Emily St. John Mandel Das Licht der letzten Tage

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Lovelybooks Bewertung

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Inhaltsangabe zu „Das Licht der letzten Tage“ von Emily St. John Mandel

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

Ein weiterer Roman über die Endzeit der Menschheit. Beim Lesen gibt es Durststrecken in denen nicht viel passiert. Trotzdem lesenswert!

— Sarahamolibri

Beeindruckend zauberhaft

— Gwennilein

Postapokalyptische Geschichte. Guter unaufgeregter Erzählstil. Empfehlenswert!

— Library_Creature

Definitiv nicht meins..

— TintenKompass

Postapokalyptischer Plot, der erst ab der zweiten Hälfte des Romans an Spannung und Emotionen zulegen konnte

— schnaeppchenjaegerin

Ein Buch über die Aopkalypse, sehr ruhig, atmosphärisch und mit sehr viel Shakespeare.

— BluevanMeer

Post-Apokalypse und Gegenwartsliteratur in einem. Perspektivenreich und voller Gesellschaftskritik. Regt zum Nachdenken an: empfehlenswert

— Kalahari

Eine Dystopie, die mich trotz Langatmigkeiten fesseln konnte

— Lyuna

Eines der schönsten und positivisten Dystopien die ich je gelesen habe.

— rallus

Spannende Grundidee mit einigen guten Ideen bei der Ausführung, aber verwirrender und ablenkender Aufbau - solide, aber kein Burner.

— Benni_Cullen

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  • Rezension zu "Das Licht der letzten Tage" von Emily St. John Mandel

    Das Licht der letzten Tage

    Flocke86

    18. October 2017 um 10:38

    Inhalt: Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer. Meinung: Es ist einmal eine andere Dystopie die ich sonst in den Händen halte. Sie ist nicht so typisch wie die anderen, die fast alle nach dem gleichen Schema gehen. Sie ist realistischer. Fühlt sich echter an und lässt einen nachdenklicher zurück. Wird unsere Welt tatsächlich so enden, wenn ein tödlicher Virus die Menschheit dahin rafft? Mendel versteht es großartig, Geschichten real zu erzählen ohne viel Schnick Schnack.  Es ging mehr um das zwischenmenschliche, als um das Virus an sich. Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Die Autorin erzählt das ganze wirklich sehr realistisch und fast so wie ich es mir auch vorstellen würde, wenn die Welt tatsächlich untergehen sollte. Es war mein erstes Buch der Autorin und sicherlich nicht mein letztes. ♥ Fazit: Wunderbar geschrieben, stimmungsvoll, emotional und eine sehr realistische Variante einer Dystopie! Ein Must Read in jedem Fall! :)  

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  • Schade schade !

    Das Licht der letzten Tage

    lesewurm40

    07. October 2017 um 11:56

    Ich habe seinerzeit dieses Buch für die Leserunde gewonnen und auch im Rahmen der Zeitlinie meine Rezession zum Besten gegeben!Nun scheint diese aber abhanden gekommen zu sein....daher nun noch einmal mein persönlicher Eindruck!Ich habe mich wie Bolle auf dieses Buch gefreut und war bis zum Ende des 2.Kapitel auch hin und weg!Dann allerdings war Schluss mit Lustig ! Ich habe es als absolut erschöpfend empfunden ständig zwischen 3 Zeiten hin und her springen zu müssen und daher hatte ich auch das Gefühl , das die Autorin sich hier und da verzettelt hat...auf einmal waren da "logische " Zusammenhänge die aus heiteren Himmel auftauchten! Mal ist der Roman sehr über das Ziel hinausgeschossen und dann wieder sehr hinter seinen Möglichkeiten geblieben!Die Grundidee und der Grundgedanke waren super....mich hat es sehr herausgefordert , es fertig zu lesen! Der Schreibstil ist eigentlich sehr angenehm und leicht...auch das verliert sich wärend des weiteren lesens! Mein persönliches Fazit :auch in stand am Ende im Dunkeln und habe wie die Hauptprotagonisten die kleinen Lichter am Horizont gesehn!Für mich eine herbe Enttäuschung

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  • Beeindruckend zauberhaft

    Das Licht der letzten Tage

    Gwennilein

    04. September 2017 um 18:58

    Wow! Einfach nur Wow! Ich habe mich vollkommen in das Buch verliebt. Es war irgendwie magisch und einfach zauberhaft. Ein düsteres Thema, welches betroffen macht. Scheinbar zusammenhanglose Geschichten, die sich später jedoch alle miteinander verweben. Die liebevoll herausgearbeiteten Details - alles ein echtes Lesevergnügen. Ich war komplett in der neuen Welt versunken und schwebte mit den Figuren von einem Kapitel zum nächsten. Ein Buch, das in Erinnerung bleibt!

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  • Postapokalyptischer Plot . Spannung und Emotionen gab es erst ab der zweiten Hälfte des Romans

