Emma Hooper Etta und Otto und Russell und James

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Inhaltsangabe zu „Etta und Otto und Russell und James“ von Emma Hooper

Ein charmanter, weiser und poetischer Roman über eine unerschütterliche Freundschaft, unerfüllte Sehnsüchte und eine lebenslange Liebe – vor der grandiosen Kulisse Kanadas. "Perfekt für alle, die auf der Suche nach dem Geheimnis des Lebens sind - und für alle anderen auch." Für Sie Die 83-jährige Etta hat noch nie das Meer gesehen. Mit etwas Schokolade, Wanderschuhen und einem Gewehr macht sie sich daher auf den 3.232 Kilometer langen Weg an die Ostküste Kanadas. Ihr Mann Otto lässt sie ziehen - trotz aller Sorge. Er ist vor vielen Jahren selbst zu einer großen Reise aufgebrochen, die sein Leben verändert hat. Ihr gemeinsamer Freund Russell hingegen will Etta zurückholen und verlässt zum ersten Mal in seinem Leben die heimische Farm. Auf ihrer Wanderung trifft Etta James, der sie durch das staubtrockene Land begleitet. Je näher Etta der Küste Kanadas und dem sehnsuchtsvoll erwarteten Meer kommt, desto lebendiger werden die Erinnerungen - Erinnerungen an die gemeinsame Jugend mit Otto und Russell, an Zeiten des Krieges an Hoffnungen und versteckte Gefühle, aber auch an die zahlreichen Erfahrungen, die sie miteinander geteilt haben. Die Musikerin Emma Hooper schreibt unvergleichlich über tiefe Liebe und Freundschaft, über Vertrauen und Hoffnung, über Abenteuer-Willen und den Mut, dem Leben immer wieder voller Neugier zu begegnen.

Viel trauriger und berührender als gedacht!

— littleowl
littleowl

Bemerkenswert tiefgründig. Ein Buch das mich überrascht und tief bewegt zurück lässt.

— schokokaramell
schokokaramell

Ein ungewöhnlicher Roman, dessen Stärke das ist, was er nicht ausspricht.

— once-upon-a-time
once-upon-a-time

Berührende Geschichte

— dowi333
dowi333

Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und nach dem ich mir nochmal überlegt habe, was für Ziele ich noch im Leben habe.

— buchernarr
buchernarr

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  • Berührende Geschichte über Vergessen und Erinnern

    Etta und Otto und Russell und James
    Lesemama

    Lesemama

    30. July 2017 um 19:34

    Etta und Otto und Russell und Jamesvon Emma Hooper Bewertet mit 4 Sternen Zum Inhalt:  Etta ist 83 und war noch nie am Meer. So beschließt sie eines morgens ans Meer zu wandern. 3.232 Kilometer immer nach Osten, an die Ostküste von Kanada. Ihr Mann Otto lässt sie gehen und verbringt seine Zeit wartend auf ihrer Farm. Russell hingegen, ein guter Freund des Paares, kann es nicht hinnehmen und fährt hinterher.  Auf ihrer Wanderung schließt sich Etta ein Kojote an, den sie James nennt.    Meine Meinung:  Zu Beginn fand ich die Geschichte etwas verwirrend, da immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her gesprungen wird, auch fehlt in dem Buch jegliche wörtliche Rede, aber nach ein paar Seiten war ich im Sog der Geschichte gefangen und wollte nur noch weiterlesen.  Die Lebensgeschichte von Etta, Otto und Russell war von Beginn an spannend und berührend. Ein ruhiges Buch, welches mich sehr gut unterhalten hat.  Einen Stern habe ich abgezogen, da mich das Ende dann sehr enttäuscht hat. Aber alles in allem ein ganz wundervolles Buch, welches ich nur weiterempfehlen kann. 

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  • Etta und Otto und Russell und James

    Etta und Otto und Russell und James
    Kleine8310

    Kleine8310

    27. February 2017 um 21:30

    Buchidee:  Die Buchidee erinnert an eine ganz besondere Pilgerreise und da ich solche Art Geschichten schon öfters sehr gerne gelesen habe, war ich auch auf dieses Buch gespannt ...   Handlung:  In dieser Geschichte geht es um die dreiundachtzigjährige Protagonistin Etta. Etta hat noch nie das Meer gesehen und dabei ist das ihr größter Wunsch. Also macht sich Etta mit etwas Schokolade, einem Gewehr und in Wanderschuhen auf den 3.232 Kilometer langen Weg an die kanadische Ostküste.Trotz aller Sorgen lässt ihr Ehemann Otto seine Frau ziehen, was Russell, der Freund der beiden, nicht verstehen kann, denn er will Etta zurückholen und verlässt dafür zum ersten Mal in seinem Leben die heimische Farm. Auf ihrem Weg trifft Etta auf James, der sie durch das staubtrockene Land begleitet und mit dem sie die aufkommenden Erinnerungen teilen kann ...   Schreibstil:   Der Schreibstil von Emma Hooper besticht durch eine klare Sprache und eher kurze Sätze. Was ich nicht ganz ideal fand ist, dass die Autorin die Perspektivwechsel, die immerhin vier Erzähler beinhalten, nicht kennzeichnet. Man gewöhnt sich zwar nach einer Weile daran, aber mit einer Kennzeichnung hätte es mir noch besser gefallen. Charaktere:  Die Charaktere wurden von der Autorin sehr schön ausgearbeitet und ich finde, dass sie auch sehr gut zusammengepasst haben. Letzteres vorallem, da sie sich toll ergänzen und auch jeder Charakter für sich interessante Seiten hat.   Spannung:  Die Spannung habe ich in der Geschichte am allermeisten vermisst. Ich habe die Handlung leider oftmals als etwas zu langatmig empfunden und hätte mir viel mehr Dichte und Spannung gewünscht. Das war für mich auch der Grund, warum mir das Buch letztlich nicht so gut gefallen hat, wie ich es mir zunächst erhofft hatte.   Emotionen:   Die Emotionen hat Emma Hooper weitestgehend gut dargestellt und sie sind zum Teil auch bei mir als Leserin angekommen. Wäre der Spannungsbogen etwas besser gehalten worden hätte ich dieser Geschichte auch sehr gerne mehr Rosen gegeben.    "Emma und Otto und Russell und James" bietet eine Geschichte mit einer Pilgerreise und interessanten Rückblicken, in die Vergangenheit der Charaktere.  Leider habe ich zu oft die nötige Spannung, die mich an eine Geschichte fesselt, vermisst!  

