Emily M. Danforth

 3,7 Sterne bei 10 Bewertungen

Alle Bücher von Emily M. Danforth

Cover des Buches Plain Bad Heroines: A Novel (ISBN: 9780062942852)

Plain Bad Heroines: A Novel

 (4)
Erschienen am 20.10.2020
Cover des Buches The Miseducation of Cameron Post (ISBN: 9780062020574)

The Miseducation of Cameron Post

 (4)
Erschienen am 06.12.2013
Cover des Buches The Miseducation of Cameron Post (ISBN: B00D6M5XSS)

The Miseducation of Cameron Post

 (2)
Erschienen am 04.06.2013

Neue Rezensionen zu Emily M. Danforth

Cover des Buches Plain Bad Heroines: A Novel (ISBN: 9780062942852)CelinaSs avatar

Rezension zu "Plain Bad Heroines: A Novel" von Emily M. Danforth

Ein außergewöhnliches Buch
CelinaSvor 10 Monaten

In meiner ganzen Lese-Historie habe ich niemals ein Buch wie "Plain Bad Heroines" gelesen! Das Buch (von Mary McLane) im Buch (von Merritt Emmons) im Buch ist ein Plot, den ich bisher noch nie gelesen habe. Das hätte leicht verwirrend werden können und ich muss ehrlich zugeben, dass ich dieses Buch vor allem lesen wollte, weil es sich um ein queeres Buch handelt.

Letzteres ist es auf jeden Fall. Es gibt sehr viele homo- und bisexuelle Menschen im Buch. Besonders gut haben mir dabei die Liebespaare der Vergangenheit, also im Brookhant von 1902, gefallen. Viele von uns vergessen gerne, dass Queerness keine moderne „Erfindung“ ist. Es gab schon immer Menschen, die nicht heterosexuell waren, die nicht cis waren. Emily M. Danforth stellt das gut dar.

Das Buch war auch nicht verwirrend, wie von mir befürchtet. Zu Beginn eines jeden Kapitels wird fett hervorgehoben, aus wessen Sicht berichtet wird. Vergangenheit und Gegenwart knüpfen zudem überraschend nahtlos aneinander an. Außerdem wird Mary McLanes Buch nur in Auszügen in Plain Bad Heroines eingebaut, sodass keine dritte Handlung eröffnet wird.

Gut gefallen hat mir, dass das Buch wie ein Sachbuch geschrieben ist, man könnte meinen, man hält eine Biografie in Händen. Unterstrichen wird dies einerseits durch den etwas distanzierten Schreibstil. Die Erzählerin hat sowohl den Leser*innen als auch den Heldinnen des Buchs einiges an Wissen voraus und erzählt das Buch so, wie ich eine Geschichte erzählen würde, die ich zwar interessant finde, die mich aber nicht persönlich betrifft.

Noch viel mehr als das, lassen die Fußnoten das Buch wie ein Sachbuch wirken. Teilweise handelt es sich dabei um (fiktive) Quellenangaben, manchmal werden Aussagen im Buch weiter ausgeführt.

Toll geschrieben war auch die Dynamik zwischen den Personen, also einerseits zwischen Merritt, Audrey und Harper und andererseits zwischen den Personen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Durch diese Dynamik und den Schreibstil war ich als Leserin permanent „on edge“. Die ganze Zeit rechnete ich damit, dass etwas Furchtbares passieren würde.

Für dieses Buch wünsche ich mir unbedingt, dass es ins Deutsche übersetzt wird. Es ist ein Buch, so anders als alle Bücher, die ich bisher gelesen habe. Dass es noch dazu sehr queer ist, macht es umso besser. Also: lest dieses Buch!

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Cover des Buches The Miseducation of Cameron Post (ISBN: 9780062020574)Schlehenfees avatar

Rezension zu "The Miseducation of Cameron Post" von Emily M. Danforth

Geht unter die Haut
Schlehenfeevor 8 Jahren

Cameron ist 12, als sie bei einer Übernachtung ihre beste Freundin küsst. Am nächsten Tag erhält sie die Nachricht, dass ihre Eltern tödlich verunglückt sind. Ihr erster Gedanke: Erleichterung, dass sie nichts von ihr und Irene erfahren werden.
Camerons religiös-konservativeTante Ruth übernimmt das Sorgerecht, ohne zu ahnen, dass ihre Nichte lieber Mädchen als Jungs mag. Cameron verheimlicht ihre Vorlieben, weil Homosexualität im ländlichen Montana Anfang der Neunziger Jahre als Krankheit gilt, die sie zu einer ausgestoßenen Sünderin machen würde.
Als Cam sich in eine neue Mitschülerin verliebt, fliegt sie auf und wird von ihrer Tante in eine ultrareligiöse Schule namens „God's Promise“ geschickt, um sie von ihrer Homosexualität zu „heilen“.

In Emily M. Danforths Roman geht es nicht nur ums erwachsen werden, sondern auch um das Finden einer eigenen sexuellen Identität in einer intoleranten Umgebung.
Die Autorin beschreibt vor allem zu Beginn die heißen Sommertage in Miles City, Montana, so atmosphärisch, dass man denkt, selbst dabei zu sein. Auch der Zeitgeist der 80ziger, 90ziger Jahre wird sehr gut in die Handlung mit eingebracht.

Der Charakter der Cameron gefiel mir sehr gut. Sie ist ein normaler Teenager, halt nur mit anderen sexuellen Vorlieben, die sie mit dem Leser entdeckt. Sie versucht, mit dem Verlust der Eltern klarzukommen, ist unsicher, schaut sich viele Filme an, klaut schon mal in Geschäften, raucht Marihuana und hängt mit Freunden in einem verlassenen Krankenhausgebäude herum, während sie heimlich in Coley verliebt ist und versucht, herauszufinden, was das eigentlich bedeutet.
Die Gratwanderung, auf der sich Cameron befindet, wird sehr gut dargestellt.

Die Institution „God's Promise“ kam mir zunächst nicht so drastisch vor, wie ich vermutet hatte. Es wird versucht, die Jugendlichen in Gesprächen durch pseudowissenschaftliche psychologische Methoden zu „heilen“ und heterosexuell „umzupolen“. Ich hatte mir krassere Maßnahmen vorgestellt und fand „God's Promise“ recht zahm, bis Cameron nach einem schockierenden Vorfall einem Außenstehenden erzählt, wie sie sich fühlt, dass sie dazu gebracht wird, sich selbst zu verleugnen und zu hassen.

Die einzigen Mankos: Die Handlung zog sich meiner Meinung nach etwas.
Das Ende des Buches ist so offen, wie es nur sein kann. Ich hätte mir noch einen kurzen Epilog gewünscht.

„The miseducation of Cameron Post“ macht nachdenklich und geht unter die Haut. Ein Plädoyer für Toleranz, dessen Handlung zwar vor 25 Jahren spielt, aber so aktuell wie eh und je ist. Ich frage mich, ob es in den konservativen, religiösen Familien in den USA nicht heute noch so zugeht und es Einrichtungen wie „God's Promise“ gibt....

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