmelzen bringt. Die Enden beider Geschichten sind befriedigend und „rund“, es kommt jedoch auch nicht zu viel Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung auf. Gut gefallen hat mir, dass Bergmann am Ende beide Handlungsstränge auf völlig unerwartete Weise zusammenführt. Der Schreibstil hat mir von Anfang an zugesagt. Obwohl die Geschichte voll von ernsten und sogar tragischen Ereignissen ist, war „Der Trick“ für kein bedrückendes Leseerlebnis. Emanuel Bergmann beherrscht die hohe Kunst der Tragikomik und schreibt mit einer wunderbaren Brise Ironie, ohne jemals albern oder respektlos zu wirken. Dabei ist die Handlung rund um Max Cohn und die Scheidung seiner Eltern verständlicherweise noch humorvoller geschrieben als Mosche Goldenhirschs Leben in Nazi-Deutschland. Herrlich zu lesen waren beispielsweise die Schlagabtäusche von Max‘ gnadenlos kindischen Eltern. Der Roman ist insgesamt recht dialoglastig, dadurch ist man als Leser ganz nah an den Figuren dran. Der junge Mosche Goldenhirsch war mir sehr sympathisch, der alte dagegen weniger. Seine ständig schlechte Laune und Desillusioniertheit hätten mich überhaupt nicht gestört, denn nach allem, was er erlebt hat, ist beides absolut verständlich. Allerdings fand ich die Schamlosigkeit und Dreistigkeit schrecklich, mit der er sich ungefragt bei Max zuhause einquartiert und laufend Almosen und Gefälligkeiten annimmt. Letztendlich erklärt er sich nicht aus Rührung dazu bereit, Max zu helfen, sondern aus reinem Eigennutz. Das ist zwar, seien wir mal ehrlich, realistischer, hat der Geschichte in der Gegenwart aber ein bisschen die „Magie“ genommen. Auch diese Figur hat ihre liebenswerten Momente, insgesamt ist es mir jedoch schwergefallen, seinem Verhalten etwas Positives abzugewinnen. Mosches berechnender, opportunistischer Art steht der kleine Max mit seiner Naivität und seinem unschuldigen Blick auf die Welt gegenüber. Ich habe den Zehnjährigen sofort liebgewonnen und bis zum Ende die Daumen gedrückt, dass er sein Ziel erreicht. Max hat ein Herz aus Gold und ist gleichzeitig sehr entschlossen und ausdauernd, wenn er etwas will. Fazit Ein herzerwärmender, tragikomischer Roman über das Verlieren und Wiederfinden von Illusionen!

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  • Von Wunder, Zauber und Hoffnung