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  • Leserunde zu "Wunderschöne Winterzeit" von Max Bolliger

    Wunderschöne Winterzeit
    Vucha

    Vucha

    ~~~~~~~~ Hier gibt es KEINE Bücher zu gewinnen~~~~~~~ ~~~~~~~~Dies ist der Lesemarathon unserer „Zukunft vs Vergangenheits“-Gruppe und unserer Werwolfrunde ~~~~~~~~ Lesemarathon zwischen den Jahren (27.12-30.12.2016)Zu unserer Werwolfrunde hier auf Lovleybooks veranstalten wir immer einen Lesemarathon. Um dieser Tradition treu zu bleiben findet auch dieses Mal wieder so ein Marathon statt.Manch einer von uns wird bestimmt zu Weihnachten das ein oder andere Buch unter dem Weihnachtsbaum finden. Hier bekommt ihr die Gelegenheit und Zeit, eure neuen Schätze zu zeigen und sie zu lesen, oder aber auch noch ein bisschen SuB-Abbau zu betreiben.Größtenteils wird es sich thematisch um die Feiertage in den letzten Dezembertagen drehen... lasst euch überraschen! Welche Bücher ihr euch dazu aussucht ist vollkommen egal. Wir wollen das Jahr zusammen ausklingen lassen und gemütliche Stunden zusammen verbringen. ♦ZIELE:♦ Setzt euch welche! Was wollt ihr an diesen vier Tagen schaffen?  ♦EURE BELOHNUNG:♦ 2017 steht vor der Tür! Ihr bekommt deshalb für je 50 gelesene Seiten von uns einen Glücksbringer. 🍀🐞🐷 Zudem wird es einige Aufgaben geben, bei denen ihr zusätzliche Glücksbringer sammeln könnt. ♦DIE THEMEN:♦ Wir werden jeden Tag des Lesemarathons ein anderes Thema vorstellen und die Fragen diesem Thema anpassen. Geplant sind: Familien, Geschenke, Essen und Traditionen rund um Weihnachten und den Jahreswechsel.  ******************************************** WICHTIG: Unsere gestellten Fragen werden so weit wie möglich einen Bezug zu den genannten Themen haben. Dies muss nicht für eure ausgewählten Bücher gelten. Es darf gelesen werden, was Spaß macht. Zudem sind zu diesem Marathon nicht nur Teilnehmer unser "Zukunft vs. Vergangenheitschallenge" und "Werwolfrunde" eingeladen. Jeder Leser ist willkommen.  WANN STARTEN WIR? Der Marathon startet am Dienstag, den 27.12.2016 um 10 Uhr und endet am 30.12.2016 um Mitternacht.  Der Spaß bei unserem Lesemarathon ist natürlich an erster Stelle. Und frei nach dem Motto "Alles kann, nichts muss" könnt ihr euch eure Zeit einteilen, wir ihr mögt. Wir streuen in regelmäßigen Abständen Aufgaben und Rätsel ein und setzten uns gerne Ziele, um den Spaßfaktor ein wenig zu erhöhen, beides ist aber nicht verpflichtend. ******************************************************** Habt ihr Fragen, Anregung oder Rätsel, die ihr uns für den Marathon zukommen lassen mögt? Gerne nehmen wir jede Hilfe an. Schreibt einfach eine kurze PN an: Knorke MissSnorkfraeulein SchCh121  oder Vucha ******************************************************* Teilnehmer: Vucha stebec SchCh121 samea MissSnorkfraeulein Mitchel06 melanie1984 pinucchia BUCHimPULSe Tatsu Mysticcat Knorke sternchennagel mabuerele histeriker AnnikaLeu, AberRush, Katha_strophe

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    • 706
  • Etta will das Meer sehen

    Etta und Otto und Russell und James
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    24. November 2016 um 09:11

