Emmanuelle Pirotte Heute leben wir

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Inhaltsangabe zu „Heute leben wir“ von Emmanuelle Pirotte

EIN SS-OFFIZIER RETTET JÜDISCHES MÄDCHEN: Renée ist 6 oder 7, ganz genau weiß sie es nicht. Als elternloses jüdisches Mädchen wird sie im letzten Kriegswinter vor den Deutschen versteckt – bei den Nonnen, dem Pfarrer, den Bauern in den Ardennen. Bis sie dem SS-Offizier Matthias in die Hände fällt. Er verschwindet mit ihr im Wald, um sie zu erschießen, aber plötzlich nimmt alles einen ganz anderen Lauf. Dieses Mädchen mit den dunklen Augen wird Matthias Leben für immer verändern.

Was eine Auseinandersetzung sein könnte mit Schuld, Vergebung, Heilen von Verletzung geriet mir zu sehr ins Klischee und zu naiv. Schade.

— StefanieFreigericht
StefanieFreigericht

Mein Flop des Jahres.

— Himmelfarb
Himmelfarb

Mehr Drehbuch als Roman. Für mich der Flop des Jahres.

— katzenminze
katzenminze

Ein wenig zäh zu Beginn, doch trotzdem unglaublich wertvoll.

— schokokaramell
schokokaramell

Eine emotionale und aufwühlende Story mit niveauvollen & eigenwilligen Charakteren. Lesenswert!

— AgnesM
AgnesM

Eine unglaublich schöne Sprache! Hat mich von der ersten Seite an gefesselt und nicht mehr losgelassen! Unbedingt lesen!

— Alina97
Alina97

Ein psychologischer Roman. Dennoch sehr spannend und rührend.

— callunaful
callunaful

Auf der einen Seite unheimlich tief und bewegend, auf der anderen Seite hat mir mehr Tiefe gefehlt. 3,5 Sterne.

— Buecherseele79
Buecherseele79

Das Buch hat mich sehr berührt! Eine wirklich besondere Lektüre!

— Mira20
Mira20

Bewegend!

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1702
  • „einen Fuß drin und einen draußen“