    Der Trick

    Enaria

    02. November 2017 um 18:59

    „Der Trick“ war so ganz anders als ich das erwartet habe. Zwischen den Buchdeckeln warten zwei Handlungsstränge mit zwei besonderen Protagonisten auf uns Leser, die in unterschiedlichen Zeit- und Raumebenen leben. Mosche (Moses) Goldenhirsch lebt in den 1930er Jahren in Europa und Max Cohn im Jahr 2007 in den USA. Wir erleben zu Beginn in welch einfachen Verhältnissen Mosche aufwächst, wie er früh seine Mutter verliert und wie schwierig das Verhältnis zu seinem Vater, einem Rabbiner und Kriegsversehrten, ist. Max hingegen geht in die 4. Klasse einer amerikanischen Schule und erfährt bei einem Restaurantbesuch von der Scheidung seiner Eltern. Kurz danach zieht sein Vater aus dem Familienzuhause aus und Max gibt sich die Schuld an der Scheidung seiner Eltern. Beide, Mosche und Max, laufen jeweils von Zuhause davon.Es ist bewegend zu beobachten wie Mosche sich einem Zirkus anschließt, welch harte Zeiten er während der damals angespannten politischen Situation durchleben muss und wie sich Max auf die Suche nach dem Zauberer Zabbatini macht, der die Ehe seiner Eltern retten soll. Mosches Geschichte nahm mich sofort gefangen, während die Erlebnisse von Max zwar interessant, aber weniger fesselnd waren. Leider zieht es sich gerade in der Buchmitte etwas, worunter die Spannung vorübergehend leidet. Doch dann treffen die beiden Protagonisten in der Zeit von Max aufeinander: Es begegnen sich Alt und Jung - wobei einer an nichts mehr glaubt und der andere immer noch voller Hoffnung ist - und für mich als Leser ergibt sich plötzlich dieses gedanklich runde, stimmige Bild. Genau so muss sich ein gutes Buch anfühlen.Emanuel Bergmann schreibt „Der Trick“ dabei mitreißend, wortgewandt und regt zum Nachdenken an. An manchen Stellen wird der Ton ironisch-schräg, so mancher Witz bewegt sich in grenzwertigen Gefilden. Dabei sind Politik und Glauben, die Entwicklung von Nazi Deutschland, der zweite Weltkrieg sowie die Judenverfolgung feste Handlungsbestandteile. Neben bedrückenden und traurigen Lesemomenten, finden wir aber auch schöne und freudige Augenblicke im Leben der Protagonisten. Mit einer Prise Humor und den wechselnden Perspektiven bzw. Handlungssträngen, nimmt Emanuel Bergmann dem Buch zusätzlich an Ernsthaftigkeit und Schwermut.FazitIn „Der Trick“ führt Emanuel Bergmann zwei anfänglich getrennte Handlungsstränge zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Es geht um Familie, Liebe, Freundschaft aber auch um die Verfolgung der Juden und die Grausamkeiten des Hitlerregimes. „Der Trick“ ist traurig, bewegend und doch lebensbejahend und voller Hoffnung. Wer sich auf diese Geschichte einlässt, erhält ein stimmungsvolles Erstlingswerk. Klare Buchempfehlung!- Blog: Tintentick

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  • Nebbich

    Der gefrorene Rabbi

    awogfli

    Dieser Roman hat eigentlich alle Ingredienzien, die mich zu Begeisterung hinreissen könnten.Jiddische Geschichte einer Familie quer durch die Jahrhunderte ganz so wie ich es mag, in Rückblenden a bissal polnisches Ghetto, a bissal Shoa, a bissal Auswanderung nach USA, a bissal kabbalistische Mystik versus gottloses kapitalistisches amerikanisches Judentum, a bissal Israel, Terrorismus (sorry Freiheitskampf) bei Staatengründung und Kibbutz - über mehrere Generationen verteilt. Jiddische Witze meist sexuell anzüglich bis fast schon unverschämt dreckig, ausschweifend erzählt mit Anekdöteln gespickt,  jüdisches Leiden in jeder Situation und eingeflochtene jiddische Sprach. Dazu noch ein Familienfluch und das Versprechen einer skurrilen Familiengeschichte.Leider waren diese wundervollen Komponenten für mich im völlig falschen Mischungsverhältnis vorhanden. Die Story zog sich permanent und zäh wie Strudelteig und ich habe lange gerätselt, was mich tatsächlich so derart gestört hat bei einer für mich so perfekten Ausgangessituation: Es war  der Skurillitätszwang, den sich der Autor bei der Erzählung der jiddischen Familiengeschichte selbst auferlegt hat, der mich derart nervte. Sobald irgendwas in der Familienchronik einen Hauch von (spiessiger) Normalität versprühte, wie beispielsweise eine klassische Liebesgeschichte mit Hochzeit, normalen Kindern mit normalen Problemen und relativ normaler glücklicher Ehe wurde vom Autor sofort weggeblendet, ein paar Jahre übersprungen und das nächste Kuriosum erzählt. Somit ergab sich keine normale Familiengeschichte, sondern lediglich eine Aneinanderreihung im Kuriositätenkabinett. Ich fand den Autor einfach zu bemüht und angestrengt, sich bei all den Generationen nur die Skurillitäten herauszupicken, die mehr oder weniger doch jede Familie hat. Kuriositäten sollten wie Gewaltsszenen in einem Roman wohldosiert, in den Plot eingewebt und teilweise überraschend eingesetzt werden, sonst stumpft der Leser einfach ab und langweilt sich nur.In die andere Richtung bin ich natürlich auch geneigt, Romane mit totalem fiktionalen Wahnwitz, der sich bei schwarzhumorigen Irrsinnspunkten ganz vorne einreihen, sehr zu schätzen zu wissen. In dem Fall war aber dann die Story eigentlich wieder viel zu normal, um in diese Kategorie zu fallen. So pendelte für mich das Werk permanent auf der Kippe zwischen Fisch und Fleisch (im Jiddischen selbstverständlich zwischen Fleisch und Milchprodukten herum). Was ich durch diese Erkenntnis aber gewonnen habe ist, dass ich verstehe, das dieses Buch sehr polarisierend rezensiert wurde, und dass es die einen lieben und die anderen hassen. Für mich war es gleichzeitig zu wenig und zuviel Skurrilität und deshalb bleibt meine Bewertung genauso wie die Geschichte auf dem Grad auf der mediokren Mittellinie.Fazit: Nebbich mit guten Ansätzen hätte 2 komplett unterschiedliche gute Romane ergeben können.

