Was mir an dem Buch sehr gefallen hat: Es hat mich eigentlich sofort in seinen Bann gezogen. Denn es ist sehr gut geschrieben, wird nicht langweilig, denn immer wieder wartet eine andere Wendung auf den Leser. Ich muss allerdings sagen, dass ich von Anfang an eine Ahnung hatte, warum Kiano so wütend ist. Natürlich will man den Leser erst in die eine Richtung lenken, aber es wurde für mich ziemlich schnell klar, dass es in eine andere Richtung geht.
Das Buch ist aus fünf Sichten geschrieben, also alle fünf „Freunde“ kommen zu Wort und es springt immer wieder zwischen Gegenwart (beim Krimidinner) und Vergangenheit (beim Festival). Dabei sind die Sichten aus der jeweiligen Ich-Perspektive geschrieben. Ich bin kein Fan von dieser. Klar, man kam insbesondere hier den Figuren sehr nah und hat ihre jeweiligen Emotionen, von denen es sehr viele gab, direkt gespürt. Aber es hat ein komisches Geschmäckle hinterlassen, wenn die Figuren gelogen haben. Das können sie ja den anderen weiß machen, aber nicht sich selbst, wenn sie wissen, dass sie lügen. Sie reden sich zwar gern ein und biegen sich die Wahrheit, wie sie diese gern haben wollen, aber es bleibt ja eine Lüge.
Was mich auch zu den Figuren bringt…
Meine Güte, wenn man solche Freunde hat, braucht man auch keine Feinde mehr. Da frage ich mich, ob die jemals wirklich Freunde waren? Schon in der Vergangenheit waren Einzelne von denen sehr ekelhaft und in der Gegenwart hat sich das nicht viel gebessert.
Zudem, wenn man nur wegen Alkohol, Drogen und Sex zusammenkommt, weiß ich ja nicht, ob das so gesunde Freundschaften sind. Das war teilweise eine Welt, die so weit von meiner Realität weg war, dass ich das zwar fasziniert gelesen habe, aber es nicht nachvollziehen konnte.
Schon allein bei Tristan hätten bei mir so die Alarmglocken gebimmelt, dass ganz weit von den wegwollen würde. Auch Jonathan war das wohl nicht viel besser, aber der hat das wenigstens nicht so raushängen lassen wie Tristan.
Was die Autoren bei diesem Punkt auch gut kannte und warum ich ihren Schreibstil gut fand, dass sie die verschiedenen Perspektiven unterschiedlich klingen ließ. Man hat schon deutlich gemerkt, wann man welche Sicht liest, ohne den Namen lesen zu müssen. Gerade Tristans Sicht war so ekelhaft, den seine selbstgefällige Art, obwohl er doch nur ein armes Würstchen war… boah ne. Da frage ich, wie man es mit dem fünf Minuten aushält.
Zum Ende hin wurde es dann noch einmal sehr dramatisch und es kam eine Wendung nach der anderen. Es hat mir gut gefallen, auch wenn ich schon eine Ahnung hatte, wann die Autorin mich in die Irre führen wollte.
Fazit: Schreibstil und Spannung haben mir sehr gefallen. Es hatte einen hohen Unterhaltungswert. Ich hatte befürchtet, dass es durch die Rollen bei dem Krimidinner verwirrend werde könnte, weil ja alle fünf Figuren nochmal neue Namen hatten. Aber am Ende war das erstens nicht so relevant und zweitens spielte es ab einen gewissen Punkt gar keine Rolle mehr, weil diese sich lieber auf reale Ereignisse konzentriert haben. Die Figuren fand ich sehr schwierig und ihre Welt mit Alkohol und Drogen so fernab meiner Realität, dass ich es nur so hinnehmen konnte. Teilweise war mir das Buch zu vorhersehbar und am Ende wurde es ziemlich wild. Insgesamt aber ein gutes Buch, was von mir 4 Sterne bekommt.
















