Das Wunder

von Emma Donoghue 
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Das Wunder
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Ein interessanter historischer Roman mit Längen

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Ein außergewöhnlicher Roman mit interessanter und vor allem ungewöhnlicher Thematik, der auch durch die Charaktere besticht.

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Inhaltsangabe zu "Das Wunder"

Irland Mitte des 19. Jahrhunderts: In einem kleinen Dorf, dessen Bewohner tief im katholischen Glauben verwurzelt sind, staunt man über ein leibhaftiges Wunder. Seit vier Monaten hat die kleine Anna O'Donnell keine Nahrung zu sich genommen und ist doch durch Gottes Gnade gesund und munter. Die unglaubliche Geschichte lockt viele Gläubige an, aber es gibt auch Zweifler. Schließlich beauftragt man die resolute englische Krankenschwester Lib Wright, das elfjährige Mädchen zu überwachen. Auch ein Journalist reist an, um über den Fall zu berichten. Werden sie Zeugen eines ausgeklügelten Schwindels oder einer Offenbarung göttlicher Macht?
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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783336547883
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Wunderraum
Erscheinungsdatum:13.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    schillerbuchs avatar
    schillerbuchvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein interessanter historischer Roman mit Längen
    Spannend und realistisch, aber nichts für Romantiker*innen!

    Die irische Autorin Emma Donoghue, die mittlerweile in Kanada lebt, beeindruckte mich vor vielen Jahren mit ihrem Roman Raum. In diesem Buch beschreibt sie das Schicksal eines Jungen, der mit seiner Mutter über Jahre hinweg in einem Raum gefangengehalten wird. Der zweite Teil dieses Romans beschreibt den mühsamen Weg zurück in den Alltag, nachdem die Flucht gelungen ist.

    Mir war klar, daß der neue Roman von Emma Donoghue ganz anders sein wird, da er im Irland des 19. Jahrhunderts spielt, aber dennoch wollte ich ihn gerne lesen, um zu sehen, ob es der Autorin erneut gelingt, mich so zu fesseln. Gleich vorneweg gesagt: Jein.

    Zum Inhalt: In einem kleinen irischen Dorf scheint sich ein Wunder zu ereignen: Anna O’Donnell hat seit dem Tag nach ihrem 11. Geburstag vor 4 Monaten keine Nahrung mehr zu sich genommen. Trotzdem geht es ihr gut und sie ist gesund – durch Gottes Liebe und Gnade glauben die Dorfbewohner. Trotzdem gibt es Menschen, die das gerne beweisen möchten, denn wäre das tatsächlich so, könnte dieses Wunder für die kleine Pfarrgemeinde einen großen Aufschwung bedeuten. Deshalb bildet sich ein Kommittee, das die englische Krankeschwester Lib Wright und eine zur Krankenschwester ausgebildete Nonne beauftragt, das Kind rund um die Uhr zu beobachten, um festzustellen, ob das vermeintliche Wunder wirklich eines ist. Lib hat von Anfang an Zweifel an der Geschichte und notiert in ihren Schichten genau, ob und wie sich das Kind verändert. Und nach einigen Tagen, in denen sie keinerlei Hinweis auf einen Betrug feststellen kann, beginnt Anna sich zu verändern und zu verfallen. Lib erkennt mit Entsetzen, daß das Kind beginnt zu verhungern und daß sie und ihre Kollegin durch ihre Beobachtung die Ursache sein müssen.

    Emma Donoghue beschreibt das Leben und den strengen Katholizismus im bettelarmen Irland sehr detailliert und intensiv. Lib ist Engländerin, Witwe und nicht gläubig. Durch ihre Perspektive sehen wir das Dorfleben, die Familiengemeinschaft und die Ergebenheit gegenüber der Kirche. Obwohl es irgendwann offensichtlich ist, daß Anna zu sterben droht, unternimmt niemand etwas, das zu verhindern – das ist Gottes Wille. Als Lib beginnt nachzubohren und irgendwann dem Schwindel, der hinter dem vermeintlichen Wunder steckt, auf die Spur kommt, interessiert das niemanden – nicht die Familie und auch nicht das Kommitee, das letztendlich um sein Wunder und die mögliche Heiligsprechung des Mädchens bangt. In einer leidenschaftlichen Diskussion Lib’s mit den Kommitteemitgliedern offenbart sich deren ganze Bigotterie. Und Lib muss sich entscheiden, ob sie ihren Auftrag bis zu seinem bitteren Ende erfüllen will, oder ob sie einen Ausweg findet, das Kind aus dem verhängnisvollen Geflecht aus Loyalität und Glauben zu befreien.

    Keine Frage, Emma Donoghue kann schreiben und sie nahm mich als Leserin durchaus gefangen, vor allem im letzten Drittel des Romans konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Man merkt, daß sie sorgfältig recherchiert hat und sich mit dem Phänomen der Fastenmädchen intensiv beschäftigt hat. Vor allem die Beziehung zwischen Lib und Anna, die sich von anfänglicher Distanz immer mehr zu einer vertrauensvollen entwickelt, hat mich zunehmend gefesselt. Allerdings war mir manches doch etwas zu detailliert und langatmig, 50 Seiten weniger hätten dem Roman nicht geschadet und seine Dichte erhöhen können. Trotzdem habe ich die Lektüre nicht bereut, denn der Roman zeigt ein realistisches Bild der Zeit, der Macht der Kirche und der Rolle der Frauen.

