Emil Ostrovski

 3.9 Sterne bei 30 Bewertungen

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Wo ein bisschen Zeit ist ...

Wo ein bisschen Zeit ist ...

 (31)
Erschienen am 27.10.2016
The Paradox of Vertical Flight

The Paradox of Vertical Flight

 (0)
Erschienen am 24.09.2013

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Rezension zu "Wo ein bisschen Zeit ist ..." von Emil Ostrovski

Lesenswertes Buch
Crazy-Girl6789vor 2 Jahren

Erster Satz: Im Regen verschwimmt die Welt vor dem Restaurant, sie verwandelt sich in ein Trugbild, das sich durch Wind, Wasser und Licht ständig verändert.

Fakten:

Autor: Emil Ostrovski
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 24.07.2014
Genre: Jugendbuch
Seiten: 304

Inhalt:

Der 18-jährige Jack Polovsky entführt seinen neugeborenen und zur Adoption freigegebenen Sohn, um ihn seiner dementen Großmutter zu zeigen. Und so gerät alles aus den Fugen. Jack kauft ein Auto, holt seinen besten Freund Tommy und später auch die Mutter des Kindes dazu, und gemeinsam sind sie zwei Tage lang auf der Flucht vor der Polizei. Jack bespricht dabei schon mal die ganz großen Themen des Lebens mit seinem Sohn. Der heißt nämlich Sokrates – zumindest für Jack. Am Ende wird alles gut: Jack bekommt Besuchsrecht, das Baby Sokrates bekommt einen richtigen Namen und sie finden (fast) den Sinn des Lebens.

Gestaltung:

Auf dem Cover sieht man ein Auto mit einer Ladefläche, auf welcher ein Kinderwagen steht. Dahinter sieht man einen blauen Himmel mit Wolken und einer hellgelben Sonne. Über dem Auto kann man noch eine Stromleitung mit Vögeln darauf erkennen. Der Rest der Vorderseite ist weiß bis hellgelb, außer ganz unten da ist das Cover orange. Oben auf dem Cover stehen der Autor und darunter der Titel kursiv geschrieben. Die Schriftfarbe für den Autor ist orange und die für den Titel schwarz. Auf der Rückseite des Buches kann man den Rest der Straße erkennen.

Sprache:

Meiner Meinung nach ist die Sprache gut gewählt worden. Zudem hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Man konnte der Geschichte richtig gut folgen, da auch die Wortwahl relativ einfach ist. Die Gefühle der Personen werden sehr oft und auch gut dargestellt.

Fazit:

Das Buch gefiel mir gut. Die Geschichte empfand ich als sehr interessant. Vor allem auch die philosophischen Teile der Geschichte haben mir sehr gut gefallen. Meiner Meinung nach wurde der Roadtrip sehr realistisch dargestellt. Sonst mag ich eigentlich Geschichten die einen Roadtrip thematisieren, da sie mir meist zu unrealistisch dargestellt werden.

Alles in allem kann ich sagen, dass dies ein sehr gelungenes Buch ist und ich mich schon auf weitere Bücher des Autors freue. Also eine absolute Leseempfehlung von mir.

Viel Spaß beim Lesen…

Hinweis: Es ist alles meine Meinung; andere empfinden vielleicht anders.

 

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Rezension zu "Wo ein bisschen Zeit ist ..." von Emil Ostrovski

Unglaubliche Flucht mit philosophischen Gedanken
Girdievor 4 Jahren

Jack trifft sich mit seinem erwachsenen Sohn an dessen Geburtstag. Dieser steht kurz davor aufs College zu gehen und Philosophie zu studieren Der Leser merkt dadurch gleich, dass Vater und Sohn keinen sehr engen Kontakt zueinander haben. Emil Ostrovski, der junge Autor des Buchs „Wo ein bisschen Zeit ist“ schickt diesen Prolog der eigentlichen Geschichte des Romans voraus, die Jack nun im Folgenden aus der Ich-Perspektive seinem Sohn erzählt. Ich finde es nicht gut, dass in der Inhaltsangabe auf der Rückseite des Umschlags das Ende des Buchs vorweggenommen wird.

