Emily Maguire

 4,2 Sterne bei 33 Bewertungen
Autorin von Zähme mich!, Taming the Beast und weiteren Büchern.

Lebenslauf

EMILY MAGUIRE publizierte bisher sechs Romane, unter ihnen der für den Stella Prize und den Miles Franklin Prize nominierten Roman Ein Einzelfall. Darüber hinaus veröffentlichte sie drei Sachbücher. Ihre Artikel und Essays über Sex, Feminismus, Kultur und Literatur finden sich in The Sydney Morning Herald, The Australian, The Observer und The Age. Die australische Autorin arbeitet als Lehrerin und Mentorin für junge, aufstrebende Autor:innen. 2018/2019 war sie Writer-in-Residence am Charles Perkins Centre der Universität von Sydney.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Emily Maguire

Cover des Buches Zähme mich! (ISBN: 9783453675179)

Zähme mich!

(25)
Erschienen am 02.05.2006
Cover des Buches Ein Einzelfall (ISBN: 9783991200185)

Ein Einzelfall

(2)
Erschienen am 01.03.2023
Cover des Buches The Gospel According to Luke (ISBN: 9781852429904)

The Gospel According to Luke

(3)
Erschienen am 15.05.2008
Cover des Buches Taming the Beast (ISBN: 9781781251003)

Taming the Beast

(3)
Erschienen am 09.08.2012
Cover des Buches Gospel According to Luke (ISBN: 9781852429362)

Gospel According to Luke

(0)
Erschienen am 08.03.2007

Neue Rezensionen zu Emily Maguire

Cover des Buches Ein Einzelfall (ISBN: 9783991200185)
renees avatar

Rezension zu "Ein Einzelfall" von Emily Maguire

renee
Ein Mord – ein Einzelfall?!?!

Die 25-jährige Bella Michaels wird in der australischen Kleinstadt Strathdee brutal ermordet. Ein Schock für die Stadt. Ein Schock für ihre Schwester Chris. Die Polizei ermittelt und ebenso interessiert sich die Polizei auch für Chris. Ihr Lebenswandel wird kritisch beäugt. Und nicht nur die Polizei interessiert sich für Chris. Auch die Medien beginnen diesen Mord auszuschlachten und ihren Fokus auf die Schwester zu richten. 

Wem kommt dies bekannt vor? Ja, das ist zwar ein Buch. Aber eigentlich ist dies eine interessante und sehr treffende Gesellschaftskritik.

Und ja, obwohl es ein Mord ist, wird dieser Mord auch irgendwie bagatellisiert. Ein Mord an einer jungen Frau. Ja, hätte sie mal nicht!?!? Schuldzuweisungen an das Opfer aus männlicher Perspektive. Was soll das? Ein bedauerlicher Einzelfall, ein bedauerlicher Mord. Ja, ja. Bla, bla. 

Denn so ist es nicht. Morde an Frauen sind keine Einzelfälle. Gewalt an Frauen nimmt wieder zu. Doch warum ist das so? Ich sage nur dieses wunderbare Patriarchat. Aus der Rippe vom Adam wurde die Eva erschaffen. Ach ne. Also ist die Eva ein Anhängsel des geheiligten Adams. Und genau so wird sie in unseren patriarchal geprägten Gesellschaften auch behandelt. Frauen sind mitnichten gleichberechtigt. Und wenn eine Frau ermordet wird, hat sie wohl Fehler begangen. Sie hat sich mit dem Falschen eingelassen. Sie hat die falsche Kleidung angehabt. Sie hätte nicht allein unterwegs sein dürfen. In einer Burka und mit männlicher Begleitung wäre das also nicht passiert. Afghanistan lässt grüßen. 

Mit den ganzen Medienvertretern kommt auch May nach Strathdee, eine Reporterin einer Boulevard-Website. Sie wittert in dem Mord an Bella ihre Möglichkeit zur angesehenen Kriminalreporterin. Doch von so einer Bezeichnung ist so noch weit weg. Doch sie zeigt Standhaftigkeit. Denn als des Medieninteresse erlischt, keine Einschaltquoten = kein Medieninteresse, ganz egal ob der Fall gelöst ist oder nicht, die Medienvertreter sich also aus Strathdee zurückziehen, bleibt May da, obwohl ihr Chef dagegen ist. May bekommt auch ihren sehnlichst gewünschten Kontakt zu Chris, der bisher leider nicht stattfand, diese Nähe zur Tat lässt dann Veränderungen in May passieren.

Und dieser Einzelfall wird dann doch noch zu etwas Anderem. In der erzählten Geschichte, aber auch in der Art des Erzählten.

Ein tolles Buch! Lesen! Ein Krimi, aber auch viel viel mehr!

Cover des Buches Taming the Beast (ISBN: 9781781251003)
Aurora-Cs avatar

Rezension zu "Taming the Beast" von Emily Maguire

Aurora-C
Rather abusive than erotic

Ich hatte das Buch zufällig gefunden und es hatte mein Interesse geweckt. Aus so einem Genre war es das erste für mich. Ich wollte außerdem auch ein bisschen in die australische Literatur eintauchen.
Das Cover der amerikanischen Version finde ich sehr schön und bin froh, dass - anders als im Deutschen - nicht sofort der falsche Anschein geweckt wird, es handele sich um einen erotischen Roman.