    Heute leben wir
    StefanieFreigericht

    StefanieFreigericht

    06. September 2017 um 08:24

    „einen Fuß drin und einen draußen“Zitat von S. 131 Mann begegnet Kind, beide Einzelgänger, desillusioniert, es entsteht eine wechselseitige Anziehung. Es ist die Zeit der Ardennenoffensive: Der Mann ist Matthias, 35, SS-Tätowierung, ein Soldat im „Unternehmen Greif“; in Feinduniform agiert er als Spion für Hitlers Otto Skorzeny hinter den feindlichen Linien. https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_SkorzenyIn US-Uniform verkleidet, treffen er und sein Kamerad auf ein kleines Mädchen, den vermeintlichen Rettern anvertraut vom Pfarrer, einer ihrer vielen Zwischenstationen, weil sie Jüdin ist, vermutlich sieben Jahre alt, Renée. Statt sie wie geplant zu erschießen, erschießt der Soldat den Kameraden – weil sie ihn ansieht, weil sie Schnee gegessen hat, weil…er weiß es selbst nicht so genau. Wenn sie da ist, kann er schlafen: „…die seinen Schlaf bewacht und ihm etwas verschafft, was er nie erlebt hat und nicht begreifen kann. Es ist noch zu konfus, in seinem Geist wie in seinem Körper. Es ist konfus, aber da, es existiert und erfüllt ihn nach und nach mit einer Art stiller Freude.“ S. 30 Soweit hatte ich mich richtig auf dieses Buch gefreut und mir viel versprochen, empfand das Buch aber in weiten Teilen als ziemlich trivial; bewegend nur in den Teilen, in denen ich das Naive, Klischeehafte zu ignorieren vermochte. Das beginnt damit, dass Renées Fähigkeiten nicht nur sehr mystisch überhöht werden, die Beschreibung wiederholt sich auch noch ständig im Tenor von: „Matthias stand in der Tür. Er beobachtete das Kind, völlig vertieft in das, was es gerade tat, unbekümmert, wie es schien, um alles Übrige. Dabei konnte sie so aufmerksam für ihre Umgebung sein, so umsichtig. Sie hatte eine unerhörte Fähigkeit, Dinge vorauszusehen, wie Matthias sie bisher nur bei den Indianern gefunden hatte.“ S. 39 (mystische Indianer, natürlich). Ich hätte das hier gerne zarter gemocht, nur die Beschreibungen von Renées auf der Flucht geschulter Intuition, ohne dass die Autorin gleich das Schild „Achtung, das hier ist Intuition“ daneben setzt. Ähnliches folgt für Matthias, dessen Einschätzungen zur jeweiligen Lage gerne in eine universelle Gesellschaftstheorie münden, so zum „echten“ US-Soldaten Dan: Matthias kannte das alles auswendig, immer dieselben Früchte des Zorns bei Typen wie dem. Und sowieso war dieser Dan die Selbstgefälligkeit des konformistischen Amerika in Person. Einer von der Sorte, die sich im Bus nicht neben einen Schwarzen setzten, die fanden, dass Massaker an den Indianern durchaus deren armseliges Stückchen Land wert seien, sich aber für den bewaffneten Arm der Gerechtigkeit und der Freiheit hielten, die Inkarnation des Guten.“ S. 93 (ja, Früchte des Zorns konnte Matthias 1944 gekannt haben – aber war eine derart differenzierte USA-Kritik zu der Zeit wirklich gängig, immerhin hatte Matthias selbst nur eher isoliert für kürzere Zeit in Kanada gelebt). Es soll wohl darum gehen, welchen Wandel, welche Läuterung wir als Leser einem der Täter der NS-Zeit zugestehen, inwiefern wir Verzeihen erlauben, wie wir Schuld werten, auch und gerade bei jemanden, der sich der Ideologie eher nicht zugehörig fühlt, aber gerne die Möglichkeiten für Aufstieg und „Abenteuer“ nutzt, wie ihm auch von seinem Vorgesetzten vorgeworfen wird, er habe „einen Fuß drin und einen draußen“ S. 131. Genauso fühlte ich mich auch bei der Lektüre. Zwischendurch bewegte mich das ganze, wollte ich mich einfach auf die beiden Einsamen einlassen, die ineinander Rettung zu finden begannen. Doch dann gab immer wieder diese anderen Momente des Buches, gipfelnd in der wundersamen Rettung à la Robin Hood. Das wird als Film sicher ein Erfolg werden, ist mir aber leider insgesamt im besten Falle zu naiv, zu romantisierend. Ich mag nicht einmal mehr 3 Sterne geben, es tut mir leid.   Nachtrag: Ich habe das Buch einfach "blind" haben wollen, ohne die Leseprobe gelesen zu haben (ein Fehler - bitte unbedingt lesen, einigen wird es danach sehr zusagen, anderen nicht). Dazu hatte ich das Buch in der Liste gesehen für  https://www.lovelybooks.de/thema/LovelyBooks-Romane-Challenge-2017-Die-Challenge-mit-Niveau-1408177831/ Ich hatte also auch eine entsprechende Erwartungshaltung. Letztlich fand ich aber selbst "Die Nachtigall" von Kristin Hannah, gleiche Zeit, definitiv eher ein "Schmöker", kein Buch für Man Booker und Co., weniger pathetisch. Es ist also nicht, dass ich "Schmöker" oder Abenteuer-Romane oder Krimis zu Themen nicht lesen würde, ich mag nur eine etwas genauere Entscheidung zum Genre. Wer das Buch liest ohne diese Zuordnung im Kopf, mag da besser mit klarkommen.

