Emmanuelle Pirotte

 4 Sterne bei 80 Bewertungen

Lebenslauf

›Heute leben wir‹ ist der erste Roman von Emmanuelle Pirotte und war ein großer Publikumserfolg in Frankreich, außerdem wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die Autorin wurde von der Geschichte ihrer Großeltern, die im Zweiten Weltkrieg ein jüdisches Kind versteckten, inspiriert. Die Filmrechte für ›Heute leben wir‹ sind vergeben. Emmanuelle Pirotte lebt in einem belgischen Dorf.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Emmanuelle Pirotte

Cover des Buches Heute leben wir (ISBN: 9783596296262)

Heute leben wir

 (77)
Erschienen am 26.03.2019
Cover des Buches Heute leben wir (ISBN: 9783833737084)

Heute leben wir

 (3)
Erschienen am 07.04.2017

Neue Rezensionen zu Emmanuelle Pirotte

Cover des Buches Heute leben wir (ISBN: 9783596296262)
Märchens_Bücherwelts avatar

Rezension zu "Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte

Eine ungewöhnliche Begegnung mit außergewöhnlichen Charakteren
Märchens_Bücherweltvor 5 Monaten

Der letzte Kriegswinter im 2.Weltkrieg ist angebrochen und die Deutschen wollen ihren eigentlich eindeutigen Verlust nicht hinnehmen und erhalten den Befehl, den Feind auf jede erdenkliche Weise zu beseitigen.


Die kleine siebenjährige Jüdin Renée hat schon früh ihre Eltern verloren und wird seitdem an immer wieder wechselnden Orten versteckt. Wieder in Gefahr entdeckt und getötet zu werden, wird sie einem Offizier in amerikanischer Uniform in die Hände gedrückt, der sich aber als SS-Offizier Matthias entpuppt. Allerdings scheint dieses kleine Mädchen etwas an sich zu haben, was ihr trauriges Ende verzögert.


Der Plot gefiel mir sehr und Renée ist ein Mädchen, dass in ihrem zarten Alter so viel Grausames gesehen und erlebt hat, sich eine Art Schutzpanzer angelegt hat und mit ihrer kindlichen, ehrlichen Art ungeschönt die Wahrheit auf den Punkt bringt. Ich mochte sie sehr, auch wenn manche Handlung und Aussage für ihr Alter schon fast zu reif war.


Diese Geschichte zerfließt nicht in Emotionen und Sentimentalität, sondern erzählt in nüchternem und manchmal auch etwas derben Stil die Geschichte zweier ungewöhnlicher Personen, dessen Protagonist nicht gerade in gutem Licht dasteht. Die Handlung ist auch mit wenigen Dialogen, sondern mehr Gedankengängen bestückt, so dass man nach und nach Einblick in die Hintergründe eines Menschen bekommt, der durch den Krieg unerwünschte Veränderungen erlitten hat und geprägt von Erlebnissen vor dem Krieg als Trapper und Freigeist jetzt vor der Frage steht, ob man die NS-Ideologie akzeptieren will oder die Risse in den eigenen Mauern als Chance nutzen will. Matthias ist ein Mensch voller Widersprüche, was ihn zu einer weiteren dramatischen Figur macht.


Außergewöhnlich war auch die kindliche Sichtweise auf den Krieg, das Nichtverstehen eines jungen Kindes, warum Menschen zu Feinden werden und was der Grund dafür sein mag.


Da kam schon so einige Male Gänsehautfeeling auf, weil Renée so aufmerksam, unbedarft und dennoch stark und verständnisvoll reagiert, ein unschuldiges Kind, das seiner Kindheit auf die grausamste Art beraubt wurde und sich einfach nur wünscht, leben zu dürfen und einen Platz im Herzen eines Menschen zu finden. Ich habe ihren Lebenswillen und ihren gewissen Trotz gegen das System bewundert.


Insgesamt ein nachdenklich stimmendes Werk, speziell und gesellschaftskritisch auch heute noch aktuell, weil wichtige Faktoren dieses Romans auch heute noch greifen und jeden Leser zum Hinterfragen anregt. Der Ausgang des Romans lässt einiges offen, was bestimmt beabsichtigt war, um jeden selbst zu überlassen, was er für ein Fazit zieht. Interessant, etwas gewöhnungsbedürftig und es braucht seine Zeit, um mit der Geschichte und dem eigentlichen Sinn warm zu werden. Es gibt so Bücher, bei denen man vollkommen überrumpelt wird, am Ende mit gemischten Gefühlen zurückbleibt, weil die Handlung einerseits beeindruckt, überrascht und einiges an Einwirkzeit braucht, während wichtige Themen wie Überlebenswille, Fürsorge und freier Wille toll herausgearbeitet wurden, die Darstellung von Gut und Böse völlig anders transportiert und die Sinnlosigkeit des Krieges auf den Punkt gebracht wird, mit einem gewissen Anteil von Sarkasmus.