    Mein Fazit: Das ist ein realistischer, spannender historischer Roman, der unter die Haut geht und nachhallt! Wer gerne romantisch verbrämte Historienromane liest, wird davon enttäuscht sein, aber wer sich wirklich für einen ungewöhnlichen Aspekt des irischen Lebens im 19. Jahrhundert interessiert, wird ihn mit Gewinn lesen!

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    Ambermoons avatar
    Ambermoonvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein außergewöhnlicher Roman mit interessanter und vor allem ungewöhnlicher Thematik, der auch durch die Charaktere besticht.
    Die Wärterin

    Irland Mitte des 19. Jahrhunderts: In einem kleinen Dorf, dessen Bewohner tief im katholischen Glauben verwurzelt sind, staunt man über ein leibhaftiges Wunder. Seit vier Monaten hat die kleine Anna O'Donnell keine Nahrung zu sich genommen und ist doch durch Gottes Gnade gesund und munter. Die unglaubliche Geschichte lockt viele Gläubige an, aber es gibt auch Zweifler. Schließlich beauftragt man die resolute englische Krankenschwester Lib Wright, das elfjährige Mädchen zu überwachen. Auch ein Journalist reist an, um über den Fall zu berichten. Werden sie Zeugen eines ausgeklügelten Schwindels oder einer Offenbarung göttlicher Macht?...(Klappentext)

    ✽✽✽✽✽✽✽✽✽✽

    "Im Hinausgehen warf jeder Besucher ein Almosen hinein.
    Das Balg war offenbar eine ebenso erträgliche Attraktion wie Menhire oder Keltenkreuze."
    (S. 47)

    Es wird hier ausschließlich aus der Sicht der Krankenschwester Lib Wright erzählt.
    Lib ist ein Charakter der keineswegs (von Anfang an) sympathisch ist. Ein überhebliches Frauenzimmer aus der Großstadt mit Vorurteilen gegenüber der ländlichen Bevölkerung und den Iren im Allgemeinen. Des Weiteren ist sie eine Nightingale-Schwester und fühlte sich schon an ihrem vorherigen Arbeitsplatz, einem Londoner Krankenhaus, den anderen Schwestern überlegen. Sie wurde aufgrund dessen auch nicht wirklich gemocht. Dementsprechend überqualifiziert fühlt sie sich, als sie erst bei der Ankunft im Dorf erfährt, dass sie einfach nur als Wärterin für ein kleines Mädchen fungieren soll. Diese Arbeit soll sie sich mit einer zweiten Wärterin teilen und diese ist ausgerechnet eine katholische Nonne.
    Beide wurden sie von einem Komitee einberufen, um diesen Schwindel, bzw. dieses göttliche Mirakel, aufzudecken. Für Lib ist von Anfang an klar, dass es sich hier nur um lächerlichen und fanatisch katholischen Firlefanz handelt, den sie schnell aus der Welt schaffen würde. Doch das erweist sich wesentlich schwieriger als gedacht.

    "Wie kamen sie bloß darauf, ein junges Mädchen zur Heiligen zu erklären, nur weil sie sich einbildeten, es sei über gewöhnliche menschliche Bedürfnisse erhaben?
    Der Zirkus erinnerte Lib an Karnevalsumzüge auf dem Kontinent, wo maskierte und kostümierte Statuen durch die stinkenden Gassen paradierten."
    (S. 46)

    Dieser historische Roman stützt sich auf dokumentierte Fälle der sogenannten "Fasting Girls" (Fastenmädchen). Diese fand man vor allem vom 16. bis 20. Jahrhundert sowohl in Amerika als auch in Europa. Heute würde man es als Anorexie (Magersucht) bezeichnen, doch der Grund dieses Fastens war früher meist von katholischem Fanatismus geprägt. Der Kampf zwischen Agnostikern und Mystikern durchzieht diesen Roman wie einen roten Faden.

    Dadurch das man hier in ein erzkatholisch irisches Dorf in der Mitte des 19. Jahrhunderts reist, erhält man tiefe Einblicke in das Leben und die Denkweise der damaligen streng katholischen Bevölkerung. Thematisiert werden hier vor allem Fundamentalismus und Extremismus. Es ist befremdlich und vor allem bedrückend mit anzusehen, wie sich ein 11-jähriges Mädchen diesem Dogma unterwirft und sich dadurch selbst zerstört - unter den Augen der Familie, welche sie auch noch darin unterstützen, da sie selbst diesem Glauben ganz und gar verfallen sind.
    Die Auflösung dieses Wunders ist schockierend und überhaupt nicht mehr so "historisch". Dies ist vor allem vom psychologischen Standpunkt her interessant.
    Für mich als Krankenschwester war es ebenso interessant in die Sicht-, Denk- und Arbeitsweise einer Schwester der damaligen Zeit und vor allem einer Nightingale zu blicken. Dabei hat es mir nicht selten vor Entsetzen die Haare aufgestellt.

