Emmanuel Guibert , Frédéric Lemercier Der Fotograf

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Inhaltsangabe zu „Der Fotograf“ von Emmanuel Guibert

Afghanistan im Jahre 1986: Zwischen den Fronten der Sowjetunion und der Mudschaheddin begleitet und dokumentiert der Fotograf Didier Lefèvre ein Trupp der Organisation Ärzte ohne Grenzen bei ihrer Arbeit im Krieg. Die schwierigen Arbeitsbedingungen hält er dabei ebenso fest wie rührende menschliche Erfahrungen, entgegnete Feindseligkeiten und sein beschwerlicher, allein bestrittener Rückweg nach Pakistan. Mit DER FOTOGRAF gelang dem Comiczeichner Emmanuel Guibert und dem Fotografen Didier Lefèvre ein internationaler Überraschungserfolg, die Einzelbände wurden über 10'000 mal verkauft. Nun erscheint die Trilogie komplett und neu gestaltet in einem Band.

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  • Rezension zu "Der Fotograf" von Emmanuel Guibert

    Der Fotograf

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. November 2010 um 11:39

    Band 3 der Trilogie um den Reportage-Auftrag des Fotografen Didier Lefèvre dreht sich um seine Rückkehr nach Pakistan. Über Wochen hinweg begleitete er ein Team der Médecins sans Frontières (MSF / Ärzte ohne Grenzen) bei ihrem Einsatz in Afghanistan. Als der Einsatz beendet ist, will das MSF-Team noch einen kleinen Umweg von mindestes einer Woche machen, Lefèvre jedoch will einfach nur heim und beschließt, die Reise alleine mit nur einer kleinen Gruppe als Begleitung zu machen. Für Lefèvre wird die Reise zu einer Tortur, denn die Hilfe und die Kenntnisse des Teams fehlen sehr, sehr schnell. Lefèvre ahnt nicht, wie weitreichend seine Entscheidung ist, sich alleine drei Wochen auf den Weg nach Pakistan zu machen. Er beherrscht die Sprache kaum und kommt selbst mit dem Wörterbuch mehr schlecht als recht klar. Er steckt bald fest, weil ihm auf einer Zwischenstation keine Eskorte gegeben werden kann und bekommt starke Schmerzen durch ein Furunkel. So trifft er überraschend auf das MSF-Team, das Lefèvre schon längst weiter weg vermutete. Doch die kleinen Warnungen, die ihm die Reise bis dahin schon erteilt hat, interpretiert Lefèvre nicht richtig und schlägt das Angebot aus, mit den MSF gemeinsam weiter zu reisen. Die Vier-Mann-Eskorte, die man ihm dank Juliette Fournots Fürsprache gibt, entpuppt sich als schlechter als je erträumt. Lefèvre erweist sich zunächst als flotter als die faule Eskorte, wird aber bald krank und schleppt sich müde und schlapp durch die Berge. Die Eskorte, mit der er sich ohnehin kaum verständigen kann, sucht das Weite und lässt Lefèvre allein in den Bergen zurück. Bis Lefèvre Pakistan erreicht, wird es noch eine ganze Weile dauern, Krankheit und Kälte kosten ihn fast das Leben und Hindernisse gibt es noch reichlich. Auch, wenn man das Ende des Buchs im Prinzip kennt, fiebert man mit Lefèvre mit. Die Entscheidung, sich für den Rückweg von den MSF zu trennen, war hahnebüchen und das wird ihm auch irgendwann klar. Er schreibt sogar einen Abschiedsbrief an seine Freundin, so ausweglos ist die Lage am schneebedeckten, nebligen Pass. Lefèvre erlebt aber auch, dass ihn Menschen wiedererkennen, die ihn auf dem Hinweg bereits getroffen hatten und dass diese Menschen ihm als Teil des MSF-Teams helfen. Er erreicht Pakistan mit so viel Verspätung, dass er fast zeitgleich mit den MSF ankommt. Er kehrt nach Paris zurück mit rund 130 Filmen im Gepäck und kann aus mehr als 4000 Negativen ganze sechs in seiner Reportage für eine Tageszeitung verwenden. Ein besonders interessanter Teil ist der Anhang in Band 3. Hier werden die Hauptpersonen in Lefèvres Geschichte nochmals kurz portraitiert und soweit es sich in Erfahrung bringen ließ, erfährt man auch, was Juliette, John, Régis, Najmudin, Palawan Iklil, der Wakil oder der elsässische Journalist heute machen.

