Cover des Buches Elizabeth wird vermisst (ISBN: 9783785749371)MiGus avatar
Rezension zu Elizabeth wird vermisst von Emma Healey

Bewegender Einblick in die Welt mit Alzheimer

von MiGu vor 3 Jahren

Review

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MiGuvor 3 Jahren

Kurzbeschreibung
Maud ist völlig verwirrt und verunsichert. Sie vermisst ihre Freundin Elizabeth und niemand scheint ihr zu glauben, wenn sie von ihrer Sorge um sie erzählt.
Doch Maud hat Alzheimer und so wird es eine verzweifelte Suche nach ihrer Freundin und sich selbst.

Meinung
Emma Healey behandelt in ihrer sehr emotionalen und bewegenden Geschichte das Thema Alzheimer.
Die Autorin lässt in ihrer Handlung die an Alzheimer erkrankte Protagonistin Maud, die sich ihrer Erkrankung nicht bewusst ist, in der Ich-Perspektive erzählen.
So gewährt sie dem Leser und Zuhörer auf einfühlsame Weise einen sehr detaillierten und aussagekräftigen Eindruck in Mauds verwirrte Gedanken, deren Grenze zu Realität verschwimmt, und die viele Reaktionen in ihrem Umfeld nicht versteht.
Immer wieder verliert sie sich in ihren Erinnerungen und immer wieder spricht sie den Satz „Elizabeth wird vermisst“ aus.
Anfangs erscheint es vielleicht sogar noch etwas amüsant, doch im späteren Verlauf musste ich hart schlucken, wenn sie dies sagte.
Einfach weil ich so viel Mitgefühl und Verständnis für Maud aufbrachte und es mir fast das Herz brach.
Medizinische Details werden in dieser Handlung nur am Rande erwähnt, denn hier steht einzig und allein die Hauptfigur im Vordergrund, die mal in der Vergangenheit lebt und mal in der Gegenwart.
So sind es zwei beziehungsweise drei verschiedene Handlungsstränge, die aber etwas gemeinsam haben und miteinander verknüpft werden.
Dies macht meiner Meinung nach diese Geschichte besonders bewegend.
Zwischendurch richtet sich der Blick auch auf ihre Angehörigen und macht damit bewusst, dass nicht nur Maud kurz vorm Verzweifeln ist.
Immer wieder stellt sich eine gewisse Situationskomik ein, die von der recht traurigen Erzählung ablenkt und aufmuntern kann.
Die einzelnen Kapitel sind musikalisch untermalt und dank des großartigen Erzählstils ist die Geschichte besonders fesselnd.
Die Autorin versteht es sehr gut, ihre Figuren derart charakterstark und authentisch zu beschreiben, dass man sie sich bildlich vorstellen kann.
Vor allem Maud ist sehr gut gelungen, denn ihre innere Unruhe und Verzweiflung ist so realistisch, dass ihr Schicksal einem sehr nahe geht.

Hier macht sich aber auch wieder die Auswahl der richtigen Sprecherin bemerkbar.
Denn Katharina Thalbach liest diese Geschichte vor und schafft es sich sehr einfühlsam in die Hauptfigur zu versetzen.
Ob es sich um einen ruhigen Erzählton oder aber auch den Wechsel in verschiedene Gefühlsausbrüche handelt, sie verkörpert mit ihrer Stimme die Protagonistin glaubhaft und lässt diese noch viel greifbarer erscheinen.

Fazit
„Elizabeth wird vermisst“ ist ein sehr bewegender Roman, der den Leser und Zuhörer schockierend realistisch ahnen lässt, wie beängstigend und verstörend die Welt eines an Alzheimer erkrankten Menschen sein muss.
Diese Geschichte wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und mich so manches Mal nachdenklich stimmen.

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