Emma Dabiri

 4,3 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf

Emma Dabiri, geboren 1979, wuchs als Tochter einer nigerianischen Mutter und eines irischen Vaters in Atlanta und Dublin auf. Mit ihrem Debüt Don't Touch My Hair landete sie 2019 auf der Shortlist für den Irish Book Award. Sie schreibt regelmäßig u.a. für den Guardian, die Irish Times und Vice. Dabiri lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in London, wo sie an der Goldsmiths University promoviert hat und als Dozentin an der University of London lehrt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Emma Dabiri

Neue Rezensionen zu Emma Dabiri

Cover des Buches Was weiße Menschen jetzt tun können (ISBN: 9783548066608)
Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Was weiße Menschen jetzt tun können" von Emma Dabiri

Was weiße Menschen jetzt tun können
Elenchen_hvor einem Jahr

In ihrem Essay "Was weiße Menschen jetzt tun können: Von »Allyship« zu echter Koalition" lässt die Autorin und Dozentin Emma Dabiri, in der Übersetzung von Dr. Marion Kraft, ihre Gedanken hin zu einer gerechteren Gesellschaft wandern. Genau diesen Weg zeigt sie präzise auf und macht vor allem eines klar: Weißes "Allyship" und performativer Online-Aktivismus reichen ihr nicht aus. Diese würden vielmehr unterdrückerische Mechanismen wie den White Savior Komplex bestärken und aufrecht erhalten.


Die Autorin plädiert stattdessen dafür, die rassistischen Kategorien "Weiß" und "Schwarz" als Unterdrückungsmechanismen des Kapitalismus zu erkennen, die nur einer (reichen) herrschenden Klasse nützen, die immer mehr Keile in die Gesellschaft treiben möchte, um ihre eigene Macht zu erhalten. Sie wirbt für echte Koalitionen und Verständnis dafür, um es mit ihren eigenen, treffenden Worten zu sagen, dass uns dieser Scheiß eben letztlich alle umbringt.


Emma Dabiri ist in ihrem Essay ein Balanceakt gelungen: Sie kritisiert Formen des Aktivismus, spricht ihnen aber nicht ihren Wert ab, sondern macht vielmehr deutlich, dass eine Konzentration auf kleine Rädchen ohne Bekämpfung des Systems an sich nicht zum gewünschten Ziel, der Lösung von repressiven und klassistischen Denksystemen und einer besseren Welt für alle Menschen, führen kann. In mir hat das Buch sehr viel angestoßen, und mir zahlreiche neue Denkansätze geboten. Besonders toll fand ich zudem das Kapitel über Schwarze Literatur, in dem die Autorin eine Leseliste Schwarzer Schreibender an die Hand gibt.


"Was weiße Menschen jetzt tun können" ist zugleich unangenehm zu lesen, weil es sehr entlarvend ist, andererseits durch seine Kürze und Prägnanz aber auch ein echter Pageturner. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung!

Cover des Buches Was weiße Menschen jetzt tun können (ISBN: 9783548066608)
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Rezension zu "Was weiße Menschen jetzt tun können" von Emma Dabiri

Gemeinsam gegen Rassismus
KateRappvor 2 Jahren

Als Schwarze Irin hat die Autorin ganz besondere Erfahrungen mit Rassismus in und stereotypen gegen Irland gemacht. Sie holt in weitem Bogen aus, um die Aus- und Nachwirkungen des Kolonialismus Englands, der Sklaverei und Rassentrennung in den USA auf die moderne Gesellschaft zu verdeutlichen.


An erster Stelle, so ihre Forderung, sollte die Anerkennung des Rassismus stehen. Kein Leugnen, keine Relativierungen mehr. Man müsse an einem Strang ziehen, um die Situation ALLER Menschen zu verbessern, auch der weißen Unterschicht. Sie weist auf die Heterogenität der unterschiedlich rassifizierten Gruppen hin und wie wenig hilfreich das Fortschreiben des künstlich erfundenen Rassebegriffs sei.

„Was wir hier brauchen, ist weniger ein Verständnis von Intersektionalität der Identitäten als vielmehr von Intersektionalität von Problemen“


Mit Mut und frischer Denke stellt sie Sinnhaftigkeit der Identitätspolitik ebenso in Frage wie die Intersektionalität. Sie zeigt, dass die erlernten Strategien, sich selbst zu definieren wieder nur weisse Kategorien sind. Dass immer neue, kleinere, radikalere Untergruppen, die sich womöglich Konkurrenz machen, das System niemals ändern werden und plädiert dafür, eher die menschlichen Gemeinsamkeiten zu sehen.


Sich durch Lesen schlau machen, zuhören und vor allem umdenken, das System zu hinterfragen, insbesondere den Kapitalismus und das Diktat der europäischen Lehre, das rät sie all ihren weissen Leser*innen.  


Sehr empfehlenswerte Lektüre!


 Aus dem Englischen von Marion Kraft, Ullstein 2022

Cover des Buches Was weiße Menschen jetzt tun können (ISBN: 9783548066608)
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Rezension zu "Was weiße Menschen jetzt tun können" von Emma Dabiri

So wichtig!!!
Nicole_Jaguschvor 2 Jahren

Netgalley eArc

Ich bin so froh, dass ich das Buch angefragt und auch bekommen hatte. Vor allem, dass ich es nicht ewig in meiner Kindle App habe liegen lassen, sondern es auch gleich gelesen habe.

Das Buch ist so wichtig. Und wirklich gut zu lesen, es ist verständlich und es gibt einen mit Zitaten aus anderen Werken, mit Fußnoten, einfach die Möglichkeit noch tiefer in das Thema und die verschiedenen Sichtweisen einzutauchen, so viele Quellen, die man auch noch lesen kann.

Es ist auf jeden Fall eins der Sachbücher, dass mich noch lange beschäftigen und zum Nachdenken anregen wird.

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