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    • 5
  • Ein zauberhaftes Buch über Zauberer und Zauberei

    Der Trick

    uli123

    25. April 2017 um 11:13

    Der zehnjährige Max aus Los Angeles will die Scheidung seiner Eltern verhindern. Hilfe erhofft er sich von dem 88jährigen Mosche, der einst ein Zauberer war und nun den Zauberspruch von der Ewigen Liebe anwenden soll.Erzählt wird abwechselnd in zwei Erzählsträngen in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Allein der Umstand, dass die Geschichte in den 30er Jahren mit dem Werdegang Mosches einsetzt und dieser Jude ist (wie übrigens auch Max), genügt, um sich denken zu können, dass die Zeit des Nationalsozialismus und das Leid, das er für die Juden in Europa gebracht hat, eine wesentliche Rolle spielen. Das geschieht in genau richtigem Maße, hinreichend knapp, ohne Wesentliches auszulassen. Im eigentlichen Mittelpunkt stehen die wirklich interessante Zauberei und ihre Geschichte, über die ich viel mir bislang Unbekanntes erfahren habe. Beide Protagonisten - der pfiffige und beharrliche Max und der knurrige, aber nichtsdestotrotz  liebenswerte Mosche - werden liebevoll und gelungen herausgearbeitet. Die Erzählweise ist oft von feinem, zum Schmunzeln veranlassendem Humor geprägt.Es ist ein Buch fern der Massenliteratur, das ich uneingeschränkt empfehlen kann und mit dem der Diogenes-Verlag wieder einmal zeigt, wirklich besondere Bücher zu verlegen. 

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  • Die ewige Liebe

    Der Trick

    PrinzessinButterblume

    27. February 2017 um 17:07

    Erzählt werden zwei verschiedene Geschichten, die sich im Laufe der Handlung zu einer verflechten. Zum einen haben wir da Mosche Goldenhirsch, den Sohn eines Rabbis, der sich einem Zauber-Zirkus anschließt und bald darauf als der Große Zabbatini für Furore sorgt. Wir begleiten seinen Aufstieg und Fall zur Zeit des NS-Regimes. Gleichzeitig wird die Geschichte des zehnjährigen Max Cohns erzählt, dessen Eltern sich scheiden lassen wollen. Als er auf eine Schallplatte stößt auf der ein Zauberer die ewige Liebe beschwört, ist Max davon überzeugt, dass nur noch Magie seine Eltern wieder zusammenbringen kann. Die beiden Handlungsstränge sind unglaublich spannend. Anfangs haben beide rein gar nichts miteinander zu tun, sie spielen sogar zu völlig unterschiedlichen Zeiten. Umso faszinierender ist es zu verfolgen, wie beide Stränge sich langsam treffen und immer mehr zu einer Geschichte werden. Dabei ist es besonders das Ende, das unglaublich berührt und einfach perfekt scheint. Ich hätte mir keine bessere Lösung vorstellen können. Sowohl Mosche als auch Max sind sehr sympathische Protagonisten. Obwohl sie auf den ersten Blick sehr verschieden scheinen, sind sie sich doch irgendwo sehr ähnlich. Beide sind Charaktere mit Tiefgang, die man erst im Laufe der Geschichte richtig verstehen und einschätzen kann. Beide durchleben Momente der Stärke und der Schwäche. Das hat mir besonders gut gefallen. Der Titel deutet an, dass es in dem Buch um Zauberei geht. Das tut es auch und teilweise ist es auch genau so, wie ich es mir vorgestellt habe, aber dennoch hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle noch etwas mehr Magie gewünscht, etwas tiefer liegende Einblicke in das Gewerbe der Magier. Der Schreibstil sticht nicht besonders heraus, fällt aber auch nicht negativ auf. Das Buch liest sich sehr angenehm und erlaubt einem völlig in die Geschichte einzutauchen. Ich konnte mir alles super vorstellen. Es ist wirklich beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit der Autor zwischen Deutschland zur NS-Zeit und einem der nahe an der Gegenwart liegenden Los Angeles hin und her springt. Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Es war fesselnd und faszinierend und ich kann es uneingeschränkt jedem empfehlen, der gut erzählte Geschichten vor einem ernsten Hintergrund mag.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  Punkteeilatan123                                 ---   96 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   343 Punkte Frenx51                                     ---  127 Punkte glanzente                                  ---   104 Punkte GrOtEsQuE                               ---   94 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   207,5 Punkte Hortensia13                             ---   199 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  222 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    109 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   153 Punkte 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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Lasst euch verzaubern von diesem sprachgewaltigen Werk!