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  • Rezension zu "Der Fotograf" von Emmanuel Guibert

    Der Fotograf

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. October 2010 um 15:31

    Nachdem Band 1 der Trilogie "Der Fotograf" erzählte, wie Didier Lefèvre mit einem Team der Médecins sans Frontières (MSF / Ärzte ohne Grenzen) via Pakistan nach Afghanistan gekommen war, berichtet Band 2 darüber, wie das Team die letzten Kilometer zum Zielort Zaragandra im Tal von Yaftal zurücklegt, dort ein kleines Krankenhaus aufbaut und vier Wochen lang von Haushaltsunfällen bis Kriegsverletzungen alle möglichen Kranheitsfälle behandelt. Am Ende des Buchs werden ein Arzt und eine Krankenschwester dort bleiben und mit den Einheimischen überwintern, während der Rest des Teams wieder über Pakistan nach Frankreich zurückkehren wird. Wie beim ersten Band auch ist die Mischung aus schwarz-weißen Fotos und Comic-Zeichnungen sehr faszinierend zu lesen, da auf diese Weise nicht nur Lefèvre mit seinen Fotos erzählt, sondern er selbst auch zu einem Protagonisten wird. Lefèvre lernt das MSF-Team immer besser kennen und erfährt zum Beispiel, dass kleine Schulen mit Geldern unterstützt werden. Er lernt von Einsatzleiterin Juliette aber auch, dass die Gaben zwar zweckgebunden eingesetzt werden, aber dass der Lebensrhythmus dennoch anders vorgegeben wird: Zur Zeit der Ernte hat niemand Zeit für die Schule, da die Vorräte und Lebensmittel zunächst wichtiger sind. Die Wochen vergehen, in denen die MSF ihr Hospital in Zaragandra betreiben. Nach wie vor ist es auf den Fotos problematisch, Details zu erkennen, wenn vier oder mehr Bilder von den Kontaktbögen nebeneinander gesetzt wurden. Manchmal aber auch gut so: In diesem Band gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Verletzungen und die medizinischen Details mochte ich nicht immer sehen. Als ein 16-jähriger Junge im Krankenhaus auftaucht, dessen Kiefer einen Granatsplitter abbekommen hat, reicht ein groß gedrucktes Bild völlig aus, um den Schauer solcher Kriegsverletzungen zu verdeutlichen und im Anschluss daran setzt Lemercier gleich 48 kleine Bilder auf eine Seite - nicht, damit man was daraus erkennt, sondern um zu veranschaulichen, dass die Ärzte im Prinzip die ganze Nacht durch um das Leben des Jungen gekämpft haben. Die MSF erleben die Bombardierung des Dorfes Püstük in der Nähe mit. Ein Einsatz, der nicht nur Lefèvre ziemlich mitnimmt: John diagnostiziert Querschnittslähmung bei einem kleinen Mädchens durch einen winzigen Splitter im Rückgrat und das macht Lefèvre für eine ganze Zeit unfähig, zu fotografieren. Erst der Tod eines weiteren Kindes, den die weindende Juliette auf Forderung der Mutter gefilmt hat, damit "die Leute es erfahren", setzt seinen Fotoreflex wieder in Gang. Wieder kommt durch die Erzählungen von Juliette und den anderen Teammitgliedern von MSF ein neues Stück Afghanistan zum Vorschein und das Buch berührt mehr als das erste, weil es stark auf Einzelschicksale eingeht und sich weitestgehend auf das Leben im Yaftal konzentriert. Am Ende des Buchs bereiten die MSF ihre Rückkehr vor. Juliette möchte einen Umweg nehmen, um ein weiteres Dorf zu besuchen - ein Umweg, der das Team mindestens eine zusätzliche Wochen kosten wird. Lefèvre will jedoch einfach nur zurück und diese eine Woche ist für ihn eine zuviel. Er will alleine nach Pakistan zurück und diese Geschichte wird Band 3 erzählen. Während es bei vielen Serien so ist, dass ich im Zweifelsfall auch ohne Band 2 oder Band 5 leben kann, ging das bei dieser Geschichte für mich gar nicht. Band 1 endet wortwörtlich auf halbem Weg, sodass erst Band 2 über den geplanten Einsatz der MSF berichtet. Und man spürt, die beiden Bände gehören zusammen, das eine ohne das andere funktioniert in meinen Augen nicht. Und mit Band 3 ist es genauso. Wäre der Rückweg ein simpler Flug oder ein einfacher Trek, würde es gehen. Aber das ist die Reise nach Pakistan nun mal nicht und ich will Lefèvre auf alle Fälle noch durch Band 3 begleiten.