Der Roman ist ein intensives, schockierendes Werk für anspruchsvolle Leser, das die Geschichte der "gestörten" Sarah, ihrer Freunde Jamie und Mike sowie des mysteriösen Mr. Carr erzählt. Eine verhängnisvolle Affäre mit Carr, die in Sarahs Jugend beginnt, zieht sich durch die Erzählung und führt zu vielen Problemen.
Der Schreibstil ist authentisch und emotional, vor allem die Dialoge sind sehr gut ausgearbeitet und wirken echt. Auch gefällt mir, wie Zitate aus Klassikern und Weltliteratur mit eingeflochten sind, das gibt der Geschichte nochmal ihren eigenen Geschmack.
Die Charaktere sind komplex, sodass der Leser eine starke Verbindung zu ihnen aufbaut. An manchen Stellen habe ich Sarah nicht ausstehen können, an anderen wiederum war ich überschwemmt von Mitleid gegenüber ihr. Daniel Carr ist ein Charakter, den man durch die Augen Sarahs kennenlernt. Er manipuliert sie stark, fügt ihr Schaden zu und trotzdem ist sie verliebt in ihn - man kann ihre Beziehung gut mit einer Abhängigkeit vergleichen. Weil das Buch aus Sarahs Sicht geschrieben ist, haben die Leser nur die Eindrücke, die sie in ihren Gedanken oder Handlungen weitergibt. Es ist jedoch einfach zwischen den Zeilen zu lesen und herauszufinden wer ihr denn tatsächlich guttut und wer sie eher untergehen lässt. 

Obwohl das Buch viele sexuelle Themen behandelt, wird es nicht als erotisch im klassischen Sinne wahrgenommen, sondern stellt vor allem Tabus in den Vordergrund. Die Geschichte hinterlässt ein unbefriedigendes, schockierendes Ende, das mich auch noch nach dem Lesen beschäftigt hat.

Insgesamt ist das Buch fesselnd und spannend. Man bekommt Einblicke in die Psyche eines Mädchens, das als Kind missbraucht wurde und welche Folgen das mit sich bringt.
Eine Empfehlung für alle, die düstere, psychologische Romane mögen.

Cover des Buches Ein Einzelfall (ISBN: 9783991200185)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Ein Einzelfall" von Emily Maguire

aus-erlesen
Es sind immer die Einzelfälle, die die Meute anheizen

Strathdee, Australien, irgendwo zwischen Sydney und Melbourne – hier ist alles ein bisschen strathdee. Strathdee-gut, strathdee-lecker, strathdee-hübsch. Mittelmäßig, aber in einer angelegten Skala am unteren Rand der Mittelmäßigkeit. Strathdee-hübsch war auch Bella, 25 Jahre. Sie war es. Denn ist sie tot. Ermordet. Und ihre ältere Schwester Chris sitzt im Polizeiwagen, um die Leiche, auf die die Beschreibung von Bella passt zu identifizieren. Es gibt bessere Gründe chauffiert zu werden, auch in Strathdee.

Chris kann Bella identifizieren. Aber das hilft nun auch nicht mehr. Das macht Bella nicht wieder lebendig. Nate, Chris’ Ex ist zur Stelle. So wie er es immer war, wenn sie ihn brauchte. Und wie es nun mal in Strathdee so ist, zerreißt man sich schon bald das Maul darüber, dass der Ex Nate wieder bei Chris ist. In so einer schlimmen Zeit für Chris. Doch dieses Mal ist er wirklich eine Hilfe. Denn mittlerweile rollt eine Lawine auf das Kaff zu, die gewaltig Staub aufwirbeln wird.

Mit einem Mal – nach einem aufwühlenden Artikel am Tag nach Bellas Auffinden – wird Strathdee zum Mittelpunkt der Welt. Nach und nach tauchen Reporter auf. Die Kameras stehen nicht mehr still. Unzählige mit bunten Senderlogos geschmückte Mikrofone setzen Farbakzente in der Einöde.

Unter ihnen auch May Norman. Die Frau, die die erste Meldung über den Tod einer 15jährigen Pflegerin aus Strathdee abgesetzt hat. Sie war die Erste. Reporter-Ehrgeiz. Und sie will noch mehr Kapital aus ihrer Pole-Position schlagen…

Emily Maguire macht aus einer Mücke einen Elefanten – um im Jargon zu bleiben. Nein macht sie natürlich nicht! Ein Mord ist immer eine Sensation. Leider auch für die, die damit ihren Lebensunterhalt finanzieren und eigentlich nur unterhalten (und natürlich informieren wollen). Doch in Strathdee ist man auf nichts und niemanden vorbereitet. Bella war ja auch nicht auf ihren Mörder vorbereitet. Das Kaff ist so elend langweilig, dass sogar das wiedermalige Zusammensein von Chris und Nate eine Sensation ist. Bellas Tod rückt immer weiter in den Hintergrund. Bald schon dreht sich alles um den Ort, das ungleiche Paar und … am Rande dann doch wieder um Bellas Tod. Die Heuchelei der einfallenden Heuschrecken ist aber auch eine Chance für den Ort, zumindest für Einige. Der Pub war noch nie so voll. Der Pub, in dem Bellas Schwester arbeitet – Saufabende, die man als Gesprächsrecherche absetzen kann… Der Einzelfall als dauerhafter Fall der Perfidität im freien Fallen in den Abgrund.

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