Emily Marie Lara

 3,2 Sterne bei 86 Bewertungen
Autor*in von Nowhere Heart Land.

Lebenslauf

Emily Marie Lara wurde 1993 in Wuppertal geboren und studierte Germanistik, Romanistik und Kommunikation. Nach einigen Jahren in Großbritannien und Berlin lebt sie inzwischen wieder in Nordrhein-Westfalen. Tagsüber arbeitet sie in der Medienbranche, nachts schreibt sie im Kerzenlicht und auf Papier. 2022 gewann sie den FÖRDERPREIS DER WUPPERTALER LITERATUR BIENNALE.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Emily Marie Lara

Cover des Buches Nowhere Heart Land (ISBN: 9783759600264)

Nowhere Heart Land

(86)
Erschienen am 28.03.2025

Neue Rezensionen zu Emily Marie Lara

Cover des Buches Nowhere Heart Land (ISBN: 9783759600264)
Elina_moros avatar

Rezension zu "Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara

Elina_moro
Leider nicht überzeugend

In diesem Roman wird die Protagonistin Rosa mit vielen Problemen konfrontiert. Sie begibt sich auf die Suche nach sich selbst, nach ihrem Platz in der Gesellschaft. Dafür muss sie erstmal zurück nach Deutschland kommen und ihre Wohnung verkaufen. Sie steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag und denk viel an ihre Mutter. Denn ihre Mutter ist mit 29 Jahren gestorben. Viele ernste Themen der Geschichte, die ziemlich häufig aber zu oberflächlich verarbeitet werden, konnten mich gleichgültig zurücklassen. Die Hauptfigur erscheint verloren und durcheinander zu sein. Ich fand sie leider unsympathisch. Sie hat so viele Gedanken im Kopf und springt von einer Sache zur nächsten ohne die erste zu Ende zu bringen. Der Schreibstil ist flüssig. Vielleicht würde ich mich wagen, irgendwann mal ein anderes Buch der Autorin zu lesen. Dieses aber konnte mich überhaupt nicht überzeugen.

Cover des Buches Nowhere Heart Land (ISBN: 9783759600264)
Mira123s avatar

Rezension zu "Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara

Mira123
Nowhere Heart Land

Auch meinen Freundeskreis hat sie schon erreicht: Die Quarter Life Crisis. Kennen wir doch alle. Einige meiner Freund:innen haben beschlossen, doch nochmal in ein ganz anderes Berufsfeld einzusteigen, einige haben ganz klischeehaft mit dem Rennradfahren und Marathonlaufen begonnen und ich selbst habe nach meiner Hashimoto-Diagnose meine ganze Ernährung auf glutenfrei und zuckerarm umgestellt und habe jetzt einen Buchweizen-Sauerteig namens Herbert daheim. Und ja, ich habe eine emotionale Bindung zu Herbert. Nein, ich will dazu nichts hören (außer, dass Herbert perfekt ist! Das immer gerne!). Daher war ich mir sicher, dass ich mich in diesem Buch bis zu einem gewissen Grad wiederfinden würde.

Rosas Quarter Life Crisis beginnt aber ein bisschen krasser als die der Menschen in meiner Umgebung: Sie prügelt sich mit ihrem Arbeitskollegen. Mit einem blauen Auge und angekratztem Ego flüchtet sie sich danach zurück nach Deutschland, in die Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist. Hier soll sie sowieso einige Angelegenheiten für ihre demente Großmutter regeln, die sie inzwischen seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Macht sie nicht gerne, aber zurück ins Büro kann sie vorerst mal nicht. Zurück in der Heimat wird Rosa aber schnell von ihrer Vergangenheit überwältigt. Ihre Mutter ist früh gestorben, sie selbst im Internat zur Schule gegangen und bei den Großeltern aufgewachsen. Von dieser Kindheit und Jugend ist nicht mehr viel übrig. Der Großvater ist inzwischen ebenfalls tot, die Großmutter schwer dement und das Internat wurde schon während Rosas Schulzeit abgerissen. Und ihre Freundinnen aus dem Internat haben sich im letzten Jahrzehnt auch weiterentwickelt, was Rosa mehr überrascht, als es das meiner Meinung nach tun sollte. Sie haben Kinder, Beziehungen, eine Karriere. Sie sind erwachsen geworden.