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  • Rezension zu "Der Fotograf" von Emmanuel Guibert

    Der Fotograf

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. October 2010 um 15:30

    Für Didier Lefèvre beginnt dessen vielleicht eindrucksvollster Auftrag mit einem Engagement bei den Médecins sans frontières (MSF / Ärzte ohne Grenzen). Er soll einen Einsatz in Afghanistan begleiten und eine Fotoreportage erarbeiten. Zunächst muss er nach Pakistan; in Peshawar wartet das Team auf ein Signal der Karawane, die sie mit ins Einsatzgebiet nehmen wird. Ein einfacher Grenzübertritt wird es nämlich nicht, denn MSF wird sich nachts illegal über die Grenze schmuggeln, um überhaupt ins Land kommen zu können. Die Karawanenführer warten auf einen günstigen Zeitpunkt, bevor sie das MSF-Team zum Startpunkt der Reise in Chitral holen; rund einen Monat muss das Team auf das erhoffte Signal warten. Die Kenntnisse der Einsatzleiterin Juliette Fournot sind für die Karawane ungeheuer wertvoll. Im Lauf einiger Einsätze hat sie zu verschiedenen lokalen Kommandanten einen soliden Kontakt aufgebaut, der ihnen einen halbwegs sicheren Weg gewährleistet. Auch die wochenlange Planung im Voraus macht sich bezahlt; irgendwann wird einem beim Lesen klar, wieviele Gedanken sich die MSF vor einem Einsatz nicht nur um Ausrüstung oder Route machen müssen. Bei Beginn der Karawane merkt Lefèvre erstmals andeutungsweise, auf was er sich eingelassen hat: Mitten in der Nacht überquert das Team im Gebirge die Grenze zu Afghanistan auf einem Laster; kurz darauf ist er schon zu Fuß auf einem steinigen, holprigen Pfad unterwegs. Es ist stockdunkel und nur anhand der Geräusche anderer Wanderer merkt er, wohin er ungefähr laufen muss oder dass ihm andere entgegen kommen. Ich denke, die zahlreichen Vorbereitungsgespräche in Paris und Peshawar waren zwar eine notwendige Sache, die aber sicher niemanden zum Beispiel auf die Ängste vorbereiten können, die einen erwarten, wenn man eine öfter von Russen besschossene Hochebene überqueren muss oder die einen in vollem Umfang auf die Entbehrungen der Reise vorbereiten. Es ist mir auch jetzt noch unklar, wie die Karawane nachts heil über die Wege gekommen ist, wenn ich an die Bilder denke, die Lefèvre tagsüber davon gemacht hat. An diesem Buch faszinierte mich auf Anhieb die Machart: Neben den Fotos, die Lefévre auf seiner Tour geschossen hat, wird die Geschichte der Reise durch Comic-Zeichnungen ergänzt - eine sehr einzigartige Mischung. Die Schwarzweiß-Fotos gaben mir einen sehr guten Eindruck davon, was und wen Lefévre auf der Reise angetroffen hat. Auch, wenn die Fotos von einem Profi gemacht wurden, dessen Aufgabe schlicht das Schießen unzähliger Fotos war, so scheinen die Bilder doch sehr oft einen persönlichen Eindruck zu vermitteln. Unterstützt wird der Eindruck dadurch, dass immer wieder Sequenzen davon erzählen, wie sich Lefèvre von den Ärzten deren Aufgaben, ihre Eindrücke, ihre Erlebnisse schildern lässt, sich mit dem einheimischen Dolmetscher Mahmad unterhält und dadurch natürlich auch selbst ein ganz persönliches Bild von Afghanistan bekommt. Und zumindest vom Afghanistan von 1986 ist das Bild, das wir von diesem Land haben, doch etwas korrekturbedürftig. Manchmal ist es auf den Fotos problematisch, Details zu erkennen, wenn vier oder mehr Bilder von den Kontaktbögen nebeneinander gesetzt wurden. Bei einigen Aufnahmen hat es mich wirklich gestört, weil ich gerne mehr von den Menschen gesehen hätte. Ich stellte aber auch fest, wie gut Guibert die Menschen getroffen hat, wenn zum Beispiel ein Foto des Arztes Robert neben einer Zeichnung von ihm auftauchte. Alles in allem eines der besten Bücher, das ich über eine Reise in ein fremdes Land gelesen habe und ich bin froh, dass ich durch einen Zufall auf die Trilogie "Der Fotograf" aufmerksam geworden bin. Da Band 1 endet, bevor MSF seinen Zielort erreicht hat, ist der Sprung zu Band 2 ein Muss.

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