Emma Braslavsky

 3.9 Sterne bei 34 Bewertungen

Alle Bücher von Emma Braslavsky

Emma BraslavskyLeben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen
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Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen
Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen
 (15)
Erschienen am 11.09.2016
Emma BraslavskyAus dem Sinn
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Aus dem Sinn
Aus dem Sinn
 (8)
Erschienen am 08.05.2008
Emma BraslavskyDas Blaue vom Himmel über dem Atlantik
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Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik
Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik
 (11)
Erschienen am 02.12.2009

Neue Rezensionen zu Emma Braslavsky

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Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen" von Emma Braslavsky

Rette sich wer kann!
Buchstabenliebhaberinvor einem Jahr

"Die Wellen schieben sich in einem chronischen Koitus vor und zurück. Die Mittagssonne stichelt. An einem schattingen Plätzchen zieht sich ein Mensch einen Hut aus Palmenblättern tief ins Gesicht ..."(S. 34)

Was für eine Entdeckung! Emma Braslavsky schreibt köstlich, schreibt frech und hemmungslos, böse und so unterhaltsam, dass ich einfach nur empört war, als ich plötzlich die letzte Seite gelesen hatte. Und wie geht es jetzt weiter?!

Wo ist Jo, wird was aus Jivan und Roana und vor allem, welch Monster wird die Welt erblicken?! Was wird aus dem umkämpften Paradies? Fortsetzung bitte.

Es macht einfach großen Spaß, dem sexbessenen Pärchen Jo und Jivan zuzuschauen, wie sie auf vegetarische tierfreundliche Weltverbesserer machen und große Reden schwingen, und sich heimlich die Steaks reinpfeifen und Haus und Hof verwetten. Schein ist alles!

Oder No und Jule, die Aussteiger, die sich im Paradies zu Tode langweiligen und sich gegenseitig dermaßen auf den Keks gehen - fast war ich versucht, einfach schon mal deren Konversation vorzublättern um zu erfahren, was als nächstes passiert. Die Hölle, das sind nur so lange die anderen, solange andere dafür schuldig gesprochen werden können. Wenn da keiner ist ...

Oder unsere Superphilosophin Roana, die von Papa in der vulkanischen Einöde zur Einsichtsfindung ausgesetzt wird. Die ist noch zu jung für sowas, die düst lieber nach Buenos Aires, um dort obdachlos durch die Gegend zu streunern und sich von allerlei kuriosen Vögeln auflesen zu lassen, buchstäblich für den nächsten Appel und ein Ei. Schließlich hat sie Hunger und ein Dach übern Kopf wäre auch besser. So hangelt sie sich von einem absurden Job zum nächsten, bis sie bei den wunderbaren, Haare sammelnden Wissenschaftlern Natalie und Jakob Oppenheim landet. Diese "arbeiten" am perfekten Menschen, mit dem richtigen Genmaterial, gereinigt und gepimpt gar kein Problem. Ein Träumchen für die naive Roana ...

Keine Sekunde langweilig. Überzogen? Bestimmt, aber mit vielen Körnchen Wahrheit. Es gibt sie, diese Gutmenschen, die hinter der veganen Fassade eine blutige Weste verbergen, die das Wissen und den Größenwahn mit dem großen Löffel gefressen haben und die Tiere für die besseren Menschen halten, also manchmal jedenfalls. Und all die Alltagsmüden, die vom Leben im Garten Eden träumen, nichtsahnend, dass es dort all die liebgewonnenen Annehmlichkeiten der Zivilisation nicht gibt ...

Ein herrliches Buch, mit wilden Geschichten, bemerkenswerten Charakteren und in einer sehr kreativen, originellen Sprache geschrieben. Klug UND witzig, wie ich finde. Bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber so ist es doch immer mit den besonderen Schmankerln.

Kommentare: 1
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fluffywordsblogs avatar

Rezension zu "Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen" von Emma Braslavsky

Emma Braslavsky entzaubert in „Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen“ das Paradies
fluffywordsblogvor einem Jahr

Roana sitzt in Argentinien auf einem Vulkan und langweilt sich. Erleuchtung sollte ihr der Aufenthalt am Ojos del Salado bringen, stattdessen findet sie Steine. Jivan, der Einfachheit halber auch Ivan genannt, sitzt in einem Dönerladen in Berlin und wartet auf den nächsten Bauauftrag, stattdessen darf er auch heute wieder anschreiben.

Roana ist jung, liebt Borges, will die Welt verändern. Jivan hat durch ein paar Jahre mehr auf der Welt schon ein paar Illusionen verloren, sucht sein Glück im Spiel und träumt davon, mit Bunkersystemen die Finanzwelt zu unterwandern. Was eint diese beiden, außer dem spanischen Namen? Emma Braslavsky katapultiert sie in die, vielleicht nicht ganz so weit entfernte, Zukunft und lässt jedem von ihnen einen eigenen Erzählstrang zukommen. Ob sich diese irgendwann kreuzen, ist erst einmal gar nicht so wichtig. Spannend angelegt sind sie beide.

Neben Roana und Jivan bevölkern so viele Figuren Braslavskys Roman, dass ihm ein Personenregister vorangestellt ist. Menschliche Gorillas, Organisatoren einer neuen oder besseren Welt und ein Amateurspiderman tauchen darin auf. Sie alle kämpfen auf ihre Art mit den Bedingungen der Welt, in der sie sich befinden, als N-Global, ein Nachrichtenportal, vielleicht auch das einzige, das noch existiert, die Sichtung einer noch unberührten Insel meldet.

 

Felsen- und Sandzonen gehen ineinander über, in den Pinien und Palmen sitzen Vögel und schauen ungestört in die Brandung. ‚Bitte schön, hier ist eure neue Welt. Dort könnt ihr uns zeigen, wie man besser lebt.‘



Schon kurze Zeit später ist die Insel von Flotten umzingelt, kein Staat gönnt dem anderen den Schritt ins Paradies. Ein etwas eigensinniges Forscherehepaar entwickelt derweil aus Menschenhaar Eizellen und Spermien, um dem neuen Land einen perfekten Menschen zur Seite zu stellen.

Vielleicht liest sich das alles etwas abstrus, etwas radikal, aber Leben ist nun mal keine Art, mit einem Tier umzugehen. Jenen Titel leiht sich Braslavsky von Kurt Vonnegut bzw. dem Grabstein seiner Figur Kilgore Trout, den Vonnegut in Anbetracht des Wissens um die Wiederwahl von George W. Bush aus dem Leben scheiden ließ. Der Titel ist bei weitem nicht das einzige, in das die Autorin Gedanken gesteckt hat. Emma Braslavsky hat acht Jahre lang recherchiert, mit Kabbalisten oder Genforschern diskutiert und das geballte Material so ausgezeichnet editiert, dass ganz nebenbei ein bisschen Heideggerterminologie oder Genetikwissen in den Lesenden rutscht.

Für mich bedeutete Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen ein nahezu wahnhaftes Lesewochenende angefüllt mit bleiern-komischen Ideen und bleibenden Bildern. Lesen ist die adäquate Art, mit diesem Buch umzugehen.



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martinsts avatar

Rezension zu "Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen" von Emma Braslavsky

Starkes Buch! Originell und klasse komponiert.
martinstvor 2 Jahren

Empfehle ich uneingeschränkt jedem Abenteurer und Sinnsucher, und vor allem jedem Weltverbesserer. Über den Plot gibt's genug im Netz.

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abas avatar


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