    Das Licht der letzten Tage

    schnaeppchenjaegerin

    12. July 2017 um 18:43

    In Georgien bricht eine tödliche Grippeerkrankung aus, die sich als Pandemie schnell bis nach Nordamerika und die ganze Welt ausbreitet. Innerhalb kürzester Zeit sterben die Menschen, die mit den Erkrankten in Kontakt kommen. Den Ausbruch der Katastrophe erlebt der Leser mit Jeevan, einem ehemaligen Paparazzi und Journalist, der gerade noch als Zuschauer im Theaterstück "König Lear" sitzt und miterlebt, wie König Lear, gespielt von Arthur Leander, während der Aufführung an einem Herzinfarkt stirbt. Noch am selben Abend wird ihm von einem befreundeten Arzt empfohlen wegen des Ausbruchs der georgischen Grippe, die Stadt zu verlassen, weshalb er damit beginnt, Lebensmittel zu bevorraten und bei seinem gehbehinderten Bruder einzuziehen. In den Nachrichten erfahren sie, wie sich die Pandemie ausbreitet und letztlich muss sich Jeevan allein auf den Weg in Richtung Süden machen, als die Vorräte zu neige gehen. 19 Jahre später ist die "Symphonie" unterwegs und zieht als Theater-/ Musikergruppe durch verlassene Städte an der Küste der USA. Dort haben sich vereinzelt autarke Gruppen von Menschen zusammengeschlossen, die das Zusammenleben neu organisieren mussten. Ohne die Annehmlichkeiten, an die man sich in der Gegenwart gewöhnt hatte, leben die Menschen jetzt ohne Benzin, Strom etc. wie in vergangenen Jahrhunderten - mit dem Unterschied, dass sie ein anderes, komfortableres, sicheres Leben kennengelernt hatten. Der Roman wechselt zwischen Vergangenheit (vor der Katastrophe) und der gegenwärtigen Situation (knapp 20 Jahre nach der Katastrophe) ab. Beide Erzählstränge sind durch den Comic "Station Eleven", eine Grafic Novel, die die Künstlerin Miranda, die die Ex-Ehefrau von Arthur ist, gezeichnet hat und die Lebensgeschichte des Schauspielers miteinander verknüpft. In den verlassenen Häusern, in denen das Symphonie-Mitglied Kristen einbricht, macht sie sich auf die Suche nach Veröffentlichungen des Comics und nach Presseartikeln über Arthur Leander, mit dem sie als Kinderschauspielerin auf der Bühne stand. Auf dem Flughafen Severn City in Michigan sind kurz nach dem Ausbruch der Katastrophe, als die Grundversorgung zusammengebrochen ist, die Passagiere mehrere Flugzeuge, darunter auch eine der Ex-Ehefrauen von Arthur und sein Sohn Tyler, gestrandet. Sie harren mehrere Tage am Flughafen aus, bis es an Tag 29 ein Pilot wagt, nach Los Angeles abzufliegen. Die restlichen Menschen verbleiben am Flughafen, ernähren sich vom Wild, das sie in den Wäldern jagen und beginnen sich wieder ein zivilisiertes Leben aufzubauen. Es entsteht sogar ein eigenes kleines Museum, wo sie Dinge sammeln, die sie an ihr altes Leben erinnern, aber nun nutzlos geworden sind. Severn City wird die größte Menschenansammlung in Nordamerika werden. Ich hatte mich auf den interessanten Plot dieses Katastrophenromans gefreut, fand die Umsetzung der Erzählung aber unnötig kompliziert und verwirrend und vor allem den Alltag nach der Katastrophe nicht ganz schlüssig nachvollziehbar.Durch die georgische Grippe wurde ein Großteil der Menschheit ausgelöscht. Die Überlebenden werden in Form der "Symphonie" beschrieben, eine Gruppe von (Laien-)schauspielern und Musikern, die durch die USA ziehen und den verbliebenen Bewohnern der Städte ein Stück Vergangenheit durch die Aufführung von Shakespeare-Stücken zurückbringen. Ich habe nicht ganz nachvollziehen können, warum die Menschen es nicht schaffen bzw. gar nicht erst versuchen, wieder eine Infrastruktur aufzubauen und sich damit abfinden, dass sie sich per Pferd fortbewegen und ohne Stromversorgung auskommen. Auch war mir schleierhaft, warum sie sich in Kleingruppen in Tankstellen und Restaurants zusammentun und nicht in ihre Wohnhäuser zurückkehren. Ich musste mich wirklich lange in "Das Licht der letzten Tage" einlesen und ab Seite 200 ziehen sich die Fäden dann auch zusammen, der Roman wird runder und spannender zu lesen. Erst dann kann man auch die große Anzahl von Protagonisten unterscheiden und wie sie miteinander zusammenhängen und mit ihren Schicksalen mitfühlen.Die offenen Fragen und eine Handlung, die nach der Katastrophe immer wieder durch Rückblicken in Arthurs Leben unterbrochen wird und darüber hinaus sich etwas ereignislos in die Länge zieht, störten mich lange in meinem Lesefluss, wobei der Roman in der zweiten Hälfte deutlich an Spannung und Emotionen gewinnen konnte. Der postapokalyptische Plot und die unterschiedlichen Charaktere zusammen mit der melancholische Stimmung hätten durchaus mehr Potenzial gehabt, das die Autorin nicht ganz ausgeschöpft hat. 

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  • Abbruchrezension

    Das Licht der letzten Tage

    Kitsune87

    29. May 2017 um 14:51

    Manchmal gibt es Bücher, die einen in der richtigen Zeit erreichen sollten. Es gibt verschiedene Aspekte die dazu führen können, warum ein Roman gerade nicht richtig ist. Bei „Das Licht der letzten Tage“ war es so, dass mich dieser Roman im Januar aus einer Leseflaute rausholen sollte. Bis ca. zur Hälfte hatte es es sogar hinbekommen, allerdings (und auch leider) so gut, dass ich statt ihn weiter zu lesen, einfach immer weiter zu anderen Büchern gegriffen habe. In dieser Dystopie, die endlich einmal kein Jugendroman ist, bestimmen die Leise Töne und das Zwischenmenschliche. Dieser Umstand hatte mir so gut gefallen. Aber leider wurde ich mich den meisten Figuren einfach nicht warm. Ich brenne darauf zu wissen, wie es ausgeht, kann mich jedoch einfach nicht dazu aufraffen, ihn weiter zu lesen. Der Mittelteil zieht sich und die Figuren sind wie bereits geschrieben, für mich schwer zu greifen. Aus diesem Grunde habe ich beschlossen, ihn nun im Mai endlich abzubrechen, aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder von vorne zu beginnen. Denn eine zweite Chance hat er mit Sicherheit verdient.

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  • Eine düstere Geschichte voller Emotionen

    Das Licht der letzten Tage

    Lyuna

    09. May 2017 um 20:42

    Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen aufgeschlagen - Dystopien gehören zwar zu meinen Lieblingsgenres, doch war ich etwas verunsichert durch die vorangehenden Rezensionen. Allein der Titel hat mich bereits gepackt - aufgrund der Beschreibung habe ich ein düsteres Weltuntergangsszenario erwartet, bedrückend und doch fesselnd. Allerdings mag ich auch offen gehaltene, "alternative" Romane, die nicht der typischen Genre angehören, und so habe ich mich auf das Lesen gefreut.Allein der Titel hat mich bereits gepackt - aufgrund der Beschreibung habe ich ein düsteres Weltuntergangsszenario erwartet, bedrückend und doch fesselnd. Allerdings mag ich auch offen gehaltene, "alternative" Romane, die nicht der typischen Genre angehören, und so habe ich mich auf das Lesen gefreut.Allein der Titel hat mich bereits gepackt - aufgrund der Beschreibung habe ich ein düsteres Weltuntergangsszenario erwartet, bedrückend und doch fesselnd. Allerdings mag ich auch offen gehaltene, "alternative" Romane, die nicht der typischen Genre angehören, und so habe ich mich auf das Lesen gefreut.Die Handlung springt zwischen verschiedenen Zeitepochen hin und her - einerseits 20 Jahre nach der Pandemie, die durch die "Georgische Grippe" ausgelöst wurde, und andererseits an die Zeit vor ihr. U.a. mit Clark durchlebt man die Geschichte kurz vor und während der Katastrophe, während die Hauptperson der beinahe verstorbenen Zivilisation wahrscheinlich Kirsten ist. Die Verbindung zwischen beiden Zeiten bildet dabei Arthur Leander, der Schauspieler, der wenige Stunden vor der Pandemie verstirbt. Im Laufe der Geschichte laufen die Fäden mehr und mehr zusammen, und für mich war die Handlung eigentlich gar nicht verwirrend - entgegen mancher Rezensionen. Die Atmosphäre und der Schreibstil war jedoch der Punkt, der mir am besten gefallen hat.  Das Setting ist kontrastreich aufgebaut; gerade habe ich noch gelesen, wie Arthur zum Schauspieler geworden ist und plötzlich befinde ich mich wieder in einer gnadenlosen Welt, in der um das Überleben gekämpft wird. So konnte das Buch eine andersartige Spannung aufrechterhalten, abgesehen vom ohnehin interessanten Plot. Der Schreibstil ist poetisch, was für mich hervorragend zu einer Dystopie passt. Dennoch passt Mandel sich gut an die actionreichere Szenen an, sodass diese ihre Spannung nicht verlieren. Meine Meinung und Fazit ist etwas zwiegespalten. Die Geschichte ist von keiner von Action geladene Sorte, was ich auch nicht notwendig finde. Auch der andersartige Aufbau empfinde ich als positiv, denn so wollte ich immer mehr über die Personen und ihre Beziehungen zueinander erfahren, doch sind Langatmigkeiten definitiv und vor allem am Anfang des Romans vorhanden, da es mit dem Plot kaum vorangeht. Der Schreibstil ist wie bereits gesagt poetisch, was mir äußerst gut gefallen hat - ich liebe die Metaphern, die ab und zu aufgetreten sind. Es wirft Fragen auf und regt zum Nachdenken an. Und ich glaube, der Mittelpunkt des Romans steht auch eher bei jenen Fragestellungen, als auf einer Apokalypse.  Einen Stern gebe Abzug durch den holprigen ersten Teil, doch aus meiner Sicht hat das Buch die vier übrigbleibenden Sterne verdient. Ich denke, wenn man sich auf diesen Roman einstellt, wird der Lesegenuss nicht fehlen und kann "Das Licht der letzten Tage" empfehlen.

