Emma Campion

 4.1 Sterne bei 23 Bewertungen
Autorin von Die Vertraute des Königs, A Triple Knot und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Emma Campion

Emma Campion wurde in North Carolina und studierte mittelalterlichen Literatur und Geschichte. Nach dem sie ihr Studium absolviert hatte arbeitete sie eine Zeit lang als Lektorin für wissenschaftliche Publikationen und als freie Schriftstellerin. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann in Seattle und reist regelmäßig nach Großbritannien.

Alle Bücher von Emma Campion

Emma CampionDie Vertraute des Königs
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Die Vertraute des Königs
Die Vertraute des Königs
 (23)
Erschienen am 08.08.2011
Emma CampionThe King's Mistress
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The King's Mistress
The King's Mistress
 (0)
Erschienen am 24.05.2011
Emma CampionA Triple Knot
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A Triple Knot
A Triple Knot
 (0)
Erschienen am 08.07.2014

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Rissas avatar

Rezension zu "Die Vertraute des Königs" von Emma Campion

Der Versuch einer Rehabilitation
Rissavor 3 Jahren

Inhalt
London, 1355: Die Kaufmannstochter Alice Salisbury ist noch ein junges Mädchen, als sie mit dem wesentlich älteren Janyn Perrers, einem Händler mit lombardischen Wurzeln, verheiratet wird. Obwohl diese Ehe arrangiert ist, ist Alice mit ihrem Ehemann sehr glücklich. Doch mit dem sich verschlechternden Gesundheitszustand Isabellas, der Mutter König Edwards III., steigt auch die Gefahr, denn Janyns Familie hütet ein großes Geheimnis, dessen Inhalt Alice unbekannt ist. Um seine junge Frau zu schützen, schickt Janyn sie an den Hof Königin Philippas. Doch Alice möchte nicht von ihrer Familie getrennt sein, geht sie doch ganz in ihrer Rolle als Mutter und Geschäftsfrau auf. Und dann schenkt der König der jungen Frau mehr Beachtung, als er eigentlich sollte…

Meine Meinung
Über die historische Alice Perrers ist wenig bekannt, weder wie alt sie war, als sie in den Dienst des Königshauses getreten ist, noch ob Perrers ihr Mädchenname war oder sie bereits verheiratet war oder welchem Stand sie entstammt. Hier gibt es die unterschiedlichsten Vermutungen. Die Geschichtsschreibung stellt die junge Frau nicht besonders positiv dar, häufig wird sie als machthungrige Person ohne Anstand beschrieben. Mit diesem Roman versucht Emma Campion, sie zu rehabilitieren, indem sie davon ausgeht, dass eine junge Frau im 14. Jahrhundert kaum selbst über ihr Leben entscheiden kann, dass Alice‘ Lebensweg erst von den Eltern, dann von dem Ehemann und später von König und Königin bestimmt wird.
Das hat zur Folge, dass Alice sehr passiv dargestellt wird. Sie kann nicht anders, als alles mit sich geschehen zu lassen, was sie als Ich-Erzählerin gelegentlich noch einmal betont. Dies wird mitunter ziemlich anstrengend, sieht man doch, wie sie immer tiefer in den Strudel hineingerät und nicht in der Lage ist, sich herauszumanövrieren.
Die Gründe, aus denen Emma an den Hof der Königin geschickt wird, erscheinen mir etwas weit hergeholt, wenn auch nicht völlig absurd. Dabei weiß Alice die ganze Zeit, dass es ein Geheimnis gibt, das die Mutter des Königs betrifft, es wird immer wieder davon geredet, doch aufgelöst wird es erst recht spät. Dabei nimmt es über einen nicht geringen Teil des Romans eine wichtige Rolle ein, was mich irgendwann sehr gestört hat. Als dies endlich geklärt war, war der Roman wesentlich weniger anstrengend zu lesen, doch geht es ab diesem Zeitpunkt wirklich hauptsächlich um Alice und ihren Stand am Hof. Politische Ereignisse werden nur erwähnt, wenn sie die junge Frau selbst betreffen, und werden nicht selten nur oberflächlich gestreift. Vorwissen über diese Zeit, über Edwards Mutter Isabella, über Edward und seine Kriege, würde ich auf jeden Fall empfehlen, auch wenn es für die Handlung um Alice selbst nur am Rande wichtig ist.
Obwohl Alice hier selbst als Ich-Erzählerin agiert, hatte ich Schwierigkeiten damit, mir ein Bild von ihr zu machen. Sie stellt sich selbst zu sehr als armes, missverstandenes Mädchen hin, als die perfekte Frau, die immer gehorcht, als dass sie völlig glaubwürdig herüberkommt. Einige der anderen Charaktere waren gut beschrieben, so dass ich sie mir vorstellen konnte, sowohl vom Aussehen als auch vom Charakter her, viele andere sind dagegen sehr schwer fassbar, da sie, wie es bei Romanen in dieser Perspektive nicht ungewöhnlich ist, eher oberflächlich beschrieben werden.
Die Sprache ist zweckmäßig, der Roman ist leicht zu lesen. Einzig irritierend fand ich, dass Titel als Namenszusatz in englischer Sprache belassen wurden, also beispielsweise vom Duke of Lancaster oder von Queen Philippa die Rede ist, doch dann wieder von Herzog und Königin gesprochen wird. Besser hätte mir die konsequente Übersetzung der Titel gefallen.
Ergänzend zu dem Roman findet sich ein recht kurz gefasstes Personenregister, welches die historischen Personen auflistet, zwei grobe Karten über Alice‘ Besitzungen sowie ein Nachwort, in dem die Autorin auf die Person Alice Perrers und ihren Ruf eingeht.

