Emily Wu

 4.3 Sterne bei 26 Bewertungen

Lebenslauf von Emily Wu

Emily Wu, Jahrgang 1958, wuchs zunächst in Hefei, dann in einem Dorf in der Provinz auf, wohin sie mit ihrer Familie zur "Umerziehung unter Bauern" verbannt wurde. 1981 wanderte sie in die USA aus, wo sie Anglistik studierte und Erzählungen publizierte. Sie ist freie Schriftstellerin und lebt mit ihren beiden Kindern in Cupertino, Kalifornien.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Emily Wu

Cover des Buches Feder im Sturm (ISBN: 9783455850963)

Feder im Sturm

 (26)
Erschienen am 22.07.2013
Cover des Buches Feather in the Storm (ISBN: 9780307276629)

Feather in the Storm

 (0)
Erschienen am 08.01.2008

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Rezension zu "Feder im Sturm" von Emily Wu

Eine ganze Nation im Wahn(sinn)
GrauerVogelvor 10 Monaten

Emily Wu, geboren als Wu Yimao, wuchs in China zur Zeit Maos auf und schildet eindrücklich den alltäglichen Wahnsinn. 

Familien werden in rote und schwarz, gut und schlecht, aufgeteilt. Ihr Vater, ein hochstudierter Mann, wird mit seiner Familie als Rechtsabweichler eingestuft, weil er einige Jahre in den USA studierte. Immer wieder stürmen die Roten Garden die Wohnung, immer wieder erfährt er öffentliche Demütigungen und soll Dinge gestehen, die er nicht getan hat. Er bekommt erst immer weniger Gehalt und verliert dann seine Stelle ganz.

Yimao wird in der Schule von Mitschülern drangsaliert. Schließlich bringt die Kulturrevolution den Schulbetrieb zum Erliegen und die Familie wird wie viele andere aufs Land verbannt, wo sie unter schwierigsten Bedingungen leben müssen.

Diese Biografie schildert sehr eindringlich, wie ein einzelner Mann die Massen manipulierte und eine ganze Nation im totalen Wahnsinn versank. Für jemanden, der in Freiheit und politischer Ruhe aufgewachsen ist, sind viele Dinge nahezu unvorstellbar. Und gleichzeitig ist Emily Wu eine unglaublich starke und beeindruckende Frau, die sich ihren Weg in ein besseres Leben gebahnt hat.

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Rezension zu "Feder im Sturm" von Emily Wu

Ein erschütterndes Zeitzeugnis
sursulapitschivor 2 Jahren

Feder im Sturm ist meine Geschichte und die meiner Familie. Aber es ist auch die Geschichte von Millionen Kindern wie mir, deren Geschichte niemals erzählt wurde und die wie ich das Unglück hatten, in eine Zeit revolutionärer Umwälzungen voller Brutalität und Unmenschlichkeit hineingeboren zu werden.“
 
Das sagt Emily Wu in ihrem Nachwort. Sie hat die komplette chinesische Kulturrevolution miterlebt. Anfang der 60er Jahre war sie ein kleines Mädchen, Tochter eines Literaturprofessors und einer Lehrerin und entstammte damit einer „schwarzen Familie“, einer Familie, die in den Augen der Kommunisten Maos ganz besonders suspekt ist. Intellektuelle fügen sich nicht einfach ins System, sind per se Konterrevolutionäre noch dazu handwerklich ungeschickt und unproduktiv, so die Meinung des neuen Regimes, das deshalb mit unglaublicher Willkür alle Intellektuellen diskriminierte. Sie verloren zuerst ihre Arbeit, dann ihr Selbstbestimmungsrecht, wurden wahllos interniert, schikaniert oder deportiert, zur Landarbeit Bauern unterstellt, damit sie arbeiten lernen. Wie Federn im Sturm waren  sie hilflos den Gegebenheiten ausgeliefert. 

