Raum

von Emma Donoghue 
4,3 Sterne bei815 Bewertungen
Raum
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Positiv (683):
L

Erschreckend Grauenvoll und so gut. Unbedingt lesen, wenn ihr es verkraftet.

Kritisch (28):
Vanilles avatar

Klang vielversprechend, war dann aber eines der schlechtesten Bücher seit langem wieder. Zum Ende hin wird der Plot immer schwächer.

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Inhaltsangabe zu "Raum"

Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma,
er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es noch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492301299
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:12.11.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 29.08.2011 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Lichterregenvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Erschreckend Grauenvoll und so gut. Unbedingt lesen, wenn ihr es verkraftet.
    Erschreckend Grauenvoll und so gut.

    Wenn ein Buch so viel aussagt, dass du am Ende nicht weißt, was du dazu sagen sollst. Tolles Buch, lest es. Was Audrey Niffenegger über das Buch gesagt hat stimmt: „Wenn du >Raum< gelesen hast, mag die Welt noch sein, wie sie ist. Aber du selbst hast dich verändert.“ Auch wenn es in Form von Kindergedanken und durch Kinderaugen geschrieben ist (oder gerade deshalb?) ist es sehr erschütternd, erschreckend und manchmal hoch grauenvoll. Und mit vielen Wahrheiten darin. Aber nichts für schwache Nerven.

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    Fuldens avatar
    Fuldenvor einem Monat
    -Rezi- Raum/ Emma Donoghue

    Titel: Raum
    Autor: Emma Donoghue
    Verlag: Piper
    Seiten: 416
    Preis: 11€ TB/ 14,50€ GB/ 10,99€ E-Book
    Erscheinung: 12.11.2012

    Cover
    Diese Cover ist hauptsächlich weiß, was für mich eine wirklich einladende Farbe ist. Der Title RAUM ist mit verschiedenen Farben geschrieben und es sieht für mich aus, als ob es ein Kind gemalt hätte. Im Ganzen ist das Cover sehr klar und ich finde es sehr schön und ansprechend.

    Titel
    Der Titel dieses Buches besteht aus einem Wort „Raum“, ich habe mich sofort gefragt, um welchen Raum es geht. Ich persönlich finde, dass ein Wort als Titel einem sehr viel „Raum“ gibt zu grübeln, was genau damit gemeint ist. Es gibt so viele verschiedene Räume, Spielräume, Tanzräume, vielleicht auch ein innerlicher Raum, indem man sich zurückziehen kann und und und.

    Inhalt
    Jack und seine Mutter leben in „Raum“. Raum ist für Jack sein ganzes Leben, es gibt nichts anders, denn Jacke Welt ist Raum. Die Außenwelt kennt Jack nicht und denkt es sei nicht echt, sondern Fantasie. Freunde hat Jack nicht, so baut er eine Beziehung zu Gegenständen, wie Lampe und Badewanne auf.
    Im weiteren Verlauf der Handlung erfährt man, dass Jacke Mutter mit 19 entführt wurde und seitdem eingesperrt in Raum lebt. Jack selbst wurde in dieser Gefangenschaft gezeugt und geboren. Jack Mutter hatte oft versucht zu fliehen, jedoch hat sie es nie geschafft und nach Jacke Geburt, war es nicht mehr möglich. Doch nun ist Jack alt genug und beide beschließen Raum zu verlassen.

    Fazit
    Ich hatte wirklich am Anfang Schwierigkeiten das Buch zu lesen, da ist aus der Sicht von Jack geschrieben wurde, die Sätze klangen nicht nach vollendeten Sätzen und ich musste immer mal nachlesen. Doch nach einer Zeit habe ich mich daran gewöhnt und es war wirklich sehr spannend. Das Herantasten an die ganze Situation war für mich sehr bedrückend, denn mir wurde von Seite zu Seiten klar, dass hier etwas nicht stimmt, das Jack nicht unter normalen Umständen groß wird und es wahrscheinlich nie tun wird. Ich glaube das verstörende des Ganzen war aber auch, die Art wie ein Kind eine Situation sieht und dann das Begreifen des Lesers, was das, dass Jack dort beschreibt genau bedeutet. Ich habe wirklich mitgefiebert, dass Jack die Flucht gelingt.
    Als es dann soweit war, war ich wirklich überrascht, mit welchen Problemen die Beiden sich auseinandersetzen mussten. Dinge, die für ein Kind in Freiheit banal sind, sind für Jack eine große Herausforderung.
    Raum ist wirkliche einer der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

