Emile Zola Die Beute

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Inhaltsangabe zu „Die Beute“ von Emile Zola

Fast genau so, als wäre es hier und heute.

— Phil_Skurril
Phil_Skurril
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  • Als wäre es im Hier und Heute

    Die Beute
    Phil_Skurril

    Phil_Skurril

    18. May 2015 um 11:11

    Zola beschreibt hier in seiner bekannt ausführlichen und detaillierten Art einen Vorgang, der sich etwa 150 Jahre später fast originalgetreu zur Zeit hier in Berlin abspielt, nämlich den Ausverkauf der Stadt durch einige wenige skrupellose Politiker, Städteplaner, Architekten, Bauunternehmer und Spekulanten, nur zur Befriedigung ihrer Eitelkeit und Habgier, während die einheimische Bevölkerung dadurch mehr und mehr in Armut und Not hineingetrieben wird. Dieses Szenario wird von Zola intelligent umrahmt und absichtlich verhüllt mithilfe einer fatalen Liebesgeschichte.

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  • Spekulanten, Betrüger und ein korruptes Regime

    Die Beute
    sKnaerzle

    sKnaerzle

    Der Anfang ist erstaunlich: Zola beschreibt ein Haus und den dazugehörigen Wintergarten und schafft damit die Atmosphäre des Romans: geschmackloser Luxus, zügellose Sinnlichkeit und Todessehnsucht. Dass Zola auch Décadance kann, hätte ich ihm nicht zugetraut. Der Roman spielt in der Zeit, als Napoleon III. zusammen mit dem Präfekt Haussmann die Umgestaltung der Hauptstadt leitete und Grundstücksspekulanten sich die Taschen vollstopften. Dabei wird der Staat dreist und völlig schamlos betrogen. Das so gewonnene Geld wird bündelweise zum Fenster hinausgeworfen, mit teuren Kleidern, Häusern, Kunstwerken, Festen, Pferden... Dabei betont Zola die überladene Ausdruckslosigkeit aller dieser Äußerlichkeiten. In diesen Wirbel gerät Renée, Ehefrau von Aristide Rougon, nur geheiratet, weil sie ein Vermögen als Mitgift besitzt, von ihrem Mann ignoriert. Skrupellos wie alle, erkennt sie kaum, wie leer ihr Leben ohne menschliche Werte und ohne Freundschaft ist. Ihr gehen erst die Augen auf, als sie eine Affäre mit ihrem Stiefsohn beginnt und ihr Ehemann sie in flagranti erwischt und auch diesem Inzest gegenüber völlig gleichgültig bleibt, hauptsache sie leistet die Unterschrift, die er für seine Geschäfte benötigt. Allerdings fragt man sich, was sie erwartet hat, in einer Gesellschaft, wo jeder es mit jedem treibt. Renée hat weder die Kraft, ihr Leben zu ändern, noch die Entschlossenheit. Zola geht es aber nur in zweiter Linie um eine Kritik an der Gesellschaft. Ihm geht es um die Korruptheit des Regimes. Es ist der Kaiser selbst, der auf Kosten des Staates seine Anhänger mit Millionenbeträgen belohnt. Wenn man wissen will, aus welchen Eiern diese Hühner geschlüpft sind, kann man "Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte" lesen. Da steckt alles schon drin, kürzer und polemischer Langeweile interessant zu beschreiben, ist auf die Dauer natürlich schwierig. Zola stieß dabei an seine Grenzen.

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  • Rezension zu "Die Beute" von Emile Zola

    Die Beute
    Maximilian_Schlesier

    Maximilian_Schlesier

    05. January 2012 um 21:29

    - bildlich überladen aber wie immer bei Zola mit der Fähigkeit die Seiten des Menschen zu zeigen, die er am wenigsten sehen will