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  • Distanz statt Gefühl

    Heute leben wir
    Weltensucher

    Weltensucher

    28. August 2017 um 19:27

    Belgien, Winter 1944. Zwei Deutschen, getarnt als Amerikaner, wird ein jüdisches Mädchen zum Schutz übergeben. Zu spät erkennt Renée die Maskerade, sie ist bereits allein zurückgeblieben – und stellt sich ihrem Tod entgegen. Doch der SS-Offizier, Matthias, drückt im entscheidenden Moment nicht ab, sondern rettet dem Mädchen das Leben... "Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte ließ mich einen gefühlvollen und gleichzeitig atmosphärischen Roman erwarten, eine ungewöhnliche Geschichte, die vor dem Hintergrund der zahlreichen Kriegsromane hervorsticht. Leider wurde ich etwas enttäuscht. Der Roman weist zunächst einmal kaum Handlung auf. Die obige Inhaltsangabe könnte ich um einige wenige Sätze ergänzen, und schon wäre das gesamte Buch zusammengefasst. Im Prinzip störe ich mich auch gar nicht an Romanen mit wenig Handlung, wenn dafür der Rest stimmt. In diesem Fall war es dann aber doch so, dass es sich sehr in die Länge zog... Der Stil im Allgemeinen fällt sehr nüchtern und distanziert aus. Zu den Geschehnissen und Charakteren lässt sich kaum eine Beziehung aufbauen, es fehlt einfach an Nähe. Bis zum Ende blieben mir diese fremd, die Erzählweise erweckte in mir leider nicht so viele Gefühle, wie erhofft. Meine größte Enttäuschung lag in den zwei Protagonisten selbst. Sowohl mit Renée als auch mit Matthias konnte ich mich nicht wirklich anfreunden, und das lag nicht nur an der distanzierten Sprache, sondern vor allem an der Charakterisierung der beiden. Renée, als ein Kind von sechs oder sieben Jahren, wird meiner Meinung nach viel zu erwachsen dargestellt. Sie ist für ihr Alter einfach zu furchtlos, zu klug, zu direkt, zu überlegt – es kam mir einfach nicht natürlich vor, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Krieg ein Kind auf diese Weise abhärtet. In dem Versuch, Renée als ein ganz besonderes Mädchen darzustellen, hat die Autorin aus meiner Sicht an Authentizität verloren. Matthias war da schon realistischer, tiefgründiger, aber auch schwieriger zu verstehen. An vielen Stellen hatte ich das Gefühl, er handle nicht nach dem Bild, das die Autorin bisher von ihm gezeichnet hat. Sein Charakter war sprunghaft, nicht ganz fassbar – ich wurde einfach nicht aus ihm schlau. Somit konnte ich auch kein Mitgefühl oder Verständnis für ihn entgegenbringen, leider. Die Beziehung der beiden hätte ich mir gerne intensiver und gefühlvoller gewünscht. Insgesamt war die Verbindung schon interessant, ich habe ihre Entwicklung gerne beobachtet. Mir kam sie aber wieder nicht sehr realistisch vor. Allein die Umstände dieser Beziehung sind ja ungewöhnlich (was ja der Kern des Buches ist), ich hätte mir gewünscht, dass diese dann durch viele Emotionen und tiefgründige Zuneigung rechtfertigt werden – doch leider blieb der Roman auch in dieser Hinsicht zu nüchtern.

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  • Nicht ganz mein Fall

    Heute leben wir
    Fornika

    Fornika

    18. August 2017 um 09:23

    Renée ist schon so lange vor den Nazischergen auf der Flucht, dass sie ihren richtigen Namen nicht mehr kennt. Ihre Eltern hat sie schon vor langer Zeit verloren, und so treibt die 7-Jährige von einem Unterschlupf zum nächsten. Eines Tages fällt sie zwei deutschen Soldaten in die Hände, ihr Leben scheint am Ende. Doch da erschießt Soldat Matthias den Kameraden statt das jüdische Mädchen; und ist fortan für ihr Überleben verantwortlich.  Ich hatte mir eine gefühlvolle Geschichte über den letzten Kriegswinter erhofft, leider wurde ich da doch etwas enttäuscht. Denn am Gefühl hat die Autorin reichlich gespart. Matthias ist ihr als Figur sehr gut gelungen, man erfährt allerlei aus seiner Vergangenheit und kann ihn so deutlich besser verstehen (wenn auch nicht mögen). Renée bleibt immer etwas schleierhaft, das wiederum passt aber ja sehr gut, schließlich weiß die Kleine selbst sehr wenig über ihre Herkunft. Auch sprachlich ist der Roman relativ rund, die etwas kalte Erzählweise hat meinen Geschmack nur leider nicht richtig getroffen. Die Handlung selbst endet sehr abrupt, ein bisschen mehr Abschluss hätte dem Ganzen sicherlich gut getan. Zuvor passiert nicht viel, was einerseits den Fokus auf die Charaktere verschiebt, andererseits doch etwas unbefriedigend war. Insgesamt ein Buch, das ich zwar mit Interesse begonnen habe, am Schluss aber doch auch sehr gerne zur Seite gelegt habe.