Cover des Buches Heute leben wir (ISBN: 9783596296262)
MelEs avatar

Rezension zu "Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte

Eine ungewöhnliche Rettung in Zeiten von Krieg und Schrecken
MelEvor 5 Jahren

"Heute leben wir" erzählt von einer außergewöhnlichen Rettung in Zeiten von Krieg und Schrecken und wirkt trotz Holocaust und echtem Grauen menschlich. Das Bewusstsein des Mordens wird erneut geweckt und wirkt nachhaltig. Es wird nichts beschönigt und die geschürten Ängste des Mädchens Renèe stehen anklagend vor mir als Leserin,. Es ist unsicher, ob Renèe wirklich der richtige Name des Mädchens ist, da dieses Kind scheinbar schon immer auf der Flucht ist vor denjenigen, die sie ans Messer liefern wollen, ohne mit der Wimper zu zucken. Es scheint egal, ob Kind, Frau oder Mann, die Lust am Morden oder daran sich an Befehle zu halten wird überdeutlich. Der Soldat Matthias kann selbst nicht beschreiben, was in ihm geschieht, als er den Befehl verweigert Renèe zu erschießen, dadurch beweist er doch noch ein klein wenig Menschlichkeit. 
Die Autorin zeigt eine komplett andere Seite des Kriegsgeschehen indem sie einen Protagonisten schafft, der nur kurze Momentaufnahmen der Menschlichkeit zeigt. Matthias agiert eiskalt und dennoch hat er irgendwie sein Herz an ein kleines Mädchen verschenkt, dessen Rasse er eigentlich auslöschen müsste, wenn er weiterhin ein gehorsamer Soldat sein möchte, dieses unterdrückt er scheinbar komplett, denn Renèe darf leben. Besonders eindrücklich ist mir, dass es Menschen gab, die sich bewusst waren, was sie riskieren, wenn sie dem jüdischen Volk Hilfe anboten oder ihnen Zuflucht in ihren Häusern angeboten haben. Es wird sehr deutlich hervorgehoben, welche Folgen dieses Handeln hat und wie hart die Strafen waren. Jeder weiß darum, dennoch ist das erneute Lesen furchtbar und brutal. 

"Heute leben wir" ist kein einfaches Buch. Mitunter empfand ich die Story als sehr holprig, dennoch kann ich mich einer gewissen Spannung nicht entziehen, zumal ich mein Herz schnell an Renèe verloren habe. Ein Kind mit einer doch sehr ungewissen Zukunft, die in ihrem doch kurzen Leben immer wieder hin und hergereicht wurde, ohne echtes Zuhause oder einem Gefühl von Nestwärme. Niemand sollte dieses erdulden müssen und dennoch hat dieses Kind echte Stärke, was beeindruckt und den Überlebenswillen einfach sehr deutlich hervorhebt. Gerade deshalb ist "Heute leben wir" lesenswert.

Cover des Buches Heute leben wir (ISBN: 9783103972115)
Katis-Buecherwelts avatar

Rezension zu "Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte

Mich konnte die Geschichte und der Schreibstil nicht begeistern.
Katis-Buecherweltvor 6 Jahren

"Heute leben wir" ist der Debütroman der Schriftstellerin Emmanuelle Pirotte. Ich erhielt dieses Buch als Buchflüsterer von buecher.de. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war mir klar, dass dies nicht unbedingt eine Geschichte ist, die ich mir im Buchhandel ausgesucht hätte. Mein Bauchgefühl sollte Recht behalten.

Es ist Winter im Jahre 1944 – es herrscht Krieg. Renée, ein jüdisches kleines Mädchen, wird in einem Dorf der bergischen Ardennen von Bauern versteckt bis die amerikanischen Truppen die Ortschaft belagern. Renée wird vom Dorfpfarrer in einen Jeep der Amerikaner gesetzt. Dachte er – doch der Wagen gehörte den SS Soldaten und Renèe trifft dabei auf Matthias. Er wiedersetzt sich seiner Pflicht sie zu töten und erschießt seinen Kameraden, um dem Mädchen das Leben zu retten. Getarnt begibt sich Matthias mit Renèe auf die Flucht.

Der Schreibstil von Emmanuelle Pirotte ist gewöhnungsbedürftig und keine leichte Kost. Der Text las sich holprig durch zu kurze Sätze. Die Autorin wollte damit ausdruckstark rüberkommen, was für mich stumpf und unlesbar wirkte.
Die Schriftstellerin nutzte viele altertümliche Begriffe, die man heute im normalen Sprachgebrauch nicht verwendet und die der Geschichte in keinster Weise vorangetrieben haben.

Der geschichtliche Hintergrund ist präsent und es gibt Rückblenden und historische Berichterstattungen. Mich haben diese Erzählungen und die Tatsache, dass diese Story mitten im Krieg spielt, abgeschreckt.
Ich quälte mich durch die Seiten und fand zu den Charakteren keinen Bezug. Ich las die Zeilen, war aber mit dem Verstand und Herzen nie im Geschehen. Geschrieben wurde abwechselnd in den Sichtweisen von Renèe und Matthias, was mir sonst immer gefallen hat. Aber hier hat es den gewünschten Effekt, der Charaktertiefe oder dem Drama nahe zu sein, für mich verfehlt.

Ich habe bei der Hälfte aufgegeben und das Buch abgebrochen, weil es mir keinen Spaß gemacht hat.

Fazit:
"Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte erzählt von einer Kriegsgeschichte im Jahre 1944 über ein jüdisches Mädchen und einem SS Soldaten. Mich konnte die Geschichte und der Schreibstil nicht begeistern. ~ Kriegsdrama mit historischem Hintergrund ~ anspruchsvoller Text ~ kein Lesegenuss, sondern ein Zeilenquäler 

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