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Mina - Das Irrlicht

vor 7 Jahren

Nun eröffne ich feierlich die erste der Hallen der Klassiker. Mögen wir viel Freude und Erkenntnis haben, in dem wir gemeinsam in die Welt der Klassiker abtauchen und einander berichten, was wir fühlen, denken und erleben. Möge hier Raum sein für Fragen und Meinungen aller Art

Die Leserunde beginnt offiziell am 01.07.2011 - aber es darf auch vorgestöbert und -geplaudert werden!

Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit!

Autor: Emily Brontë
Buch: Sturmhöhe

Mina - Das Irrlicht

vor 7 Jahren

Catwalk - Eure Ausgabe

Hier soll Platz sein, damit jeder die Ausgabe einbinden und wenn er mag kurz erläutern kann, die er ausgewählt hat. Das können auch englische oder anderssprachige Bücher sein. Ich fänd es schön, die Vielfalt zu entdecken, die sich, obgleich wir ein und den selben Romane lesen werden, entfalten wird.

lalibertad

vor 7 Jahren

Catwalk - Eure Ausgabe

Ich mache einfach mal den Anfang =) Meine Ausgabe ist von "Penguin Popular Classics", also auf englisch. Die Qualität ist zwar nicht die Beste (was ich bei 3€ auch nicht erwarte) und der Rücken hat schon Knicke, aber dennoch mag ich die Ausgabe sehr gerne und möchte auch keine andere haben, ich fühle mich "wohl" darin.

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Mina - Das Irrlicht

vor 7 Jahren

Meine Liebe ist unsterblich - Erster Eindruck
@Madame Swann

Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Hier regnet es heute auch und schwupps, kommt mir das Buch wieder in den Sinn.
Die düstere Stimmung passt einfach gut in den Herbst.

Penelope1

vor 7 Jahren

Ich kann nicht leben ohne mein Leben - Fazit

Ich habe das Buch nun auch schon seit einigen Tagen beendet. Ich fand es wirklich lesenswert, spannend, wenn auch etwas düster... Ich hätte mir das Ende auch anders gewünscht und auch anders vorgestellt. Der plötzliche Sinneswandel einiger Personen fand ich dann doch etwas überraschend.
Mir hat besonders gut gefallen, dass die Erzählung aus der Sicht der Haushälterin/Kindermädchen geschildert wird, was sie abwechslungsreicher macht. Des öfteren werden Briefe und Schilderungen von anderen Personen eingeflochten, sodass es wirklich zu keiner Zeit langweilig wurde.
Es hat sich gelohnt, diesen Klassiker zu lesen, und ich werde nun auch die anderen Romane der Bronte-Geschwister in Kürze lesen!
LG

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Ich kann nicht leben ohne mein Leben - Fazit

Ich habe das Buch nun auch fertig gelesen. Ein Klassiker der Weltliteratur, mit Elementen des typischen viktorianischen Romans und teilweise von "gothic novels", die frühen Schauerromane. Es ist faszinierend wie sie die Lebensgeschichten miteinander verknüpft, eine konstante Spannung durch den Roman hindurch aufleben lässt und es vermag eine unvergleichliche Geschichte über leidenschaftliche Liebe und dadurch entstehenden grenzenlosen Hass und einer uversöhnlichen Rache so lebendig, aufrichtig und realistisch zu schildern.

Noch nie habe ich einen Roman gelesen, der derart unter die Haut geht. Nicht verwunderlich, das dieses Werk in seinem Erscheinungsjahr (unter dem männlichen Pseudonym Ellis Bell) 1847 die Leserschaft erschütterte!

Madame Swann

vor 7 Jahren

Findlinge und Stiefschwestern - Zu den Protagonisten

Das wird jetzt vielleicht etwas länger… Ich bitte um Nachsicht. ;-) Ach so, und ich habe auch Beispiele vom Ende des Romans, das nur als Warnung, falls ihn noch nicht alle zu Ende gelesen haben.

