Emily Fridlund

 3.4 Sterne bei 39 Bewertungen

Lebenslauf von Emily Fridlund

Fesselnde Bildungsromane aus den USA: Die in Minnesota geborene US-amerikanische Autorin hat Englisch, Kreatives Schreiben und Literatur in Illinois, Missouri und Los Angeles studiert und einige Jahre an ihrer Hochschule unterrichtet. Erste Gehversuche als Schriftstellerin machte die naturverbundene Camping-Liebhaberin mit dem Verfassen von Kurzgeschichten für unterschiedliche Zeitschriften. 2017 gelingt ihr mit ihrem Debütroman „History of Wolves“ ein gelungener Start in die Buchbranche. 2018 erschien „Eine Geschichte der Wölfe“ endlich in Deutschland. Derzeit lebt die Dozentin der zur Ivy League zählenden Cornell Universität mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Ithaca und arbeitet an weiteren Romanen.

Alle Bücher von Emily Fridlund

Cover des Buches Eine Geschichte der Wölfe (ISBN: 9783492238557)

Eine Geschichte der Wölfe

 (34)
Erschienen am 02.07.2019
Cover des Buches History of Wolves (ISBN: 9781474602952)

History of Wolves

 (5)
Erschienen am 23.02.2017

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Rezension zu "Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Fridlund

Wissen, wann man aufhören muss
katzenminzevor 7 Monaten

Linda ist eine Außenseiterin. In der Schule wird sie gehänselt oder einfach ignoriert. Bei ihr zu Hause geht es wenig liebevoll zu. Ihr Heim ist nicht mehr als eine Hütte im Wald. Und so ist die 14-jährige nur allzu empfänglich für den Zauber der neuen Nachbarn am gegenüberliegenden Seeufer: Ihr Häuschen ist hell, gemütlich und warm. Die junge Mutter Patra könnte nicht liebevoller mit ihren vierjährigen Sohn Paul umgehen. Linda kommt dieser traumhaften Familie als Babysitterin näher. Aber irgendetwas - das spürt Linda selbst durch ihre rosarote Brille - ist seltsam.

Dieser Roman hätte nach zwei Dritteln mit einem Satz wie "Einen Tag später, am 21. Juni, starb X* an einem Hirnödem." aufhören können. Das hätte einen Wow-Effekt gehabt. Das hätte berührt und wäre im Kopf geblieben. Stattdessen erzählt Friedlund einfach immer weiter und weiter. Erzählt Detail um Detail von Lindas letzter Begegnung mit dem Gardners. Erzählt aus ihrem späteren Leben, erzählt von Lily und ihrem Geschichtslehrer. Aber all das führt zu nichts. Der Leser weiß bereits alles wichtige und die paar Details, die wir noch erfahren hätte man auch anders unterbringen können. Es ist zwar weiterhin bedrohlich stimmungsvoll aber vollkommen redundant! Ich habe gegen Ende den Text teils nur noch überflogen weil einfach nichts mehr kam was Sinn gemacht hätte. Warum nicht einfach mit dem Eindrücklichsten enden?

Dabei ist Lindas Isolation und Einsamkeit sehr treffend beschrieben ohne jemals plakativ zu sein. Man spürt es mehr, als dass Friedlund es ausspricht. Auch Patras Charakter ist gelungen. Ihre Zweifel und Angst, die sie sich nicht eingestehen darf und will. Die Abhängigkeit von ihrem Mann. Die aufgesetzte Lockerheit. Und das meiste davon steht zwischen dem Zeilen. Großartig! Auch die Naturbeschreibungen und die bereits erwähnte bedrohliche Stimmung. Das war klasse. Aber wenn ich nichts mehr zu erzählen habe, sollte ich aufhören.

Die Geschichte um Lily und den Geschichtslehrer hätte man sich eigentlich sparen können. Ebenso die Episoden aus Lindas Zukunft. Ihr Charakter entwickelt sich nämlich keineswegs. Sie benimmt sich noch immer genau wie mit 14. Und warum eigentlich Linda wenn sie doch eigemtlich Madeline heißt?

Insgesamt ist "Eine Geschichte der Wölfe" eine bedrückende Geschichte um Schuld, Sehnsucht und Verantwortung. Leider erzählt Friedlund zu viel, verliert sich in Details und zerlegt so alles Mitgefühl wieder, das sie beim Leser aufgebaut hatte. Schade.


*Man erfährt schon auf Seite 2 dass jemand stirbt und wer. Es sollte also kein Spoiler sein aber zur Sicherheit hab ich es mal verfremdet.

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Rezension zu "Eine Geschichte der Wölfe" von Emily Fridlund

Was hätte ich getan?!
dr_y_schauchvor einem Jahr

Gestern begonnen, gestern beendet – in einem Rutsch durchgelesen: Eine Geschichte der Wölfe von Emily Fridlund.