Ganz im Gegensatz zu Rosa. Sie schwelgt in Erinnerungen, auch wenn sie sich an vieles gar nicht mehr so wirklich erinnern kann, löst jedes Problem mit Alkohol, verhält sich gegenüber ihrer Schulfreundin Leni übergriffig, was sogar zu rechtlichen Maßnahmen führt. Auf einen Grund für dieses Verhalten wartet man als Leserin vergeblich. Wir folgen Rosa durch ihren trostlosen Alltag, beobachten einen alkoholinduzierten Absturz nach dem anderen und verzweifeln an der Tatsache, dass sie sich auch mit knapp 30 Jahren weigert, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Am Ende blieb ich mit vielen offenen Fragen zurück und war ehrlich gesagt ziemlich unzufrieden.

Leider also keine Leseempfehlung!

Cover des Buches Nowhere Heart Land (ISBN: 9783759600264)
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Rezension zu "Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara

NinaVeronika
Zerfressen von Nostalgie und Trauer

„Nowhere Heart Land“ von Emily Marie Lara, erschienen im Pola Verlag, widmet sich der schmerzhaften Macht der Nostalgie und einer Vergangenheit, die mit ihren gierigen Krallen nach der Hauptfigur greift.

Im Buch begleiten wir Rosa, wie sie in ihre alte Heimatstadt zurückkehrt, um familiäre Angelegenheiten zu klären und dabei gleichzeitig vor ihrem Leben in London flieht. In der Wohnung ihrer dementen Großmutter wird Rosa von Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter, die Zeit im Internat und frühere Freundschaften überwältigt. Zunehmend verliert sie sich selbst und gerät in einen Strudel aus Verzweiflung, Einsamkeit und Hilflosigkeit.

Obwohl der Schreibstil des Buches sehr eigen ist, hat mich die Geschichte schnell in ihren Bann gezogen. Die Erzählweise lebt davon, dass man hauptsächlich Einblick in Rosas Gedankenwelt bekommt. Mit all ihren chaotischen, wirren und teils sprunghaften Gedanken. Auf mich wirkte Rosa stellenweise psychotisch und gefangen in ihren (selbst-)zerstörerischen Tendenzen. Die Ausarbeitung dieser intensiven, beklemmenden Gefühlswelt ist der Autorin wirklich gut gelungen. Besonders bemerkenswert fand ich den Kontrast zwischen der stillen, kleinstädtischen Umgebung und der massiven Turbulenz ihrer inneren Realität. Für mich zeigt sich hier eindrücklich, wie viel in einem Menschen vorgehen kann, ohne dass es nach außen hin erkennbar ist. Die Geschichte ist sehr wirr, und oft habe ich mich gefragt: Was genau ist passiert? Diese Frage wurde nicht vollständig beantwortet, denn viele Dinge bleiben ungeklärt oder nur subtil angedeutet. Das empfand ich insgesamt schon als stimmig, an manchen Stellen jedoch ein wenig zu viel.

Am meisten gestört hat mich allerdings das Ende des Buches. Die Auflösung kam mir viel zu plötzlich. Während die Story zuvor von vielen Ecken und Kanten geprägt ist, wirkt das Ende zu rund. Als hätte man krampfhaft versucht, dem Roman einen positiven Abschluss zu geben. Gerade in Bezug auf Rosas psychisch instabilen Zustand konnte mich das Ende nicht ganz überzeugen, da mir hier eine tiefere Auseinandersetzung und Einordnung gefehlt hat. Der Bruch innerhalb eines Wochenendes von „Ich randaliere im IKEA und zünde fast das Möbelhaus an“ zu „Heute bin ich wieder stabil und nehme mein Leben in die Hand“ war mir zu heftig und unrealistisch.

Insgesamt hat mir der Roman ganz gut gefallen, da er die Verzweiflung der Protagonistin und ihre quälenden Gedanken so intensiv vermittelt, dass ich mit ihr gelitten habe. Ich mochte auch den poetischen, sehr eigenen Schreibstil. Doch das Ende passt für mich leider nicht ganz zu der bis dahin so aufwühlenden Geschichte. 


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