Emma Braslavsky Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik

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Inhaltsangabe zu „Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik“ von Emma Braslavsky

Am Tag nach Breschnews Tod, am 11.11.1982, beginnt wie jedes Jahr zur Stunde 11 die närrische Zeit. Von staatswegen wird allerdings Trauer angeordnet, weshalb schon ein mutiger Narr sein muss, wer sich öffentlich maskiert. Sieben Geschwister von teilweise verschiedenen Vätern sind unterdessen auf dem Weg nach Westthüringen, zur Beerdigung ihrer Mutter Elfriede. Nur der älteste Bruder fehlt - 1972 kam er auf mysteriöse Weise ums Leben. Dennoch scheint er anwesend zu sein, als seine Geschwister die Mutter zu Grabe tragen. Oder ist daran nur die fünfte Jahreszeit schuld? Emma Braslavsky erzählt in ihrem zweiten Roman eine Familiengeschichte, die drei Generationen umfasst und vom preußischen Osten bis ins amerikanische Utah reicht. Über ihre Herkunft wissen die Geschwister nicht viel, die Mutter hat vor allem das Leben der Großmutter tief im Dunkel der Historie vergraben. Mit dieser Ungewissheit gehen Gedächtnis und Identität eine neue, ungewohnte Verbindung ein, und lauter mögliche Variationen über ihr Schicksal umranken im Gespräch der Geschwister den Sarg. Die vielen absurden, traurigen und komischen Lebens- und Todesgeschichten, die zahlreichen Mythen und Legenden fügt Emma Braslavsky geschickt zu einer skurrilen Zeremonie der Erinnerung zusammen.

Erinnert an As I laying dying von Faulkner. Auch wenn die gesplitterte Perspektive manchmal nervt, ist die Geschichte meisterhaft komponiert

— martinst
martinst

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    Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    02. June 2015 um 12:10

    Die Autorin: Emma Braslavsky wurde 1971 in Erfurt geboren und ist heute Autorin und Kuratorin. Ein weiterer Roman von ihr ist "Aus dem Sinn". Sie lebt mit Mann und Tochter in Berlin. Das Buch: Sieben Geschwister von zum Teil unterschiedlichen Vätern beerdigen ihre Mutter und stellen Vermutungen über ihre eigene Familiengeschichte an. Einer der Brüder ist selbst schon tot und kommt dennoch zu Wort. "Ein großes Generationenporträt des 20. Jahrhunderts, angesiedelt an der Schnittstelle von Ost und West, an der Grenze von Leben und Tod", so der Klappentext. Die Kapitel sind alle sehr kurz und in jedem kommt ein anderes der mittlerweile erwachsenen Kinder zu Wort. Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan von kurzen Kapiteln, so kann ich auch zwischendurch mal oder beim Bus- und Bahnfahren ein Stückchen lesen ohne abrupt unterbrechen zu müssen.  Genau deswegen gefiel mir der Aufbau auch so gut. Klar, am Anfang fiel es mir noch etwas schwer, die Geschwister alle auseinander zu halten (7 sind wirklich nicht wenig). Da wäre vielleicht eine Auflistung am Anfang des Buches sinnvoll, um zu wissen, wer ist der Älteste, der Jüngste, wer hat den gleichen Vater, etc? Irgendwann, noch bevor ich die Hälfte gelesen hatte, wurde es immer schwieriger für mich, am Ball zu bleiben. Es dreht sich halt alles darum, dass die Kinder am Sarg de Mutter stehen, sich unterhalten und sich zurück erinnern. Ein kleines Highlight ist da vielleicht noch der Bestatter, ein angeblicher Kapo. Ansonsten wird es aber ziemlich schnell ziemlich langweilig. Ich habe das Buch auch noch abgebrochen, bevor ich die Hälfte der Seiten erreicht hatte. Ich finde, es ist auch einfach zu lang. Etwa die Hälfte der Seiten hätte auch gelangt, denn so viel Spannendes zu sagen haben die Charaktere wirklich nicht. Fazit: Ein interessanter Ansatz, der meiner Meinung nach aber leider völlig unsinnig in die Länge gezogen wird. Nur etwas für Leser mit Ausdauer!