Die vierzehnjährige Linda lebt mit ihren Eltern in den Wäldern Minnesotas. Die drei sind die ‚Überreste‘ einer Hippie-Kommune, die einst in der Holzhütte, die der Familie nun als Heim dient, lebte. Lindas Leben ist einsam, eintönig, spartanisch. Mit den Mädchen an ihrer High School kann sie nichts anfangen, für sie ist Linda nur der ‚Freak‘, also hackt sie lieber Holz, geht mit den vier Hunden in den Wald, paddelt auf dem See, und wenn es nötig ist, stapft sie auch acht Kilometer durch den knietiefen Schnee, um Einkäufe zu erledigen. Überdies wird ihre Schulzeit von einem Skandal erschüttert, in den der Geschichtslehrer und die hübsche Klassenkameradin Lily verwickelt sind.

Lindas Leben beginnt sich zu ändern, als die junge Familie Gardner auf der anderen Seite des Sees ihr Haus baut und einzieht. Mit der Mutter Patra versteht sie sich auf Anhieb gut, der vierjährige Sohn Paul wächst ihr ans Herz, einzig der Vater Leo bliebt lange Zeit nur ein Schemen, er ist auf Hawaii und sucht Protogalaxien. Die wortkarge, eigenbrötlerische Linda beginnt, auf Paul aufzupassen, sie ist fasziniert von der Zärtlichkeit und Hingabe, die Patra ihrem Sohn zuteil werden lässt – etwas, das sie von ihren Eltern nicht kennt, die Linda zwar freundlich, aber größtenteils mit Desinteresse und Gleichgültigkeit behandeln. Zwar gibt es bei den Gardners Details, die Linda verwundern, ja, irritieren. Vater Leo, der Astronom, schreibt Texte, die seine Frau redigiert. Linda findet Bücher und Broschüren mit Titeln wie ‚Voraussagen und Versprechungen: Außerirdische Körper‘. ‚Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift‘. ‚Anforderungen des Lebens im Weltraum‘. Merkwürdig? Ja. Beunruhigend? Nein. Auch als der kleine Paul ihr ernsthaft erklärt, er sei „ein makelloses Kind Gottes“, schreibt Linda das eher seiner Altklugheit zu als sich darüber Sorgen zu machen. Die Atmosphäre im Haus verändert sich, als Leo zurückkehrt, und auch Paul scheint nicht mehr der Alte zu sein. Die Situation spitzt sich zu, als Linda die Familie auf einen Wochenendausflug begleitet …

Ich habe dieses Buch förmlich verschlungen! Die Ich-Erzählerin Linda beschreibt ihre Erlebnisse, deren dramatisches Ausmaß sich im Laufe der Handlung immer wieder andeutet, aber doch recht langsam entfaltet, nüchtern und präzise. Lindas sehr spezielle Biografie, ihre Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit, die sie sich selbst kaum einzugestehen vermag, tragen sicherlich zu ihrem Handeln – oder in diesem Fall: Nicht-Handeln – bei. Und doch konnte ich nicht anders, als mich in diesen einsamen Teenager hineinzuversetzen, mich zu fragen, ob ich in ihrer Situation anders gehandelt hätte, ja, anders hätte handeln können. Große Leseempfehlung!

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T

Rezension zu "History of Wolves" von Emily Fridlund

Absolut Mess of a Book
teadrinkingreadervor einem Jahr

1/5

Genre: Literary Fiction
Published: 2017
Pages: 288

I usually start off my reviews with a short summary of what the novel is about. I can’t do that with History of Wolves, because I don’t know what story Emily Fridlund was trying to tell. The whole novel is so pointless that I can’t believe that this was published and nominated for the Man Booker Prize, meaning that somebody saw something in it. If it wasn’t such a quick read, I would have put it by side and left it at that. After having finished History of Wolves I can say that I wouldn’t have missed any of it.

Either Emily Fridlund herself didn’t know what she was up to or this is some pretentious bull. History of Wolves doesn’t know what it is: character or plot driven? In the end it’s neither. The main character is a fourteen-year-old, so maybe it’s a coming of age story, but there is no growth, so it’s not that. It could also be a thriller, a drama, a critic on religion, a family drama…I could go on, as these are all topics that History of Wolves seems to linger on for half a page and then decide it isn’t that. There are plots that are taken up half-heartedly, do nothing for the story, as they are dropped and picked up at random points. In the end none of them take up enough of the story to be interesting. A paedophile, a fourteen-year-old, growing up in the middle of nowhere, a sickly boy, all brought together in one novel, but no actual connection between them.

The characters are the second issue I have with this book. They are all so dull and have nothing about them to capture the readers interest. The only emotion invoked in me during reading History of Wolveswas annoyance as the characters were so shallow, one-dimensional, with no real motives, emotions or whatever. The closest I got to caring was that I found the main character very unlikeable, as she seems to be dumber than the average teenager and is a spiteful human being.

In the end I was glad when I had reached the last page. I don’t know how this ended up on my TBR and I deeply regret having spent money on this.

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