    Etta ist 83 Jahre alt und hat noch nie das Meer gesehen. Als Sie sich ausgestattet mit Schokolade, Wanderschuhen und einem Gewehr auf den 3.232 Kilometer langen Weg macht, lasst ihr Mann Otto sie ziehen, denn er weiß aus Erfahrung, dass man sich seine Lebensträume erfüllen muss. Natürlich macht sich Otto Sorgen, denn Etta beginnt dement zu werden. Doch ihr gemeinsamer Freund Russell verlässt seine Farm, um Etta zu suchen. Der Schreibstil des Buch ist einfach zu lesen und sehr ansprechend. Seit ihrer Jugend sind Etta, Otto und Russell befreundet und beide Männer hatten ein Auge auf sie geworfen. Doch der Krieg verändert diese Freundschaft. Etta und Otto pflegen eine intensive Brieffreundschaft. Russell wird aufgrund von körperlichen Einschränkungen nicht eingezogen und bleibt bei Etta. Nach Ende des Krieges kommt Otto zurück und die Freunde finden eine Möglichkeit, wie sich ihr weiteres Leben gestalten kann, ohne dass die Freundschaft zerbricht. Seither gehen sie ihren Weg gemeinsam und nun gibt es durch Ettas Entscheidung das erste Mal eine Veränderung. Die Männer müssen mit dieser Trennung fertig werden. Otto hat Ettas Rezeptkarten und sie leiten ihn durch die Erinnerungen an eine lange gemeinsame Zeit. Berührend finde ich seine Briefe, die die Adressatin nicht erreichen können. Russell ist immer noch in Etta verliebt und kann nicht untätig sein. Er begibt sich auf die Suche nach ihr und lernt sich selbst besser kennen. Emma unterdessen begegnet auf ihrer Wanderung James, der sie dann begleitet. Ihre Erinnerungen werden mit jedem Kilometer lebendiger. Wir lernen die Vergangenheit von Etta, Otto und Russell durch ihre Erinnerungen kennen. So können wir sie durch ihr langes Leben begleiten und ihre Freundschaft erleben, die etwas Besonderes ist. Mich hat diese ruhige Geschichte sehr gefangen genommen. Sie macht Mut, zu seinen Träumen zu stehen und sie zu verwirklichen. Eine schöne und berührende Geschichte über Freundschaft.

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  • Ein Abschied auf Zeit

    Etta und Otto und Russell und James
    jenvo82

    jenvo82

    17. July 2016 um 22:12

    "Deshalb möchte ich etwas tun und tun und nie mehr aufhören. Wenn wir etwas tun, dann leben wir, und wenn wir leben, dann siegen wir, oder?"InhaltSeit ihrer Jugend verbindet Etta, Otto und Russell eine ganz besondere Freundschaft, die auch jetzt im Seniorenalter fast ungetrübt weiterbesteht. Einst war Etta die gleichaltrige Lehrerin der beiden jungen Männer, die sich aus ganz verschiedenen Gründen in sie verliebt haben. Doch dann kam der Krieg und erstickte jedwede Zuneigung direkt im Keim. Mit Otto verbindet sie fortan eine intensive Brieffreundschaft, die schon bald ihrer beider Lichtblick wird und Russell, der auf Grund seiner körperlichen Behinderung ausgemustert wurde, bleibt vor Ort ihr wichtigster Ansprechpartner und Vertrauter.Doch als der Krieg zu Ende geht, wandelt sich ihre Beziehung, damit sie allen Beteiligten gerecht wird und was als komplizierte Dreiecksbeziehung hätte enden können, findet einen Kompromiss. Nach all den Jahren gehen die drei immer noch einen gemeinsamen Weg, der sie erst im hohen Alter voneinander trennt, denn da beschließt die nunmehr 83-jährige Etta, sich einen Lebenstraum zu erfüllen: einmal das Meer sehen. Und zurück bleiben die zwei Männer, die nun wiederrum ganz unterschiedlich mit dieser Trennung umgehen.MeinungDer Roman von Emma Hooper kombiniert viele interessante Themen miteinander, denen alles eins gemeinsam ist: Wie nehmen Menschen Abschied, welche Pläne schmieden sie und warum und wie trägt uns die Hoffnung durchs Leben, so dass wir ein Wiedersehen feiern, statt eine Entscheidung zu bedauern. So wird der Leser im Laufe der Geschichte zum Beobachter einer lockeren und doch innigen Freundschaft zwischen drei Menschen, die sich gegenseitig Halt geben und einander die Welt bedeuten. Wir finden hier große Gefühle im Briefwechsel, dann wieder in Rückblenden und berührenden Kindheitserinnerungen und schließlich in uneigennützigen Handlungen, die von Liebe geprägt sind.Dabei bedient sich die Autorin einer kindlichen, teils naiv wirkenden Sprache, die kurze Leseabschnitte mit verschiedenen Zeitebenen verbindet. Daraus entwickelt sich ein einfühlsamer, stiller Roman mit ganz eigenen, durchaus besonderen Hauptprotagonisten, die einérseits sehr bedeutsam für die Geschichte sind aber andererseits nur durch ihre Interaktion miteinander ihre volle Wirkung entfalten.FazitIch vergebe 4 Sterne und eine Leseempfehlung für diesen sinnerfassenden Roman über Freundschaft, Liebe, einen trennenden Krieg, eine verbindende Nähe und den Mut und die Kraft einen unerwarteten Neubeginn zu wagen, ganz egal wann der Zeitpunkt dafür gekommen ist.