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  • Überleben allein ist unzureichend

    Das Licht der letzten Tage

    rallus

    08. May 2017 um 16:56

    Dystopien sind meist eine düstere Sache. In den dargestellten Endzeitszenarien, sterben erst die Menschen, dann die Hoffnung. Kriege, Hungersnöte, Misstrauen und Überlebenskämpfe prägen die untergegangene Welt. Dunkelheit und Hunger müssen bekämpft werden, die Überlebenden Menschen verfallen in Barbarei, die Kultur versinkt, die Errungenschaften der Zivilisation werden vergessen. Dass es nicht unbedingt so sein muss, zeigt uns Emily St.John Mandel in ihrer wundervollen, lichtdurchfluteten Dystopie Das Licht der letzten Tage. Die Erinnerung an die Vergangenheit ist oftmals verklärt. Das erfahren wir des Öfteren, da wir uns größtenteils an positive Dinge der früheren Tage erinnern können. Viel lieber erinnern wollen. Dem Menschen ist eine wichtige Gabe gegeben: Dinge zu vergessen. Und viel lieber vergisst der Mensch negative Dinge. Das ist auch wichtig, denn die Summe der negativen Erfahrungen würde einem nach und nach die Lust am Leben vergraulen. Pandemien sind ein realistisches Untergangsszenario. Denn noch schlechter als gegen Krieg und Hungersnöte, ist die Menschheit gegen eine tödliche Pandemie gerüstet. Sollte ein tödlicher Erreger auftreten, wäre dieser innerhalb von wenigen Tagen um die ganze Welt gereist. Ein Überleben wäre nur zufällig den Personen vorbehalten die in abgeschotteten Inseln die Pandemie überleben, oder die durch einen Abwehrmechanismus im Körper, zufällig dagegen gefeit sind. Die Auswahl wäre willkürlich und Schicht- und Altersübergreifend. Im Licht der letzten Tage zeigt Emily St.John Mandel retrospektiv die letzten Tage aus Sicht verschiedener Menschen. Die Georgische Grippe reist um die Welt, nach einer Woche senden die Fernsehstationen nur noch Testbilder, nach zwei Wochen fällt die Elektrizität aus. Erst schauen die Menschen verzweifelt ihre leeren Smartphones an, dann blicken sie auf und sehen eine leere Welt. Die Zivilisation wie wir sie kennen, ist zerfallen. „Es war vorbei mit Nationalstaaten, die Grenzen waren alle unbewacht. Es war vorbei mit der Feuerwehr, vorbei mit der Polizei. Es war vorbei mit Straßeninstandhaltungsarbeiten und Müllabfuhr. Es war vorbei mit Raketen, die aus Cape Canaveral, vom Baikonur Kosmodrom, Vom Vandenberg, Plessezk und Tanegashima aus starteten, um sich durch die Atmosphäre ihren Weg in den Weltraum zu brennen. Es war vorbei mit dem Internet. Es war vorbei mit den sozialen Netzwerken, es war vorbei damit, sich durch Litaneien von Träumen und nervösen Hoffnungen und Essensfotos zu scrollen, durch Hilfeschreie und Bekundungen von Zufriedenheit und Update des Beziehungsstatus, mit ganzen oder gebrochenen Herzen daneben, mit Plänen für spätere Treffen, Bitten Beschwerden, Wünschen, Bildern von Babys, die zu Halloween als Bärenverkleidet wurden. Es war vorbei damit, die Leben anderer zu lesen und zu kommentieren und sich dabei ein klein bisschen weniger einsam zu fühlen. Es war vorbei mit der Virtualität.“ Die Menschen sind wieder auf sich zurückgeworfen. Nach Jahren der Verirrung und der Verwirrung macht sich der Rest der Menschheit daran, etwas Neues aufzubauen. Die „Reisende Symphonie“ ist eine Gruppe von Musikanten und Schauspielern, die hauptsächlich Stücke von Shakespeare aufführen. Schon im ersten Kapitel werden wir Zeuge, wie der bekannte Schauspieler Arthur Leander an einem Herzinfarkt auf der Bühne stirbt , bei der Aufführung von King Lear – nur ein paar Tage vor Ausbruch der Grippe. Arthur Leander ist der Mittelpunkt des Buches. Alle dargestellten Menschen haben irgendetwas mit ihm zu tun – und irgendwie ist es auch Shakespeare der hier der heimliche Mittelpunkt ist. Shakespeare als Synonym für das Kreative, das Schöpferische im Menschen. Das Licht, das den Menschen durchleuchten kann. Ungeachtet der Kämpfe und Toten zeigt uns die Autorin immer wieder das Licht, welches noch in der postapokalyptischen Welt oder in der Erinnerung leuchtet. DIe Welt ist zwar ohne Technologie und Medikamente schwieriger geworden und der Tod lauert an jeder Ecke, doch die Menschen bleiben menschlich. Ihr Handeln wird der Gradmesser für die neue Zivilisation. Die Vergangenheit wird verklärt, aber gerade die Verklärung dient als Hoffnung, die Welt wieder neu aufzubauen. Am schwersten haben es die Menschen, die die alte Welt noch besser kennen. Wie halten die Jüngeren diese neue Welt aus? „Wir halten es aus, weil wir jünger waren als du, als das alles zu Ende ging, dachte Kirsten, wenn auch nicht jung genug, um uns an gar nichts mehr zu erinnern. Weil nicht mehr viel Zeit bleibt, weil die Dächer langsam, aber sicher alle einstürzen und bald keines dieser alten Gebäude mehr sicher sein wird. Weil wir immer noch nach der untergegangenen Welt suchen, bevor alle Spuren der untergegangenen Welt verloren sind.“ Auf einem verlassenen Flughafen wird ein Zivilisationsmuseum aufgebaut, eine Zeitung wird erstellt. Das Licht der Menschheit ist nicht erloschen. Am Ende werden Lichter durch ein Teleskop gesehen. Das Licht dient als Hoffnung, als Erwachen der Welt, vielleicht eine neue Welt in der vieles besser wird? Dieses Licht macht das Buch so besonders. Zwar ist unsere Zivilisation sehr verletzlich, aber es besteht immer noch der Wille und die Kraft wieder aufzustehen. Emily St.John Mandel hat eine verzaubernde Art zu schreiben und einen sehr eleganten und kultivierten Stil. Eine der schönsten und auch intelligentesten Dystopien die ich je gelesen habe.