    "Es gehörte nicht zu ihren Aufgaben nett zu sein."
    (S. 55)

    Die Charakterzeichnung ist mehr als nur gelungen und vor allem mit Lib und Anna hat die Autorin zwei äußerst interessante Protagonisten erschaffen. Sympathieträger sucht man hier anfangs vergebens - jeden einzelnen möchte man am liebsten durchschütteln und anbrüllen. Dies macht diesen historischen Roman jedoch umso lesenswerter, da dadurch die Charakterentwicklung der beiden Protagonistinnen etwas ganz besonderes ist und ins Auge sticht.

    Der Schreibstil selbst ist flüssig und der Erzählstil passt sich in gewisser Weise der damaligen Zeit an, ohne jedoch vertrocknet und altbacken zu klingen. Im Gegenteil! Dies erhöht die Atmosphäre und man fühlt sich als Leser in das 19. Jahrhundert zurückversetzt.

    Es ist durchaus spannend mit der Nightingale-Schwester Lib dieses sogenannte Wunder zu enttarnen. Dabei rollt man gemeinsam mit ihr über so viel heiligen Fanatismus, welcher das gesamte Dorf betrifft, genervt die Augen. Hin und wieder kommt es jedoch zu kleinen langatmigen Stellen, wobei das Meckern auf hohem Niveau ist und dies vermutlich auch meiner Ungeduld geschuldet war dieses Wunder endlich als Humbug aufzulösen und dem Mädchen zu helfen.

    Zusätzlich möchte ich noch die wundervolle und hochqualitative Aufmachung dieses Buches erwähnen. Das Buch verrät eine Liebe zum Detail und ist alleine für sich schon ein Hingucker.

    Fazit:
    Ein außergewöhnlicher historischer Roman mit interessanter und vor allem ungewöhnlicher Thematik, die sich auf reale Fälle stützt. Zudem kann man die Themen wie Anorexie, Fanatismus und Fundamentalismus auch sehr gut in unsere Zeit übertragen, da sie derzeit aktueller sind denn je sind.
    Mich konnte jedoch nicht nur die Thematik begeistern, sondern vor allem auch die Charaktere und deren Entwicklung. Dieses Buch ist der Beweis, dass ein Roman auch ohne (anfängliche) Sympathieträger funktionieren kann. Dies hat dem Roman, meiner Meinung nach, noch die gewisse Würze verliehen. Trotz weniger Längen konnte mich dieser Roman begeistern und ließ mich gleichzeitig auch nachdenklich zurück.
    Es ist ein historischer Roman der sich einem einprägt und nicht mehr so schnell loslässt.

    © Pink Anemone (mit Bilder, Infos zur Geschichte und Autorin, Leseprobe) 

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    FrauNightingalevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine fesselnde und überraschende Geschichte, die in Dunkelheit, aber auch in Menschlichkeit gehüllt ist.
    Verstörend, faszinierend und mit einer tollen Sogkraft erzählt


    Meine MeinungIm Jahr 1865 ist Irland immer noch gebeutelt von der großen Hungersnot, die eine Million Menschen tötete und so viele von ihrer geschätzten Insel vertrieb. Unaussprechliche Trauer und Hungersnot belasteten den Geist der Iren noch Jahrzehnte danach. Emma Donoghues neuer Roman DAS WUNDER gewährt einen Blick auf die Nachwirkungen dieser abscheulichen sieben Jahre.



    Die Hauptfigur ist die Krankenschwester Elizabeth Wright alias Lib. Sie wurde von England herbeigerufen, um Anna O’Donnell zu beobachten, ein elfjähriges Mädchen, das angeblich seit vier Monaten ohne Nahrung lebt. Lib wurde von der berühmten Florence Nightingale ausgebildet und repräsentiert Modernität und Expertise auf dem Gebiet der Krankenpflege. Sie wird damit betraut, Annas Fasten zu bestätigen oder zu widerlegen.
    Ist Anna ein Betrüger? Oder sind es ihre Eltern? Wenn ja, wo lägen die Gründe für diesen Schwindel? Wenn nicht, ist sie ein Engel, wie ihre Eltern behaupten, oder ein natürliches Phänomen, wie ihr Arzt argumentiert?


    Die Krankenschwester stürzt sich bereits kurz nach ihrer Ankunft mit Eifer auf ihre Arbeit. Sie agiert als Detektivin, nimmt alle möglichen Messungen an Anna vor, sucht in jeder Ecke ihres Hauses nach einem Essensvorrat und beäugt die Familienmitglieder scharf, um eventuelle Tricksereien zu entlarven. Sie vertieft sich in die Geschichte der O’Donnell und des ganzen Dorfes, um den Zusammenhang von Annas Fasten zu verstehen. Außerdem sucht sie Gespräche mit Annas Arzt und Priester, um einen Einblick in Annas Fall zu bekommen. Ihre hektischen, nahezu verzweifelten Forschungen und neugierigen Denkweisen treiben die Geschichte nach einem langsamen ersten Teil in immer schnellerem Tempo voran, was mich als Leser absolut fesselte.
    Nach und nach erkennt Lib jedoch, dass die Situation viel komplizierter ist als erwartet. Angeheizt durch einen jungen irischen Journalisten, begibt sie sich auf Wahrheitssuche. Annas Fall kann nicht ohne ein Verständnis von Irlands Kultur, Religion, Geschichte und Mentalität geschätzt werden. Einerseits ist Annas Geschichte sehr intim und einzigartig; auf der anderen Seite ist ihr außergewöhnlicher Fall ein Symbol Irlands zu dieser Zeit. Ein Land, dessen Bewohner von Fatalismus verschlungen und vom göttlichen Glauben völlig eingenommen wurden. Von ihren glühend katholischen Eltern als „Engel“ betrachtet und von ihrem Arzt als „Hoffnung für die ganze Menschheit“ empfunden, ist Anna in einem von Hunger geplagten Land, definitiv ein Symbol für Widerstandsfähigkeit und Stärke.