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    • 6
  • I will try to remember to come back

    Etta und Otto und Russell und James
    dowi333

    dowi333

    11. July 2016 um 07:59

    Ganz in der Manier von Harold Fry oder auch Alan Karlsson macht sich Etta auf den Weg. Sie will das "Wasser" sehen und läuft los. Tausende Kilometer, um einmal in ihrem Leben das Meer zu sehen. Ihrem Mann hinterlässt sie eine kurze Nachricht und eine Sammlung Rezepte und verschwindet. Und tatsächlich, das Buch erinnert stellenweise sehr stark an Bücher wie: Der Hundertjährige, ... und Die unwahrscheinliche Pilgerreise... oder sogar Ein Mann namens Ove. Etta beginnt zu vergessen. Manchmal lebt sie in einer völlig anderen Zeit, erkennt ihren geliebten Mann oder nahestehende Personen nicht mehr. So dramatisch sich die Gegenwart darstellt, so rührend ist die Vergangenheit. Ebenso wie die oben erwähnten Bücher lebt die Geschichte von Rückblicken. Auszüge aus Kindheit und Jugend von Otto, Etta und Russell werden wiedergegeben. Eine Frau, die zwischen zwei Männern steht, Wirrungen des Krieges. Otto, der in seine Frau vertraut und Russell, dem noch nach all den Jahren immer noch viel an Etta liegt und sich auf die Suche nach der Frau macht. Dazu ein handzahmer, „sprechender“ Coyote, der Etta nicht von der Seite weicht. Das Buch überzeugt durch einfache Sprache und ansprechendem Schreibstil, sodass es auch auf Englisch leicht verständlich ist. Nur der zeitliche Rückgriff zur Darstellung der Geschichten der einzelnen Protagonisten ist stellenweise verwirrend. Nicht immer ist klar, in welcher Zeit man sich bewegt. Es war trotzdem ein Vergnügen, diese Personen näher kennenzulernen; mehr über ihren Lebensgeschichten erfahren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Buch bald wieder zur Hand nehmen werde. Schon jetzt habe ich das Buch meinen Freunden ans Herz gelegt. Gerne mehr davon.

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  • Eine Reise zum Meer...

    Etta und Otto und Russell und James
    parden

    parden

    03. July 2016 um 09:35

    EINE REISE ZUM MEER...'Ich bin weggegangen. Ich habe noch nie das Meer gesehen und habe mich nun auf den Weg gemacht. Keine Sorge, den Laster lasse ich da. Ich gehe zu Fuß. Und ich werde versuchen, das Heimkommen nicht zu vergessen...'Ettas größter Wunsch ist es, einmal in ihrem Leben das Meer zu sehen. Sie lebt mit ihrem Mann Otto und ihrem Nachbarn Russell in einem kleinen Dorf auf hügeligem Farmland, mitten in Kanada. Doch nun, im Alter von 82 Jahren, beginnt Etta dement zu werden - und bevor sie auch noch ihren letzten Lebenstraum vergisst, macht sie sich auf den Weg.Eines Morgens in aller Frühe lässt sie ihrem Mann einen Brief auf dem Küchentisch zurück, und geht, bepackt mit wenigen Kleinigkeiten, etwas Schokolade, ihren festesten Schuhen und einem Gewehr, einfach los. Richtung Osten. Richtung Meer. Ohne Angst davor, dass dies über 2000 Meilen sind...'Vielleicht ist es das Beste, wenn ich weggehe, sagte Etta. Irgendwohin, wo Leute sind, die sich selbst vergessen. Aber ich kann mich erinnern, sagte Otto. Wenn ich mich erinnern kann und du vergisst, lässt es sich ausgleichen...'Und Otto lässt Etta ziehen. Er macht sich nicht panisch auf die Suche nach ihr, schaltet keine Anzeigen, ruft keine Nachbarn um Hilfe an - er lässt Etta ihren Traum. Und tröstet sich mit dem, was von ihr übrig ist. Ihre handgeschriebenen Rezeptkarten beispielsweise, von denen er viele zu kosten bekam im Laufe ihres gemeinsamen Lebens. Nun ist es an ihm, sich anhand der Rezeptkarten durch die Tage zu hangeln, voll der Gedanken, doch immer mit dem köstlichen Geschmack von Ettas Rezepten auf den Lippen.Und Russel, der Nachbar - ebenso alt wie die beiden. Und seit über fünfzig Jahren verliebt in Etta. Er hält die Untätigkeit nicht aus. Er begibt sich auf die Suche nach Etta. Oder ist es nicht viel mehr eine Suche nach sich selbst?'Es ist furchtbar, einfach aufzugeben. Ganz furchtbar (...) Deshalb möchte ich etwas tun und tun und nie mehr aufhören. Wenn wir etwas tun, dann leben wir, und wenn wir leben, dann siegen wir, oder?'Ein wundervoll poetisches Buch präsentiert Emma Hooper hier, schlicht in der Aufmachung, aber wortgewaltig und mit unglaublich viel Text zwischen den Zeilen. So wie der Rhythmus des Meeres, dessen Wellen sich bedächtig vor und zurück bewegen, so bewegt sich auch dieser Roman. Berichtet von der Gegenwart, mal aus der Sicht Ettas, mal aus der Ottos, mal aus der von Russell - um dann gleich wieder in die Vergangenheit zu gleiten, die deutlich macht, unter welchen Umständen sich die drei kennengelernt haben, wie der Krieg alles verändert hat, und wie sehr der ewige Staub der Gegend das Leben bestimmt.Der Roman einer Reise, bepackt mit Lebensträumen, Liebe, Freundschaft, Erinnerungen und Vergessen. Ein Roman, der viele Botschaften transportiert, unaufdringlich, voller Metaphern, auch ein Stück mystisch - und offen für Interpretationen, vor allem am Ende. Aber letztlich ein Ende, das mir passend erscheint für diese Geschichte.'Liebe Etta, wir haben gute und schlechte Tage. Du hast mir einmal gesagt, ich soll nur das Atmen nicht vergessen. Solange man atmen kann, tut man etwas Gutes, hast du gesagt. Das Alte loswerden und das Neue hereinlassen, also vorankommen, Fortschritte machen. Manchmal muss man einfach nur atmen, um voranzukommen, hast du gesagt. Deshalb mach dir keine Sorgen, Etta, atmen tue ich jedenfalls noch (...) Ich bin hier, keine Sorge. Ich bin hier und atme und warte. Otto.'Ein Roman, der berührt, gerade auch durch die Briefe, die geschrieben werden, der nachdenklich stimmt, aber letztlich voller Hoffnung und Lebensfreude ist und ermutigt, auch eigene Lebensträume nicht zu vergessen. Niemals ist es zu spät dazu.© Parden