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    • 2
  • Gute Grundidee, sympathische Figuren, aber verwirrender Aufbau

    Das Licht der letzten Tage

    Benni_Cullen

    27. March 2017 um 11:26

    Das Licht der letzten Tage. Wenn das mal kein schöner Titel ist. Hinzu kommt noch ein großartiges, romantisches und dennoch vielsagendes Cover und schon hat man mich. Nach Lesen des Klappentextes musste ich das Buch dann einfach zu mir holen und so kam es bei mir an und wurde quasi sofort begonnen. Ich freute mich auf ein spannendes, packendes und hartes Weltuntergangsszenario, was mich total umhaut und mir den Atem raubt. Bekommen habe ich allerdings etwas völlig anderes - zumindest am Anfang.Die Lektüre beginnt nämlich nicht auf den Straßen eines harten Alltags ohne Strom, fließend Wasser und Essen, sondern ganz zivilisiert in einem Theater. Von dort bekommt der Leser mit, wie sich ein Virus auf der gesamten Welt verbreitet und schließlich auch im Theater ankommt. Plötzlich geht alles ganz schnell: Unser Protagonist Jeevan bekommt von einem guten befreundeten Arzt gesagt, dass es das Virus gibt und er alles daran setzen soll, die Stadt zu verlassen. Doch Jeevan entscheidet sich anders: Er deckt sich mit Lebensmitteln und Wasser ein und geht zu seinem Bruder. Dort verbarrikadieren sie sich und verfolgen über die örtlichen Nachrichten, wie sich das Virus mehr und mehr verbreitet und den Großteil der Menschheit vernichtet.Ich muss sagen, dass ich anfangs etwas orientierungslos durch die Geschichte gegangen bin, denn der Start im Theater, in dem ein Schauspieler an seinem Herzversagen stirbt, ist so völlig anders als erwartet und setzt den Fokus auch auf etwas völlig anderes als auf den Weltuntergang. Und auch auf den nächsten circa 100 Seiten erfahren wir weniger über den eigentlichen Ablauf der Ausbreitung des Virus, sondern mehr über die individuellen Geschichten von Jeevan oder dem Mädchen Kirsten, welche als Kinderschauspielerin im Theater und später als Symphoniemitglied in Erscheinung tritt. Das führt dazu, dass man sehr viel über die Figuren erfährt, allerdings weniger über die übrigen Umstände.Erst ab der Hälfte des Romans geht es dann tatsächlich um die Ausbreitung und die Folgen für die Menschheit, diesmal in Form der Erinnerungen einer Figur, die ich hier nicht näher benennen möchte. Erst ab diesem Zeitpunkt konnte ich dann wirklich ins Buch hinein finden und verstand den Aufbau, den die Autorin verfolgt. Bis dahin, war ich eigentlich immer etwas verwirrt. Ein weiteres tragendes Element ist die oben angesprochene Symphonie. Diese ist quasi ein Wanderzirkus, der nach Ausbruch des Virus durch Amerika reist und verschiedene Theaterstücke und Musikprogramme aufführt. Dabei erfährt man als Leser, wie die einzelnen Städte ihr Zusammenleben neu organisieren und welche teilweise sektenartigen Zusammenkünfte geschlossen werden. Interessant zu lesen, aber auch sehr anstrengend, da sehr viel über die Struktur der Symphonie berichtet wird als über die Missstände des Landes.Trotz dieser Verworrenheit muss ich sagen, dass ein großer Pluspunkt dieses Romans die Figuren sind: Wirklich jede Protagonistin und jeder Protagonist sind sympathisch, bringen einem zum Lachen oder Weinen und präsentieren ihre Gefühlswelt sehr gut und nachvollziehbar. Man fühlt mit und hofft das Beste und möchte unbedingt, dass sich die Personen selbst finden. Denn auch das scheint eine Thematik des Romans zu sein: Wer ist man, wenn alles, was man bisher kannte, verschwunden ist? Wenn man seine Lieben verloren hat und alle festen Anker seines Lebens hinter sich lassen musste? Diese Fragen wirft der Roman auf und beantwortet sie auch teilweise.Mein Fazit:Ich beendete den Roman mit einem gemischten Gefühl, denn einerseits konnte mich das Setting und die Figuren begeistern, andererseits empfand ich den Aufbau des Romans als störend. Denn richtig reingekommen bin ich erst ab Seite 200, bis dahin kämpfte ich mich wirklich durch und konnte die Geschichte nicht wirklich genießen - obwohl mir die Figuren sympathisch waren. Schade, denn die Szenerie und Idee hätte bestimmt mehr hergegeben. Dennoch bin ich besonders mit der letzten Hälfte sehr zufrieden, denn hier kam die Action, die mir bis dato gefällt hatte. Außerdem erfuhr man mehr über die die Umstände und auch zwischen den einzelnen Figuren wurden endlich Parallelen gezogen oder gemeinsame Handlungsstränge entwickelt.Insgesamt ergibt das für mich 3 von 5 Punkten. Die Grundidee und Figuren sind großartig, am Aufbau und der letztendlich Umsetzung scheitert es in vielen Aspekten.

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  • Eindrucksvolle Dystopie zwischen Schönheit und Schrecken

    Das Licht der letzten Tage

    HarIequin

    23. March 2017 um 12:09

    Hätte ich vorher nicht gewusst, dass St. John Mandel’s Roman in Richtung Endzeit-Dystopie geht, hätte ich es in der Buchhandlung vermutlich nicht einmal angeschaut. Für mein Empfinden sieht es zu sehr nach Chick-Lit oder Romanze aus, vor allem kombiniert mit dem deutschen Titel. Glücklicherweise habe ich es mir durch den vorherigen Hype doch gezielt gekauft, denn es ist jetzt schon einer meiner Favoriten in diesem Jahr. Schon in den 1. Satz habe ich mich verliebt: „Der König stand schwankend in einer blauen Lache aus Licht.“ Sprachlich ist der Roman durchweg überragend, die Autorin schreibt sehr zart und melancholisch. Die Geschichte springt zwischen verschiedenen Zeitebenen. Die Zivilisation wurde gröβtenteils durch die Georgische Grippe ausgelöscht und die Überlebenden kämpfen nun in kleinen Gruppen um ihr Überleben. Der Fokus der Gegenwart spielt 20 Jahre nach der Katastrophe und begleitet die sogenannte „Symphonie“, Theaterdarsteller und Orchestermitglieder, die durch das Land fahren und die Kunst so erhalten wollen. Rahmenhandlung der Vergangenheit bildet das Leben des Schauspielers Arthur Leander, der schon wenige Stunden vor der Epidemie stirbt. Er ist der Dreh- und Angelpunkt der Beziehungen zwischen den Charakteren, die man verschachtelt nach und nach erfährt. Die Atmosphäre des Romans lebt von Kontrasten. Auf der einen Seite ist das Setting harmonisch und schön; auf der anderen Seite wieder hart und brutal. Auch ist der Gegensatz durch die Zeitsprünge drastisch, was die Errungenschaften der Zivilisation angeht. Im einen Moment gibt Leander noch pompöse Dinnerparties und ich nächsten jagen die letzten Überlebenden nach Eichhörnchen. Gerade die Zeit nach der Katastrophe war so packend geschrieben, dass man sich als Leser glücklich schätzen kann, wieder in die normale Zivilisation zurückzukehren. Während die Sprache und Atmosphäre für mich den gröβten Teil des Romans ausmachen, ist die Geschichte eher lose geschrieben und man verliert manchmal ein wenig den Faden. Doch obwohl sie nicht im klassischen Sinne spannend ist, konnte sie mich trotzdem von der ersten Seite an begeistern und ich wollte immer mehr über die Charaktere und die neue Welt erfahren. Da ich viele geteilte (und vor allem verhaltene) Meinungen zu „Das Licht der letzten Tage“ gelesen habe, war ich nicht darauf gefasst, wie sehr es mir am Ende gefallen würde. Die Geschichte ist nicht richtig abgeschlossen, was mich persönlich auch nicht stört und ich hätte noch ewig weiterlesen können. Fast wünsche ich mir schon ein Spin-Off dazu; am besten das Comic, das dem originalen Titel „Station Eleven“ seinen Namen gibt und immer wieder erwähnt wird. Obwohl die verhaltenen Meinungen bezüglich Langatmig- und Spannungslosigkeit nachvollziehbar sind, kann ich den Roman nur empfehlen – man muss sich eben darauf einstellen. Wer auf eine actionreiche und abgeschlossene Geschichte hofft, sollte sich besser an eine andere Dystopie halten.