    Als Außenstehende erlaubt Lib dem (nicht-irischen) Leser, eine offene Haltung gegenüber den irischen Überzeugungen und Bräuchen einzunehmen. Durch Lib entdecken wir alle Aspekte des O’Donnell-Lebens, von den schönen, aber tückischen Mooren, die ihr Haus umgeben, bis hin zur unheimlichen Omnipräsenz von Feen und den vielen Ritualen, um sie fernzuhalten, bis zu den kleinsten Details ihres Alltags. Außerdem gefiel mir, dass Lib mit ihrer Stärke und Eigenständigkeit zu Beginn der Geschichte arg erhaben wirkte, ihre Fehler aber erkannte und durch ihre Erfahrung bei den O’Donnell’s wachsen konnte.


    Mein Lieblingsaspekt dieses Romans liegt womöglich in der gruseligen Atmosphäre. Obwohl Anna die Inkarnation der Hoffnung sein soll, darf man nicht übersehen, dass sie auf einem Massengrab steht. Das Spektrum des Hungers, des Todes und der Hoffnungslosigkeit ist überall zu spüren. Nicht selten bekam ich eine unangenehme Gänsehaut.
    Trotz Annas relativer Freiheit verbringt sie die meiste Zeit in ihrem winzigen und kahlen Raum, dessen Wände aus Lehm, Haaren und sogar Blut bestehen. Es ist dunkel und gefüllt mit Annas Besessenheit für religiöse Karten, Schmuckstücke und ständige Gebete. Obwohl scheinbar ohne die Notwendigkeit zu essen, scheint Anna fest in ihrem Verständnis von Katholizismus und in ihrem eigenen besessenen Verhalten gefangen. Ich fand diesen Kontrast wirklich beeindruckend und wundervoll durch Donoghues Text wiedergegeben.


    Nicht nur das Mysterium hinter Anna hielt mich von der ersten Seite gefangen. Ich genoss es, in das Irland von 1865 einzutauchen. Die Geschichte trieb mich dazu an, mehr über die Große Hungersnot und ihre Ursachen sowie über die irische Folklore nachzudenken. Ich fühlte sehr mit den Charakteren, insbesondere Anna, und genoss die Dynamik zwischen Lib und dem Mädchen.



    Fazit
    Emotional, zeitweise verstörend und enorm nachdenklich machend, zeigt der historische Roman DAS WUNDER einmal mehr die schiere Kraft von Emma Donoghues Art Geschichten zu erzählen. Eine fesselnde und überraschende Geschichte, die in Dunkelheit, aber auch in Menschlichkeit gehüllt ist.

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    BubuBubuvor 7 Monaten
    Langweilig und Langatmig

    Wir befinden uns Mitte des 19. Jahrhunderts in Irland.  Die Krankenschwester Lib Wright, eine sogenannte „Nightingale“, eine Krankenschwester die bei Florence Nightingale gelernt hat, wird für zwei Wochen nach Irland, einem konservativen katholischen Land, berufen.
    Sie soll ein kleines Mädchen beaufsichtigen, Anna, dass angeblich seit deem Tag seines 11. Geburtstags, welcher bereits vier Monate zurückliegt, keine Nahrung mehr zu sich genommen hat.
    Zunächst reagiert Lib mit Verachtung auf die Menschen dort und sie will versuchen den vermeintlichen Betrug um das Wunderkind aufzudecken.
    Das ist eigentlich schon die ganze Geschichte. Wir begleiten Lib nach Irland und bewegen uns dort im Umfeld des Mädchens. Wir lernen verschiedene Charaktere kennen und die Eigenarten der Iren.
    Die Geschichte war mir leider zu unspektakulär.  Dazu kommt, dass die Familie und Anna die ganze Zeit beten. Ich habe mich darauf eingestellt, dass Religion eine große Rolle spielen wird, aber das ständige beten ging mit ziemlich auf die Nerven.  Für mich passierte auf ungefähr 300 Seiten immer das gleiche und die Story ist nicht weitervoran getrieben worden. Erst auf den letzten Seiten wurde die Geschichte für mich ansatzweise spannend, aber das reicht für mich leider nicht aus um ein sonst extrem eintöniges Buch als gut zu empfinden. Die düstere Stimmung die diese Geschichte transportiert wurde gut wiedergegeben und der Schreibstil war auch sehr angenehm. Ich konnte mich auf gut in das Dorf und die Zeit versetzen, aber ich hatte beim Lesen ein unangenehmen Gefühl, was ich nicht mochte, da ich mich oft nicht dazu aufraffen das Buch zur Hand zu nehmen, da ich keinerlei Antrieb verspürt habe, wissen zu wollen, wie die Geschichte weitergeht.
    Dennoch hatte ich keinen Spaß beim Lesen und das Interesse, was mit Anna passiert ist und ob es sich um ein Wunder oder um Betrug handelt, wurde mit zunehmend egaler. Ich wurde nicht in den Bann gezogen, obwohl ich denke, dass die Geschichte von der Idee her Potential hatte. Vielleicht hätten ein paar weniger Seiten dem Buch gut getan.
    Für mich war es leider nichts. Ich fand es langwierig, langweilig und uninteressant. Die Charaktere allesamt unsympathisch, einige sollten unsympathisch wirken, wie beispielsweise die Mutter von Anna, aber ich mochte alle nicht, und es macht es mir schwer Interesse an der Handlung zu gewinnen. Wer dennoch Interesse an dem Buch hat, sollte sich ein paar positiv ausfallende Rezensionen durchlesen, viele mochten es, ich gehöre leider nicht dazu.

