Emily Ruskovich

 3.4 Sterne bei 73 Bewertungen
Autor von Idaho, Idaho und weiteren Büchern.

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Idaho

Idaho

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Erschienen am 19.02.2018
Idaho

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Erschienen am 09.09.2019
Idaho

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Erschienen am 16.02.2017

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Rezension zu "Idaho" von Emily Ruskovich

Grausam, idyllisch und menschlich
NeriFeevor 22 Tagen

Idaho ist ein Thriller von Emily Ruskovich, erschienen im Februar 2018 im Hanser Verlag. Die Geschichte thematisiert ein unfassbares Familiendrama im idyllischen Idaho (USA). Die Erzählung spielt sich innerhalb von über fünfzig Jahren ab (1973 bis 2024).

Darum gehts

Jenny und Wade sind seit elf Jahren ein Paar, als sie beschließen ins gebirgige Idaho zu ziehen. Sie genießen die bewaldete, unberührte Natur und die absolute Stille. Nachdem sie einen langen Kinderwunsch hegten, kommt ihre erste Tochter June zur Welt und wenige Jahre später ihr Nesthäkchen May. An einem warmen Frühlingstag des Jahres 1995 passiert das Unfassbare. Jenny hat plötzlich ein Beil in der Hand und nichts ist mehr, wie es war.

Die Hütte, in welcher Wade zuerst mit Jenny und später mit Ann lebt, liegt acht Meilen entfernt den Berg hinab vom nächsten Ort. Die Landschaft ist wunderschön anzusehen, verspricht Ruhe und Entspannung, aber auch radikale Einsamkeit. Im tiefsten Winter, inmitten von Schnee wird es für Wade immer schwerer, seine hochschwangere Frau Jenny ins Krankenhaus zu bringen. Der Schneepflug funktioniert nicht und weit und breit gibt es keine Zivilisation, keine anderen Menschen, keine Nachbarn. Wade aber besorgt zu Fuß Lebensmittel im weit entfernten Supermarkt und es gelingt ihm, einen Landeplatz für Hubschrauber zu schaffen.

In der Forest Service Road Nummer 7846 in Ponderosa, Idaho, ihrem Zuhause, gibt es lediglich ein Funktelefon. Als Leser ist es schwer, sich diesen Lebensbedingungen in der heutigen Zeit anzunehmen. Der Schauplatz bietet die perfekte Kulisse für einen Horror-Streifen und so wird aus der Idylle vorübergehend ein Tatort. Das Geschehene lässt Wade über Jahre nicht los, auch wenn er, durch eine vererbte Frühdemenz immer mehr vergisst. Seine Freundin Ann hilft ihm während seiner Krankheit, wo sie kann und ist entschlossen, dem Unglück aus dem Jahr 1995 auf die Spur zu kommen.

Obwohl die Zeitspanne mehr als fünfzig Jahre umfasst, wird das Lesevergnügen nicht geschmälert. Emily Ruskovich schreibt so einfühlend und emphatisch, dass ihr ganz eigener Stil trotz wechselnder Perspektiven immer erkennbar bleibt. Die vielen Nebenschauplätze intensivieren den fortwährenden Spannungsbogen und lassen den Leser weitere Charaktere und deren Schicksale kennen lernen. Die Autorin vereint große Liebe und tiefe Schuld mit der unfassbaren Schönheit der Natur, welche sie sprachlich so authentisch schildert, dass man sich direkt an den Ort des Geschehens versetzt fühlt.

Anders, als ich zuvor vermutete, geht es nicht um eine Straftat, den Prozess und dem Umgang der Angehörigen damit. Die Tat bildet viel mehr den Rahmen für die vielen miteinander verknüpften Beziehungen. Eine genaue psychologische Aufarbeitung des Geschehenen bleibt jedoch aus. Das mag nicht jedem gefallen, ich allerdings mochte die Art, wie Ruskovich die Geschichte schreibt sehr gerne. Oft mutet das Erzählte sehr poetisch an, was nicht zuletzt an der malerischen Umgebung liegt, welche die Autorin sehr detailliert beschreibt.

Ein wunderschön geschriebener Thriller, der trotz einer grausamen Tat versöhnlich scheint. Der emotionale Sprachstil, welcher frei von Schnörkeleien ist, harmoniert mit seinen traumatisierten und schicksalsgeplagten Figuren. Eines muss man sich nach Idaho jedoch bewusst machen: es bleiben viele Fragen offen.

Vielen Dank dem Hanser-Verlag.