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  • Nicht mein Fall

    Heute leben wir
    Engelsgesicht77

    Engelsgesicht77

    26. July 2017 um 10:47

    Klapptext: EIN SS-OFFIZIER RETTET JÜDISCHES MÄDCHEN: Renée ist 6 oder 7, ganz genau weiß sie es nicht. Als elternloses jüdisches Mädchen wird sie im letzten Kriegswinter vor den Deutschen versteckt – bei den Nonnen, dem Pfarrer, den Bauern in den Ardennen. Bis sie dem SS-Offizier Matthias in die Hände fällt. Er verschwindet mit ihr im Wald, um sie zu erschießen, aber plötzlich nimmt alles einen ganz anderen Lauf. Dieses Mädchen mit den dunklen Augen wird Matthias Leben für immer verändern. Fazit:Hatte erwartet, dass es ein Roman ist, aber ich hatte nicht den Eindruck, eher wurde es in einer Art und Weise erzählt ganz neutral, so dass man keine Beziehung zu den einzelnen Charakteren aufbauen kann und ich war sehr enttäuscht von dem Buch. Hatte mehr Spannung erwartet. Es ging die ganze Zeit nur darum, dass Renee und Mathias sich angezogen fühlten und mehr nicht. Hätte mir das Buch sparen können. Aber laut dem Klapptext hat die Autorin mit dem Buch Preise gewonnen, da sieht man wieder wie unterschiedlich die Geschmäcker sind.

