Emmanuel Grand

 3.8 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Späte Vergeltung, Der fremde Bretone und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Emmanuel Grand

Späte Vergeltung

Späte Vergeltung

 (4)
Erschienen am 14.06.2017
Der fremde Bretone

Der fremde Bretone

 (2)
Erschienen am 14.11.2016
Späte Vergeltung

Späte Vergeltung

 (0)
Erschienen am 12.04.2019
Terminus Belz

Terminus Belz

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Erschienen am 08.01.2015

Neue Rezensionen zu Emmanuel Grand

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Rezension zu "Späte Vergeltung" von Emmanuel Grand

Ungeheuerliche Taten
TochterAlicevor einem Jahr

in Vergangenheit und Gegenwart und deren Zusammenhänge - darum geht es in diesem französischen Krimi, der einen ungeheuren Bogen sowohl durch die Geschichte als auch durch miteinander verwobene individuelle Alltagsentwicklungen schlägt und dadurch bei mir gehörige Verwirrung auslöste.

Was haben lange zurückliegende militärische Handlungen bspw. in Vietnam und zwar lange vor dem Vietnamkrieg, nämlich in den 1950er Jahren noch zu Zeiten der französischen Vorherrschaft und im Algerien der 1960er Jahre mit einer Serie von Morden im Frankreich der Gegenwart zu tun? Ein kleines Dorf spielt eine Rolle, finanzielle Verwicklungen auch: wie hängt das alles zusammen?

Fest steht: diese Zusammenhänge gibt es, sie werden auch aufgedröselt, aber man braucht einen gehörig langen Atem, um dahinterzukommen. Ich jedenfalls habe mich gehörig schwergetan mit dem langatmigen, stellenweise ausgesprochen umständlichen Erzählstil des Autors Emmanuel Grand.

Figuren beschreiben, das kann der Autor, wenngleich er weit entfernt ist davon, mit leichter Feder und wenigen Worten einen Charakter im Nu zu erfassen, aber die Ereignisse miteinander zu verknüpfen, damit tut er sich durchaus schwer. Wobei - es gelingt schon, alles zusammenzubringen, doch könnte ich mir vorstellen, dass dabei der ein oder andere Leser auf der Strecke bleibt und unterwegs einfach schlappmacht. Ich könnte mir vorstellen, dass die umständliche Sprache teilweise auch mit der Übersetzung zusammenhängt und nicht allein dem Autor angelastet werden kann - nicht immer kamen mir im Deutschen die Formulierungen geschickt, die Wortwahl elegant vor.

Auf dem Cover wird der Vergleich mit Fred Vargas gezogen, was aus meiner Sicht nur an gewissen speziell französischen Elementen vorkommen, durch die beide Autoren ihre Herkunft nicht verleugnen können. Allerdings fehlt hier aus meiner Sicht das Leichtfüßige, Charmante, auch das Schrullige, das die Vargas-Romane unverwechselbar macht. Also mein Appell an alle Vargas-Fans: mit Vorsicht an die Lektüre gehen, es könnte sonst eine Enttäuschung geben.

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Rezension zu "Späte Vergeltung" von Emmanuel Grand

Späte Vergeltung
brauchnixvor einem Jahr

Emmanuel Grand wird vom Verlag verglichen mit Fred Vargas. Da kann ich teilweise durchaus Parallelen finden. Da wäre zum einen mal der typisch französische Schreibstil. Ich kann das gar nicht so genau festmachen aber Tempo und Duktus der Sprache sind bei vielen seiner Landsmänner und -frauen ähnlich. Auch die Liebe zu sperrigen Personen und ein Hauch von, ja wie nenne ich es, Mystik, sind sowohl bei Grand als auch bei Vargas durchaus vorhanden. Wobei Grand sie minimalistisch einsetzt und man vieles als Aberglaube identifizieren kann – oder auch nicht. Wie man möchte. Man muss also nicht fürchten, dass es zu abgedreht wird. Sein Stil ist außerdem sehr ruhig und kühl und geht zu den Akteuren auf Sicherheitsabstand, was mir aber ganz gut gefällt. Ich kann als Leser selber interpretieren und muss mir da nichts vom Autor vorsagen lassen.

Eine lange zurückliegende Untat und ein kleines Dorf mit einer verschworenen Gemeinschaft sind im zentralen Fokus der Handlung. Hier, wo der Kommissar Buchmeyer auch persönlich seine Wurzeln hat, sind die Ermittlungen vor allem eine Frage von Fingerspitzengefühl und Kenntnis der verwobenen Beziehungsgeflechte.

Das Buch ist sicherlich kein richtiger Thriller aber es hat eine solide Grundspannung, die der Autor bis zum Ende halten kann. Mir haben das französische Setting und die Charaktere gut gefallen und auch mit seinem zweiten auf Deutsch erschienen Buch „Späte Vergeltung“ wurde ich gut unterhalten.

 

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brauchnixs avatar

Rezension zu "Der fremde Bretone" von Emmanuel Grand

Auf der Flucht
brauchnixvor 2 Jahren

„Der fremde Bretone“ ist ein Konglomerat verschiedener Spannungs-Genres in einem Roman. Der erste ins Deutsche übersetzte Roman von Emmanel Grand wird unter Krimis und Thrillern geführt und hat sowohl Elemente eines Krimis als auch eines Mysteriethrillers. Aber auch die Flüchtlingsproblematik und ein Mafiakiller spielen eine große Rolle in diesem Roman.

Der rumänische Flüchtling Marko gerät bei seiner Flucht aus der ukrainischen Heimat in einen Kampf mit übergriffigen Schleusern, bei dem diese von den Flüchtlingen erschlagen werden. Daraufhin setzt die Mafia einen Killer auf sie an. Marko sucht nach Arbeit und landet auf einer kleinen bretonischen Insel. Eigentlich genau der falsche Ort um so einfach unterzutauchen, denn die kleine Inselgemeinschaft ist misstrauisch und lehnt Fremde prinzipiell ab. Und als ein Mord geschieht, ist der Fremde sofort der von allen mutmaßte Täter. Zu allem Überfluss gibt es eine Art Geister-Erscheinung, die immer wieder den Tod orakelt; wessen Tod auch immer.

Am besten gefallen hat mir zum einen die Beschreibungen der rauen Küstenlandschaft und des harten kargen Lebens der Seeleute und ihrer Angehörigen. Man schmeckt das Salz, das Wasser und die Kälte. Man spürt die Einsamkeit und Enge der dörflichen Gemeinschaft. Zum anderen ist die vertrackte Lebenslage von Marko eindringlich und klug beschrieben und wenn er auch kein Held im üblichen Sinne ist, so kann man doch gut mit ihm mitfühlen und sorgt sich mehr als einmal um seine Zukunft.

Trotz der dramatischen Ausgangslage und der ständigen Bedrohung, ist die Spannung lange nur unterschwellig zu spüren, verschwindet zwischen den alltäglichen Querelen beim Fischen und den Animositäten der Kollegen von Marko. Der Kommissar von Festland muss hinter Marko als Hauptdarsteller ins zweite Glied rücken und deshalb ist es auch für mich kein richtiger Krimi gewesen sondern ein Roman über einen Außenseiter und Flüchtling, der versucht in der Fremde mit allen Mitteln zu überleben. Die Thrillerelementen wurden vor allem am Ende eingesetzt.  

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