Gruppenfoto am Ufer des Flusses

von Emmanuel B Dongala 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Gruppenfoto am Ufer des Flusses
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Inhaltsangabe zu "Gruppenfoto am Ufer des Flusses"

Emmanuel Dongalas Gruppenfoto am Ufer des Flusses ist ein wahres Loblied auf die afrikanischen Frauen! Ein Roman, der sie nicht nur stark und warmherzig zeigt, sondern wehrhaft und fest entschlossen, das Ruder endlich herumzuwerfen.
Am Ufer des Flusses arbeiten Tag für Tag zehn Steineklopferinnen. Unter der sengenden afrikanischen Sonne zerschlagen die Frauen große Felsblöcke zu kleinen Schottersteinen, die sie säckeweise an Händler verkaufen. Es sind junge und ältere Frauen, Analphabetinnen und solche mit Schulbildung, es sind Witwen, Ehefrauen, Mütter. Gemeinsam ist den Steineklopferinnen, dass sie von einer persönlichen Katastrophe aus der Bahn geworfen wurden und ohne ihr Einkommen nicht überleben können.
Als die Frauen erfahren, dass durch den Bau eines neuen Flughafens die Nachfrage nach Schottersteinen gestiegen ist und die Zwischenhändler längst höhere Gewinne erzielen, sehen sie ihre Chance: Sie beschließen ihre Preise zu verdoppeln. Natürlich trifft ihr Anliegen auf Widerstand bei den Händlern, aber die Frauen sind zum Risiko bereit. Angespornt durch ihren Humor und getragen von der Solidarität entwickeln die Steineklopferinnen den nötigen Mut und aus dem Konflikt wird ein handfester Arbeitskampf mit politischen Dimensionen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783779503149
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:340 Seiten
Verlag:Peter Hammer Verlag
Erscheinungsdatum:01.03.2011

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    Fuhlsbuechervor 7 Jahren
    Rezension zu "Gruppenfoto am Ufer des Flusses" von Emmanuel B Dongala

    Regelmäßig versorgt uns der Peter Hammer Verlag mit guten Büchern afrikanischer Autoren, die keine Savannen-Idylle, sondern das wirkliche Leben zeigen. Emmanuel Dongalas neuer Roman spielt im „kleinen“ Kongo (Brazzaville). Méré, eine junge Frau, hat ihren Mann wegen seiner wiederholten Seitensprünge verlassen und schlägt sich nun als Steineklopferin durch. Sie will Geld ansparen, um ihre abgebrochene Ausbildung abschließen zu können. Für ihren beiden Söhne, ihre kleine Nichte, die sie nach dem Tod ihrer Schwester zu sich genommen hat, und sich selbst hofft sie auf ein besseres Leben. So, wie alle anderen Frauen im Steinbruch auch. Keine ist dort freiwillig, alle haben schon besser gelebt und diverse Schicksalsschläge hinter sich. Jetzt beschließen sie, sich zusammen zu schließen und den Preis für ihre Steine zu erhöhen. Eine unerhörte Maßnahme. Es wird kein leichter Kampf. Aber sie sind von der Berechtigung ihrer Forderung überzeugt.
    Den Weg bis zum Triumph beschreibt Dongala beeindruckend und fesselnd. Es gibt nichts zu beschönigen am Leben im Kongo; Männergewalt, Korruption, AIDS sind alltäglich. Dennoch ist es ein positives Buch. Eine Geschichte darüber, dass man manchmal das Aussichtslose versuchen muss. Am besten gemeinsam.

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    savannas avatar
    savannavor 7 Jahren
    Rezension zu "Gruppenfoto am Ufer des Flusses" von Emmanuel B Dongala

    Das titelgebende Gruppenfoto am Ufer des Flusses wird für zehn Frauen ein wichtiges Erinnerungsstück. Der Schnappschuss wurde an dem Uferbereich aufgenommen, an dem sich die Frauen allmorgendlich treffen, um mühselig Felsblöcke zu Schotter zu verarbeiten. Diese kräftezehrende Tätigkeit stellt für die meisten Frauen den alleinigen Verdienst da, womit sie sich und ihre Familie zu ernähren versuchen.

    Als die Nachfrage nach Schotter mit dem Bau des neuen Flughafens plötzlich ansteigt und somit auch der Preis für dieses begehrte Baumaterial, fordern erstmals auch die Frauen einen höheren Grundpreis ein. Bedroht von den Händlern, die ihren eigenen Profit gefährdet sehen, beginnen die Kolleginnen für ihre Rechte als Frauen und Steineklopferinnen zu kämpfen.

    Bisher noch selten findet sich deutschsprachige Literatur, die den Leser in das zentrale Afrika entführt – damit ist diese Neuerscheinung eine erfreuliche Ausnahme. „Gruppenfoto am Ufer des Flusses“ ist nach seinem Debüt „Kinder von den Sternen“ der zweite Roman des in Zentralafrika geborenen und nun in den USA lebenden Autors Emmanuel B. Dongala.

    Afrikanische Autoren, die über die Missstände ihrer Heimatregion schreiben, transportieren so auf ihre Art kulturelle und politische Innenansichten. So auch Dongala: von Analphabetismus über Korruption bis hin zum zähen Geschlechterkampf wird gleich eine Fülle sensibler Themen aufgegriffen, die für das Afrika des 21. Jahrhunderts von großer Relevanz sind. Es fällt auf, dass Dongala seine Steineklopferinnen trotz vieler detaillierter Beschreibungen nicht konkret in einem Land verortet. Dass wir uns in Zentralafrika befinden, wird lediglich hier und da angedeutet; so steht diese Erzählung stellvertretend für viele ähnliche Ereignisse in vielen Ländern Sub-Sahara-Afrikas.

    Auch wenn das Cover Frauen in typisch afrikanischen Wickelröcken und den obligatorischen billigen Plastik-Flip-Flops zeigt, enthält dieser Roman erfreulicherweise kaum afrikanische Stereotypen. Nicht alle Protagonisten sind arm oder korrupt oder gar HIV-positiv. In jeder Zeile dieses Buches schwingt der Wunsch Dongalas mit, explizit auch die positiven Aspekte heutiger afrikanischer Gesellschaften hervor zu heben. Obwohl er selbst vor einem lang währenden Bürgerkrieg fliehen musste, treibt ihn offensichtlich eine tiefe Liebe zum afrikanischen Kontinent an. Ein Afrika-Roman voller Authentizität!

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