    Der Trick

    Nil

    26. August 2016 um 09:46

    Wow, ich bin begeistert von diesem Roman! Viele viele Stimmen, sei es in den Medien, in persönlichen Buchbesprechungen und Rezis haben diesen Debütroman von Emanuel Bergmann hoch gelobt und entsprechend hoch war meine Erwartungshaltung an dieses Buch. Und ich wurde nicht enttäuscht – eine echte Entdeckung. Der Roman mit dem schlichten, aber sehr passenden Titel „Der Trick" hat zwei verschiedene Zeitebenen und erzählt diese gekonnt im Wechsel. Zum einen ist da der 11jährige Max in Los Angeles, dessen Eltern sich scheiden lassen wollen und er einen Weg sucht, dies zu verhindern. Er findet die Magie des vergessenen Großen Zabbatini. Und genau über dessen Lebensgeschichte und Werdegang handelt der zweite Handlungsstrang der vor kurz nach dem 1. Weltkrieg beginnt, geboren als Mosche Goldenhirsch in Prag und goldene Zeiten in den 30ern in Berlin erlebt bevor er in die USA emigriert. Am Ende fließen beiden Handlungsstränge in einem fulminanten Finale zusammen. Nicht kitschig, aber bewegend. Mir hat der Roman sehr gut gefallen, da es sprachlich anspruchsvoll und liebevoll erzählt wurde. Als Leserin konnte ich mich ganz in die Geschichte einfinden. Toll geschrieben. Hierzu zwei schöne Zitate aus dem Werk: S 43: "Die Welt hatte Risse, es gab Dinge, die sich dem Blick entzogen, und Wahrheiten, die nicht ausgesprochen wurden." und auf S. 95: "Nur ein hauchdünner Schleier trennte uns von den Träumen, die in unserem Innereren schlummerten." Wunderbar fand ich auch, dass das Thema Magie und Zauberkunst in diesem Roman regelrecht zelebriert wird. Eine Kunst, die heutzutage kaum noch Anhänger hat und einer Würdigung in dieser Form selten erfährt. Fazit: Wundervoll! Ein Roman, der viele begeistern kann. Sei es Junge oder Alte, Frauen wie Männer. Auch ein tolles Geschenk. Lasst euch verzaubern von diesem sprachgewaltigen Werk, es macht Freude.

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  • Der letzte Auftritt des Großen Zabbatini