    Buchpreis
    11€ kostet das Taschenbuch und man bekommt dafür 416 Seiten, pures mitfiebern und hoffen. Ich persönlich denke, dass es den Preis wert ist.

    Zu Autorin
    Emma Donoghue, 1969 als jüngstes von acht Kindern in Dublin geboren, war von Geburt an von Büchern umgeben. Dafür sorgte der Beruf ihres Vaters – Literaturkritiker und Universitätsprofessor Denis Donoghue. Seit ihrem 23. Lebensjahr verdient Emma Donoghue, die an der University of Cambridge promovierte, selbst ihren Lebensunterhalt als Autorin, ohne sich einem bestimmten Genre verpflichtet zu fühlen. Mit dem mittlerweile auch verfilmten Roman »Raum« wurde sie zur internationalen Bestsellerautorin. Emma Donoghue lebt heute mit ihrer Partnerin und ihren beiden Kindern in Kanada.

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    Velina2305s avatar
    Velina2305vor einem Monat
    Kurzmeinung: Sehr spezielle Erzählweise, die teilweise nervig ist, dennoch aber fesselnd.
    Sehr außergewöhnlich!

    Ich mag "Raum". Hier kenne ich alles, hier darf ich spielen und Spaß haben und das mit meiner Ma zusammen. Ich kenne "Raum" seit 5 Jahren, also seitdem ich bei meiner Ma rausgekrochen bin. Nur die Zeit, in der ich in Schrank muss, die finde ich nicht so toll...

    „Vieles in der Welt sind bloß Wiederholungen, glaube ich.“ (S. 373)

    Der Lesefluss schlich sich bei mir erst nach einer gewissen Zeit ein. Also dieses "die-ersten-fünf-Sätze-lesen-und-bam"-Gefühl gab es dieses Mal definitiv nicht! Das lag vor allem an der etwas gewöhnungsbedürftigen Erzählweise, denn der Leser erlebt die Geschichte aus Jacks Sicht und da Jack fünf Jahre alt ist, ist der Wortschatz und die Ausdrucksweise natürlich noch nicht perfekt ausgereift. Gerade zu Beginn fand ich den Gedanken ziemlich grausig, dass das ganze Buch so weiter geschrieben ist, Irgendwann hatte aber genau dieses seinen ganz eigenen Reiz und die Idee muss man schließlich auch erstmal haben, ein Buch SO zu schreiben. Mit der Zeit habe ich mich da jedenfalls sehr gut dran gewöhnt.
    Einiges fand ich jedoch sehr unrealistisch dargestellt, denn trotz seines Alters und der etwas komischen Ausdrucksweise, scheint Jack unheimlich klug zu sein, jedenfalls wird es so dargestellt. Dennoch spricht er meiner Meinung nach teilweise sehr seltsam, z.B. benutzt er keine Artikel, was ich irgendwie nicht nachvollziehen konnte, da er ja sehr viel TV schaut, Bücher mit Mutti liest und ja auch viel mit ihr spricht.
    Dann wird er mit seinen 5 Lenzen noch gestillt. Na gut, muss nicht unrealistisch sein in der Situation, in der die beiden sich befinden, aber irgendwie abartig (Sorry! Ich weiß, dass es etwas ganz natürliches ist, aber mit 5?!). Ja klar, warum sollte sie damit aufhören, aber andererseits, warum sollte man NICHT damit aufhören?! Da fand ich dann auch teilweise die Umschreibung echt zum würgen: „Die Linke war sahniger“ Pfui…. Wollte ich echt nicht wissen. Also ist definitiv auch ein Ekelfaktor vorhanden :-D
    Jack ist auch ansonsten leider nicht wirklich sympathisch. So leid mir das auch tut, so etwas über ein kleines Kind zu sagen. Mal ganz abgesehen davon, dass er natürlich unter schlimmsten Umständen seine ersten fünf Lebensjahre verbracht hat, und natürlich nicht völlig normal sein kann, ist er sehr egoistisch und oft sehr nervig. Das die Mutter da meist noch so entspannt bleibt, war mir echt ein Rätsel. Die Mutti konnte ich in ihrem Handeln aber auch nicht verstehen, warum sie Jack nicht von Anfang an die Wahrheit über die Außenwelt gesagt hat. Ich versteh zwar, WARUM sie es nicht gemacht hat, konnte das für mich aber nicht als den richtigen Weg identifizieren. Auch die weitere Handlung war eher unglaubwürdig.
    Nach der Hälfte des Buches kroch der Plot dann leider eher vor sich hin. Weiterlesen war zwar nicht schwer, grundsätzlich hat es mich aber auch nicht mehr richtig gefesselt. Es gibt trotzdem 4 Sterne, da es einfach ein Buch ist, was man nicht jeden Tag in die Hand bekommt und mir die Idee sehr gut gefallen hat.