Mein ursprüngliches Bild von Ellen Dean hat sich im Laufe der Lektüre gewandelt, aber nur weil ich vorher schon skeptisch war und noch im Hinterkopf hatte, dass „Wuthering Heights“ als Beispiel für eine unzuverlässige Erzählerin gilt. Danke noch mal an mecedora, die so aufmerksam gelesen und mich auf die ersten Stellen hingewiesen hat, in denen Nellys Erzählung widersprüchlich ist, und die ich selbst überlesen hatte. Später sind mir selbst noch ein paar Sachen aufgefallen und nach der Beendigung der Lektüre habe ich mir ausführlich über Nelly Gedanken gemacht und einige Stellen noch mal nachgelesen. Ich habe genug gefunden, dass ich jetzt definitiv sagen würde: ja, Ellen Dean ist eine unzuverlässige Erzählerin. Nicht faktisch unzuverlässig, d. h. ich glaube Nelly, dass die Ereignisse so passiert sind, wie sie sie schildert, aber interpretativ unzuverlässig, d. h. ich glaube ihr nicht immer wie sie die Ereignisse interpretiert, besonders nicht, was ihre eigene Person angeht. Denn ich nehme ihr nicht ab, wie sie ihr Verhalten begründet und sich selbst darstellt! Meiner Ansicht nach ist sie nicht die selbstlose, mitfühlende, verantwortungsbewusste und ehrliche Person, die sie zu schein vorgibt. Nein, sie handelt vielmehr andauernd selbstsüchtig, die anderen sind ihr im Prinzip egal, es geht ihr nur um ihren eigenen Vorteil. Sie will ein schönes und komfortables Leben, sie will nicht nur die Dienerin, die Angestellte sein, sie will zum Kreis der Familie gehören, sie will Macht. Sie sieht sich selbst als etwas besseres als bloß eine Hausangestellte, sieht sich auf einer Ebene mit den Familienmitgliedern. Manchmal fällt das auch den anderen Figuren auf. So sagt Cathy in Kapitel 11 zu Nelly: „To hear you, people might think you were the mistress!”

Nelly spioniert, lügt, verschweigt Dinge, plaudert Dinge aus, wie es ihr für sie selbst gerade als das vorteilhafteste erscheint. Es gelingt ihr aber ihre wahren Motive zu vertuschen, alles tut sie scheinbar den anderen zuliebe, zu deren Vorteil. Sie rückt sich selbst in das beste Licht, manipuliert aber ihre gesamte Umgebung.
Ich finde es jedenfalls auffällig, dass fast alle hier im Thread geschrieben haben (ich auch!), dass Nelly noch die normalste, die menschlichste und sympathischste der Figuren sei und dass sie uneigennützig handeln würde. Das ist genau das Bild von sich, dass sie meiner Ansicht nach Lockwood (und dem Leser) vermitteln will (und vielleicht glaubt sie ja sogar selbst daran!) – und das schafft sie auch, bei Lockwood auf jeden Fall und bei vielen Lesern wohl auch.
Nelly sagt: “I went about my household duties, convinced that the Grange had but one sensible soul in its walls, and that lodged in my body.” (Kapitel 12) Damit leitet sie Lockwood und auch den Leser in die Irre. Man ist durch solche Aussagen geneigt – und dadurch, dass sie andere immer nur als verrückt, irrational handelnd, unverschämt oder böse darstellt – ihren Aussagen Glauben zu schenken und sie als die einzig vernünftige Person anzusehen.