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    • 3
  • The Fritz

    Heute leben wir
    SATZZEICHEN

    SATZZEICHEN

    13. July 2017 um 15:04

    Ein jüdisches Mädchen auf der Flucht vor den Deutschen. Man hat ein solches oder ähnliches Motiv schon so oft vorgesetzt bekommen, dass man meinen könnte, bereits alles darüber zu wissen oder zu kennen. Und so war mein erster Impuls, ich gebe es beschämt zu, leicht genervt das Buch beiseite zu legen und noch ein bisschen abzuwarten, weil mich andere Themen gerade viel brennender interessierten. Doch dann blätterte ich ein wenig durch die Seiten und las mich bereits bei der dem Roman vorangestellten Begrüßung des Programmleiters fest. "Jedesmal, wenn wir ein Buch aufschlagen, schlägt unser Herz mit der Hoffnung, dass sich hinter dem Umschlag eine Geschichte verbirgt, die wie ein Komet durch unser Leben fegen wird und mit einem Lichtstreif alles verändert – unseren Blick, unser Empfinden und Fühlen." Gut getroffen, denn in der Tat ist es ja das, wonach man als leidenschaftlicher Bücherfreund immer sucht: nach einem Impuls, nach einer guten Story, die einem mehr als nur gutes Lesevergnügen bietet, die einen berührt, einen im besten Falle weiterbringt und anstößt, im echten Leben vielleicht sogar anders zu reagieren als vor der Lektüre. Das hier behandelte Thema ist, wie eingangs erwähnt, kein Novum – und man kann als Autor auch die Weltgeschichte nicht neu erfinden, man kann sie aber sehr wohl auf ganz eigene Weise zum Leben erwecken. Emmanuelle Pirotte gelingt es, die nüchternen Fakten, die einem hinreichend bekannt sind, mit starken Emotionen und prallen Bildern zu füllen, so dass sie einen regelrecht verfolgen. Renée, das siebenjährige jüdische Mädchen, wird in den Ardennen bei einer Familie versteckt. Seine Eltern sind verschwunden. Als die Deutschen, obwohl wir uns im aussichtslosen Kriegswinter des Jahres 1944 befinden, einen ihrer letzten verzweifelten Versuche starten, das Ruder doch noch einmal herumzureißen, scheint es für Renée bei ihrer neuen Familie nicht mehr sicher genug zu sein. Sie wird dem Pfarrer übergeben, doch auch dem ist die Mission „Kindrettung“ rasch zu heikel, er reicht sie seinerseits weiter an zwei amerikanische Soldaten, die er in ihrem Jeep anhält, als sie in hohem Tempo an ihm vorbeibrausen wollen. "Renée wurde auf der Rückbank hin und her gerüttelt. Sie zog ihr Lumpenmännchen aus der Tasche. Der Fahrer begann mit seinem Nachbarn zu reden: „Und jetzt, was machen wir?“ Deutsch. Das war Deutsch, keine Frage. Sie kannte die Sprache derer, die ihr niemals über den Weg laufen durften, genau. Sie hatte sie nur zweimal gehört, aber niemals könnte sie diese Sprache mit einer anderen verwechseln. Sie stach wie ein Strauß Brennnesseln, sie hatte die Farbe, die Konsistenz eines Eisblocks […]" Ein Moment, wie aus einem Drehbuch entsprungen. Das schutzbedürftige Kind wird aus Versehen direkt in die Höhle des Löwen katapultiert. Unternehmen Greif war der Deckname für dieses besonders perfide Kommandounternehmen: Wehrmacht-Soldaten unter dem Befehl des österreichischen SS-Obersturmbannführers Otto Skorzeny mussten hierbei US-Uniformen tragen und gegnerisches Gerät verwenden. Ziel war zum einen die Verwirrung auf amerikanischer Seite, zum anderen die Einnahme Antwerpens, wo sich das wichtigste Munitionslager der Alliierten befand. Renée hat also extrem schlechte Karten, denn was die zwei deutschen Soldaten mit dem jüdischen Mädchen tun müssen, ist beiden Seiten klar. Doch dann, als Renée tief drin im Wald steht, und der Deutsche die Pistole auf sie richtet, geschieht etwas gänzlich Unerwartetes: "Renée fragte sich, was für ein Gesicht der Soldat wohl machte, der sie töten würde, der andere, der hinten geblieben war, der, dessen Augen sie im Jeep flüchtig gesehen hatte, der mit der grabestiefen Stimme. Sie wollte ihn sehen. Sie wollte, dass er sie sah. Sie begann sich um ihre eigene Achse zu drehen, ganz