    Fazit: Sehr außergewöhnliches Werk, was durch die Schreibweise zu etwas besonderem wird.

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    MiGus avatar
    MiGuvor 2 Monaten
    Eine Geschichte, die mich auf ganzer Linie eroberte!

    Kurze Inhaltsbeschreibung
    Jack und seine Mutter sind eingepfercht in einem einzigen Raum.
    Über Jahre hinweg.
    Jack muss in den Schrank, wenn „Old Nick“ kommt.
    Das ist Jacks Welt, die er nicht anders kennt, da er dort geboren wurde und nichts von seiner Außenwelt ahnt.
    Bis seine Mutter ihm erklärt, da sie vor jener Welt, die ihm so vertraut ist, flüchten müssen.

    Meinung
    „Raum“ ist eines jener Bücher, die lange Zeit auf meiner Wunschliste als Wackelkanditat verweilten.
    Wenn ich ehrlich bin, zu lange!
    Anfangs schreckte mich die Handlung ein wenig ab, denn ich konnte mir nicht vorstellen, wie es einer Autorin gelingen sollte, jene Thematik authentisch und fesselnd zu beschreiben.
    Schon gar nicht aus der Sicht eines 5 Jährigen!
    Doch Emma Donoghue versetzte sich gekonnt in die Welt des kleinen Protagonisten und seiner Mutter, und schrieb die gesamte Geschichte mit der Sprache eines Fünfjährigen, der schon viel zu viel für sein Alter weiß.

    Dieser besagte Schreibstil mitsamt seinen „Sprachfehlern“ wie zum Beispiel „mitgebringt“ statt „mitgebracht“ erschwerte mir anfangs enorm den Einstieg und bereitete mit Kopfschmerzen.
    Doch schon bald vermochte es eben jener Schreibstil, dass ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte und gebannt verfolgte, wie Jack die Welt, begrenzt auf diesen einen Raum, erlebt.
    Faszinierenderweise gelingt ihr dasselbe aber auch bei seiner Mutter, die stets den Spagat zwischen Erschöpfung, Verzweiflung und Beschützerinstinkt bewältigen muss.
    So entsteht eine beklemmende und bedrückende Atmosphäre, die wie ein roter Faden bis zum Schluss der Geschichte verläuft, und der man sich einfach nicht entziehen kann, und will!

    Natürlich ist die Thematik, und der Grund warum Jack und seine Mutter sich in diesem Raum befinden, harte Kost, und sie geht an die Substanz.
    Dennoch verwendet die Autorin hier relativ behutsam Andeutungen und geht bei gewissen Szenen nicht zu sehr ins Detail, sondern lässt den Kopf des Lesers selber entscheiden, wie weit seine Fantasie geht.
    Allerdings geht sie dafür bei anderen Gewohnheiten sehr oft ins Detail und verliert sich dann in Wiederholungen. Das ist etwas mühsam und ja, auch sehr nervig und bei einer Stelle für mich auch etwas abstoßend.
    Das wäre aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich hier erwähnen kann.
    Andererseits passen aber auch genau diese Gewohnheiten zu der Handlung und machen sie so noch viel beklemmender, erschreckender.

