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Ausgewählter Beitrag

Asbeah

vor 6 Monaten

(36)

Anno 1366 - Die naive Klosterschülerin Nele brennt mit ihrem “Verlobten” Benedict durch, weil sie heiraten wollen. Die beiden ziehen durch die Grafschaft Hoya in Richtung Bremen, wo sie sich eine Existenz aufbauen wollen. Unterwegs geht Benedict verloren und Nele schließt sich einem Tross Gaukler an, die ebenfalls nach Bremen ziehen. Hier wird ein wenig das Märchen der Bremer Stadtmusikanten aufgenommen. In Bremen gehen dann böse Dinge vor. Intrigen und Morde, und Nele wird hinein gezogen. Durch ihre Neugier bringt sie sich immer wieder in Gefahr und ihre Kombinationsgabe funktioniert auch nicht so richtig. Sie ist eben noch sehr jung und arglos.

Es handelt sich zwar in erster Linie um einen historischen Krimi, trotzdem sind mir die Gedanken und Gefühle der Protagonistin einfach zu wenig ausgearbeitet. Erst ist sie verliebt in Benedict und gibt sich ihm auch ohne zu zögern hin (für die Zeit wohl ungeheuerlich), doch nur Wochen später verschwendet sie keinen Gedanken mehr an ihn. Ein anderer Mann tritt in ihr Leben, eher ungewollt, doch wir erfahren keinen einzigen Gedanken von ihr, wie sie es empfindet, das Bett mit einem Fremden teilen zu müssen. Sie fragt sich nur, weshalb sie noch nicht schwanger ist.

Der Schreibstil ist recht trocken und anspruchsvoll, liest sich aber flüssig, jedoch nicht schnell, wegen der Vielzahl Mittelniederdeutscher Ausdrücke. Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, das jedoch nicht ausreicht um alles zu verstehen. Als Bremerin mit niederländischem Sprachwissen habe ich einen Heimvorteil und kann daher das meiste des mittelalterlichen Friesisch-/Plattdütsch verstehen. Leser aus anderen Regionen hätten da vielleicht Schwierigkeiten. Auch gibt es viele Leser, die zwar historische Romane lieben, aber altertümliche Sprache nicht mögen. Denen würde ich diesen Roman nicht empfehlen.

Mein Fazit: Ein sehr gut recherchierter Mittelalter Roman über Unrecht, Gerichtsbarkeit und Stadtrechte, und auch das allgemeine Leben im Mittelalter schien mir recht authentisch geschildert. Dafür hätte der Roman eigentlich 5 Sterne verdient, auch der Krimi-Plot war gut. Doch um mich ganz gefangen zu nehmen, fehlte es mir leider etwas an Emotionen. Ich werde aber ganz sicher auch den zweiten Band lesen. Gute 4 Sterne für Band 1!



Autor: Emilia Scior
Buch: Die Rache der Schachfigur: Ein Krimi aus dem mittelalterlichen Bremen
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