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    Angie*s avatar
    Angie*vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Religiöser Fanatismus,,,,
    Religiöser Fanatismus,,,






    Rezension

    INHALT: Irland, Mitte des 19. Jahrhundert. Ein kleines, armseliges Dorf in den sumpfigen Midlands bei Mullingar. Dort lebt die 11 jährige Anna O'Donnell mit ihrer Familie. Anna hat seit  vier Monaten keine Nahrung mehr zu sich genommen. Das streng gläubige, katholische Umfeld glaubt an eine göttliche Offenbarung, an ein Wunder. Andere Stimmen sprechen von einem  infamen Betrug. Die resolute Krankenschwester Lib Wright wird zur Beobachtung und Aufdeckung des Geschehen  in die Familie geschickt. Ein irischer Journalist begibt sich auch in das Dorf um eine objektive Berichterstattung zu gewährleisten. Die beiden Erwachsenen freunden sich an und tauschen sich aus. Lib entwickelt mit der Zeit, ohne irgendein Anzeichen des Betruges feststellen zu können, zur kleinen Anna eine innige Freundschaft und Bindung, die von dem Kind freimütig und liebevoll erwidert wird. Anna ist rein reizendes, gläubiges , sehr spirituell wirkendes Kind, welches mit seiner Klarheit und Ehrlichkeit des Glaubens beeindruckt. Sie ernähre sich von himmlischen Manna, behauptet sie. Die Geschichte nimmt Fahrt auf und erst der irische Journalist bringt Lib mit der Mitteilung seiner  Beobachtungen auf eine völlig andere Sicht der Dinge,,,
    MEINE MEINUNG: Die Autorin hat vor dem Schreiben des Buches eine sehr sorgfältige Recherche verschiedener Fälle von *Fastenmädchen* Geschichten am Ende ihres Buches im Anhang beschrieben. Das war sehr hilfreich für mich, um überhaupt die Thematik dieser ungewöhnlichen, religiös angehauchten  Geschichte zu verstehen. 
    Die Menschen dieser Zeit waren streng katholischen Glaubens, in den sich das Wissen um  das *kleine Volk*, gemeint sind Feen aller Arten, eng eingeschlichen hat. Der  Alltag bestand aus harter Arbeit und  abergläubischen  Handlungen in allen Formen und Variationen. Diese ungute Konstellation hat die Autorin stimmungsmässig sehr gut transportiert und man wird mit diesem Dorf und seinen Bewohnern sehr  vertraut. Die unsympathisch auftretende  Familie der kleinen Anna wird vielfältig  und ehrlich beschrieben und die Kirchenoberen auf drastische Art und Weise dargestellt - in vielen Beschreibungen von der Autorin auch blossgestellt. Lib kann keine heimliche Nahrungsaufnahme während ihrer Anwesenheit feststellen und ihre Beziehung zu Anna verändert sich in Sorge und Liebe zu dem Kind. Die Beziehung der jungen Frau zu dem Mädchen hat etwas absolut Fürsorgliches und Mütterliches an sich, von der Autorin  EMMA DONOGHUE, die mit acht Geschwistern aufgewachsen ist, sehr authentisch dargestellt. Es passiert nicht viel Aufregendes im Roman, wenn man von den unheimlichen Moor-Spaziergängen der Lib absieht. Nur ihre Sorge um das Kind, mit der sie den Leser wirkungsvoll ansteckt , wächst und wächst. Mich hat die flüssige und mitfühlende Schreibweise der Autorin sehr beeindruckt. Dass die Geschichte sich am Ende in eine andere Richtung entwickelt hat , empfand ich als Entlastung des Lesers aus diesem religiösen  Durcheinander.  Die Darstellung der teilweise schon fanatischen Religionsgläubigkeit der damaligen irischen Bevölkerung hat mich doch sehr erschreckt. 
    Zitat Drittes Kapitel Seite 161: 
    "FASTEN
    fastennicht essen;sich zur Buße und  inneren Einkehraller oder bestimmter Speisen enthalten;sich einer Hungerkur unterziehen;in anderen Dingen Abstinenz oder Verzicht üben "
    Infos zur Autorin , die auch den Roman * Raum * geschrieben hat.
    Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für die Bereitstellung des schönen gebundenen Rezensionsexemplar!
    Meine Bewertung : FÜNF ***** GROSSARTIGE STERNE . 