    Die Charaktere sind ebenfalls sehr gelungen.
    Jack, der unglaublich intelligent ist sowie seine Mutter, die ihn so liebevoll versucht zu schützen, wuchsen mir von Seite zu Seite mehr ans Herz und so fieberte und litt ich mit ihnen.
    Diese enge Beziehung ist so herzerweichend und faszinierend, dass man gar nicht anders kann als mit ihnen zu leiden.

    Fazit
    „Raum“ ist für mich die Entdeckung in diesem Jahr schlechthin.
    Eine Geschichte, die mich auf ganzer Linie eroberte.
    Deren Handlung wie Schreibstil mich beeindrucken und umhauen konnte.
    Zum Glück habe ich auf andere Leser gehört und nach ihrer Schwärmerei das Buch sofort begonnen.



    Kommentare: 2
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    M
    MeisterYodavor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Wahnsinnig einfühlsam, allein durch die genutzte Perspekive und Sprache.
    Beängstigend

    Jack lebt mit seiner Mutter in Raum. Raum ist seine Welt: ein paar Quadratmeter, auf denen Bett, Teppich, Herd und Regal stehen. Alles andere passiert nur in Fernseher - denkt Jack. Zusammen mit seiner Mutter schmiedet er einen Fluchtplan. Und alles steht und fällt damit, dass Jack sich von "draußen" nicht einschüchtern lässt.

    Das Buch ist aus Jacks Sicht geschrieben - was anfangs sehr gewöhnungsbedürftig ist, schließlich ist er ein Kind und nutzt dementsprechend nur die ihm zur Verfügung stehende Sprache. Man versteht als Leser aber doch sehr schnell, was Jack erzählen will. Der Erzählstil war sehr flüssig, das Buch ließ sich leicht lesen und durch die kindliche Sprache hatte ich das Gefühl, Raum selber zu kennen. Die Story hat zwar (für mich) keine wirkliche Spannung, man hofft zwar, dass die Flucht gelingt, aber ein Pageturner war es für mich nicht. Die Handlung plätscherte mehr vor sich hin. Ich war zwar ergriffen, aber so richtig gepackt hat es mich nicht.

    Stattdessen war ich eher entsetzt und schockiert, denn das ist zwar eine fiktionale Geschichte, die sich aber öfter schon so abgespielt hat. Es steckt also irgendwo doch ein Fünkchen Realität drin.

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    Isy2611s avatar
    Isy2611vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Beeindruckend und erschreckend zugleich
    Wenn die Welt nur 14 Quadratmeter groß ist...

    Jack ist 5 Jahre alt und seine Welt ist nur 14 Quadratmeter groß. Seit er geboren wurde, lebt er mit seiner Mutter in einem Raum. Für ihn gibt es keine Außenwelt. Als seine Mutter ihm eines Tages erklärt, dass es außerhalb von "Raum" eine unendlich weite Welt gibt, ist Jack verwirrt. Wie kann das sein? In ihrer Verzweiflung sucht Jacks Ma nach einer Möglichkeit, wie sie endlich aus ihrem Gefängnis entkommen können.

    Diese Geschichte ist sehr eindrucksvoll geschrieben. Sie wird durch Jack erzählt und ist dementsprechend aus einer kindlich naiven Sicht geschildert. Man hat als Leser so das Gefühl, hautnah mitverfolgen zu können, wie Jacks Welt auf den Kopf gestellt wird. Die Thematisierung von Kidnapping und jahrelanger Gefangenschaft, Vergewaltigung und psychische Tortur werden eindringlich und doch einfühlsam dargestellt. Es gab einige Stelle, die mir sehr unrealistisch vorkamen - deshalb einen Stern Abzug. Das Buch ist aber dennoch unglaublich lesenswert! Es unterhält und schockt gleichermaßen.

