Emmanuel Bove

 4.3 Sterne bei 55 Bewertungen
Autor von Ein Vater und seine Tochter, Die Falle und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Menschen und Masken

 (4)
Neu erschienen am 01.10.2018 als Taschenbuch bei Edition diá Bln.

Journal – geschrieben im Winter

 (2)
Neu erschienen am 01.10.2018 als Taschenbuch bei Edition diá Bln.

Dinah

 (1)
Neu erschienen am 01.10.2018 als Taschenbuch bei Edition diá Bln.

Ein Mann, der wusste

Neu erschienen am 01.10.2018 als Taschenbuch bei Edition diá Bln.

Alle Bücher von Emmanuel Bove

Sortieren:
Buchformat:
Meine Freunde

Meine Freunde

 (6)
Erschienen am 31.08.1981
Die Falle

Die Falle

 (6)
Erschienen am 20.03.2016
Armand

Armand

 (4)
Erschienen am 16.02.1998
Die Ahnung

Die Ahnung

 (3)
Erschienen am 23.02.1998
Die Verbündeten

Die Verbündeten

 (3)
Erschienen am 01.04.2016
Menschen und Masken

Menschen und Masken

 (4)
Erschienen am 01.10.2018
Journal – geschrieben im Winter

Journal – geschrieben im Winter

 (2)
Erschienen am 01.10.2018

Neue Rezensionen zu Emmanuel Bove

Neu
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Schuld und Gewissensbiss" von Emmanuel Bove

Paris wie man es nicht kennt
aus-erlesenvor 6 Monaten

Es ist nicht das glamouröse Paris, in dem Pierre mit seiner Violette spaziergeht. Unaufhörlich fällt der Schnee, was nicht der Grund für die fehlende Noblesse der Stadt ist. Vielmehr sind es die Ausweglosigkeit und das Wissen darum, dass sich Auswege einem niemals zeigen werden, sondern, dass man sie suchen muss. Violette ist verschüchtert, eingeschüchtert. Brav tippelt sei ein paar Schritte hinter Pierre. Er sieht sich als Verlierer. Sie pflichtet ihm bei. Er will jede sich bietende Möglichkeit nutzen seinem Leben eine andere Wendung zu geben, nutzen. Sie glaubt ihm und pflichtet ihm abermals bei. Zwei, die im Schnee sanfte Pläne schmieden, doch insgeheim wissen, dass es nur Phantasien bleiben werden und die Lippenbekenntnisse ihren Träumen niemals Flügel verleihen werden. 
Ein kleiner Mann tritt herbei. Ein Redeschwall prasselt auf das Paar ein. Auch er war einmal voller Hoffnungen. Damals, vor den Wahlen. Und jetzt? Alles vorbei! Pierre platzt der Kragen. Er drückt den kleinen Mann gegen die Wand. Der Schreck fährt ihm in die Glieder, als der kleine Mann reglos in der Ecke liegt. Ist er tot? 
Die Gewissensbisse nagen am zerbrechlichen Nervenkostüm Pierres. Er stellt sich den zufällig ihm entgegenkommenden Polizisten. Die suchen schon nach ihm. Beziehungsweise nach einem Dieb, der zusammen mit einer jungen Dame Schreckliches getan hat. So trist der Himmel über Paris scheinen mag, so sehr blendet Pierre das Licht, dass aus der Dunkelheit des Alltags ihm entgegen scheint. Es gibt nur einen Ausweg: Schuld bekennen, und die Gewissensbisse werden verschwinden. Doch Paris hat anderes mit ihm vor…
Die Figuren in den Geschichten von Emmanuel Bove haben das Glück nicht gepachtet. Sie plagt Schuld – wie in dem gleichnamigen Kurzroman. Gewissensbisse erinnern sie an ihre menschliche Gestalt. Klopft das Glück an ihre Tür, klopft ihr Herz heftiger als je zuvor. Kommt nun die Sühne? Droht Strafe? 
Emmanuel Bove selbst schrieb in den 20er und 30er Jahren wie ein Besessener. Begegnete er einer Geschichte, musste er sie niederschreiben. Doch selbst der mit 50.000 Francs dotierte Prix Figuière brachte ihm kein (finanzielles) Glück. Alimente und die Pleite der Bank seiner zweiten Frau ließen ihn nicht ruhen. Er starb Mittle Juli 1945, sein Grab auf dem Friedhof Montparnasse liegt in der Familiengruft seiner Frau. 
Die in diesem Buch zusammengefassten neun Geschichten und der einleitende Kurzroman geben einen tiefen Einblick in das Schaffen dieses zwischen Faszination hervorrufenden und dennoch fast unbekannten Autors wieder. Der elegante Einband – Halbleinen – steht im Widerspruch zum einfachen Leben der Hauptprotagonisten. Ein Sinnbild für Emmanuel Bove: Als Autor frei im Tun, doch im ständigen Kampf um Anerkennung und den ersehnten (auch finanziellen) Ruhm. In der Außenwirkung elitär, im Inneren ein Kleinod an Sprachgewalt im Milieu der Außenseiter.