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    BeaSwissgirls avatar
    BeaSwissgirlvor 8 Monaten
    Das Wunder


    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)


    Ich persönlich kenne das doch recht bekannte erste Werk " Raum" nicht, hier wurde ich aber durch eine Bloggerin auf das Buch aufmerksam und da der Klappentext mich sehr angesprochen hat durfte es einziehen.


    Der Schreibstil ist schnörkellos, einfach gehalten und dennoch irgendwie fesselnd, bildhaft und atmosphärisch.
    Erzählt wird die Geschichte im personalen Stil was ich als passend empfunden habe.


    Für mich war Lib die Protagonistin des Buches, obwohl sich eigentlich alles um Anna dreht. Ihre Ausarbeitung fand ich durchaus gelungen und ich konnte ihre Gedankengänge oder Handlungen sehr gut nachvollziehen, ja sogar nachempfinden. Dennoch würde ich jetzt nicht sagen, dass ich mich ihr stark verbunden fühlte oder sie mir bildlich vorstellen konnte. 
    Mit Anna hingegen wurde ich nicht so richtig warm, vielleicht liegt es auch daran, dass sie irgendwie so mystisch rüberkommt, was aber sicher auch Sinn und  Zweck der Sache ist. 


    Das Setting Irland, die Thematik an sich, diese spiritische, leicht düstere, raue Atmosphäre und die unterschwellige fast Thriller ähnliche Spannung mochte ich unheimlich gerne. Ich könnte mir das alles auch sehr gut als Film vorstellen.
    Zeitweise schlich sich aber auch eine gewisse Langatmigkeit oder Wiederholung ein, was mich dann ab und zu etwas langweilte.
    Vielleicht war ich aber auch einfach nur zu ungeduldig, weil ich endlich wissen wollte was Sache ist ;)
    Gegen Ende überstürzten sich die Ereignisse fast schon, das fand ich etwas schade, hier hätte die Autorin für mich ruhig etwas länger verweilen dürfen.
    Insgesamt hat mir das Buch aber wirklich gut gefallen, weshalb ich 


    4 Sterne vergebe   

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    Dions avatar
    Dionvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Großartiges Buch über ein außergewöhnliches Thema
    Wenn religiöser Wahn zum Wahnsinn wird

    Die englische Krankenschwester Lib wird nach Irland entsandt, um dort gemeinsam mit einer Nonne ein elfjähriges Mädchen zu beobachten, das scheinbar schon seit Monaten nichts gegessen hat. Dabei stößt sie auf eine Mauer frömmelnder Einheimischer, die nur allzugern das Mädchen zur Heiligen machen würden.
    Gelingt es Lib, einen Schwindel zu entlarven oder handelt es sich doch um ein Wunder?

    Wunderbar geschrieben, hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Weiters handelt es sich um ein sehr interessantes Thema! Der Roman kommt ohne Kitsch und Gefasel aus und ist fünf Sterne wert!

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 8 Monaten
    Wunder oder Betrug?