    Eine Lese-Muss!

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    Buchperlenblogs avatar
    Buchperlenblogvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Erschütternd, sympathisch, realistisch!
    Erschütternd, sympathisch, realistisch!

    Inhalt

    Jack ist fünf Jahre alt geworden, Freund Fünf, und Fünf ist seine Lieblingszahl. Er lebt zusammen mit seiner Ma in Raum, und Raum ist für ihn die Welt. Denn er kennt nichts anderes, er kam hier zur Welt und drumherum gibt es nichts anderes mehr. Glaubt er. Bis er fünf Jahre alt wird und seine Mutter beschließt, ihm endlich die bittere Wahrheit zu sagen.

    Rezension

    RAUM von Emma Donoghue ist wirklich ein sehr spezielles Buch. Denn nicht nur ist es thematisch keine leichte Kost, geht es hier doch um jahrelange Entführung, Missbrauch, Freiheitsberaubung. Auch erlebt man dieses Gefühl mit den Augen eines fünfjährigen Jungen, der noch nie die Welt außerhalb eines 12 Quadratmeter großen Raumes gesehen hat. Der glaubt, dass nur seine Mutter und er in echt sind. Und Old Nick, das ist der Mann der immer abends um 9 den Raum betritt, wenn er, Jack, schon längst im Schrank liegt und schläft.

    Dieser Blickwinkel wird vor allem durch die bewusst gewählte Sprache gezeigt, denn Jack erzählt wie es ein Kind tun würde. Er vergisst die Artikel mancher Substantive, er konjugiert Verben falsch. Anfangs riss es mich immer wieder aus dem Lesefluss heraus, doch nach und nach las ich einfach drüber. Es gehörte zu Jack. Und Jack ist ein wunderbarer, besonderer kleiner Mann, dem sein kleines Reich völlig ausreicht, solange er seine Mutter nur immer bei sich hat. Doch während Jack das Leben nicht anders kennt und nichts vermisst, geht es seiner Mutter immer schlechter, ist sie doch seit nunmehr sieben Jahren in diesem Gefängnis eingesperrt. Als Jack fünf Jahre alt wird, beschließt sie, dass es Zeit für eine Flucht ist.

    Das Buch beschäftigt sich mit zwei psychologischen Zeitebenen, einem davor und einem danach. Während das davor recht unspektakulär von ihrem Alltag in Raum erzählt, den immer gleichen Ritualen, die Jack kennt und braucht, so beschäftigt sich das danach mit den Auswirkungen auf Mutter und Sohn. Die Überforderung Jacks, der sich plötzlich mit einer Welt konfrontiert sieht, die er nur aus dem Fernsehen kennt, brachte selbst mich teilweise zum Verzweifeln. Aber ebenso konnte ich seine Mutter verstehen, die alles kannte und vermisste, die zurück in ihr Leben kann, und es doch nicht mehr ihres ist. Schlimme Dinge werden berichtet, doch werden sie nicht detailliert beschrieben, denn Jack weiß nicht immer, was er sieht und hört. Vielleicht hat es das Buch trotz als der Grausamkeit deshalb erträglich gemacht.

    Fazit

    Ein ganz besonderes Buch, dem man ein wenig mehr Spannung mit auf den Weg geben hätte geben können, das aber durch psychologische Aspekte und einer beklemmend realen Erzählweise punkten kann.

    Bewertung im Detail

    Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

    Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

    Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

    Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

    Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

    =4.4 ★★★★

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spezieller Roman - sehr ergreifend und besonders erzählt.
    Ein spezieller Roman - sehr ergreifend und besonders erzählt

    Zwei Leben in einem Raum…

    Der fünfjährige Jack lebt zusammen mit seiner Mutter in einem Raum – für ihn ist dieser Raum die ganze Welt, etwas anderes hat er noch nie gesehen. Auf wenigen Quadratmetern essen schlafen und spielen sie. Jack liebt es fernzusehen, besonders Cartoonserien. Die Figuren zählt er zwar zu seinen Freunden, doch ihm ist bewusst, dass sie nicht wirklich existieren.
    Doch dann kommt der Tag, an dem seine Mutter ihm von der Welt da draußen erzählt und sie einen Plan schmieden müssen, um zu fliehen…