    Der Trick

    black_horse

    25. July 2016 um 22:54

    Prag zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dort beginnt dieser Erstlings-Roman von Emanuel Bergmann. Der kleine Jude Mosche Goldenhirsch wird als "Wunder" geboren. In ärmlichen Verhältnissen wächst er auf, verliert seine Mutter früh, entfernt sich immer weiter vom mit Gram erfüllten Vater und erliegt dem Zauber des Zirkus. Der andere Protagonist des Buches ist der 11-jährige Max Cohn, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einer amerikanischen Großstadt lebt und dessen Eltern sich trennen wollen. Max stößt auf eine alte Schallplatte des Großen Zabbatinis, der einen Liebeszauber ausüben kann. Max will Zabbatini unbedingt finden, damit er seine Eltern wieder zusammenführt. Natürlich ist der Große Zabbatini niemand anderes als Mosche Goldenhirsch. Die beiden Handlungsstränge wechseln sich mit jedem Kapitel ab. Mosches Lebensgeschichte, die vom Wanderzirkus über das quirlige Berlin der 1930er Jahre bis ins KZ Auschwitz führt, enthält jede Menge Tragik, aber auch Komik. Max findet den Großen Zabbatini heruntergekommen, einsam, den Tod herbeisehnend. Und doch wünscht er sich nichts mehr, als einen letzten Auftritt mit dem Liebeszauber. Die Eltern sind nicht wirklich begeistert ... Ein tiefgründiger Roman mit interessanten Figuren, geschichtlichem Hintergrund voller tragischer Momente, der aber auch die Magie auf besondere Weise einfängt. Die relativ kurzen Kapitel - es sind 37 - sorgen dafür, dass der Leser sich das Buch gut einteilen kann. Die Seiten fliegen nur so dahin. Ein wirklich gelungenes Romandebüt, das Lust auf mehr macht.

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  • Der Trick

    Der Trick

    Fantasie_und_Träumerei

    07. July 2016 um 14:16

    Der zehnjährige Max Cohn ist verzweifelt. Seine Eltern werden sich scheiden lassen. Er selbst gibt sich die Schuld daran, hinterfragt die Gründe und sein eigenes Handeln, kommt jedoch auf keinen grünen Zweig. Einzige Rettung scheint „Der Zauber der ewigen Liebe“ zu sein. Ein Zauber, den nur der Magier Zabbatini wirken kann. Nur er weiß, wie die verlorene Liebe der Cohns wieder aufflammen kann. Max bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Mann zu machen. 73 Jahre zuvor hofft ebenfalls ein Junge auf einen Zauber, denn seine Mutter liegt im Sterben. Mosche Goldenhirsch spürt eine ähnliche Verzweiflung wie Max, denn die Mutter ist der einzige Mensch, der ihn wirklich versteht. Nach ihrem Tod kommt es zum Bruch mit dem Vater und Mosche geht dorthin wo er zum ersten Mal Magie erlebt: in den Zirkus. Sein Wunsch sich dem legendären wie fantastischen Halbmondmann anzuschließen und gleichzeitig das Herz dessen wunderschöner Assistentin zu erobern ist so groß, dass er alles dafür tut, um ein Teil der Faszination Zirkus zu werden. „Er wusste, dass sie log, er konnte es spüren. Nichts war in Ordnung. Die Welt hatte Risse, es gab Dinge, die sich dem Blick entzogen, und Wahrheiten, die nicht ausgesprochen wurden.“ Es scheint die Magie zu sein, die die Wege der Beiden zueinander führt. Doch tief im Lebensweg des alten Mannes ist ein Erlebnis verwurzelt, das als Schicksal zu bezeichnen ist. Mit einem weniger magischen, als vielmehr heldenhaft Trick, hat er ein Wunder bewirkt, das prägend für die Lebensgeschichte des kleinen Max Cohn ist und diesem den Glauben an Wunder wieder zurück gibt. Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich „Der Trick“ gelesen habe. Lange fehlten mir die richtigen Worte, um einen Roman von dieser Ausstrahlung zu rezensieren. Ich bin mir noch nicht wirklich sicher, ob ich sie nun gefunden habe, aber dass der Wunsch, nochmal in dieses kraftvolle Buch mit all seiner Herzlichkeit, seinen magischen Momenten und seiner Größe einzutauchen, mit jedem darüber gesagten Satz wächst, spricht wohl für sich. „Der Trick“ ist das Debüt des Saarbrücker Autors Emanuel Bergmann, der damit beweist welche Kraft er in einen Text stecken kann. Sprachlich ausdrucksstark, voll Anmut und einem ausgewogenen Gleichgewicht an Tragik und feinsinnigem Humor. Schier magisch ist die Geschichte, die sich zwischen mehreren Generationen, Ländern und Zeiten abspielt und sogar in einen Krieg verwickelt wird, der die Leben der beiden Protagonisten – wenn auch auf unterschiedliche Weise – beeinflusst. Gekonnt verbindet Bergmann die Charaktere Max und Mosche, die zunächst eher unterschiedlich wirken, sich im Herz aber doch sehr ähneln. Denn beide erhoffen sich Magie, magische Momente, die ihr Leben zu den Zeitpunkten verändern, in denen sie keinen direkten Einfluss auf dessen Verlauf nehmen können. „Er verstand, dass alte Menschen Wunden hatten, die man nicht sah.“ Zwei Jungenherzen, die sich nichts mehr wünschen, als ihren Glauben an Wunder wirklich werden zu lassen, um festzustellen, dass dies tatsächlich möglich ist. Auch, wenn es sich anders äußert, als erwartet und auch, wenn man das Wunder manchmal selbst in die Hand nehmen muss. „Der Trick“ ist für mich einer der magischen Romane, die in ihrem Gesamtpaket einen Zauber ausüben, dem sich kein Leser entziehen kann. Die Ausstrahlung dieses Erstlingswerkes, das von der durch Einfachheit der Charaktere geprägten Authentizität lebt, ist so enorm groß, dass schon die ersten Seiten über ungeahnte Anziehungskräfte verfügen und das Buch trotz seiner tragischen Augenblicke zu einem herzerwärmenden Roman voller Hoffnung werden lassen.  

