Emeran Mayer Das zweite Gehirn

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Inhaltsangabe zu „Das zweite Gehirn“ von Emeran Mayer

Wenn sich Medizinstudentin und Bestsellerautorin Giulia Enders in Darm mit Charme auf einen Fachmann bezieht, dann ist es der renommierte Gastroenterologe Prof. Emeran Mayer. In diesem Buch verbindet der Experte für die Interaktion von Darm und Gehirn topaktuelle Erkenntnisse der Neurowissenschaft mit den neuesten Forschungsergebnissen zur menschlichen Darmflora. Er zeigt die untrennbare Verbindung zwischen unserem Verstand und Verdauungssystem auf und liefert viele praktische Informationen und Hilfestellungen. Verständlich und schlüssig erklärt er das komplexe Zusammenspiel von Gehirn und Darmflora – also den Mikroorganismen, die in unserem Verdauungstrakt leben – und bietet einen revolutionären und provokanten Blick auf dieses neue Forschungsfeld. Dieses Buch zeigt, wieso eine überwiegend pflanzliche Ernährung der Schlüssel zur Gesundheit ist, warum Stress und Angst zu Darmerkrankungen und kognitiven Störungen führen und wie man die Signale des eigenen Körpers richtig deutet.

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    Das zweite Gehirn

    R_Manthey

    02. September 2016 um 12:37

    Wahrscheinlich war der Originaltitel dieses Buches ("The Mind-Gut Connection. How the Hidden Conversation Within Our Bodies Impact Our Mood, Our Choices and Our Overall Health") ein wenig zu lang. Immerhin hat er es aber wenigstens teilweise aufs Cover der deutschen Ausgabe geschafft. Dafür provoziert der deutsche Titel natürlich umso mehr. Natürlich bildet der Darm kein zweites Gehirn. Weder werden dort Erinnerungen in komplexer Form gespeichert, noch denken wir mit dem Darm. Allerdings existieren vielfältige Verbindungen zwischen Darm und Gehirn, denen der Autor in diesem Buch nachgeht. Forschenden Medizinern haben sich diese Zusammenhänge erst vor wenigen Jahren offenbart. Deshalb verwundert es nicht, wenn vieles auch in diesem Buch nur vage formuliert wird. Leider stößt man bei dieser unvermeidlichen Tatsache aber auch gleich an einen zentralen Kritikpunkt. Dem Autor ist es meiner Ansicht nach nicht gelungen, sichere Erkenntnisse, gut untermauerte, aber nicht eindeutig bewiesene Vermutungen und Spekulationen sauber von einander zu trennen. Alles geht in seiner zwar verständlichen, aber wenig zurückhaltenden Euphorie in einen recht schwammigen Text ein, der zudem auch noch unnötig lang ist. Zahlreiche Wiederholungen und seitenlange, aber aus den verschiedensten Gründen nicht wirklich präzise Ausführungen tragen nicht gerade dazu bei, dass das Buch leicht lesbar ist, obwohl es eigentlich für Laien verfasst wurde. Um ehrlich zu sein, ich habe mich ziemlich mit diesem Buch gequält und es nur zu Ende gelesen, weil ich sehr neugierig auf das Thema und auf eventuelle neue Zusammenhänge war. Zu praktischen Schlussfolgerungen kommt der aus Bayern stammende und schon lange in den USA forschende und praktizierende Autor erst ganz am Ende. Und diese Ratschläge sind nicht neu. Einzig die Empfehlung, öfter zu fermentierten Nahrungsmitteln zu greifen, in den noch Mikroorganismen leben, die die mikrobiotische Welt der Darmbewohner stärkt und zu ihrer Vielfalt beiträgt, mag vielleicht für manche Leser neu sein. Es geht in diesem Buch eigentlich weniger um den Darm als Organ, sondern vielmehr um seine Bewohner, ohne die wir nicht leben könnten. Mancher Joghurt enthält tatsächlich Bakterienkulturen, die eine wohltuende Wirkung im Darm entfalten können. Gewöhnlich merken wir das kaum. Bei vorgeschädigte Menschen, die eine schwierige Kindheit hinter sich haben, entwickeln sich jedoch gelegentlich schwere Darmstörungen, wenn sie mit Breitbandantibiotika behandelt werden. Ihre schon geschädigte Darmmikrobiotika erhält mit diesen Giften neue schwere Schläge, die sie völlig aus dem Gleichgewicht bringen. Merkwürdigerweise verändert das auch das psychische Befinden der Betroffenen. Setzt man die Medikation ab und führt dem Patienten dann Probiotika zu oder im Ernstfall auch fremde Darmbiotika, dann bessert sich das Befinden in der Regel schnell. Offenbar gibt es einen essentiellen Verbindungskanal zwischen Gehirn und Darm, der über den Vagusnerv gesteuert wird. Jedenfalls lassen das Tierversuche vermuten. Die eigentliche Verbindung ist aber eher biochemischer Natur. So produziert zum Beispiel ein Teil der im Darm vorhandenen Mikroorganismen angstlösende Substanzen, die fehlen, wenn man ihre Erzeuger mit Giften vernichtet. Andererseits lösen Ängste die körpereigene Produktion bestimmter Hormone aus, die dann wiederum andere Mikroorganismen dazu bewegen, dem Körper zu schaden, in dem sie beispielsweise die Bildung von Geschwüren unterstützen oder gar verursachen. Der Autor bringt dazu zahlreiche Belege, bei denen allerdings wie bereits erwähnt nicht immer klar ist, ob sie tatsächlich zu den sicheren Erkenntnissen gehören. Das Buch enthält darüber hinaus eine Reihe von zusätzlichen Zusammenhängen. Viele Psychologen befinden sich auch heute noch in der Freudschen Spur, obwohl inzwischen klar ist, dass dessen angebliche Erkenntnisse eher den Charakter von Phantasieprodukten tragen. Allerdings - und das findet man im Buch - tragen traumatische Erlebnisse bis zum Erwachsensein stark dazu bei, das kindliche Gehirn anders zu formen, als das bei einer gesunden Entwicklung der Fall ist. Dies ist offenbar eine gesicherte Erkenntnis. Da es eine starke Verbindung zwischen den Mikroorganismen des Darmes und dem Gehirn gibt, muss man davon ausgehen, dass sich dies auch auf die Funktion des Darmes und das Immunsystem auswirkt. Jedenfalls behauptet dies der Autor. Und er behandelt seine Patienten entsprechend. Noch interessanter hingegen erschien mir, dass solche Ausprägungen vererbt werden können, weil bestimmte Gene dadurch markiert werden: "Heute wissen wir, dass diese epigenetische Markierung unserer Gene nicht nur Zellen und Mechanismen beeinflussen kann, die die Gehirnentwicklung steuern, sondern auch Gameten (Keimzellen),  in denen die genetischen Informationen enthalten sind, die an die Kinder weitergegeben werden."  Diese verblüffende Erklärung untermauert Beobachtungen, dass nicht nur Körpermerkmale, sondern auch Verhaltensweisen vererbt werden können. Das Lesen dieses leider etwas diffus geschriebenen Buches ist sicher nicht ganz leicht, aber auch lohnend. 

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