    Dieses Buch stand schon lange auf meiner Leseliste. Nun habe ich mich an diese außergewöhnliche Geschichte heran gewagt. Dass das Buch außergewöhnlich ist, merkt man schon auf den ersten Seiten: Denn die Geschichte wird aus der Perspektive des fünfjährigen Jungen Jack erzählt – zuerst gewöhnungsbedürftig, weil die Sätze und Aussprache eben die eines kleinen Kindes sind. Doch nach einer Weile gewöhnt man sich daran. Man lernt das Leben von Jack und seiner Mutter kennen, die seit Jahren in nur einem Raum leben, der nur wenige Quadratmeter groß ist. Der einzige Blick nach draußen bietet ein kleines Oberlicht, wo sie zwar einen Ausschnitt vom Himmel sehen können, mehr aber nicht. Zu Anfang gibt es einen sehr detaillierten Einblick in den Tagesablauf der Beiden. Man fragt sich natürlich sofort, warum sie dort leben, wie es dazu gekommen ist und wo sich dieser Raum befindet – die Antworten darauf kommen nach und nach – es ist sehr erschütternd.

    „Das Meer ist ja in echt, fällt mir dabei wieder ein. Im Draußen ist alles in echt, alles, was es gibt, weil ich in dem Blauem zwischen den Wolken ein Flugzeug gesehen habe. Ma und ich können da nicht hin, weil wir den geheimen Code nicht kennen, aber trotzdem ist es in echt.“ (Jack) – Seite 77, eBook

    Ich habe anfangs nur schwer in die Geschichte rein gefunden – es wirkt zunächst ein wenig langatmig und gleichzeitig beklemmend. Doch das ändert sich komplett, als Jacks Mutter beschließt, zu fliehen. Von da an wird die Story anders – weiterhin sehr berührend, intensiv und packend. Der Verlauf ist überraschend.

    „Das sind neun Sachen, ich glaube nicht, dass ich die alle gleichzeitig im Kopf behalten kann. Ma sagt, natürlich kann ich, ich bin doch ihr Superheld. Freund fünf. Ich wünschte, ich wäre noch vier.“
    (Jack) – Seite 99, eBook

    Mein Fazit. „Raum“ gehört zu den wenigen Büchern, bei dem sich meine Meinung während des Lesens nochmal komplett geändert hat: Anfangs fand ich es durch den Schreibstil schwierig zu lesen und etwas langatmig – doch ab einer gewissen Stelle nimmt die Geschichte an Fahrt auf: Es wird packend, oft traurig und berührend. Kurz gesagt: Es ist ein spezieller Roman -  sehr ergreifend und besonders erzählt. Lesenswert!

    Info: Das Buch wurde inzwischen verfilmt und kam im März 2016 in die deutschen Kinos.

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    Der_Buchdraches avatar
    Der_Buchdrachevor 6 Monaten
    4.5 Sterne

    Die Vorstellung ist entsetzlich: jahrelang in einem Verlies gefangen gehalten zu werden, ohne Kontakt zur Außenwelt und mit mehrfachem Missbrauch durch den Entführer und Peiniger. In „Raum“ erzählt Emma Donoghue die Geschichte des fünfjährigen Jack, dessen gesamte Welt aus Raum, seiner Mutter und seinen Freunden im Fernseher besteht.

    Jack kennt nichts anderes als Raum. Raum besteht aus Tisch, Kommode, Zudeck, Fernseher und wenigen anderen lebendnotwendigen Einrichtungen. Durch Oberlicht kommt Licht aus dem Weltall in Raum, aber Jack weiß: Es gibt nur Raum und Weltall jenseits davon, und alles was er im Fernseher sieht, ist „nur Fernseher“, das heißt nicht echt. Gelegentlich kommt Old Nick, dann muss er sich in Kommode verstecken. Old Nick bringt Essen und Kleidung und gelegentlich ein Sonntagsgutti, doch ob Old Nick in echt oder nur Fernseher ist, weiß Jack nicht so genau. Als seine Ma zu seinem fünften Geburtstag Jack zu erklären versucht, dass es mehr gibt als nur Raum, beginnt für Jack sein vielleicht größtes Abenteuer: die Welt.