Jack erhält an seinem 18. Geburtstag den Anruf seiner Ex-Freundin Jess, die gerade in einem Krankenhaus den gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht hat. Er hatte ihr zur Abtreibung geraten, doch Jess wollte das Kind unbedingt bekommen. Im Krankenhaus erfährt er davon, dass Jess den gemeinsamen Sohn zur Adoption freigegeben hat. Bei Jack keimen Vatergefühle auf und er mag seinen Sohn nicht hergeben. Kurz entschlossen steigt er mit seinem Sohn aus einem Fenster des Krankenhauses und begibt sich mit ihm auf eine Reise die erst ein Ziel findet, als seine an Alzheimer erkrankte Großmutter ihn zur Gratulation anruft. Sie wird er trotz der dazwischenliegenden mehrstündigen Fahrtzeit besuchen, um ihr seinen Sohn zu zeigen!

Auch sein treuer Freund Tommy ruft zum Geburtstag an. Beide verbinden viele gemeinsam erlebte Tage ihrer Jugend und so wird im Schwelgen über gemeinsam Erlebtes und noch zu Erlebendes eine irrsinnige Fahrt, zunächst mit dem Auto von Tommy und später mit dem Boot von dessen Vater, über den amerikanischen Kontinent. Mit an Bord ist auch Jess, die vor den Adoptiveltern ihres Sohns und der Polizei, die nach dem Entführer sucht, aus dem Krankenhaus geflüchtet ist.

Das Buch ist eine humorvolle, abenteuerliche Geschichte, deren schneller Handlungsablauf immer wieder unterbrochen wird durch tiefgründige Zwiegespräche, die Jack mit seinem Sohn hält, den er nach dem großen Philosophen der Antike Sokrates nennt. Hin und wieder macht Jack sich bewusst, dass diese Gespräche natürlich eine innere Auseinandersetzung seiner selbst sind. Auf diese Weise nimmt der Leser Teil daran, wie Jack sich mit seiner bisherigen Sorglosigkeit auseinandersetzt, die sogar soweit geführt hat, dass er sich umbringen wollte, als er über seine Glückwünsche zum Geburtstag nachgedacht hat. Doch die Angst vor Folgeschäden hat ihn davon abgehalten. Dies war ein erster Schritt sich darüber klarzuwerden, welche Auswirkungen Handlungen haben können.

Die sich mühelos lesende, lebendige Erzählung ist nur die Basis für eine viele tiefergehende Erfahrung, die der Leser an der Seite von Jack nachvollziehen kann. Man merkt der Geschichte an, dass der Autor selber noch jung ist, nämlich Anfang 20, da er die Handlungen und Gedanken seines Protagonisten so leicht zu Papier bringt. Dabei bleibt die richtige Behandlung des Babys auf der Tour Nebensache, die zunehmende Übernahme von Verantwortung steht im Vordergrund. Emil Ostrovski weiß mit phantasievollen und frischen Einfällen den auch wenig an philosophischen Gedankengängen interessierten Leser immer wieder in seine Erzählung zurückzuziehen. Unter der Oberfläche der Romanidee geht es um Freundschaft, das Erwachsenwerden, die Unendlichkeit und vieles mehr.

„Wo ein bisschen Zeit ist“ ist ein besonderer Roman, der neben einer unglaublichen Flucht ganz nebenher ein wenig Philosophie vermittelt und den Leser zum Mitdenken über die großen Fragen der Menschheit anregt. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter.

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Rezension zu "Wo ein bisschen Zeit ist ..." von Emil Ostrovski

Ein verrückter Road Trip durch die Philosophie
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Ein verrückter Road Trip durch die Philosophie

Der junge Jack Polovsky spürt keine Hoffnung mehr und überlegt kurzzeitig, seinem Leben am Morgen seines Geburtstags ein spontanes Ende zu setzen. Kurz darauf erreicht ihn jedoch der Anruf seiner Ex-Freundin Jess. Diese liegt in den Wehen und schenkt gerade dem gemeinsamen Kind das Leben. Obwohl Jack zunächst entschieden gegen den Nachwuchs war, macht er sich sofort auf den Weg zu ihr. Dort angekommen erwartet ihn neben dem Wunder des Lebens allerdings eine böse Überraschung: Jess gibt den gemeinsamen Sohn zur Adoption frei, und die zukünftigen Adoptiveltern warten bereits gespannt darauf, dem neuen Familienmitglied ein liebevolles Heim zu geben.