langsam, und ihre Augen trafen die seinen. Sie waren hell und kalt. Und plötzlich zuckte darin ein seltsames Schimmern auf, die Pupillen weiteten sich. Der Deutsche schoss. Renée schreckte zusammen. Eine Sekunde lang schloss sie die Augen, und als sie sie wieder öffnete, lag der andere Soldat im Schnee, mit einem verstörten Ausdruck. Renée brauchte eine Weile, bis sie begriff, dass sie unversehrt war. Sie betrachtete den niedergestreckten Mann, dann wieder den anderen, der genauso überrascht schien wie sie selbst." Eine merkwürdige Verbundenheit ist entstanden zwischen dem verkleideten Soldaten und dem Mädchen in diesem entscheidendsten aller Augenblicke. Und sie hält an. Doch es wird nicht kitschig, sondern es bleibt alles spröde. Beide Seiten sind sich nicht klar, was das nun werden soll, wie es weitergehen soll. Und trotz der Verbundenheit, die auch er spürt, ist ihm Renée nicht uneingeschränkt sympathisch, nein, sie nervt ihn sogar. Mit ihrer Fragerei und ihrem „Kind sein“. Sie finden eine verlassene Hütte im Wald, wo sie sich erst mal verschanzen. Der Soldat beginnt zu jagen, Fallen auszulegen, damit sie etwas zu essen bekommen, und allmählich formt sich ein Bild von diesem Kerl, der so unerwartet gehandelt hat, als er eigentlich nur ein weiteres Mal hätte seine Pflicht erfüllen müssen. Doch bald schon wird die ganze Emotionalität dem Soldaten zu viel, sie nimmt ihm die Luft – so nah ist ihm lange niemand mehr gekommen, wie dieses Gör. Er schwankt zwischen Verachtung und Bewunderung für das Kind. Er braucht wieder Ruhe in seinem Gefühlsleben und beschließt, Renée im nächsten Dorf abzugeben. Gesagt, getan. Aber hatte er mit emotionaler Stabilität gerechnet, nachdem er sie losgeworden war, so wird er bald eines Besseren belehrt. Er vermisst sie, muss er sich eingestehen, als er in der Hütte, zu der er zurückkehrt, ihren Schal in der Ecke liegen sieht. Und plötzlich weiß er, dass er sie wiedersehen will, koste es, was es wolle. Der als Amerikaner getarnte Deutsche macht sich auf, sie aus dem französischen Dorf zurückzuholen, wohlwissend, dass dies merkwürdig, auffällig und unpassend ist – und vorallem hochgradig gefährlich. Für sie wie für ihn. Und tatsächlich, diese Entscheidung sollte sein Leben bis aufs Äußerste verändern. „Heute leben wir“ beschreibt in einer so klaren, ehrlichen, manchmal schon fast brutalen Art und Weise die Dinge, wie sie nun eben sind, dass man nicht anders kann, als sich dem hinzugeben. Manchmal erschreckt einen die Abgeklärtheit des kleinen Mädchens, doch dann wieder erscheint es die einzig mögliche Art, wie man eine so absurde Lebenssituation durchstehen kann. Stoisch, ruhig, nicht von dieser Welt. Nur selten bricht aus ihm das „normale“ Verhalten eines Kindes hervor. Doch wer sollte es dem Kind verübeln, wo es doch keine Normalität kennt. Und trotzdem ist dies einer der wenigen Kritikpunkte, sollte man unbedingt einen haben wollen: Das Wesen dieses Mädchens wirkt an manchen Stellen nicht mehr nur abgeklärt, sondern fast schon abgehoben. Unwirklich. Kaum vorstellbar, dass ein Kind mit sieben Jahren so handeln und reden kann. Auch wirkt die Beziehung zwischen den beiden, die altersmäßig eindeutig in Vater- und Tochter-Rollen einzuordnen sind, stellenweise fast schon ein wenig erotisch. Oder habe nur ich die kleinen Eifersuchtsanfälle Renées, wenn „ihr“ Soldat mit der Dorfschönheit flirtet, oder die Momente, in denen der Deutsche sich einfach nicht klar ist, was er für die Siebenjährige übrig hat, so empfunden? Pirotte jedenfalls lässt so einiges offen, zieht den Spannungsbogen bis zur letzten Seite, so dass man ein ums andere Mal zittert, wie die Geschichte wohl ausgehen mag. Klare Leseempfehlung für eine packende Story mit Charakteren, die weit über das normale „Gut-Böse-Schema“ hinausreichen. Eine weitere Besprechung des literarischen Geheimtipps findet sich hier: https://buchrevier.com/2017/06/04/emmanuelle-pirotte-heute-leben-wir