    Der vielleicht genialste Kniff dieses Romans ist seine Erzählperspektive: Der Leser erlebt die Geschichte aus den Augen eines Fünfjährigen, der in seinem ganzen Leben noch nie Kontakt zur Außenwelt hatte, ja, für den das Konzept einer Außenwelt so ungeheuerlich ist, dass er es zunächst gar nicht begreifen kann und als dumme, langweilige Geschichte seiner Ma abtut. Hinzu kommt das Tempus: Der Roman ist auf höchst subtile Art und Weise im Präsens erzählt; Kinder leben nun einmal im Hier und Jetzt.

    Noch einmal die Welt durch die Augen eines Kindes zu erleben, wünscht sich wahrscheinlich so manch ein Erwachsener. Die absolut überzeugende Sicht dieses Kindes jedoch ist etwas, das mit Sicherheit niemand so schnell vergisst. Sie geht unter die Haut und berührt den Leser im Innersten, verängstigt und verstört vielleicht auch ein bisschen. In jedem Fall jedoch arbeitet sie noch lange nach Beenden des Buches in einem.

    Es gibt Bücher, bei denen man mal hier ein paar Kapitel liest, mal da ein paar. „Raum“ hingegen kann man nicht mehr aus der Hand legen, hat man einmal angefangen. Es saugt einen förmlich in die Geschichte, ist vielleicht auch ein wenig voyeuristisch veranlagt.

    Ein bermekenswertes Detail der Geschichte ist auch, dass Jack viele Dinge, die er nur ein einziges Mal in seinem Leben kennt, ohne Artikel benennt. Er sagt nicht „der Raum“, sondern einfach nur „Raum“, als sei dies ein Eigenname für ein absolut einmaliges Ding, wie es auch jeden Menschen nur ein einziges Mal auf der Welt gibt. Es sind diese Details, die die Erzählung so unheimlich faszinierend machen.

    Jack versteht vieles nicht. Zum Beispiel auch nicht, dass seine Mutter unglaublich verzweifelt ist und unbedingt fliehen will. Dazu ist sie sogar bereit ihr eigenes Kind in Gefahr zu bringen, obgleich sie es gleichzeitig um jeden Preis vor Old Nick beschützen will. Jack versteht auch nicht beziehungsweise es kommt ihm gar nicht in den Sinn, dass seine Mutter eine wesentlich negativere Beziehung zu Raum hat als er selbst. Das leuchtet natürlich ein, er kannte immerhin sein Leben lang nichts anderes und weiß nicht, was er alles verpasst hat.

    Der Roman ist weniger eine Geschichte über die Gefangenschaft, als vielmehr die Beziehung von Mutter und Kind, deren ganze Welt sich umeinander dreht, als auch die Eingliederung eines Jungen in die Gesellschaft, der keinen anderen Menschen kennt als sich, seine Mutter und den Entführer, bei dem er sich nicht einmal sicher ist, ob er echt sei. Jack schnappt nur nebenher einige Brocken der Ärzte auf, die für ihn keine Bedeutung haben, durch die der Leser aber einen Blick auch von außen auf die Situation erhaschen kann.

    „Raum“ ist ein Roman, der einen auch nach dem Zuklappen der Buchdeckel so schnell nicht wieder loslässt. Seine Erzählperspektive macht ihn zu einem ungewöhnlichen und faszinierenden Roman, der in jedem Fall eine Empfehlung ist.

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    MadameFlamusses avatar
    MadameFlamussevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine eindringliche Geschichte, mit viel Gespür aufs Papier gebracht. Ein wirklich sehr besonderes Buch.
    Was wenn deine Welt nur aus einem Raum besteht?

    Ich kann es in seiner eindringlichen, sehr speziellen Geschichte nur empfehlen.