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    • 11
  • Etta und Otto und Russell und James

    Etta und Otto und Russell und James
    buchernarr

    buchernarr

    25. June 2016 um 18:23

    Ein etwas anderer Roman über ein sehr gefühlvoll beschriebenes Leben der drei Protagonisten. Die nunmehr 83-jährige Etta beschließt ihrem letzten Traum nachzugehen und zieht zu Fuß Richtung Küste um einmal im Leben das Meer zu betrachten. Mehr als drei Tausend Kilometer sind es bis dahin und der "sprechende" Kojote James begleitet sie ab einen Punkt als eine Art Unterbewustsein. Ihren Mann Otto und deren Nachbarn Russel lässt sie zurück. Während ihr Mann sie unschlüssig ziehen lässt, beschließt Russel ihr nachzugehen. Während wir in Gedanken die Reise mit Etta mitangehen erfahren wir so manches über ihr Leben und das der anderen Hauptpersonen, ihre gemeinsame Zeit in der Farm, ihre Jugend aber auch über die Zeit im Krieg. Gedanken, Träume aber auch unterdrückte Gefühle kommen hoch und werden mit der Perspektive des Älterwerdens in ein Licht gerückt, daß die Reife wiederspiegelt, die man mit der Zeit gewinnt. Faszinierend fand ich die Entscheidung Ettas ihren unmöglich scheinenden Traum zu verwirklichen und das denke ich ist mehr oder weniger der verborgene Sinn des Buches, die Verwicklichung der Träume eines jeden Menschen, so skurill sie auch vorkommen mögen. Sehr gefallen hat mir auch das Cover und die gesamte Aufmachung des Buches. Über die Abwesendheit der direkten Dialoge möchte ich sagen, daß es mitunter den Stil des Buches unterstützte, anders könnte ich mir vorstellen, würde die Atmosphäre die darurch entstanden ist, nicht so richtig rüberkommen. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und nach dem ich mir nochmal überlegt habe, was für Ziele ich noch im Leben habe.

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  • Eines jener seltenen Meisterwerke

    Etta und Otto und Russell und James
    Moep

    Moep

    Wir lernen in dieser ganz besonderen Geschichte die ältere Frau Etta kennen, die als 83-jährige Frau gemeinsam mit ihrem Mann Otto in der ländlichen Idylle der kanadischen Provinz Saskatchewan lebt. Oder besser: lebte. Denn nun macht sich Etta auf, um das Meer zu sehen. Zu Fuß wohlgemerkt. 3232 Kilometer. Sie ist dement, viele Dinge fallen ihr einfach nicht mehr ein, doch eines weiß sie ganz genau: Noch nie sah sie die Wellen des Meeres und dies will sie nun ändern, bevor sie diesen Lebenstraum womöglich auch noch vergisst.  Wir begleiten in diesem Buch also Etta auf ihrer Reise, erleben wie ihr Ehemann Otto sich ohne sie zurecht findet, lernen den gemeinsamen Nachbarn Russell kennen und doch lesen wir vor allem zwischen den Zeilen. Daher möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel über den Inhalt verraten, denn die Autorin präsentiert in beeindruckender Weise die Kunst, in sanften Tönen, ganz leise zwischen den Zeilen eine großartige und gewaltige Geschichte zu erzählen, die sehr viel Platz lässt für eigene Gedanken und Interpretationen. Weiterhin ist dieses Buch eines derjenigen, über das es ganz schwer fällt, konkret zu sagen, was einen denn die ganze Zeit fasziniert hat. Großartig Action und Handlung gibt es nicht, dafür viele Rückblicke, manchmal fast leere Seiten, lange Briefe aus längst vergangenen Zeiten, aber eben auch viel Gefühl, berührende Schicksale und sehr viel sprachliche Eleganz. Mich hat diese Geschichte noch lange nach dem Lesen beschäftigt, denn man denkt doch noch sehr viel nach. Es bleiben viele Fragen offen bzw. es entstehen beim Lesen immer wieder Fragen, die zu beantworten jeder Leser selbst eingeladen ist. Die Tiefe, die dieses Buch dabei annehmen kann, ist und bleibt unglaublich. Ettas Geschichte und die all ihrer Lieben, sie ist eine Ode auf das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, mit seinen Rückschlägen und Hoffnungen; auf die Menschen mit ihren Abgründen und Ängsten und Schwächen; Sie zeigt, dass das Leben so perfekt und wunderschön sein kann, wie es ist und vermittelt in seinem ganz eigenen Klang eine Atmosphäre, die man förmlich greifen kann.