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  • Seltsam

    Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik
    walli007

    walli007

    27. February 2014 um 17:42

    Die Mutter stirbt plötzlich an Herzversagen. Zu ihrer Beerdigung kommen ihre sieben lebenden Kinder zusammen. Der tote Bruder Herbert ist als "Geist" dabei. Er hält die Erzählung beisammen.  Die Geschichte spielt Anfang der 80er Jahre in Thüringen.  Aus verschiedenen Rückblenden erfährt man, dass die Mutter mit ihren Kindern eigentlich nach Westen fliehen wollte. Und knapp vor dem, was später die Westgrenze werden sollte, fand sie Zuflucht in einem kleinen Dorf. Die Kinder wissen nicht allzu viel von der Vergangenheit und jeder malt sich seine eigene Geschichte aus.  Der tote Bruder trägt auch sein Teil bei, am Ende allerdings nicht viel zur Aufhellung.  Etwas seltsam ist auch der jüdische Bestatter, der den christlichen Friedhof nicht betreten will.  Auch der Wunsch der jüngsten Tochter, Katja, nach Amerika zu reisen, kann nur auf sehr eigenartige Weise erfüllt werden. Sie und ihre tote Mutter wollen Mormonen werden und zur Taufe nach Utah reisen.  Es ist etwas schwierig von dem Buch zu erzählen. Es strotzt vor skurrilen Ideen. Dabei ist es flüssig zu lesen. Ich konnte mich gut in die verschiedenen Geschichten hineinfühlen. Allerdings bleibt vieles offen und damit der Phantasie des Lesers überlassen. 

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  • Schon ziemlich meisterhaft komponiert

    Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik
    martinst

    martinst

    21. January 2014 um 12:41

    Hat mich an Faulkners As I lay dying erinnert. Ich fand diese Geschichte sogar besser. Nur ist die ständige Zersplitterung der Erzählperspektive auf eine Geschichte schon manchmal nervig (ich bin da vielleicht auch ein Gewohnheitstier), ich hatte immer mal den Wunsch, in einer Figur zu bleiben, deshalb einen Stern Abzug. Aber das Joycesche Ausmaß, die Geschichten dreier Generationen in einen einzigen, derart grotesken Tag zu packen und dabei noch Situationen zu schaffen, die wie absurde Denkmäler deutscher Kulturgeschichte aussehen, ist schon genial. Wann kommt eigentlich das nächste Buch von ihr?

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  • Rezension zu "Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik" von Emma Braslavsky

    Das Blaue vom Himmel über dem Atlantik
    Gruenente

    Gruenente

    14. February 2010 um 15:38

    Die Mutter von 8 erwachsenen Geschwistern ist gestorben. Alle kommen zum Begräbnis, das äußerst skuril abläuft. So wären da zum Beispiel Cowboy, der Wellensittich, der auf Westernzitate spezialisiert ist, Herbert, der selbst schon seit 10 Jahren tot ist, Günther der als blinde Frau verkleidet von West-Berlin anreist. der jüdische Bestatterder keine Kirchen betritt, herumlaufende Zombies (weil gerade Karneval ist), zwei Mormonen und Esther die 1939 verschwundene Großmutter, die ein seltsames Familiengeheimnis hütet. Alles wird aus dauernd wechselnden Sichten der 8 Geschwister erzählt. Die Klammer herum ist von Herbert gegeben, der so seinen eigenen Tod aufklären kann. Mich konnte das Buch nicht recht fesseln, eine richtige Aufklärung hätte mich vielleicht versöhnt. Es ist aber sehr kurzweilig geschrieben. Das Buch zeigt auf alle Fälle wunderschön, wie durch Überlieferung jeder Mensch seine eigene Familiengeschichte schreibt.

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