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  • interessant

    Der Trick

    bblubber

    15. June 2016 um 09:29

    Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und hat zwei jugendliche, männliche Hauptdarsteller. Zum einen ist da Mosche Goldenhirsch, der zum Ende des ersten Weltkrieges in Prag geboren wird. Seine Eltern sind gläubige Juden, sein Vater ist ein Rabbi, der sich sehr sorgt, dass sein Sohn den Glauben nicht richtig ernst nehmen könnte. Aber Mosche will Zauberer werden und Mentalist. Er schließ sich einem Zirkus na, um zu lernen und sich aus der engen Welt seines Vaters zu befreien. In der nahen Gegenwart ist der Hauptprotagonist Max, dessen Eltern sich gerade trennen. Max möchte aber, dass die beiden sich wieder versöhnen. Als er von dem großen Zauberer Zabbatini hört, beschließt er diesen zu suchen und ihn zu bitten, seine Eltern mit einem Zauber und mit Magie wieder zusammenzubringen. Diese zwei Zeitebenen bieten dem Autor die Möglichkeit, einen langen Zeitraum gesellschaftlich und menschlich aufzuarbeiten. Er schreckt dabei auch vor Judenverfolgung und KZ-Aufenthalt nicht zurück. Durch die teilweise sehr kindliche Erlebniswelt der zwei Jungen bekommt das Buch allerdings trotz aller Dramatik eine naive und unverstellte Koloratur und der Leser muss immer wieder schmunzeln und lächeln, über die Ansichten und Erkenntnisse von Max und Mosche. Langsam steuern die zwei Handlungsstränge und die zwei „Helden“ aufeinander zu. Im letzten Abschnitt treffen sie dann aufeinander und Max versucht mit Mosches Hilfe seine Idee in die Tat umzusetzen. Mehr will ich jetzt nicht verraten. Der Erzählstil ist gut lesbar und trotz der jugendlichen Sichtweise nicht zu einfältig und platt. Ein bisschen hat mich gestört, dass der Autor nicht immer die Handlung der Protas so beschreibt, dass ich sie ganz nachvollziehen konnte. Manchmal passieren Zufälle, die ich etwas gestellt fand. Und vor allem die Welt von Mosche wird mir zu wenig differenziert beschrieben. Ich finde Bücher in und um den zweiten Weltkrieg immer sehr interessant aber hier hat mir etwas die Intensität gefehlt. Das Berlin 1943 kam bei mir nicht an. Max in den USA passte da schon besser. Ein interessantes Debüt.