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BeautyBookss avatar

Rezension zu "Idaho" von Emily Ruskovich

Schockierend und unglaublich spannend!
BeautyBooksvor einem Monat

An einem einzigen Tag hat Wade alles verloren, was er liebte. May, die kleine Tochter ist tot, ihre ältere Schwester June verschollen, seine Frau Jenny zu lebenslanger Haft verurteilt im Gefängnis. Und nun raubt eine früh einsetzende Demenz ihm auch die Erinnerung. Bald wird er nicht mehr wissen, welche Tragödie sich an jenem Augusttag im Wald abgespielt hat, wie seine Töchter hießen und seine Frau. Auch Ann, deren Liebe groß und wahrhaftig genug ist, um zu Wade in das schrecklich leere Haus im Bergland von Idaho zu ziehen, wird nie den Hergang der Tat erfahren. Aber mit jedem Tag, den sie mit Wade teilt, begibt sie sich tiefer in die Erkundung dessen, was damals geschehen ist, fügt Bruchstücke und Splitter zusammen und nimmt schließlich Kontakt zu Jenny auf.

Meine persönliche Meinung:
Das Frühjahrsprogramm 2018 war voll von wunderschönen blumigen Covern und irrsinnig schönen Geschichten. So kam es mir jedenfalls vor. Und weil mir dieses blumige Cover auch sofort gefallen und der Klappentext noch dazu richtig toll geklungen hat, musste es sofort bei mir einziehen.

Es blieb nicht lange ungelesen im Regal stehen, da ich so neugierig auf diese Geschichte war. Auf den ersten Seiten merkte ich sofort, dass es sich hier um eine etwas schwerere Kost handelt. Es geht gleich richtig zur Sache und ich war hin- und hergerissen. Ich konnte es nicht mehr zur Seite legen.

Wir haben es hier mit einem einem demenzkranken Mann, namens Wade, zu tun. An einem einzigen Tag hat er alles verloren, was ihm stets wichtig war und er über alles liebte. May, die kleine Tochter ist tot und ihre ältere Schwester June verschwunden. Man weiß anfangs nicht viel und genau deswegen packt es einem so sehr, da man schnellstmöglich die Wahrheit erfahren möchte. Als wäre das nicht schon alles, ist seine Frau auch noch zu lebenslanger Haft verurteilt worden und sitzt somit im Gefängnis. Und nun raubt eine früh einsetzende Demenz ihm auch die Erinnerung. Gott sei Dank hat er Ann, seine neue Liebe, die ihm stets zur Seite steht. Aber auch für Ann ist all dies eine Tragödie, da auch sie nie erfahren wird, was damals tatsächlich im Wald geschehen ist und sie merkt, dass auch Wade all das immer wieder einholt. Wade verändert sich, nicht nur durch seine Demenz und auch Ann wird es bald mit der Angst zu tun haben. Wird Wade bald nichts mehr von dieser Tragödie wissen, die sich an einem flirrenden Sommertag zugetragen hat?

Zwei Mädchen, die spielen, während die Eltern den Pick-up mit Brennholz für den Winter beladen. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand - und von einer Sekunde auf die andere ist die Idylle für immer zerstört. Ein Verbrechen, das lange nicht geklärt werden konnte. So tragisch die Geschichte auch ist, erzählt Emily Ruskovich sie mit so viel Zärtlichkeit und Schönheit. 

Protagonisten die richtig klar und greifbar dargestellt werden. Wade ist ein interessanter Mann, dem ich jedoch von Anfang an nicht wirklich trauen konnte, obwohl er mir auch so unglaublich leid, mit seiner früh einsetzenden Demenz, tat. Seine Frau soll eine Mörderin sein oder war es doch Wade oder jemand ganz anderer? Diese Geschichte hat mich regelrecht vernichtet. Sie hat mich stets auf einen anderen Weg geführt, der oftmals falsch war und ich somit wieder auf eine falsche Fährte gelockt wurde. Ich denke, dass es dort draußen vielen so ging, die dieses Buch gelesen haben. 380 Seiten, die zu schnell durchgelesen waren, was definitiv für die Lektüre spricht. 

Ein Roman, der definitiv auch für mich etwas von einem Thriller hatte. Unglaublich interessant und zugleich schlimm fand ich, einen Einblick in die Krankheit Demenz zu bekommen. Wie schlimm muss es für eine Familie sein, wenn man jemanden pflegen muss, der Demenz krank ist. Mir würde es psychisch wahrscheinlich den Rest geben und das Herz brechen. Wie tapfer und stark man dafür sein muss. Bei Wade erlebt man all die Hochs und Tiefs hautnah mit. 

Ein unglaublich toller Schreibstil, der mich durchwegs fesselte und nicht mehr losgelassen hat. Endlich wieder einmal eine Lektüre, die mich so richtig packen konnte. Ich empfehle es daher immer wieder gerne in der Buchhandlung und bekomme stets sehr viele positive Rückmeldungen, das mich natürlich unglaublich freut. Ein Applaus für Emily Ruskovich: Ich wünsche mir mehr von ihr!

