Emine Özdamars hochgelobter Roman schafft es meiner Ansicht nach nicht, seinem Anspruch gerecht zu werden. Es überwiegt das naive Handeln der Protagonistin, wodurch die eigentliche Thematik des Kulturaustauschs in den Hintergrund gerückt wird. Sie verweigert sich der Reflexion ihrer Taten, schockt den Leser mit ihrer Vertrauensseligkeit und hindert ihn an jedwedem Identifikationsprozess. Durch ihren ständigen Drang, die Menschen nachzuahmen, entwickelt sie keine eigenständige Identität, was sich insbesondere in ihrer politischen Haltung widerspiegelt. Sie versteht die Inhalte nicht und wendet sie dementsprechend falsch an.
Ich empfehle, sich mit diesem Roman nur auf wissenschaftlicher Ebene auseinanderzusetzen. Als Unterhaltungsliteratur ist er völlig ungeeignet. Leider eine Enttäuschung!
Rezension zu "Die Brücke vom Goldenen Horn" von Emine S. Özdamar