    In ihren Werken greift Emma Donoghue vielfältige diverse Themen auf, mit ebenso vielfältigen diversen Charakteren. Zum Teil sind ihre Bücher in der Gegenwart angesiedelt, zum Teil sind es auch historische Romane – so oder so hat sie jedoch ein Gespür für bemerkenswerte weibliche Charaktere, die sich nicht blindlings dem Frauenbild ihrer Zeit beugen.
    "Das Wunder" spielt in Irland, Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Krankenschwester Lib Wright ist  eine sogenannte 'Nightingale': eine Krankenschwester, die von der berühmten Florence Nightingale (gemeinhin betrachtet als Begründerin der modernen Krankenpflege) persönlich ausgebildet wurde. 
    Unter Leitung von 'Ms N.' hat Lib im Krimkrieg Dienst getan. Unter schwersten Bedingungen betreute sie im türkischen Scutari britische Soldaten, obwohl es vorne und hinten an Materialien und hygienischen Bedingungen fehlte. Diese Zeit hat Lib ohne Zweifel stärker gemacht, und sie ist sehr stolz darauf, eine Nightingals zu sein – manchmal sogar hochmütig.
    Als sie beauftragt wird, für zwei Wochen ein kleines Mädchen zu beaufsichtigen, das angeblich seit vier Monaten keine Nahrung zu sich genommen hat, reagiert sie zunächst mit purer Verachtung für die Menschen im Umfeld des Kindes. Im Grunde ist sie ein sehr widersprüchlicher Charakter: für ihre Zeit ist sie eine moderne Frau, die an die Wissenschaft und die Eignung von Frauen für wissenschaftliche Berufe glaubt, andererseits hängt sie bestürzenden Vorurteilen nach.
    Was manchen deutschen Lesern möglicherweise nicht bewusst ist: die Iren hatten im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mit anti-irischem Rassismus zu kämpfen, und so standen sie in den Augen vieler Menschen auch im 19. Jahrhundert noch auf dem Status von Untermenschen, die durch ihr 'unreines Blut' und ihre 'grobschlächtige Physiognomie' dem Affen ähnlich seien.
    So aufgeklärt Lib auch ist, so sehr schweift ihr Denken oft ab ins Gefilde unhaltbarer Vorurteile. Ich konnte ihren Zorn gegen bestimmte Bewohner des Dorfes meist sogar nachvollziehen, wie zum Beispiel bei den Eltern des Mädchens oder dem Dorfarzt – aber nicht ihre pauschalen Verurteilungen der irischen Natur.
    Lib ist sich keineswegs bewusst, dass ihre Vorurteile ihr kritisches, analytisches Denken mindestens ebenso sehr beeinträchtigen, wie der Wunderglaube der Dorfbewohner sie blind macht für die mögliche Not eines kleinen Mädchens.
    Daher war Lib mir nicht immer sympathisch, aber sie hat dennoch viele Eigenschaften, die ich bewundere, und sie macht im Laufe des Buches eine große persönliche Entwicklung durch. Wider eigenes Erwarten schließt sie die "kleine Betrügerin" ins Herz und freundet sich mit einem irischen Journalisten an, der ebenso wenig an ein Wunder glaubt wie sie und eine ähnlich scharfe Intelligenz aufweist. Gerade weil sie ein so widersprüchlicher Charakter ist, war sie für mich auch so spannend. Je mehr sie sich öffnet für andere Ansichten und andere Lebensarten, desto mehr erfährt man auch darüber, was Lib ursprünglich dazu bewogen hat, sich den Nightingales anzuschließen, und dadurch kann man sie auch immer besser verstehen.
    Auch Anna, das kleine 'Fastenmädchen', ist in meinen Augen ein so interessanter wie zwiespältiger Charakter: zunächst wirkt sie, als sei sie von ihrer Mutter geradezu abgerichtet worden auf pittoreske Frömmigkeit. Den ganzen Tag betet sie und singt christliche Lieder, während die Besucher sich die Klinke in die Hand geben, um sie um ihren Segen zu bitten und eine Spende in die Sammelbüchse für die Armen zu werfen. Ich brauchte einige Kapitel, um ein Gefühl für Annas eigentliche Persönlichkeit zu bekommen, so wie auch Lib erst ratlos ist, was sie von dem Mädchen halten soll.
    Spannend war das Buch für mich vor allem, weil ich mir nie absolut sicher war, ob sich das Wunder als echtes Wunder entpuppen würde, als ausgeklügelter Trick der Eltern – oder etwas ganz Anderes. Die Auflösung ist in meinen Augen glaubhaft, schlüssig und weitaus komplexer als erwartet, doch was sich ganz am Schluss als Folge dieser Auflösung ergibt, konnte mich nicht 100%-ig überzeugen.
    Dennoch fand ich das Buch sehr lesenswert: die Geschichte ist zutiefst originell, wirft ein interessantes Licht auf die Lebensumstände der Iren im 19. Jahrhundert und lädt den Leser ein, mitzudenken und die Geschehnisse stets zu hinterfragen.
    Den Schreibstil fand ich wunderbar. er liest sich flüssig und unterhaltsam, mit einer guten Balance zwischen 'authentisch für die Zeit' und 'gut lesbar für den modernen Leser'. Das ist bei historischen Romanen für mich immer eine Gratwanderung, die nicht jeder Autor beherrscht!
    Fazit:Irland, Mitte des 19. Jahrhundert. Die 11-jährige Anna nimmt angeblich seit vier Monaten nur Wasser zu sich – ein Wunder, oder ein billiger Trick ihrer Eltern? Krankenschwester Lib Wright, ausgebildet von der berühmten Florence Nightingale, wird damit beauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen Gemeinsam mit einer anderen Schwester soll sie das Mädchen zwei Wochen lang Tag und Nacht bewachen, um sicherzustellen, dass sie nicht doch heimlich isst.
    Lib ist überzeugt, den Schwindel binnen zwei Tagen aufdecken zu können, aber dem ist nicht so... Und je mehr sie das Mädchen ins Herz schließt, desto mehr zweifelt sie daran, was sie glauben soll.
    Die Autorin bringt den Leser immer wieder ins Zweifeln. 'Eigentlich kann es doch kein Wunder sein! – aber Anna scheint tatsächlich nichts zu essen... Nein, es muss ein Trick dahinter stecken!' Das sorgt für eine ständige Grundspannung, und dazu kommt die interessante Entwicklung der Charaktere, die sich nach und nach als komplexer und zwiespältiger entpuppen, als man anfangs vermuten würde.
    Ganz nebenbei bekommt man einen Einblick in den gegen Iren gerichteten Rassismus der Zeit, der zumindest in meiner Schule im Geschichtsunterricht vollkommen unter den Tisch fiel.

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    Federzaubers avatar
    Federzaubervor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Hat mich im Laufe der Geschichte immer mehr berührt und bewegt. Sehr beklemmende Atmosphäre
    Beklemmend, berührend und bewegend

    Die junge Krankenschwester Lib reist nach Irland,  um ihre neue Arbeitsstelle anzutreten. Ihre Aufgabe ist ein junges Mädchen 2 Wochen lang zu beobachten,  das angeblich seit 4 Monaten nichts mehr gegessen hat. Ist es nur ein Schwindel oder wurde sie tatsächlich vom Herrn auserwählt?