Schaut man genauer hin, gerät dieses positive Bild jedoch ins Wanken. Ich finde schon die Szene, in der Ellen Dean das erste Mal im Roman erwähnt wird (Anfang des zweiten Kapitels), einen sehr interessanten Hinweis auf ihren wahren Charakter. Lockwood sagt in einer eingeklammerten Nebenbemerkung: „I dine between twelve and one o’clock; the housekeeper, a matronly lady, … could not, or would not, comprehend my request that I might be served at five.” Dieser Hinweis zeigt schon deutlich – wie auch viele folgenden Szenen (z.B. als Edgar Catherine auf Wuthering Heights besucht und Nelly im Zimmer bleibt und dort sauber macht, obwohl Catherine ihr mehrfach befiehlt, den Raum zu verlassen) –, dass Nelly sich den Anordnungen ihrer Vorgesetzten widersetzt und eigenmächtig handelt und dass sie nicht das macht, was die anderen wollen oder besser für diese wäre, sondern nur das, was ihr selbst am besten passt.

Als Heathcliff noch klein ist, verhält sich Ellen Dean ihm gegenüber besonders gemein, wahrscheinlich auch deswegen, da sie ihn als Bedrohung ihrer Position ansieht. Sie bezeichnet ihn als “gipsy brat”, “stupid little thing” und redet von ihm zunächst nur als „es“: „Mr. Earnshaw told me to wash it, and give it clean things; and let it sleep with the children.“ (Kapitel 4) Sie zeigt Verständnis, dass Cathy über Heathcliff lacht und ihn bespuckt und die Kinder nicht mit ihm in einem Zimmer schlafen wollen. “I put it on the landing of the stairs, hoping it might be gone on the morrow.“ Als sie gezwungen ist dies Earnshaw gegenüber zuzugeben, wird sie zur Strafe des Hauses verwiesen. Da wird ihr deutlich gezeigt, dass sie eben doch nicht mit der Familie gleichgestellt ist, sondern nur eine Hausangestellte. Aber das will sie nicht sein, sie fühlt sich als etwas besseres, deshalb wird durch diese Begebenheit ihr Hass auf Heathcliff geschürt. Sie sagt offen dass sie Heathcliff hasst und: „I wasn’t reasonbale enough to feel my injustice.“ Noch ein Satz von Nelly, der beweist, wie gemein sie sich Heathcliff gegenüber verhält: „My pinches moved him only to draw in a breath and open his eyes, as if he had hurt himself by accident and nobody was to blame.“ (Kapitel 4)

Während die Kinder noch klein sind, steht Nelly auf Hindleys Seite und verhindert nicht bzw. unterstützt ihn zum Teil auch noch darin, dass Hindley Heathcliff schlägt und quält. Als Hindley nach dem Tod seines Vaters nach Wuthering Heights zurückkehrt, ist Nelly bereit sich nun gegen Hindley zu stellen, als dieser anordnet, dass sie und Joseph sich in der „back-kitchen“ einquartieren und das Haus der Familie überlassen sollen. (Kapitel 6) Um Hindley zu ärgern, fördert Nelly Catherines und Heathcliffs Ungehorsam. Hier sieht man noch mal, dass Nelly ihre Meinung und ihr Verhalten so ändert, wie es zu ihrem eigenen Vorteil ist.

Selbst bezeichnet sich Ellen als Vertraute und Geheimnisbewahrerin der beiden Catherines, aber ihr Verhalten beweist immer wieder das Gegenteil, ebenso wie das Verhalten und die Aussagen der anderen, z. B. redet Catherine mehrere Monate nicht mit Nelly, als diese ihr sagt, dass sie selbst die Schuld an Heathcliffs Verschwinden trägt (Kapitel 9). Natürlich verschweigt Nelly ihre eigene Schuld an der Sache. Schließlich wusste sie, dass Heathcliff zuhört, während Catherine ihr von ihren Gefühlen für Heathcliff und den Heiratsplänen mit Edgar erzählt.