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  • Bestimmt für jeden was, nur nicht für mich

    Das Licht der letzten Tage

    NeylaKunta

    05. February 2017 um 19:09

    Fakten über das Buch: Verlag: Piper Seitenzahl: 416 ISBN: 978-3-492-06022-6 Preis: 14,99€ Lesezeitraum: 22/11/16 - 04/12/16 Kurzbeschreibung Hoffnungsvoll düster, schrecklich zart und tragisch schön Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer. (Quelle) Cover Ehrlich, ich liebe das Cover. Wie könnte ich auch nicht? Die Farben passen perfekt, die klare weiße Schrift und dann die Stadt unten am Buch. Dazu noch mein Lieblingsformat für einen angemessenen Preis: Broschierte Bücher von Piper <3 Die Klappen sind übrigens auch richtig schön gestaltet und um auf den Punkt zu kommen: Würde ich nur danach bewerten müssen: 5/5 ! Handlung Auch wenn das jetzt lang aussieht: Es gibt auch hier keine Spoiler! Also, ehrlich gesagt, kann ich hier nicht so sachlich bleiben wie bei meinen anderen Rezensionen. Leute, ich kann nicht mal richtige Protagonisten benennen! [caption id="attachment_2614" align="alignleft" width="235"] Setting der Handlung (Quelle: Auf's Bild klicken)[/caption] Irgendwie ist diese Geschichte nicht wie erwartet. Der Klappentext ist eigentlich kompletter Mist, denn er stimmt überhaupt nicht mit dem Inhalt des Bucher überein und dadurch hat man dann natürlich ganz andere Erwartungen. Sowas hasse ich ja richtig, denn man entscheidet sich ja auch aufgrund des Klappentextes. Der Inhalt ist mehr als nur frag- und merkwürdig. Anscheinend geht es hier um den Mann, der im ersten Kapitel stirbt. (WAS? Hab ich mich nur gefragt.) Dann hängt irgendwie alles was er gemacht hat zusammen und ebenso die Menschen zu denen er Kontakt hatte. Denn um die scheint sich die Geschichte zu drehen. Das Setting ist das vor einer Grippewelle, die wahrscheinlich 95% der Menschheit ausgelöscht hat, und nach der besagten Grippewelle. Wir erfahren so viel aus so viel verschiendenen Blickwinkeln, dass man eigentlich nur noch verwirrt sein kann. Am Anfang dachte ich mir: Ja, komm. Das wird schon. Das läuft alles sicher irgendwann noch zusammen und wird spannend. Lustig: Das wurde es nicht. [caption id="attachment_2612" align="alignright" width="231"] Leitspruch der Kirsten Raymonde (Quelle: Auf's Bild klicken.)[/caption]   Wir haben die Sichtweisen von: Arthur ( Der Schauspieler der im ersten Kapitel stirbt), Der Fahrenden Symphonie (eine Gruppe von Überlebenden die Musik spielen und Theaterstücke aufführen), Kirsten Raymonde (Sie hatte als Kind Kontakt mit unserem Verstorbenen Arthur), Jeehvan (einem Paparazzi), Miranda (Arthurs erste Frau), Clark (Arthurs bester Freund) und zwischenzeitlich noch ein paar anderen, die aber nur kurz auftreten. Merkt euch das erst alles mal beim Lesen, da wirst du ja irre im Kopf. Und wenn ich jetzt hier irgendwie anfangen würde, den Plot zu erklären, dann würden wir morgen noch hier sein. Sorry Leute, aber es geht irgendwie nur um die Leben die alle geführt haben, aktuell führen oder führen werden. Ist ein bisschen viel, ich weiß. Das ist nicht das was ich lesen wollte oder gar erwartet habe. Die einzigen Sichtweisen die mir gefallen haben waren manchmal die von Kirsten und Clark, Miranda auch manchmal. Achso: Die letzten 120 Seiten waren das Beste am ganzen Buch. Schreibstil Ich mag den Schreibstil von Emily St. John Mandel nicht. Manchmal schon, dann wieder nicht. Er ist viel zu verschachtelt, und das sage ich, jemand, der sowas eigentlich mag. Dann noch vollgepackt mit unnötigen Beschreibungen und Sachverhalten wo ich mir so denke: Ist das ihr ernst? Ehrlich? Er hat mir einfach nicht zugesagt, auch wenn er manchmal irgendwie Gefühl hervorrufen wollte. Dadurch, dass Mandel aber so verwirrend schreibt, war es für mich einfach nicht möglich, etwas zu empfinden. Charaktere Wie ihr ja bereits bei der Handlung gelesen habt, gibt es keine/-n , direkten, Prota über die ich reden könnte. Leider. Viele ihrer Charaktere sind flach und sie versucht ihnen alle irgendeine tragische Geschichte auzuhalsen damit sie uns sympathischer werden. Mir ist bewusst, dass wenn 95% der Menschen tot sind, die restlichen 5% kein gerade glückliches Leben führen. Das ist schon klar. Komm ein Charakter wirkte auf mich real oder auch nur ansatzweiße greifbar. Ich denke auch, dass es schwer ist, so viele Charaktere in einer Geschichte gut darzustellen. Dennoch war alles irgendwie doof. (Ich will ja hier nicht ausfallend werden und dann eventuell noch spoilern.) Für weitere Infos könnt ihr euch übrigens mal diese Website anschauen: Fazit Wer nach einem erwachsenen Endzeit Roman sucht, den man ansatzweiße mit Dystopien vergleichen kann, findet soetwas nicht in Emily St. John Mandels "Das Licht der letzten Tage." Ich empfehle dieses Buch eher an ältere Leser weiter. Die Handlung ist zu verwirrend und komisch, weicht auch sehr of vom Thema ab, die Charaktere sind einfach zu viel um richtig zur Geltung zu kommen und ihr Schreibstil hat für mich alles nur noch schlimmer gemacht. Wieso gebe ich diesem Buch dann 2,5-3 Schlüssel? Tja, ich war überrascht wie sehr bei ihr alles zusammenhing und am Ende eine Geschichte bildete. Dazu kamen Miranda, Kirsten und Clark die die Geschichte mit ihrer Sichtweise um einiges besser gemacht haben. Es ist schon toll, wie sie alles miteinander verbunden hat, das schaffen nicht viele und das schätze ich sehr. (Manchmal mochte ich das Buch. Manchmal.) Anmerkungen Dies ist ein Rezensionsexemplar, welches ich Piper Verlag erhalten habe. Als Gegenleistung lese ich das erhaltene Buch und veröffentliche eine Rezension darüber. (Read-to-Review Basis.)