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  • Bergmann ist ein Meister seiner Kunst

    Der Trick

    Estel90

    15. June 2016 um 08:30

    Inhalt Mosche Goldenhirsch ist Sohn eines Rabbis und lebt in Prag. Eines Tages, es ist das Jahr 1934, verliebt er sich in eine persische Prinzessin und läuft von Zuhause weg. Im Zirkus lernt er dann alles über Illusionen: Die Illusion der jungen Berlinerin, die in der Manege zur Prinzessin wird, die Illusion des abenteuerlichen und glamurösen Zirkuslebens und wie man es schafft, das Publikum mit Illusionen zu verzaubern. Max Cohn lebt in Los Angeles, im Jahr 2007 und seine Eltern wollen sich scheiden lassen. Max flüchtet sich in die Hoffnung, ein Zauberer könne seine Eltern wieder versöhnen. Der große Zabbatini, von dem er durch Zufall eine Schallplatte findet, soll seine Welt wieder in Ordnung bringen. Mein Eindruck: Für mich sind Geschichten, in denen sich zwei Handlungsebenen erst nach und nach überschneiden immer etwas schwierig. Oft frage ich mich dann beim Lesen, wann sich die Protagonisten denn nun treffen und das eine Leben Auswirkungen auf das andere hat. Nicht so bei diesem Buch. Schon auf der ersten Seite zog mich die Sprache Emanuel Bergmanns in ihren Bann. Er hatte nach Jahren des Lernens und Lehrens, eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Welt war, aber vor allem, wie sie eigentlich hätte sein sollen. (S. 5) Es ist eine klare, eindringliche und schnörkellose Sprache, die jede Situation real wirken lässt. Das macht es stellenweise nicht leicht, dieses Buch zu lesen, spielt es doch zur Zeit des Dritten Reichs. Bergmann schafft es jedoch, die Grausamkeiten der Nazis so zu beschreiben, dass man sich als Leser nie in diesen Gräueltaten verliert und auch die Szenenwechsel helfen dabei, zwischen diesen fordernden Sequenzen ein wenig Luft holen zu können. Sowieso sind die einzelnen Szenen und die jeweiligen Blickwinkel der Figuren wunderbar ineinander verwoben. Anstelle des üblichen Bruchs, der beim Wechsel von einer in die andere Handlungsebene auftreten kann, wird bei einem neuen Kapitel stets der rote Faden aufgegriffen – auch wenn zwischen den jeweiligen Kapiteln mehrere Jahrzehnte liegen. Auffallend ist auch die Ähnlichkeit zwischen Mosche und Max. Ohne zu viel zu verraten, kann ich doch sagen, dass es wunderbar gelungen ist, nicht nur Parallelen in die Persönlichkeit, sondern auch in die Handlungen der beiden einzuflechten. Gleichzeitig gibt es aber auch so viele Gegensätze, dass keine der Figuren wie der bloße Abklatsch der anderen wirkt. Max und Mosche stellen zudem einen perfekten Gegenpol zu Max‘ Eltern dar. Während erstere ihren kindlichen Glauben an etwas abseits der banalen Realität behalten möchten, sind letztere hiervon beinahe überfordert. Max‘ Eltern leben in einer nüchterneren Welt und es wird schnell deutlich, dass ihre Lebenserfahrung ihnen jede Illusion genommen hat. Manche Bücher sind bekanntermaßen Charakterstudien der Hauptfigur. „Der Trick“ kann dagegen als eine Studie in Beziehungen bezeichnet werden. Egal ist dabei, in welcher Zeitebene man sich befindet: Die Beziehung eines Kindes zu seinen Eltern. Die Beziehung von Eltern zueinander. Die Beziehung von Kindern zu völlig fremden Personen. –  Zwar liegt der Fokus auf Mosche und Max, dennoch bindet Bergmann auch die Blickwinkel und Hintergründe anderer Figuren ein und sorgt so dafür, dass keiner der Charaktere blass bleibt. Durch die detailreichen und exakten Beschreibungen kann man sich als Leser sofort in jede Situation hineinversetzen. Man leidet mit den Figuren und lacht mit ihnen. Fazit: Genau diese Leichtigkeit, mit der Emanuel Bergmann den Leser mit auf die Reise nimmt, ist es, die das Thema des Buches besonders eindrucksvoll aufgreift: Man liest ein Buch über Illusionen und stellt fest, dass der Autor selbst ein grandioser Illusionist ist. Er lässt die Charaktere durch den Raum schweben, zeigt, dass in so mancher Situation doppelte Böden zum Einsatz kommen und letztlich möchte man nicht, dass sein Auftritt in der Manege endet. Man möchte weiter verzaubert werden, Seite für Seite.