Fazit
Eine andere Sicht auf Alice Perrers, die weitestgehend einen schlechten Ruf hat. Leider kann mich die sehr passive Darstellung der jungen Frau nicht vollständig überzeugen.

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Tigerbaers avatar

Rezension zu "Die Vertraute des Königs" von Emma Campion

Die Vertraute des Königs
Tigerbaervor 5 Jahren

Über die historische Figur der Alice Perres ist relativ wenig bekannt und die Autorin erklärt in ihrem Nachwort, dass sie dieses Buch geschrieben hat, um ihre persönliche Neugier zu befriedigen und um Alice eine Stimme zu geben, die Gelegenheit durch eine andere weibliche Seele zu sprechen.

Dieses Vorhaben ist ihr mit „Die Vertraute des Königs“ aus meiner Sicht durchaus geglückt.
Man lernt Alice im zarten Alter von 14 Jahren kennen und begleitet sie fortan auf ihrem Lebensweg.

Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, die wesentliche Wendepunkte in Alice’s Leben markieren. Jeder Abschnitt beginnt mit einer Art Tagebucheintrag von Alice und als zentraler Punkt findet sich immer die Frage „Wann hatte ich je die Wahl, anders zu sein, als ich war?“.

Diese Frage ist eigentlich Sinnbild der kompletten Handlung. Alice erscheint anfangs als recht naive Person und ihre „Blauäugigkeit“ verliert sie auch nie ganz. So findet sie sich eigentlich immer in der Rolle des „Blattes, das der Wind (die Männer) vor sich her treibt“.

Anfangs bin mit der Figur der Alice nicht sehr warm geworden, sie war mir zu nachgiebig, zu wenig kämpferisch bzw. hat zu schnell - aus meiner Sicht - nachgegeben. Aber eigentlich kann ich ihr das nicht wirklich anlasten, dass ich bisher in meinen historischen Romanen fast überwiegend von starken, kämpferischen Frauen gelesen habe und sie diesem Bild auf den ersten Blick nicht entspricht.

Nach knapp 760 Seiten würde ich Alice’s Frage „Wann hatte ich je die Wahl, anders zu sein, als ich war?“ mit „Du hattest nie wirklich eine Wahl.“ beantworten.
Sie war eine Frau ihrer Zeit und die damaligen Zeiten haben Frauen meistens keine Wahl gelassen. Man könnte auch sagen, Alice hat immer versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen und dafür kann ich sie nur aufrichtig bewundern. Denn genau hierin liegt ihre Stärke und ihr "Kampfgeist".

In ihrem Nachwort schreibt die Autorin „Ich wollte Alice ein Leben gestalten.“ und ich kann mich ihrem Resümee, dass es Alice gefallen hätte, nur anschließen.

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Sanlees avatar

Rezension zu "Die Vertraute des Königs" von Emma Campion

Rezension zu "Die Vertraute des Königs" von Emma Campion
Sanleevor 6 Jahren

"Wann hatte ich je die Wahl, anders zu sein, als ich war?"
Dieser Satz zieht sich durch das gesamte Buch und stimmt einen sehr nachdenklich. Dies ist die spannende Geschichte von Alice Perrers, die manche schon in Rebecca Gablés Warringham Saga kennenlernten. Dort wird die Mätresse Edwards III als durchtrieben und stets auf den eigenen Vorteil bedacht dargestellt, aber in "Die Vertraute der Königin" beschreibt die Autorin Emma Campion auf eine sehr mitfühlende Weise, wie die junge Alice in der von Männern dominierten Welt zu überleben versucht. Besonders toll fand ich Alices Beziehung zur Königin Philippa und auch die Passagen aus dem Lied von Geoffrey Chaucer. Die Autorin beschreibt sehr plastisch und versteht es, die Welt vor dem geistigen Auge lebendig erscheinen zu lassen. Man merkt ihr an, wie viel Recherchearbeit sie geleistet hat und besonders die Einblicke in die Tuchhändlergilden Londons sind sehr interessant. Ein Buch, das ich jedem empfehlen kann, der Bücher in der Art von Philippa Gregory mag.

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