Kommentieren0
1
Teilen
Claris avatar

Rezension zu "Schuld" von Emmanuel Bove

Rezension zu "Schuld" von Emmanuel Bove
Clarivor 8 Jahren

Schuld und Sühne in der Literatur.

Schuld und Sühne sind uns geläufig. In der Literaturgeschichte werden die Themen in unterschiedlicher Form abgehandelt. Am bekanntesten ist der Roman „Schuld und Sühne“ von Dostojewski, der in einer Neuübersetzung mit dem Titel „Verbrechen und Strafe“ ausgewiesen ist.
Emmanuel Bove hat sich des Themas mit dem schlichten Titel „ Schuld“ angenommen.
Einer Allegorie gleich zeigt E. Bove in einem düsteren Szenario den arbeitlosen und unglücklichen Pierre Changarnier, der in einem elenden Hotelzimmer haust. Seine Freundin Violette taucht auf, und er macht sie mit Worten nieder, die seine eigene Kläglichkeit überdecken sollen.
Beide gehen schließlich die Strassen im Schneetreiben entlang. Ihr innerer Zustand scheint dem äußeren zu gleichen.
Ohne, dass sich viel ereignet, werden sie von einem kleinen Mann verfolgt, der ihnen lästig ist. Seine Geschichte handelt von einer Schuld und der lebenslangen Reue, die er darüber empfindet, denn er hat seine Frau umgebracht.

Changarnier erlebt im Verlauf der Geschichte seine eigenen Unbilden. Er leidet halluzinatorisch ebenfalls an Reue und Schuld, ohne dass diese weiter benannt werden.

Wie Bove seine Figuren agieren lässt und sie als Getriebene und Verfolgte beschreibt, zeigt Meisterschaft. Er fängt die ganze Tristesse von verlorenen Menschenleben ein, die an sich und der Umwelt zugrunde gehen. In ichbezogener und selbstzerstörender Manier neigen die Protagonisten zur Verdammnis ihres Selbst. Fragen nach der moralischen Verantwortung sind Maßstab für ein Dasein, das den Ansprüchen einer gerechten Welt nicht genügt. Da gibt es nur das eigene Leid und die Suche nach einem Erlöser. So und nie anders werden Mitmenschen zu Zuhörern, die durch ihr Mitleiden Befreiung bieten könnten. Doch am Ende siegt der Fluch der Verdammnis. Keiner entkommt, der sich einmal in die Fänge von Schuld und Sühne begeben hat.

Als Abkömmling jüdischer Eltern blieb das Weltbild E. Boves nicht unbeeinflusst von den Verfolgungen, die er ebenso wie andere erdulden musste. Seine Intention galt der verlogenen bürgerlichen Moral, die er in seinen Werken entlarven wollte.

Emmanuel Bove hat von 1898 – 1945 gelebt und wird heute zu den Vertretern der klassischen Moderne in Frankreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezählt.

Mit einem Nachwort und in der Übersetzung von Thomas Laux ist das Buch in einer feinen bibliophilen Aufmachung im Lilienfeld Verlag erschienen , der sich verdienstvoll fast vergessener Autoren aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts annimmt.

Kommentieren0
13
Teilen
Gretas avatar

Rezension zu "Meine Freunde" von Emmanuel Bove

Rezension zu "Meine Freunde" von Emmanuel Bove
Gretavor 9 Jahren

"eine wolke verbarg die sonne. die warme straße wurde fahl. verschwunden war der glanz an den fliegen.
ich fühlte traurigkeit.
eben noch war ich ins unbekannte aufgebrochen, in der einbildung, ein landstreicher zu sein, frei und glücklich. jetzt, wegen einer wolke, war alles aus.
ich kehrte um."
.
"wenn ich von zu hause weggehe, rechne ich immer mit einem ereignis, das mein leben von grund auf ändern wird. ich erwarte es bis zum moment meiner rückkehr. das ist der grund, dass ich nie im zimmer bleibe.
leider ist dieses ereignis nie eingetreten."

Kommentieren0
20
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 55 Bibliotheken

auf 7 Wunschlisten

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks