Emily Hauser

 4.1 Sterne bei 77 Bewertungen

Lebenslauf von Emily Hauser

Geschichte mal anders: Die britische Schriftstellerin Emily Hauser wurde in Brighton geboren, wuchs aber in Suffolk auf. Sie studierte Altphilologie in Cambridge und Harvard, machte ihren Doktor in Yale. Ihr breites Geschichtswissen wendet sie heute in ihrem Beruf als Schriftstellerin an. Sie debütierte 2016 mit ihrem Roman „For The Most Beautiful“, der 2018 unter dem Titel „Die Frauen von Troja – Tochter des Sturms“ auch in Deutschland erschien. In ihrer Debüt-Reihe beschäftigt sie sich mit griechischer und römischer Mythologie, vor allem mit dem trojanischen Krieg aus weiblicher Perspektive.

Alle Bücher von Emily Hauser

Cover des Buches Die Frauen von Troja - Tochter des Sturms (ISBN: 9783442485024)

Die Frauen von Troja - Tochter des Sturms

 (36)
Erschienen am 19.11.2018
Cover des Buches Die Frauen von Troja - Tochter des Meeres (ISBN: 9783442485031)

Die Frauen von Troja - Tochter des Meeres

 (26)
Erschienen am 21.01.2019
Cover des Buches Die Frauen von Troja - Tochter des Himmels (ISBN: 9783442485048)

Die Frauen von Troja - Tochter des Himmels

 (15)
Erschienen am 18.03.2019

Neue Rezensionen zu Emily Hauser

Neu

Rezension zu "Die Frauen von Troja - Tochter des Meeres" von Emily Hauser

Tolle Idee mit Luft nach oben!
Schneewittchen95vor 14 Tagen

"Tochter des Meeres" ist der zweite Teil der "Die Frauen von Troja"-Reihe von Emily Hauser.

Darin geht es um die geschickte Jägerin Atlante, die um ihre Heimat und ihr Geburtsrecht kämpft und dabei nicht zuletzt auch um die Emanzipation als Frau.

Die griechische Mythologie ist spannend und ich mag Romane, die daran angelehnt sind sehr. Daher habe mir auch die zahlreichen Bezüge zu den Gottheiten und Sagen sehr gefallen.
Die Grundgeschichte fand ich auch wirklich gut und unterhaltsam, ich hatte dennoch nicht das Gefühl, einen historischen Roman in den Händen zu halten. Für mich ist das eher ein spannender Frauenroman mit Bezügen zur griechischen Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin (bzw. die Arbeit der Übersetzerin) hat mir wirklich gut gefallen, ich komme schnell in ihre Bücher rein und habe keinerlei Probleme, ihren Ausführungen zu folgen. Was mich jedoch stört, ist das Wiederholen einiger entscheidender Bilder und stilistischer Mittel. Was an anderer Stelle als Wiederholung geschickt eingesetzt werden kann, hat mich hier ein wenig gelangweilt.

Bis zum letzten Drittel fand ich das Handeln der Charaktere auch noch relativ nachvollziehbar (Bis auf die schnelle Idee Myrtessas, ihre neue Freundin auf eine, mit großer Sicherheit den Tod bringende, Reise zu begleiten.). Die Auflösung und Gefühlswelt des letzten Teil waren mir aber einfach zu schnell und nicht schlüssig genug beschrieben. Ich möchte auf keine Details eingehen, um niemanden zu spoilern, aber das hat mir wirklich ein wenig die Freude am Lesen geraubt.

Des Weiteren ist für mich nicht ersichtlich, warum das Buch "Tochter des Meeres" heißt. Nur, weil ein Teil der Geschichte auf einem Schiff spielt? Auf dem Buchrücken steht außerdem, dass es sich hierbei um die Geschichte Trojas handelt. Das passt für mich auch nicht so richtig. Der 2. Band der Reihe hat sehr wenig bis keine Bezüge zur Stadt Troja, sondern spielt in einer anderen Gegend.

Trotz all dieser Kritikpunkte gebe ich 3 Sterne, weil ich die meiste Zeit viel Freude am Lesen hatte und mir Atlante als Protagonistin ans Herz gewachsen ist.

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Rezension zu "Die Frauen von Troja - Tochter des Himmels" von Emily Hauser

Der Kampfgurt der Amazonen als Herkules-Aufgabe
Monika_Brigittevor 20 Tagen

„Ich würde gern erfahren“, sagt er mit überlauter Stimme, „wie ich ein Gott werden kann.“ Die Seherin holte tief Luft, dass die Höhle erbebt. (…) Sie klingt wie ein Echo der Geister im Tartaros: „Du bist von Zeus auserwählt, als Sohn eines Gottes und Anführer von Menschen über die Helden Griechenlands zu herrschen, doch der Zorn Heras steht dir im Weg. (…) Wenn du sie besänftigen und im Olymp wohnen möchtest: Höre meine Wohnung und gedenke ihrer. Zwölf Arbeiten warten auf dich, die noch kein Mensch vor dir geschafft hat und auch nach dir keiner mehr schaffen wird.“ (S. 14-15)

Laut Griechischer Mythologie muss Herakles (römisch/lateinisch=Herkules) 12 Aufgaben erledigen, um sich den Göttern würdig zu erweisen. Die Aufgaben bekommt er vom König Eurystheus von Tiryns zugewiesen. Dessen einzige Tochter, Admete, verlangt laut Mythologie den Kampfgurt der Amazonen-Königin Hippolyta als 9. Aufgabe (im Roman 11. bzw. 12. Aufgabe). Daraufhin machte sich Herakles auf den Weg, um mit den Männer-hassenden Amazonen zu verhandeln. Hera, die Göttin der Ehe und Familie, möchte das verhindern, da sie wütend auf Herakles ist. Schließlich ist Herakles ja das Produkt eines Seitensprunges ihres Ehemannes Zeus.

Die Altphilologin Emily Hauser nahm sich diese beliebte Sage zur Hand und verwandelte sie in eine vielschichtige Geschichte über zwei starke Frauen mit Anbindung zum Trojanischen Krieg (und somit zum ersten Teil der Trilogie).

Im Mittelpunkt stehen Admete und Hippolyta, abwechselnd in Ich-Perspektive erzählen sie ihre Sicht, anfangend 15 Jahre vor dem Trojanischen Krieg. Admete, Eurystheus Tochter, macht sich mit Herkules und seinem Gefolge auf den Weg nach Amazonen und Skythen aus persönlichen Interesse. Dort treffen sie auf die Königin Hippolyta. Emily Hauser verschmelzt die drei Amazonen-Königinnen Hippolyta, Antioppe und Penthesilea zu einer Figur. Demnach ist der Roman in drei Abschnitte unterteilt -zwischendrin bereichert durch die Sicht der Götter. Die Kulturen der Griechen und der Amazonen treffen aufeinander – unvermeidlich blutig. Beide Frauen sind mit den Kulturen emotional verbunden. Auf welche Seite werden sie sich schlagen?

Der Schreibstil von Emily Hauser ist gewohnt angepasst an das Setting durch passende Vergleiche. Dieser Teil besticht durch  seine kriegerische Wortwahl. Dazu treten dieses Mal einige neue Vokabeln der Amazonen/Skythen – Sprache auf. (im Anhang übersichtlich aufgelistet, genau wie auftretende Figuren und Schauplätze)

Meine Meinung

Die Geschichte ist in sich stimmig. Besonders hat mir der gefallen, dass ein Bogen zum ersten Teil geschlagen wird. So bekommt die Trilogie ihre übergeordnete Grundstory, die als Rahmenhandlung perfekt passt. Da bekam ich sofort Lust, den ersten Teil noch einmal zu lesen. Diesen habe ich schon vor einem Jahr gelesen und nur noch wage im Kopf. Sinnvoller wäre es daher, die drei Teile in kürzerem Abstand zu lesen. Dazu muss ich ausdrücklich raten.

Was mich bei diesem Teil gestört hat, ist u.a. die Verschmelzung der drei Amazonen-Königinnen zu einer. Obwohl Frau Hauser ihre Beweggründe ausführlich und nachvollziehbar im Anhang erläutert, kam mir die Umsetzung doch recht gedrängt vor das Leben einer Person. Zum Beispiel die Vorstellung, dass die Königin zwei Mal in ihrem Leben von Griechen entführt wird.

In dem Zusammenhang hat mir persönlich die Darstellung des Theseus missfallen. Er wird in diesem Roman sehr boshaft dargestellt, wohingegen historische Quellen den Charakter anders darstellen. Und weder er noch Herkules zum Schluss noch einmal Erwähnung finden.

Des Weiteren wird hier die eigentliche 12. Aufgabe des Herkules, in den Hades hinabzusteigen und den Höllenhund Kerberos zu entführen, völlig übersehen und die eigentlich gewaltige Leistung der Aufgaben abgemildert.

Aufgrund dieser persönlichen Empfindung vergebe ich 4 von 5 Sternen. Das sollte aber niemanden vom Lesen abhalten! Jeder von uns ist unterschiedlich tief mit der Sagenwelt der Antike vertraut und die Überlieferungen widersprechen sich oft. Daher ist dieser Histo-Fantasy- Roman trotz meiner negativen Kritik zu empfehlen, ich hatte viel Spaß mit dieser Adaption.