    Das Buch zeichnet sich schon von vornherein aus durch seinen sehr angenehmen Schreibstil,  der mich sofort ins 19.Jahrhundert katapultiert hat. Es ist nicht unbedingt spannend. Zeigt aber so ganz gut den eintönigen Arbeitstag der Krankenschwester Lib. Ihre Beobachtungen und Gedanken, die sich um das Kind drehen. 
    Im Laufe der Geschichte,  verdüstert sich die Stimmung zusehends und hinterließ in mir ein zunehmendes beklemmendes Gefühl,  und den Drang zu wissen was mit der kleinen Anna wirklich ist. Ab Mitte des Buches fiel es mir sehr schwer, das Buch wegzulegen. Das Buch war für mich so stark bedrückend,  dass der Drang endlich zu wissen was Sache ist, extrem hoch war. Mich hat die ganze Situation,  die Reaktion der Familie und der Gemeinde,  die kleine Anna und Lib zusehends immer mehr berührt und bewegt. Und war schlussendlich sehr überrascht was es alles in mir ausgelöst hat an Emotionen, die ich nicht erwartet habe. 


    "Das Wunder" kann man mit dem Bestseller "Raum" der Autorin überhaupt nicht vergleichen. Ich habe an keinem einzigen Moment erkannt, dass es die gleiche Person geschrieben hat. Wobei es vielleicht auch daran liegt, dass es diesmal historisch ist und eine frei erfundene Geschichte ist, die aber sehr gut recherchiert wurde. Dies war sehr gut zu spüren. 


    Im Endeffekt hat mich das Buch sehr beeindruckt.  Mit einem sehr ruhigen Anfang der sich im Laufe der Geschichte immer weiter aufbaut und sich steigert. 
    Ich kann mir vorstellen,  dass es nicht unbedingt jeden begeistern wird, aber mich konnte es auf alle Fälle überzeugen und bewegen!!!


    Note:4,5/5

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    jasimaus123s avatar
    jasimaus123vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein außergewöhnlicher Roman!
    Ein außergewöhnlicher Roman!

    Die Krankenschwester Lib Wright wird in ein kleines irisches Dorf gerufen, um bei der Aufdeckung eines Betrugs oder eines Wunders mitzuhelfen. Seit vier Monaten soll die kleine Anna O'Donnell keine Nahrung mehr zu sich genommen haben. Das streng gläubige Mädchen ist überzeugt davon, dass sie durch Gottes Liebe allein leben kann, ohne zu essen. Lib und eine Nonne überwachen das Mädchen nun für zwei Wochen um herauszufinden, ob es sich hierbei tatsächlich um ein Wunder oder nur einen Schwindel handelt.

    Das Thema des Buches hat mich sofort gepackt. Genauso wie Lib wollte ich unbedingt herausfinden ob Anna lügt oder tatsächlich ein Wunderkind ist. Meiner Meinung nach war es eine grandiose Idee von der Autorin, dass Lib der ganzen Sache kritisch gegenübersteht. Sie lässt das Mädchen wirklich keine Sekunde aus den Augen und so kann man sich auch ganz sicher sein, dass einem nichts entgeht. Lange habe ich nicht mehr so mitgerätselt und überlegt beim Lesen, wie bei "Das Wunder". Die Geschichte lässt einem nicht mehr los, vor allem, da es auch Themen wie Erziehung und Religion sehr kritisch betrachtet. Das fand ich fantastisch!

    Die Figuren Lib und Anna habe ich schnell ins Herz geschlossen. Gerade Lib fand ich sehr interessant, da sie anfangs nur wenig über sich preis gab, aber sich dann Schritt für Schritt immer mehr öffnete. Anna fand ich wahnsinnig faszinierend und ich werde auch nach dem Lesen bestimmt noch oft an sie denken. Der Autorin ist es wirklich gelungen wundervolle Charaktere zu schaffen, auch über die beiden Protagonistinnen Lib und Anna hinaus, die die ohnehin schon interessante Geschichte noch spannender und vielfältiger machen. Besonders gut gefiel mir auch der Schreibstil. Die leicht historisch angehauchte Sprechweise lässt den Roman, dessen Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts spielt, noch authentischer wirken und zieht den Leser in den Bann.

    Einen Stern Abzug gab es aber für das Ende. Grundsätzlich fand ich die Auflösung sehr spannend und ich habe sie gebannt gelesen, aber irgendwie griff dann doch alles zu gut ineinander, als das es vielleicht in Wirklichkeit geschehen könnte. Das Ende war mir einfach ein bisschen zu konstruiert, weshalb ich dann doch etwas enttäuscht war. Ich möchte darauf nicht genauer eingehen, um nicht zu spoilern, aber wenn ihr das Buch gelesen habt, dann wisst ihr bestimmt was ich meine. Alles in allem war das Buch aber fantastisch und unglaublich spannend geschrieben!

    FAZIT:
    Wunder oder Betrug? Ein spannender Roman, der mich bis auf das Ende, durchwegs überzeugen konnte und denn ich vor lauter Spannung nicht aus der Hand legen wollte. Ich kann das Buch, trotz des Abzugs von einem Stern, mit bestem Gewissen wirklich nur Jedem empfehlen!

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