Nelly beschönigt ihr Verhalten und ihre Lügen, indem sie vorgibt, sie hätte Verwirrung vermeiden und niemanden beunruhigen wollen, als sie Edgar verschweigt, dass Catherine krank ist und glaubt zu sterben. Nelly missachtet die Vorschrift des Doktors, dass Cathy nicht aufgeregt werden soll, indem sie ihre erfundene Version von Edgars Reaktion auf Catherines Nachricht erzählt. Edgar ist sauer auf Ellen, als er von Catherines tatsächlichem Zustand erfährt und auch Catherine erkennt etwas von Ellens bösem Wesen: „Shake your head as you will, Nelly, you have helped to unsettle me.“ Und später: „Nelly has played traitor. … Nelly is my hidden enemy. You witch! So you do seek elf-bolts to hurt us!” (Kapitel 12) Nelly beschreibt diesen Ausbruch als “a maniac’s fury” und beschönigt damit ihre eigene Rolle, aber Catherine hat am Ende ihres Lebens etwas sehr Wahres über Ellen erkannt.

An einer Stelle sagt Nelly sogar: „And I thought Heathcliff himself less guilty than I.“ (Kapitel 27, als Cathy und sie auf Wuthering Heights gefangen sind) Zwar mildert sie diese Aussage sofort wieder ab, indem sie sagt, dass sie sich bewusst ist, dass dies in Wirklichkeit nicht der Fall wäre, sondern sie dies nur in dieser Nacht gedacht hätte, doch ich finde diesen Satz schon sehr bezeichnend!

Ellen erzählt die Geschichte nicht ohne Grund Lockwood, denn er ist leichtgläubig und scheint sie zu mögen. Sie möchte ihn dazu bringen, Cathy zu heiraten und ihr neuer Master zu werden. Auch hier hat sie nicht Cathys Glück, sondern nur ihren eigenen Vorteil im Sinn, der für sie durch diese Ehe entstünde. Lockwood denkt später: „What a realization of something more romantic than a fairy tale it would have been for Mrs. Linton Heathcliff, had she and I struck up an attachment, as her good nurse desired, and migrated together into the stirring atmosphere of the town!” (Kapitel 31) Dorthin hätte Ellen die beiden gerne begleitet.
Aber auch ohne Lockwoods Hilfe schafft sie es zum Schluss doch zumindest wieder auf Wuthering Heights als Haushälterin zu regieren. Sie kümmert sich sogar um Cathys Erbe: “She has not learnt to manage her affairs yet, and I act for her.“ (Kapitel 32) Und die Heirat von Hareton und Cathy stellt für Nelly zu diesem Zeitpunkt „the crown of all my wishes“ dar, denn damit ist ihre Stellung und ein angenehmes Leben für die kommenden Jahre gesichert.

mecedora

vor 7 Jahren

Findlinge und Stiefschwestern - Zu den Protagonisten

Danke für deine detaillierte Einschätzung, Madame Swann! Die Frage nach Nelly und der Unzuverlässigkeit ihrer Erzählung hat meine Lektüre sehr bereichert.

Mina - Das Irrlicht

vor 6 Jahren

Ich kann nicht leben ohne mein Leben - Fazit

Puh - wie schon an anderer Stelle erwähnt, tut es mir wahnsinnig leid, dass ich so "off" war - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich war krank. Ich konnte einfach nicht weiter online sein. Ich bin immer noch nicht ganz wieder auf dem Damm...

Aber wenigstens habe ich inzwischen Sturmhöhe beendet.

Ich muß gestehen, mag es an meiner Krankheit gelegen haben, es hat mir nicht so gut gefallen wie erhofft. Vielleicht hatte ich zu große Erwartungen?!? Ich mochte die Sprache und die düstere Stimmung total gerne. Aber die Charakteren waren mir zu überzogen, zu krank irgendwie und zwar durch die Bank weg. Es entstand dabei beim Lesen bei mir immer wieder der Eindruck, dass es mir einfach zu viel ist. Zu viel Theater, zu viel Hysterie, zu viel Narzißmus, zu viel Zwanghaftigkeit, zu viel...

Ich denke, ich werde mir bei Gelegenheit mal noch die Verfilmung ansehen.

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