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  • Die Faszination der Magie

    Der Trick

    Barbara62

    13. June 2016 um 09:54

    Als der Rabbiner Laibl Goldenhirsch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs nach Prag zurückkehrt, ist seine Frau schwanger. Er ist bereit, dies als Wunder zu akzeptieren, wenn sie ihn ihrerseits nicht nach seinen Kriegserlebnissen fragt. Der Sohn, Mosche Goldenhirsch, hat als 15-Jähriger ein Erlebnis, das sein Leben schlagartig verändert: Angezogen vom "Halbmondmann", einem geheimnisumwitterten Zauberer, und dessen anbetungswürdiger Assistentin, heuert er bei deren Zirkus an, lässt Prag und sein Judentum hinter sich und zieht ab 1934 mit ihnen durch viele Städte und Länder, zunächst als Hilfsarbeiter, dann als Zaubererlehrling. Unerkannt und mit falschen Papieren wird er nach dem Brand im Zirkus "der große Zabbatini", ein gefeierter Zauberer im Berlin der Nazis. Zusammen mit seiner großen Liebe verzaubert er Abend für Abend sein Publikum, bis er doch verraten wird, den Nazischergen anheimfällt und eine nicht wiedergutzumachende Schuld auf sich lädt. Nach einem Leben voller Aufs und Abs möchte er 2007 in einem mittelmäßigen Seniorenheim in Los Angeles, einsam und verbittert, seinem Leben ein Ende setzen. Doch da steht plötzlich der knapp elfjährige, verzweifelte Max Cohen vor ihm, der alle Hoffnungen auf den großen Zauberer Zabbatini gesetzt hat... Die Geschichte vom großen Zauberer Zabbatini mit der bewegten Lebensgeschichte und dem vertrauenvollen kleinen Max hat mich durch ihre entwaffnend leichte, sensible und farbige Erzählweise von der ersten Seite an gefesselt. Ohne Pathos, sehr originell und oft humorvoll auch in schwierigsten Situationen schreibt Emmanuel Bergmann über seinen Helden, der in weiten Teilen eher ein Antiheld ist, so dass mir beim Lesen das Herz aufgegangen ist. Eine weitere herausragende Entdeckung aus dem Hause Diogenes!

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  • Emanuel Bergmann - Der Trick

    Der Trick

    miss_mesmerized

    12. June 2016 um 13:01

    Ein bei einem Zirkusbesuch verzauberter Junge im Prag der 30er Jahre. Ein von der Scheidung seiner Eltern niedergeschlagener Junge in Los Angeles des Jahres 2007. Zwei hoffnungsvolle, junge Menschen, die auf das Gute in der Welt warten und ihr Schicksal in die Hand nehmen. Mosche Goldhirsch schließt sich dem Zirkus an und avanciert trotz jüdischer Herkunft zum erfolgreichen Metalisten, dem „Großen Zabbatini“. Max Cohn stößt viele Jahre später auf eine Schallplatte des Zauberers, auf der er einen Liebeszauber erklärt. Da die Platte kaputt ist, muss Max den alten Mann, der inzwischen in den USA lebt, wohl oder übel aufsuchen, um zu erfahren, wie er die Ehe seiner Eltern wieder retten kann. Emanuel Bergmann hat eine wundervolle Geschichte vor der historischen Kulisse des Nationalsozialismus geschrieben. Das Leben und Zaubern des jungen Mosche entsteht vor dem inneren Auge und beschönigt nicht, wie sich die Realität der Schausteller in den 30er Jahren darstellte. Auch Mosches Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben wird geschickt und doch schicksalsschaffend verwoben. Genauso interessant ist die Perspektive des jungen Max, der ebenfalls unerschrocken dem Leben gegenübertritt und aktiv wird, um den Lauf der Dinge zu ändern. Das alles mit einer überzeugenden Ausdruckskraft und herrlichen Dialogen erzählt, wurde die Lektüre zu einem einzigen Genuss und der etwas kitschige Schluss kann verziehen werden.

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