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  • Das Licht der letzten Tage von Emily St. John Mandel

    Das Licht der letzten Tage

    acityofbooks

    31. January 2017 um 12:11

    € 10,00 [D], € 10,30 [A] Erscheint am 01.02.2017 416 Seiten, Broschur Übersetzt von: Wibke Kuhn ISBN: 978-3-492-31023-9 Klappentext Hoffnungsvoll düster, schrecklich zart und tragisch schön Ein Wimpernschlag, und die Welt ging unter. Eine Pandemie hat fast die gesamte Menschheit dahingerafft, doch selbst zwanzig Jahre danach, geben die Überlebenden nicht auf. Obwohl Tod und Verfall ihre ständigen Begleiter sind, haben sie nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie erinnern sich an all das, was einst so selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass es für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg durch eine leere Welt werden sie von unerschütterlicher Hoffnung geleitet, denn sie wissen: Selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Meinung Fangen wir doch erst mit dem Äußeren an. Das Cover ist einfach wundervoll gestaltet. Die Farben passen sehr gut zusammen und der Farbverlauf ist einfach wunderschön. Dieses Buch würde bei mir ein Cover-Kauf sein, wenn ich es im Laden sehen würde. Der Schreibstil war sehr angenehm und leicht zu lesen. Anfangs kam ich nicht richtig rein, doch das verging dann nach ca. 30 Seiten. Dazu wurde es auch zunehmen spannender. Denn eine Grippe Pandemie bricht aus, wodurch fast 99% der Menschheit ausgelöscht wurde. Man begleitet unterschiedliche Personen durch ihr Leben. Durch Rückblicke erfährt man von den jeweiligen Personen, wie sie ihren Ausbruch erlebt haben und wie sie es geschafft haben, zu überleben - oder auch nicht. All diese Personen sind dazu noch in irgendeiner Weise miteinander verbunden. Allerdings habe ich mich mit den vielen Rückblenden und den vielen unterschiedlichen Personen etwas schwer getan, da es für mich zu viele Geschichten waren. Es war dadurch sehr verwirrend für mich. Fazit Die Story Idee fand ich auf jeden Fall klasse! Dieses Buch hat mich zum nachdenken gebracht. Plötzlich keine elektronische Sachen mehr und vor allem, kein Internet mehr. Wie wäre nun dies für uns in der heutigen Zeit? Ich vergebe dem Buch 4 von 5 Sternen. 1 Stern Abzug, weil es ab und an etwas langatmig und verwirrend war. Nichts desto trotz, ist es ein Buch, das man lesen sollte. Allein nur wegen der Thematik schon. 

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  • Eine Dystopie nach meinem Geschmack

    Das Licht der letzten Tage

    nana_fkb

    28. January 2017 um 16:11

    Klappentext: Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer. [Quelle: www.piper.de] Meine Meinung: Bevor ich überhaupt etwas über den Inhalt rausfinden konnte, war ich vom Cover des Buches so angetan, dass es ganz schnell auf meiner Wunschliste gelandet ist. Vor allem der Farbverlauf und die Farbauswahl haben es mir angetan. Doch auch der Inhalt konnte mich im Verlauf des Lesens überzeugen. Das Buch beginnt an einem beliebigen Tag in Toronto und wir platzen in eine Theateraufführung des Stückes „König Lear“ von Shakespeare. Noch weiß niemand, wie verheerend die kommenden Stunden sein werden. Denn die sogenannte Georgische Grippe kommt schlagartig  und ohne Vorwarnung. Und löscht 99% der Weltbevölkerung aus. Die Welt, mit all ihren Technologien und ihrem lang umkämpften Fortschritt, wird so nicht mehr existieren. Dieser erste Abschnitt fungiert als Ausgangspunkt. Im nächsten Abschnitt „reisen“ wir 20 Jahre weiter und befinden sich im Jahr 20. Die Zeitrechnung ist nun eine Andere. Die Auswirkungen der Grippe waren so einschneidend und für die noch existierende Bevölkerung so unglaublich, dass der Ausbruch der Grippe das Jahr 0 markiert. Die Zeitrechnung beginnt also für die überlebende Bevölkerung wieder von vorn. Denn obwohl sie überlebt haben, heißt es nicht, dass es ihnen gut geht. Mit der Zeit gibt es keine Elektrizität mehr, Lebensmittel werden knapp und verschwinden irgendwann ganz. Die Überlebenden müssen wieder von vorne beginnen. Nur noch mit dem Überresten von alten Gegenständen, die jetzt zum Teil vollkommen anders genutzt werden oder gar unbrauchbar sind. Dieses Buch beschreibt mehr oder weniger drei Handlungsstränge und Personen. Es gibt Kirsten, die gemeinsam mit der sogenannten Fahrenden Symphonie durchs Land reist. Diese Gruppe besteht aus ungefähr 20 Personen. Sie reisen von „Stadt“ zu „Stadt“, inszenieren entweder ein Theaterstück oder geben ein Konzert für die Bewohner und reisen dann weiter. Das machen sie nun schon viele Jahre und dadurch bereisen sie große Teile der noch existierenden Welt. Dann gibt es Clark, der erst recht spät im Buch auftaucht. Er bewohnt mit einer großen Gruppe den Flughafen. Mittlerweile ist er schon 70 Jahre alt, hat also den größten Teil seines Lebens hinter sich. Im Flughafen hat er eine Art Museum aufgebaut, in dem er Gegenstände aus der „alten“ Welt ausstellt und so der jungen Generation, die die alte Welt nicht oder nur ganz kurz kennenlernen durfte, zeigen will, wie es früher auf der Erde aussah und welche Mittel sie hatten. Besonders Themen wie Elektrizität und Kommunikation sind sehr faszinierend. Der Erzähl-Strang von Miranda ist besonders wichtig für dieses Buch. Denn dieser Teil hält die Geschichte zusammen. Sie hat in der alten Welt gelebt und war in dieser Zeit Künstlerin. Sie hat unter anderem eine Graphic Novel entworfen, die Namensgeberin für dieses Buch ist. Mehr will ich gar nicht erzählen  Mir hat vor allem der Schreibstil der Autorin richtig gut gefallen. Normalerweise wäre es kein Buch, zu dem ich direkt greifen würde. Aber trotzdem hat es mich in seinen Bann gezogen. Mandel hat es geschafft, diese Geschichte so spannend zu erzählen, dass ich das Buch in kurzer Zeit gelesen habe. Die einzelnen Kapitel sind nicht nur aus der Sicht unterschiedlicher Personen erzählt, sondern spielen auch in verschiedenen Zeiten. Anfangs hat mich das ein wenig irritiert. Doch dann bin ich recht schnell in diese Art reingekommen und habe sie zu schätzen gelernt. Durch die Rückblicke bekommt der Leser einen sehr viel besseren Einblick in die unterschiedlichen Stränge als bei einer chronologischen Erzählweise. Was mich besonders nachdenklich gemacht hat, ist, dass es trotz des Science Fiction-Charakters sehr wohl soweit kommen kann. Und da ist es besonders interessant zu sehen, wie sich Menschen in diesen Zeiten verhalten und entwickeln. Denn natürlich kam es zu vielen Plündereien, zu großen Problemen und einigen Morden in dieser Zeit. Der Leser erhält einen sehr guten Einblick in diese Zeit und bei einigen Situationen musste ich wirklich schlucken. Ich hätte mir allerdings noch mehr Eindrücke in die Jahre von 0 bis 20 gewünscht. Diese Zeit wurde immer nur kurz angesprochen. Aber besonders die Zeit direkt nach dem Ausbruch der Grippe und der Erkenntnis, dass 99% der Bevölkerung nicht mehr existieren, hätte detaillierter beschrieben werden können.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte DieBerta                                    ---   ?  Punkteeilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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    • 2505
  • Schrecklich schöne Dystopie