So sehr sich Jack zunächst auch gegen den Gedanken an eine so frühe und ungeplante Vaterschaft gewehrt hat, bringt er es nach den ersten Momenten mit seinem Sohn dennoch nicht übers Herz, ihn ohne Weiteres in die Obhut fremder Menschen zu geben. So beschließt er kurzerhand, seinen bis dahin namenlosen Sohn aus dem Krankenhaus zu entführen, um ihn wenigstens einmal seiner an Demenz erkrankten Großmutter zu zeigen. Mit der Flucht aus dem Krankenhaus beginnt für Jack, den neugeborenen Sokrates, Jacks besten Freund Tommy und Jess ein Abenteuer, das Abschied und Neuanfang zugleich ist …

Menschen werden nun mal verletzt. Menschen, die Gefühle haben und sich Gedanken machen. Nur wer nichts fühlt und sich keine Gedanken macht, wird nicht verletzt.
– Seite 71 –

Ein ganz besonderer Roman über die Fragen des menschlichen Seins

Wo ein bisschen Zeit ist … von Emil Ostrovski ist trotz der jugendgerechten Sprache kein Roman, der sich ohne Weiteres überfliegen lässt. Vielmehr erzählt der Autor eine humorvolle und dennoch anspruchsvolle Coming-of-Age-Geschichte, bei der sich alles um Jacks Gedanken über Gott und die Welt dreht. Und da Selbstgespräche und Monologe auf Dauer doch ein wenig einseitig wirken, bekommt er mit seinem Sohn Sokrates einen passenden Diskussionspartner. Eigentlich antwortet ihm zwar eher Jacks Unterbewusstsein, doch das ist einfach nicht so spektakulär wie ein philosophierendes Neugeborenes, das regelmäßig die Gedanken seines Vaters hinterfragt und ihm somit ständig neue Denkimpulse mit auf den Weg gibt.

Trotz aller tiefsinnigen Gedanken sind Jack, Jess und Tommy vor allem eins: Teenager, die sich gerade an der Schwelle zum Erwachsensein befinden und ihren Platz in der Welt noch suchen. Während Jack die Dinge immer wieder unter verschiedenen philosophischen Aspekten betrachtet, gibt sich Jess eher rational. Manches Mal wirkt sie fast schon abgeklärt, doch im Verlauf der Handlung zeigt sich immer wieder, dass auch sie ein großes Herz besitzt. Im Gegensatz zu ihrem Ex-Freund lässt sie sich allerdings nicht einfach so von der Romantik eines Gedankens verführen. Tommy erscheint hingegen als oberflächlicher Witzbold. Auch hinter seiner Fassade verbirgt sich ein ernster Junge, der das jedoch hervorragend mit Humor und einer scharfen Zunge zu überspielen weiß. Und Sokrates ist vor allem eins – ein Baby mit einem abgefahrenen Namen, das beweist, dass Neugeborene tatsächlich mehr aushalten als gedacht. Der unbeholfene, aber besorgte Umgang mit dem Jungen zeigt nämlich immer wieder, dass Jess ihre Entscheidung nicht leichtfertig und unberechtigt, sondern aus tiefer Liebe zu ihrem Sohn getroffen hat.

Fazit

Wo ein bisschen Zeit ist … hebt sich deutlich von den anderen Jugendromanen ab und traut sich anders zu sein. Die Charaktere sind nicht immer bequem und verkörpern auch nicht die reichen, beliebten oder sorglosen Teenager, denen man sonst so häufig in einem Jugendroman begegnet. Sie alle tragen ihre Geschichte mit sich und haben wohl auch deshalb Ecken und Kanten. Die Handlung beschreibt zwar einen abenteuerlichen und humorvollen Road Trip, doch viel wichtiger ist die Reise durch die Philosophie, das Leben und das Universum. Und ganz in ebendieser Manier wirft jede gefundene Antwort zugleich zehn neue Fragen auf. Dieser Roman ist eine Empfehlung für alle, die gelegentlich die persönliche Weiterentwicklung eines Charakters einer spannenden Handlung vorziehen und sich nicht vor Tiefgang scheuen.

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