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  • Ein wirklich beeindruckendes Buch, das lange in mir nachgewirkt hat

    Heute leben wir
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    03. July 2017 um 12:40

    „Heute leben wir“ ist der bewegende und überzeugende Debütroman der Belgierin Emmanuelle Pirotte. Der Titel wird verständlich ganz am Ende des Buches, und will ausdrücken, dass nur die Gegenwart zählt im Leben von Menschen, unabhängig davon, welche Entscheidungen und Taten die Vergangenheit prägten.Schon viele Bücher und Romane haben Geschichten von jüdischen Kindern erzählt, die während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich vor den Nazis sich verstecken mussten und mit viel Glück und durch die Hilfe anderer Menschen überlebten. Doch die Geschichte der etwa sechs- bis siebenjährigen Renee, die Emmanuelle Pirotte hier erfindet, ist besonders, weil ihr Retter und Beschützer ein SS-Offizier ist.Es ist Winter 1944. Das jüdische Mädchen Renee, dessen Eltern schon lange spurlos verschwunden sind und für deren Überleben sie keine Hoffnung mehr hat, versucht irgendwie zu überleben. Sie wird versteckt von Nonnen, dem Dorfpfarrer und schließlich von einer großen Bauernfamilie in den Ardennen. Von den Deutschen besetzt, warten die verzweifelten Einheimischen auf die Truppen der vorrückenden Alliierten und müssen sich doch mit der sogenannten Ardennenoffensive der Nazis rechnen.Als die Deutschen mit letzten brutalen Offensiven wieder in der Gegend einfallen, kann der Dorfpfarrer, bei dem Renee untergebracht war, sie nicht mehr bei sich behalten und übergibt sie einem amerikanischen Jeep, der mit zwei Soldaten an seinem Pfarrhaus vorbeifährt. Doch schon nach wenigen Minuten erkennt Renee an der Sprache, in der sich die beiden Soldaten unterhalten, dass es Deutsche sind, die sich als Amerikaner getarnt haben, eine Strategie innerhalb der sogenannten Operation Greif, die Verwirrung unter den Amerikanern stiften soll, damit die Ardennenoffensive der Deutschen gelingt. Der eine Offizier, er heißt Matthias, spürt sofort sich zu dem jüdischen Mädchen hingezogen und als sein Kamerad Verdacht schöpft, erschießt er ihn und rettet Renee zum ersten Mal.  In zahlreichen Einschüben blendet die Autorin zurück in die Lebensgeschichte von Matthias, der bis nach Beginn des Krieges als Deutscher in den Wäldern Kanadas bei Indianern gelebt hat.Auf ihrer Flucht vor den eigenen Truppen, die im Anmarsch sind, kommen Matthias und Renee auf einen Bauernhof, wo sich sehr viele Menschen einer großen Familie versteckt halten.  Wie Emmanuelle Pirotte die Dynamik und die Charaktere in diesem Haus schildert, besonders als ein Trupp Nazis es besetzt, ist große Kunst.  Auch der immer wieder eingesetzte Gegensatz zwischen brutaler Gewalt und großer Mitmenschlichkeit insbesondere in der schillernden Person des Matthias ist beeindruckend.Das Buch ist spannend, lange bleibt offen, ob dieses so ungleiche Paar aus jüdischem Kind und SS-Offizier überleben wird. Die Lektüre ist aufwühlend, sie geht unter die Haut. Berührend und nachhaltig ist seine Botschaft: es ist möglich, sich in jeder noch so bösen Situation für das Gute zu entscheiden. Wenn ein Mensch den Mut hat, einfach als ein Mensch zu handeln. In Frankreich war dieses Buch ein sensationeller Erfolg und Anfang 2017 haben die Dreharbeiten für seine hoffentlich erfolgreiche Verfilmung begonnen. Ein wirklich beeindruckendes Buch, das lange in mir nachgewirkt hat.

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  • Tiefe in Kürze

    Heute leben wir
    kattlika

    kattlika

    01. July 2017 um 17:27

    Wunderbare Sprache, die in wenigen Worten eine berührende Tiefe schafft.