Emily Wu erzählt, was sie erlebt hat, wie sie als Kind immer wieder von ihren Eltern getrennt wurde, was ihre Familie und ihre Freunde erleiden mussten, nur weil sie gebildet waren. Manch einen hat die Situation in den Selbstmord getrieben.

Dieses Buch ist ein erschütterndes Zeitzeugnis, das sich leicht liest und das Augen öffnet. Es erzählt fesselnd eine tragische Lebensgeschichte und erklärt gleichzeitig das chinesische Weltbild der Kulturrevolution auf äußerst plastische Art. Es ist kein Lesespaß, aber wahrhaft erhellende Lektüre. 

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Rezension zu "Feder im Sturm" von Emily Wu

Eine schwere Kindheit im Sturm der Kulturrevolution
sommerlesevor 5 Jahren

Im Roman "*Feder im Sturm*" erzählt "*Emily Wu*" von ihrer Kindheit in China. Das Buch erschien 2009 im "*Knaur Verlag*".


Emily Wu ist noch ein Kind, als Maos Kulturrevolution ihre Welt ins Chaos stürzt. Als Tochter eines Professors muss sie Unvorstellbares miterleben: Ihre Familie und auch sie selbst sind immer wieder Repressionen und Demütigungen ausgesetzt. Schikanen, Folter und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung. Doch mit viel Mut und Erfindungsreichtum gelingt es Emily, sich dem Schicksal entgegenzustellen und den täglichen Kampf ums Überleben zu gewinnen.


Diese autobiografische Erzählung einer chinesischen Kindheit, beschreibt die Zeit der "Großen Säuberung" Chinas, bekannter unter dem Begriff Kulturrevolution.

Emily Wu, deren chinesischer Name "Yimao" übersetzt Feder heißt, ist knapp drei Jahre alt, als unter Mao Tse Tung Millionen Menschen in China Not leiden und verhungern. Die benötigten Lebensmittel werden an andere sozialistische Länder verkauft, um mit dem Geld die Kampffähigkeit des Landes auszubauen.

Yimao erlebt mit ihren Eltern und Geschwistern, wie sie von den "Roten Garden" als "schwarze Familie" degradiert werden. Denn ihre Familie hat einen bürgerlichen Hintergrund und wird von nun an von den Kommunisten denunziert, ihrer Güter beraubt, körperlich misshandelt und aufs Tiefste gedemütigt. Die Eltern sind Intellektuelle und ihr Vater hat in Amerika Literatur studierte, damit gilt er als verhasster Spion. Selbst seine eigenen Studenten wenden sich auf einmal gegen ihn. Der Klassenkampf beginnt.

1966 wird die Familie aufs Land verbannt, wo sie unter widrigsten Bedingungen arbeiten müssen und den ungebildeten Bauern ausgesetzt sind. Hier sind Aberglaube und Dummheit perfekte Nährböden für Feindseligkeiten gegen die aufgeklärten Stadtmenschen. Im Namen Maos sind Misshandlungen, Vergewaltigungen und Morde an der Tagesordnung. 

Frauen gelten wenig im revolutionären China, Babys werden getötet und das Land versinkt in einem Alptraum von Gewalt und Leid.

Was in diesem Buch zur Sprache gebracht wird, schockiert, macht betroffen und entsetzt zutiefst. Auch die Autorin Emily Wu brauchte 20 Jahre bis sie ihre schrecklichen Erlebnisse in geschriebene Worte umsetzen konnte.
Sie wanderte 1981 in die USA aus, wo sie Anglistik studierte und Erzählungen publizierte. Sie ist freie Schrifstellerin und lebt mit ihren beiden Kindern in Cupertino, Kalifornien.
Dieses Buch steht in China noch immer auf dem chinesischen Index. Ein Umdenken ist in vielen chinesischen Köpfen nicht erwünscht.

Dieses unglaublich ergreifende Buch mahnt zur Achtung von Leben und Menschenwürde, denn es zeigt wie solche Werte mit Füssen getreten werden. Eine geschichtliche Annäherung an ein trauriges Kapitel in der Geschichte Chinas.

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