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    • 2
    wandablue

    wandablue

    06. June 2016 um 10:10
  • Etta und Otto

    Etta und Otto und Russell und James
    Luc

    Luc

    03. June 2016 um 22:06

    Dreiundachtzig Jahre alt ist Etta, als sie mit etwas Schokolade, einem Gewehr und ihren Wanderschuhen in Richtung Meer wandert. Wenn nicht jetzt, wann sollte Ella jemals einen in der Sonne funkelnden Ozean sehen? Das ganze Leben hat sie auf einer kanadischen Farm zusammen mit ihrem Mann verbracht. Otto lässt sie zu ihrem Sehnsuchtsort ziehen. Widerstand zwecklos, dass weiß der ehemalige Frontsoldat des zweiten Weltkriegs. Der gemeinsame Freund Russel jedoch entschließt sich Etta zu folgen, um sie heimzuholen. Auf der gefährlichen Wanderung trifft Etta den Kojoten James, der bald ihr engster Vertrauter wird und alte Erinnerungen werden wach. An die Jugend und Arbeit. Aber auch an die Kriegszeiten und Entbehrungen, die damit verbunden waren. In Rückblenden und Briefen wird über die alten Zeiten berichtet und bald interessieren sich die Zeitungen für die wandernde sonderbare Frau. Wie Otto mit den deutschen Soldaten habe ich etwas kämpfen müssen mit dem Buch. Auf den ersten hundert Seiten hat mich die Vielzahl von Namen und Begebenheiten ziemlich erschlagen. Emma Hooper will auf Teufel komm raus unterhalten, emotionale Bindung schaffen und eine Spur philosophischer Tiefe einfließen lassen. Letzteres gelingt nur in Ansätzen. Wofür vor allem der springlebendige Schreibstil verantwortlich ist, der inne Halten oder Nachdenkens wertes zeigen von vornherein ausschließt. Emma Hopper drückt auf jeder Seite auf das Gaspedal, was für ein gewisses Ungleichgewicht innerhalb des Romans verantwortlich ist. Auf der einen Seite finde ich die wunderliche Beziehung zwischen dem Kojoten James uns Etta sehr witzig und als Idee einfach Klasse. Auch diese Dreiecksbeziehung Beziehung zwischen dem verschrobenen Russell, Etta und dem zupackenden sowie bodenständigen Otto ist absolut lesenswert. Auf der anderen Seite werden viele gute Motive verschenkt. So bietet Ottos Leben im zweiten Weltkrieg eigentlich reichlich Potenzial, um den Leser emotional einzubinden. Bei mir zumindest hat das nicht besonders gut hingehauen. Auch Ettas großartige Wanderschaft fehlt es nicht nur an Glaubwürdigkeit, was mir persönlich bei diesem Genre nicht besonders wichtig ist, sondern auch an dramatischer Zuspitzung oder erzählerischer Durchschlagskraft. Das Ganze ist mir zu stark auf Unterhaltung gebürstet. Darin liegt natürlich auch eine große Stärke. Sicher wird es viele Leser finden. 

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  • Ein weiter Weg…

    Etta und Otto und Russell und James
    Sikal

    Sikal

    Die 83-jährige Etta erkennt ihr Altwerden, ihre Demenz im Anfangsstadium und versucht sich an einer Wanderung ans Meer. Dabei wählt sie nicht den einfachen, sondern den schwierigen Weg – über 3000 km will sie zu Fuß bewältigen. Ihrem Ehemann Otto lässt sie einen kurzen Brief sowie ihre Rezeptkarten zurück, damit er sich inzwischen selbst versorgen kann. Otto ist zwar beunruhigt, lässt jedoch Etta ihren Traum erleben. Im Gegensatz zu Otto hält Russell nichts mehr auf der Farm, als Etta verschwindet und reist ihr nach. Außerdem trifft man noch auf den Kojoten James, der Etta auf ihrer schwierigen Reise begleitet und ihr auf diesem Weg ein treuer Freund wird. Die Charaktere sind äußerst liebevoll gezeichnet, sind durchwegs sympathisch und sprechen oft mit dem Herzen – das hat mir sehr gut gefallen und ich fand die durchwegs positive Stimmung des Buches (trotz des Wissens um Ettas Demenz) sehr angenehm und unterhaltsam. Die Rückblenden und Erinnerungen, die während der langen Reise aufgearbeitet werden, schildert die Autorin mit einer Leichtigkeit, die ihnen teilweise den Schrecken nimmt. Als kleine Besonderheit möchte ich die Briefe zwischen Otto und Etta während deren Trennung hervorheben – einerseits gab es diesen Briefwechsel bereits in der Zeit, als Otto im 2. Weltkrieg war und andererseits schreibt Otto wiederum an Etta, während sie nun ihren Traum lebt. Er hat zwar keine Adresse, an die er die Briefe schicken kann, doch er sammelt sie auf dem Küchentisch bis zu ihrer Rückkehr. Dieses Briefeschreiben finde ich ein wunderbares Detail. Beinahe etwas zu abstrakt fand ich die Geschichte gegen Ende, da hätte ich mir etwas mehr Klarheit erhofft. Trotzdem finde ich, hat das Buch 3,5 Sterne verdient.