    Das Licht der letzten Tage

    Buchperlenblog

    10. January 2017 um 08:51

    Eine Geschichte so erschreckend, mit einer Sprache so wunderschön. Das Licht der letzten Tage ist eines der besten Bücher, die ich zuletzt las. InhaltEs ist das Jahr 20. Wir begleiten eine Gruppe Musiker, die fahrende Symphonie, durch eine Welt, die tot ist. Die Menschheit ist weg, ausgerottet durch eine mutierte Art der Grippe. Binnen weniger Stunden nach der Ansteckung war das Leben für 99% der Weltbevölkerung vorbei. Die fahrende Symphonie fährt seit Jahren an der amerikanischen Küste entlang, besucht versprengte Dörfer und Städchen, in denen die Überlebenden sich zusammengerottet haben. Doch auch in diesen schwierigen Zeiten erheben sich Menschen über Menschen, wollen sie kontrollieren und ihrem Willen unterwerfen. So wie der Prophet, Anführer einer Sekte, dessen Weg die fahrende Symphonie kreuzt und sie so nah an den menschlichen Abgrund bringt. Die Geschichte enthält viele einzelne Fäden, Gegenwart und Vergangenheit, vor der Grippewelle, die erst nach und nach zueinander führen und am Ende zu einem festen Strick werden, der die Geschichte umfasst. Es handelt von Miranda, eine Künstlerin, die während der Geschichte eine Graphic Novel entwirft, die dem Buch auch seinen Titel verlieh. Warum? Das müsst ihr selbst lesen. Doch sei verraten, die Graphic Novel hält alles zusammen. Es handelt auch von Elizabeth Colton und ihrem Sohn Tyler, eines der wenigen Kinder, die die Katastrophe überlebten, von Clark, von Kirsten und Sayid, von so vielen, die es nicht schafften, der Krankheit zu entkommen. Und immer wieder Arthur Leander, ein Schauspieler. Er ist Dreh- und Angelpunkt so vieler Geschichten, so vieler Leben, bewusst und unbewusst.Es handelt von Liebe und Betrug, vom Glauben an Gott, dem Glauben an das Gute im Menschen, an das Schöne auf der Welt, an die Menschheit an sich. MeinungIm ersten Moment wirkt es etwas ungeordnet, Gegenwart und Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. Vor der Grippe, nach der Grippe. Aber das Buch entwickelt sich, alle Geschichten führen zueinander, früher oder später, aber alle Fäden, die die Autorin aufdröselt, führt sie am Ende auch wieder sinnvoll zusammen. Die Sprache ist schön, bildlich, leicht verständlich und doch an manchen Stellen sehr poetisch. Die Geschichte zeigt ein Szenario, welches durchaus real sein kann. Wir kennen alle die Auswirkungen der Pest, der spanischen Grippe etc. Heutzutage könnten sich Epidemien noch schneller zu Pandemien entwickeln. Wie schnell die Menschheit ausgelöscht werden könnte, zeigt dieses Buch eindrucksvoll. Schritt für Schritt erlöscht alles menschliche, alle Errungenschaften der Menschheit. Nur Wenige überleben und müssen sich von nun an ein Leben voller Entbehrungen gewöhnen. Eine der Protagonistinnen stellt sich die Frage, ob es besser ist sich zu erinnern - oder nicht. Ist es besser, in einer Welt aufgewachsen zu sein, die alles hatte und nun bei Null anfängt? Oder ist es besser, kein anderes Leben zu kennen und nicht zu wissen, wieviel verloren ging? Auch, dass sich die wenigen Menschen nach wie vor bekämpfen, ist erschreckend und doch so real. Ich fürchte, sollte es irgendwann so kommen, würde die Menschheit genau so reagieren. Einer gönnt dem anderen nichts, es gibt immer welche, die sich über andere erheben wollen. Das Buch regt hierbei gut zum Nachdenken an. Das Ende ist sehr positiv gestimmt, die Menschheit hat den Glauben an sich selbst noch nicht aufgegeben. Es kann wieder besser werden, und das fand ich besonders schön. FazitWirklich eins der schönsten Bücher in den letzten Monaten - ganz klare Leseempfehlung.

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    • 3
  • Ein etwas düsteres Buch in einem schönen Schreibstil