    Es geht um einen kleinen Jungen der mit seiner Mutter in einem Raum lebt. Dieser Raum ist klein und Ihre ganze Welt. Sie kennen und nutzen ihn bis in die kleinste Ecke und bis unter den Teppich. alles hat Namen.

    Die Mutter kennt die Welt draußen, der Junge sein ganzes Leben nur diesen Raum. Emma Donoghue muß ein unglaubliches Einfühlungsvermögen haben, so wie sie die Ereignisse und die Wahrnehmungen schildert. Der Leser/die Leserin sind sofort mittendrin und es läßt sich bis an die Haarspitzen nachfühlen was es heißt in diesem Raum zu sein.

    Doch die Dinge ändern sich. Und damit entzweit sich das Leben und Wahrnehmen von Mutter und Sohn auf das Extremste.

    Ein gutes, sehr gutes Buch. Mit dem Hintergrund, dass es Menschen auf dieser Welt gibt die so etwas wirklich erleben müssen und mußten, trifft es einen ins Mark.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Hallo ihr Lieben,

    bei uns gibt es im Rahmen der Aktion "Blogger schenken Lesefreude"  oben genanntes Buch zu gewinnen:

    http://www.booknerds.de/2015/04/blogger-schenken-lesefreude-und-booknerds-de-ebenso-unser-grosses-gewinnspiel/

    Außerdem liegen auf dem Gewinntisch noch 19 weitere Bücher!

    Viel Glück!

    P.S.: Bitte ausschließlich auf booknerds.de kommentieren, nicht hier.
    Zur Buchverlosung
    merlin78s avatar

    *voll* Wanderbuch zu "Raum" von Emma Donoghue

    Hallo ihr Lieben,

    da ich finde, dass dieses Buch gelesen werden sollte, möchte ich es gern als Wanderbuch zur Verfügung stellen. Wer mitlesen möchte, kann sich einfach hier melden. Verschickt wird es dann in der Reihenfolge der Anmeldungen & am Ende geht das Buch an mich zurück. Ich würde mich freuen, wenn ihr nach dem Lesen eine Rezension schreiben würdet, denn ich bin da doch sehr neugierig, wie das Buch bei den einzelnen Lesern ankommt :-)

    Erfragt bei eurem Nachfolger die Adresse, wenn das Buch bei euch angekommen ist, dass hat sich bewährt und schreibt kurz eine Mitteilung in den Thread, wenn das Buch bei euch eingetroffen und weitergeschickt worden ist. Und bitte, bitte behandelt es gut.

    Mehr zum Inhalt:
    Auch seinen fünften Geburtstag feiert Jack in Raum. Raum hat eine immer verschlossene Tür, ein Oberlicht und ist 12 Quadratmeter groß. Dort lebt der Kleine mit seiner Mutter. Dort wurde er auch geboren. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine „Freunde“, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum.

    *** Wie das Wanderbuch funktioniert ***
    Ihr sagt einfach hier bescheid, wenn ihr gern mitlesen möchtet und ich trage euch in die Liste. Ich schicke es an den ersten los und jeder hat dann zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar. Na dann mal los und viel Spaß :)

    PS: Wenn ihr euch andere Wanderbücher wünscht, könnt ihr das hier sagen:
    http://www.lovelybooks.de/thema/Welche-Wanderb%C3%BCcher-w%C3%BCnscht-Ihr-Euch-Wunschliste-zum-Eintragen-753415628/

    merlin78 verschickt:
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    Ein LovelyBooks-Nutzer
    Hallo! Ich würde gerne mal ähnliche Bücher wie "RAUM" lesen! Also Entführungsgeschichten oder solche Thriller mit Gefangenschaft! Allerdings möchte ich da erst "einsteigen" und würde mich freuen wenn es jetzt NICHT unbedingt richtig harte Horror-Psycho-Thriller wären! Vielleicht für später auch mal dazu schreiben aber bitte Hinweise geben was so in welche Richtung geht! Danke
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    Pressestimmen

    »Einer der größten Triumphe der neueren Literatur.« New York Times

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