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    • 3
    Sikal

    Sikal

    04. May 2016 um 10:20
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Einmal mit Etta das Meer sehen

    Etta und Otto und Russell und James
    affectionista

    affectionista

    22. March 2016 um 20:42

    Etta ist 83 Jahre alt, wohnt in Kanada, und hat noch nie das Meer gesehen. Und weil sie das ändern will, packt sie eines Tages ein bisschen Essen ein, zieht die festen Schuhe an, nimmt die Schrotflinte in die Hand und macht sich auf den Weg. Ihre Reise an die kanadische Ostküste ist über 3000 Kilometer lang. Währenddessen bleibt ihr Mann Otto zu Hause zurück und schreibt ihr Briefe, die sie nie bekommen wird (oder die er nie wegschickt, sondern für ihre Rückkehr aufhebt). Auf dem Weg erinnert sich Etta an ihr langes Leben, an Otto und an Russell. Und Otto erinnert sich zu Hause an seines und ihr gemeinsames. Und Russell, der Nachbar von Etta und Otto, erinnert sich auch, hält Ettas Verschwinden nicht aus und fährt ihr nach. Einiges Unausgesprochenes wird beim Aufeinandertreffen ausgesprochen, vieles nicht. Russell geht schließlich seinen eigenen Weg, während Etta weiter in Richtung Küste unterwegs ist. Bald schließt sich ihr James an, ein sprechender Kojote. Sie wird eine Berühmtheit, wird beklatscht und bejubelt, wenn sie in bewohnte Gebiete kommt, und bleibt trotzdem niemals stehen, bis sie am Ende das Meer sieht. In einer stellenweise ironischen, manchmal auch naiven und trocknen Sprache erzählt die Autorin Emma Hooper in ihrem Romandebut ETTA UND OTTO UND RUSSELL UND JAMES die langen Lebensgeschichten ihrer Protagonisten nach. Erinnerungen blitzen auf, verschwinden wieder, vieles bleibt in der Schwebe, und bei einigem ist nicht klar, ob es sich um eine Einbildung oder um die Realität handelt. Und genau das hat mir ausgesprochen gut gefallen. An vielen Stellen schwebt die Geschichte irgendwo dazwischen, manchmal gewinnt das Fantastische (zum Beispiel wenn Etta mit dem Kojoten zu sprechen beginnt, als wäre das ganz selbstverständlich), aber nie wird es kindisch oder zu naiv. Es bleiben immer unausgesprochene Zwischenräume offen, die neue Ebenen aufmachen. Das ist sicherlich auch der Übersetzung von Michaela Grabinger geschuldet, die mich mit ihrer eigentümlichen Sprache sehr begeistert hat. Ich mochte auch die Dramaturgie, die sich durch die Sprünge zwischen den Jahrzehnten ergibt: Wie sich mir die Vergangenheit schrittweise entblättert hat, und ich dadurch immer wieder einen neuen Blick auf die Gegenwart bekommen habe. Und ich mochte Emma. Und Otto. Russell mochte ich nicht so sehr, aber irgendwann habe ich verstanden, wieso er so ist wie er ist, und dann habe ich mich sehr mit ihm gefreut, dass er am Ende doch noch glücklich wird. Es gibt gegen Ende eine Begegnung mit einer neuen Figur, die ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Es kam mir so vor, als würde sie aus der Angst heraus auftauchen müssen, dass „zu wenig passiert“. Mir wäre das Innenleben von Etta aber an der Stelle genug gewesen. Doch diese Episode ist kurz genug um mich nicht groß zu stören. Insgesamt war es mir ein ausgesprochenes Vergnügen, Etta auf ihrer Reise begleitet zu haben. Und jetzt will ich auch wieder einmal ans Meer.

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  • Noch eine unwahrscheinliche Pilgerreise?