    Das Licht der letzten Tage

    sydneysider47

    13. October 2016 um 23:51

    Vor einigen Wochen habe ich folgendes Buch zu Ende gelesen Das Licht der letzten Tage der kanadischen Schriftstellerin Emily St. John Mandel Bei diesem Roman handelt es sich um ein Buch, das man dem Genre „Fantasy“ und „Science Fiction“ zuordnen kann. Solche Bücher lese ich sehr selten. Warum mir das Buch trotzdem gefallen hat, liest man jetzt. Nur wenige haben die Georgische Grippe überlebt – oder: die Handlung Der berühmte Schauspieler Arthur Leander erleidet einen Herzinfarkt, als er auf der Bühne steht. Er spielt den König Lear im Elgin-Theater in Toronto (Kanada). Ein Mann, namens Jeevan, versucht, auf der Bühne erste Hilfe zu leisten – aber ohne Erfolg. Arthur Leander stirbt im Alter von 51 Jahren. Er starb zu einer Zeit, als die Welt noch fortschrittlich war, als man von vielen technischen Vorteilen profitierte – dem Internet und dem Telefon beispielsweise. Aber die Georgische Grippe greift um sich – eine Pandemie, die in Europa begann und durch Reisende in alle Länder verschleppt wird. Viele Menschen sterben innerhalb weniger Tage, einen Impfstoff kann man nicht mehr finden. Irgendwann sind 99 Prozent der Weltbevölkerung gestorben – Leute, die noch aus Großstädten vor der Grippe fliehen wollten, sterben in ihren Autos, die in Staus stehen. Leute, die auf Reisen waren, stecken auf Flughäfen fest – denn auf einmal gibt es keine Flüge mehr. 99 Prozent der Weltbevölkerung sind tot – und die Vorteile des technischen Fortschritts sind plötzlich erloschen. Wer kümmert sich um guten weltweiten Internetempfang, wenn die Leute, die diesen ermöglichen konnten, nicht mehr leben? Wer braucht noch soziale Netzwerke, wenn es niemanden mehr gibt, der darin liest, weil es niemanden mehr gibt, die etwas darin schreibt. Ein Prozent der Menschen auf der ganzen Welt haben überlebt. Sie leben verstreut in allen Ländern der Erde und können nicht mehr mit Telefon und/oder Internet in Kontakt treten. Es gibt auch kein Fernsehen mehr, kein Radio mehr, keine Zeitungen, keine Filme. Familien sind verstreut überall auf der Welt, denn man kann niemandem mehr Bescheid sagen, wo man überhaupt ist – und man weiß ja gar nicht, wer von den Familienmitgliedern noch lebt und wer nicht. Man überlebt dort, wo man gerade ist. Einige Leute haben sich beispielsweise auf einem Flughafen niedergelassen. Sie bilden dort im Laufe der Jahre eine Gemeinde, in der auch Kinder geboren werden und darüber unterrichtet werden, wie es früher mal war. Ja, früher, als die Welt noch fortschrittlich war. „Zeit der Wunder“ nennt man das jetzt. Diese Leute ernähren sich von dem Inhalt der Dosen, die sie in den Autos finden, die vor dem Flughafen geparkt sind. Diese Autos braucht niemand mehr, denn Benzin wird nicht mehr verkauft. Wer sollte denn auch Öl fördern und es in andere Länder importieren? Es gibt auch keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. Einer der Menschen auf diesem Flughafen ist Clark. Er war mit Arthur befreundet, und er hat ein Museum eingerichtet, in dem er Dinge zeigt, die man während der „Zeit der Wunder“ benutzte. Smartphones zum Beispiel. Andere Menschen wandern herum. Beispielsweise Kirsten. Als Arthur starb, war sie ein Kind. Sie hat ihn bewundert, sie war mit ihm befreundet. Er schenkte ihr zwei Comicbände, die seine zweite Frau Miranda entworfen und gezeichnet hatte. Nun wandert Kirsten mit einer Gruppe von Leuten durch Kanada. Sie nennen sich „die Symphonie“, weil sie Instrumente spielen können. Weiterhin führen sie Theaterstücke auf, wenn sie Leute treffen, die Theatervorführungen sehen wollen. Auch Jeevan, der Krankenpfleger, der versucht hatte, bei Arthur erste Hilfe zu leisten, nachdem dieser auf der Bühne im Elgin-Theater zusammengebrochen war, ist einer der Überlebenden. Er übt viele Tätigkeiten aus, die einst Ärzte ausübten. Er hat viel auf diesem Gebiet gelernt und Erfahrungen damit. Denn praktizierende Ärzte und Krankenhäuser gibt es nicht mehr. Man erfährt noch von anderen Leuten, die überlebt haben. Einige von ihnen hatten irgendeine Beziehung zum verstorbenen Schauspieler Arthur Leander. Beispielsweise sein Sohn Tyler. Der Roman wechselt zwischen Gegenwarts- und Vergangenheitsschilderungen. Die Zeitrechnung unter den Überlebenden ist übrigens eine andere als die, die wir kennen. Da die Pandemie – also der Tod vieler Menschen durch die Georgische Grippe - ein sehr einschneidendes Ereignis in der Welt war, ist das Jahr, in dem sie stattfand, das Jahr 0. Ein Jahr später, wird „Jahr eins“ genannt, darauf folgt das „Jahr zwei“ und so weiter. Meine Leseerfahrung Normalerweise lese ich weder Fantasy, noch Science Fiction. Ausnahmen gibt es natürlich. So habe ich die „Herr-der-Ringe“-Trilogie gelesen und auch sechs Bände von Harry Potter. Im September 2015 wurde das Buch „Das Licht der letzten Tage“ in einigen Buchhandlungen stark beworben. Auf dem Rückseitentext fesselten mich die Worte „schrecklich zart und tragisch schön“, und deswegen kaufte ich das Buch. Es ist ein oftmals düsteres Buch. Es stimmt traurig und nachdenklich. Dennoch konnte mich die Lektüre auch packen und manchmal sogar faszinieren. Die meisten der geschilderten Charaktere fand ich sympathisch, und ich wollte wissen, was mit ihnen im Laufe des Buches passieren wird. Deswegen habe ich das Buch zu Ende gelesen. Es war leicht und schnell zu lesen. Die Autorin springt zwischen Szenen aus der Vergangenheit und der Gegenwart in dieser trostlosen Welt, in der so viele Leute nicht mehr am Leben sind, hin und her. Die Beschreibungen von Charakteren und Landschaft sind fesselnd – ich konnte mir alles, auch wenn es zum Glück so in der Realität nie passiert ist, sehr gut vorstellen. Arthur Leander ist ein Symbol für eine Welt voller Wunder, die einst existierte. Hauptpersonen in dem Buch sind Menschen, die in ihrem Leben mit ihm zu tun hatten. Einige von ihnen haben die Georgische Grippe überlebt – sie wandern durch die Welt so wie Kirsten. Oder sie wohnen in einem ehemaligen Flughafen wie Clark. Jeder versucht, mit der Situation, in der sie oder er steckt, fertig zu werden. Die Welt ist trostlos – aber nicht hoffnungslos. Man kann überleben, aber es gibt auch Situationen, in denen man sich mit einer Waffe – beispielsweise einem Messer – verteidigen muss. Ein Prophet taucht immer wieder auf in der Handlung. Ich finde ihn unsympathisch. Er nimmt sich das Recht heraus, Frauen zu vergewaltigen, und seine Anhänger morden auch, wenn sie es für nötig erachten. Der Schluss des Buches war für mich teilweise vorhersehbar, teilweise nicht. Auf jeden Fall war das Leseerlebnis sehr interessant – ich habe das Buch – im Gesamten gesehen - gern gelesen und wollte wissen, wie es weitergeht, auch wenn die Situation mancher Charaktere sehr trostlos war. Mein Fazit „Das Licht der letzten Tage“ ist ein gut zu lesender Zukunftsroman über Menschen, die eine Pandemie überlebt haben und versuchen, in einer Welt, in der es keine technischen Wunder, wie wir sie kennen, mehr gibt, weiterzuleben. Irgendwie. Die Lektüre des Buches hallt nach – sie brachte mich zum Nachdenken. Ich fragte mich schon: „Wie würde ich reagieren, wenn ich in eine solche Situation im Leben käme?“ Das Buch schockiert und rüttelt auch auf. Deswegen würde ich das Buch auch nur erwachsenen Lesern empfehlen. Ich bewerte es mit vier Sternen. Einen Stern habe ich wegen des Schlusses, den ich nicht als ganz „rund“ (gelungen) empfinde, abgezogen. P.S.: Diese Rezension habe ich bereits vor einigen Monaten bei Ciao.de und im Buchblog der „Verrückten Leseratten“ veröffentlicht.

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