Ich mag diese Trilogie sehr und würde mich über weitere Adaptionen der Sagenwelt des Altertums von dieser Autorin freuen! :)

Fazit

DIE TOCHTER DES HIMMELS von Emily Hauser ist das packende Finale der Histo-Fantasy- Reihe „Die Frauen von Troja“. Es thematisiert im Besonderen die Familie & die Freundschaft. Alte Mythen modern und ansprechend zu erzählen ist eine Herausforderung, die sich die Autorin gekonnt stellt. Sie hat beeindruckend recherchiert, insbesondere auf dem Gebiet der Amazonen und Skythen – deren Sprache, Riten, und Werkzeuge studiert. Der Abschluss der Trilogie ist zufriedenstellend, wenn auch nicht ganz dem gängigen Erzählungen der griechischen Antike entsprechend. Gerne mehr von der Autorin!

 

DIE FRAUEN VON TROJA-DIE TOCHTER DES HIMMELS| Emily Hauser| 3. Teil einer Trilogie| übersetzt von Sonja Hauser| Wilhelm Goldmann Verlag| 2019| 430 (385) Seiten| 12,00€

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Rezension zu "Die Frauen von Troja - Tochter des Meeres" von Emily Hauser

Das Goldene Vlies als Beweis der Herrschaft
Monika_Brigittevor einem Monat

„Die Entscheidungsfreiheit ist die Macht, die stärker ist als das Schicksal“, erklärt Iris. „Die Entscheidung, sich die Welt untertan zu machen – nicht weil die Schicksalsgöttinnen das so beschlossen haben, nicht weil die Götter es so wollen, sondern weil man selbst es möchte.“ (S.364)

Der zweite Teil von Emily Hausers Trilogie über „Die Frauen von Troja“ basiert auf dem Mythos des goldenen Vlieses von Kolchis. In den Mittelpunkt der Handlung stellt die promovierte Historikerin für Altphilologie eine unscheinbare Figur der griechischen Mythologie – Atalante. Eine junge selbstbewusste Frau, die schneller laufen kann als jeder andere und verbotenerweise jagen geht. Eines Tages erfährt sie, dass ihre Eltern gar nicht ihre leiblichen Eltern sind. Als Baby sei sie im Winter im Pelion-Gebirge ausgesetzt worden. Einem Hinweis auf ihre Herkunft folgend reist sie nach Pegasä und trifft dort auf den Königssohn Jason. Dieser Jason muss laut einer Prophezeiung das goldene Vlies vom Ende der Welt holen, um seinen Thronanspruch geltend zu machen. Wie Atalantes Schicksal und Jasons laut der Autorin zusammenhängen, erfährst du in diesem Roman.

Schreibstil

Der Roman besteht aus zwei Handlungssträngen. Einerseits erfährt der Leser die Geschichte Atalantes aus der Ich-Perspektive und andererseits die Sicht der Götter vom Olymp aus. Die Wortwahl von Emily Hauser passt in das Setting der griechischen Mythologie, die Vergleiche sind stimmig und entführen den Leser in die fantastische Welt der Mythologie. Sie baut durch die doppelte Sicht viel Spannung auf, ich habe den Roman in kürzester Zeit gelesen.

Umsetzung der Sage

Emily Hauser hat sehr gut recherchiert (Literaturhinweise und –angaben sind im Anhang untergebracht) und ihre Geschichte auf die passenden Eckdaten der Sage gestützt und minimal abgeleitet bzw. den Schwerpunkt anders gesetzt. Man darf keine Nacherzählung von Jasons Abenteuern mit den Argonauten oder seine Beziehung zur Magierin Medea erwarten. Sie wird nur am Rande erwähnt und hätte meiner Meinung nach einen Einzelband verdient (Also Frau Hauser: Gerne mehr!). Der Fokus liegt auf der selbstbewussten Atlante und ihrem Schicksal.

 Fazit

TOCHTER DES MEERES von Emily Hauser ist eine spannende und sehr gut konstruierte Version der Sage vom Goldenen Vlies mit einer starken Frauenfigur im Mittelpunkt. Der zweite Teil hat mir sogar besser gefallen als die Nacherzählung des Trojanischen Pferds aus dem ersten Teil. Falls du dich nur im Mindesten für die griechische Mythologie interessierst, empfehle ich dir diesen kurzweiligen Roman!

 

DIE FRAUEN VON TROJA –TOCHTER DES MEERES| Emily Hauser| 2. (unabhängiger) Teil einer Trilogie| Wilhelm Goldmann Verlag|2019|424 (394) Seiten|12,00€

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