    Etta und Otto und Russell und James
    Karin_Kehrer

    Karin_Kehrer

    21. February 2016 um 15:05

    Etta ist 83 und hat noch nie das Meer gesehen. Also macht sie sich zu Fuß auf den Weg. Über dreitausend Kilometer von Saskatchewan immer nach Osten.  Ihr Mann Otto wartet zu Hause auf sie, ausgerüstet mit Ettas Rezeptkarten. Er formt Tiere aus Pappmaché und stellt sie im Garten auf. Ihr gemeinsamer Freund Russell folgt Ettas Spuren, bis er sich entscheidet, sich seinen eigenen Traum zu erfüllen. James ist ein sprechender Kojote, der Etta einen Teil ihres Weges begleitet. Irgendwann verflechten sich die Erinnerungen der drei Freunde, bis jeder für sich sein Ziel erreicht hat. Ein richtiges Wohlfühlbuch mit berührenden Momenten. Besonders die Abschnitte, in denen sich die Protagonisten an ihre Vergangenheit erinnern, sind wunderbar plastisch. Man sieht richtig die staubige Prärie, die weiten, kargen Felder, kann sich in die harte Arbeit und den Zusammenhalt in der Großfamilie vorstellen.  Die blutjunge Etta muss sich als Lehrerin in diesem Präriedorf behaupten und ihre beinahe gleichaltrigen oder sogar älteren Schüler unterrichten.  Dann die Kriegserlebnisse, das Bangen und Hoffen der zurückgelassenen Angehörigen, die Angst und Ungewissheit, in der die Soldaten lebten. Otto hat Glück, er darf nach einem Trommelfellriss nach Hause zurückkehren. Etta erleidet eine Fehlgeburt, Russell steht ihr bei.  Der naive, fast kindliche Schreibstil vermittelt gut die Denkweise dieser Menschen, die jedoch auch von großer Lebensweisheit geprägt sind.  Einige Kritikpunkte gibt es für mich jedoch: Das Buch scheint einem sicheren Erfolgsrezept zu folgen: Man nehme eine demente (!) 83-jährige, schicke sie auf Wanderschaft, lasse den Leser an ihren Erinnerungen teilhaben und setze sie einem Medienrummel aus, bis sie am Ende die nötige Erkenntnis erlangt. Dazu eine Prise Fantastisches und ein paar Kochrezepte. Fertig ist das perfekte Wohlfühlbuch!  Ähnliches hatte schon „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ zum Erfolg geführt. Ettas Geschichte scheint mir in vielen Elementen hier abgekupfert und die Rahmenhandlung war mir einfach zu unwahrscheinlich (dabei störte mich nicht einmal der sprechende Kojote!) Fazit: Warmherzige Story mit liebenswerten Charakteren, leider ein wenig zu dick aufgetragen!

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  • Etta und Otto und Russel und James

    Etta und Otto und Russell und James
    Code-between-lines

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    Zum Inhalt: „Otto, stand in dem Brief mit blauer Tinte geschrieben, ich bin weggegangen.“ Dies ist der erste Satz in Emma Hoopers Debüt-Roman „Etta und Otto und Russel und James“. Die 83 Jahre alte Etta beschließt an ihrem Lebensabend, sich zu Fuß auf die lange Reise zum über 3000km enfernten Meer zu machen, denn sie hat es in ihrem Leben noch nie gesehen. Zurück lässt sie ihren Ehemann Otto, der, plötzlich allein im Haus, versucht, Ettas Aufgaben so gut es geht zu bewältigen, und – obwohl er voller Sorge auf die Heimkehr seiner Frau wartet, doch genau weiß, dass es wichtig ist, dass Etta ihren weg geht und nicht umkehren wird. Russel, ein langer Freund von Etta und Otto, der auf der Farm nebenan wohnt und Etta insgeheim ein Leben lang geliebt hat, hält es hingegen nicht zu Hause aus, sondern bricht auf, um Etta zu suchen. Diese setzt derweil unermüdlich einen Schritt vor den anderen, auf ihrem langen Weg aus dem ländlichen Saskatchewan an die kanadische Ostküste. Begleitet nur von ihrem starken Willen, ihren Erinnerungen an das Leben mit Otto und Russel, der Freude, sich selbst und die Natur mit aller Intensität zu spüren und dem Koyoten James, der Etta unermüdlich durch die staubige Landschaft folgt. Eigene Meinung: Emma Hoopers Roman hat mich von der ersten Seite, eigentlich vom ersten Satz an, in den Bann gezogen. Dieses Buch war für mich ein echtes Wohlfühlbuch: angefangen von der wunderbaren, warmen, eher kindlichen Sprache, die jedoch so ausgezeichnet die puren und unverfälschten Charaktere der mittlerweile hoch betagten Protagonisten Etta, Otto und Russel widerspiegelt. Dann die Charaktere selbst – so deutlich gezeichnet, so liebenswert, so voll von Vergangenheit, Lebenserfahrungen, Freude und Schmerz. So passend die Stimmung am Ende des Lebens dreier Freunde, die nahezu ihr ganzes Leben miteinander verbracht und immer zusammengehört haben. Auf Emmas Weg folgt der Leser ihren Erinnerungen in die gemeinsame Jugendzeit, als sie als junge Lehrerin an die Schule im ländlichen Gopherlands kommt, und ihre kaum jüngeren Schüler Otto und Russel kennenlernt. Es folgt die Zeit des Zweiten Weltkriegs, nacherzählt in Briefen, die der anfangs so abenteuerlustig in den Krieg gezogene Otto, später traumatisiert von den Erfahrungen die er während dieser Zeit machte, seiner zukünftigen Frau Etta aus der Ferne schrieb. Und je weiter wir Etta auf ihrem Weg begleiten, um so bittersüßer werden die Erinnerungen, umso mehr ahnen wir, dass das, was Otto durchmachen musste, längst nicht nur auf seinen Schultern, sondern auch ein Leben lang auf denen Ettas gelastet hat. Die Handlung wird mit einer kindlichen Leichtigkeit erzählt, in einer einfachen Sprache, der ich mich in ihrer schlichten Schönheit kaum entziehen konnte. Und gleichzeit sind die Seiten so voll von Wahrheiten, über das Leben, die Liebe, die Menschen und das Leben. Ich habe jede Seite in diesem Buch mit Genuss gelesen und es danach mit einem Lächeln zur Seite gelegt.

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    • 2
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    05. February 2016 um 11:32
    Code-between-lines schreibt Ich habe jede Seite in diesem Buch mit Genuss gelesen und es danach mit einem Lächeln zur Seite gelegt.

    Ganz genau so war es bei mir, das war ein wunderschönes Buch und Deine Rezi bringt es auf den Punkt.

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