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calimero8169s avatar

Rezension zu "Idaho" von Emily Ruskovich

Zuviel Unwichtiges, zuwenig Wichtiges
calimero8169vor 3 Monaten

Inhalt

Ein flirrender Sommertag, eine Familie im Wald. Zwei Mädchen, die spielen, während die Eltern den Pick-up mit Brennholz für den Winter beladen. Die Luft steht, die Muter hat ein Beil in der Hand - und von einer Sekunde auf die andere ist die Idylle für immer zerstört.

Eindruck

Nie habe ich mich so durch ein Buch quälen müssen wie durch "Idaho". Der Titel, die Aufmachung und die Beschreibung haben mich so neugierig auf  die Geschichte gemacht, doch es hat mich enttäuscht und verwirrt zurück gelassen.

Der Schreibstil steif und distanziert, ständige Zeitsprünge, die mir normalerweise gut gefallen, doch hier haben sie mich immer wieder aus dem Lesefluss gebracht, Nebenstränge die meiner Meinung nach mit der Geschichte nichts zu tun haben und sie auch keinen Millimeter voranbringen und nicht einmal der Ansatz einer Auflösung. Eine Protagonistin, die mir von Beginn an auf die
Nerven ging, weil das Motiv ihres Handels für mich im Dunkeln blieb. 

Die Beschreibungen der Landschaften und die Schwierigkeiten des einsamen Lebens auf dem Berg mit all seinen Widrigkeiten - vor allem im Winter sowie Wades schleichender Verfall konnten mich für sich gewinnen. Das Vergessen, dass durch die schreckliche Krankheit hervorgerufen wird, hat ein beklemmendes Gefühl hinterlassen. 

Fazit

"Idaho" eine Geschichte die mich frustriert zurückgelassen mit der Frage: "Was will mir die Autorin mit dieser Geschichte sagen?"

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Gespräche aus der Community

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abas avatar

"Ich bin hier, weil du nicht hier bist."

Können wir unserem Gedächtnis jederzeit vertrauen? Haben sich alle Ereignisse in unserem Leben so abgespielt, wie wir sie in Erinnerung haben?
In "Idaho" versucht Emily Ruskovich eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Das Ergebnis ist ein sprachgewaltiger Debütroman über die Grenzen des Erinnerungsvermögens und die Macht der Einbildungskraft, und eine faszinierende Studie über menschliche Charaktere.

Der dritte Titel im LovelyBooks Literatursalon entführt den Leser nach Idaho!
Wenn ihr zusammen mit uns eine besondere und exklusive Literaturreise antreten möchtet, dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen.

In unserem LovelyBooks Literatursalon erwarten euch weitere literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben!

Zum Inhalt
Ein flirrender Sommertag in Idaho, USA: eine Familie im Wald, die beiden Mädchen spielen, die Eltern holen Brennholz für den Winter. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand – und innerhalb eines Augenblicks ist die Idylle zerstört. Ist es Gnade, dass der Vater, Wade, langsam sein Gedächtnis verliert? Bald wird er nicht mehr wissen, welche Tragödie sich an jenem Tag abgespielt hat, wie seine Töchter hießen und seine Frau, Jenny, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Auch Ann, die Frau, deren Liebe groß genug ist, um zu Wade in das leere Haus zu ziehen, wird nie den Hergang der Tat erfahren. Aber mit jedem Tag an Wades Seite erkundet sie genauer, was damals geschehen ist, und nimmt schließlich Kontakt zu Jenny auf. Ein atemberaubender Roman über das Unbegreifliche in uns.

Bereit für eine spannende Leseprobe?

Zur Autorin
Emily Ruskovich wuchs im Idaho Panhandle auf dem Hoodoo Mountain auf. Sie gewann den O. Henry Award 2015 und ist Absolventin des Iowa Writers' Workshop. Seit Herbst 2017 lehrt sie an der Boise State University. "Idaho" ist ihr erster Roman.

Möchtet ihr erfahren, was in diesem Wald in Idaho wirklich geschehen ist?
Zusammen mit Hanser verlosen wir 30 Exemplare von "Idaho" unter allen, die sich über dieses spannende Thema im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten.
Möchtet ihr dabei sein? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 25.02. und antwortet auf folgende Frage:

Wie zuverlässig sind unsere Erinnerungen? Habt ihr es schon mal erlebt, dass euer Gedächtnis euch einen Streich gespielt hat? Und wie habt ihr es herausgefunden?

Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier und in unserer Literatursalon-Plauderecke.

* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.


Die Leserunde endet am 09.04.2018.
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