  • Die Menschlichkeit siegt

    Heute leben wir
    KerstinTh

    KerstinTh

    06. June 2017 um 18:25

    Belgien, 1944. Renée ist sieben Jahre alt und Jüdin. Sie ist die einzige Überlebende ihrer Familie und wurde nun schon mehrfach rumgereicht. Nun ist sie an einen SS-Soldaten geraten, der als Amerikaner getarnt ist. Doch statt Renée zu erschießen kümmert sich der SS-Soldat Matthias rührend um sie und verteidigt sie mit seinem Leben. Renée und Matthias stranden auf einem Bauernhof, auf dem sich schon etwa zehn weitere Personen befinden. Dieses Buch erzählt eine Geschichte, wie ich sie noch nie gehört habe. Ein SS-Mann beschützt ein jüdisches Mädchen. Die beiden finden zusammen und das merkt auch der Leser. Auch wenn die beiden sich meist anschweigen, spürt man eine Verbundenheit. Der Roman wird von einem Erzähler erzählt, der aus den verschiedenen Perspektiven berichtet. Der Roman wird sehr beeindruckend und berührend erzählt. Matthias wirkt sympathisch. Er ist zwar SS-Soldat und eine Tötungsmaschine, allerdings hat er auch eine andere Seite. Die der Leser vor allem durch die Erzählungen seiner Vergangenheit als Trapper in Kanada kennenlernt. Er scheint von den Nazi-Gedanken nicht überzeugt zu sein. Um Renée kümmert er sich rührend. Sympathisch war mir, dass er selbst von sich überrascht ist, dass er dieses kleine Mädchen so liebt. Renée ist mutig und neugierig, aber sich auch bewusst was sie tut. Sie ist für ihr Alter sehr erwachsen. Mir sind ihre Gedankengänge fast schon zu erwachsen und sie wirken falsch beziehungsweise deplatziert. Renée ist durch ihr Schicksal und das Erlebte zwar sicherlich erwachsener als andere Siebenjährige, aber wie es in diesem Buch rüberkommt finde ich übertrieben. Das hat mich etwas gestört. Ansonsten hat mir dieser Roman sehr gut gefallen, vor allem weil es mal eine andere Darstellung der Geschehnisse war. Deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen. Sehr gefallen hat mir die Aussage: „Seine Augen sagten etwas anderes als sein Mund.“ (S. 116) Das trifft mit Sicherheit sehr häufig zu. Ähnlich der Tatsache, dass nur der Mund lächelt, nicht die Augen… 

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  • Erschreckend, berührend und beeindruckend

    Heute leben wir
    Girdie

    Girdie

    28. May 2017 um 20:48

    „Heute leben wir“ ist der Titel des Debütromans der Belgierin Emmanuelle Pirotte. Es ist auch der letzte Satz der Erzählung, der darauf Bezug nimmt, dass die Gegenwart zählt, egal welche Entscheidungen und Handlungen in der Vergangenheit gemacht wurden. Auch für die beiden Protagonisten ist das Leben im Hier und Jetzt nach den geschilderten Ereignissen wichtig. Eine der Hauptfiguren ist Renée, sechs vielleicht auch sieben Jahre alt, die als elternlose Jüdin Ende 1944 vor den Nationalsozialisten versteckt wird. Wie das Mädchen auf dem Cover aus ihrem Versteck heraus schaut, so ist auch sie zwar ängstlich, aber auch neugierig. Der schwarze Hintergrund symbolisiert die grausamen Taten die von Blut durchtränkt sind und wie die Schrift und die Farbe der Mütze deutlich hervortreten. Sie werden niemals in Vergessenheit geraten.Renée hat schon mehrfach ihren Aufenthaltsort gewechselt. Im Moment lebt sie bei einer Familie in einem kleinen Ort in der Wallonie, nicht weit von Lüttich entfernt. Als der deutsche Feind im Anmarsch ist, wird sie in Eile dem Pfarrer des Dorfs übergeben, der sie sozusagen an zwei vorbeifahrende US-Amerikaner weiterreicht. Die beiden Amerikaner sind getarnte Deutsche. Das Schicksal des Mädchens scheint besiegelt, aber dann tritt eine unglaubliche Wende ein.Emmanuelle Pirottes Erzählung lebt von den Gegensätzen. Einerseits begegnete ich dem SS-Offizier Matthias dessen Aufgabe während der sogenannten Operation Greif es ist, Verwirrung unter den Amerikanern zu stiften, damit die Ardennenoffensive der Deutschen gelingt. Seine Kaltblütigkeit konnte ich bereits auf den ersten Seiten des Buchs erfahren.Auf der anderen Seite gibt es mit Renée ein jüdisches schutzbedürftiges Mädchen, dem von Beginn an meine Sympathie galt. Die Erfahrungen der Vergangenheit und die Anforderungen des Versteckspiels haben sie stark gemacht und ihre Aufmerksamkeit geschärft. Für mich schien sie bereits nach wenigen Seiten meines Lesens, am Ende ihres Lebens angelangt zu sein. Der Roman entwickelt einen gewissen Sog durch die Frage, ob und wie Renée das Überleben gelingen wird.Neben Renée und Matthias schafft die Autorin eine weitere Anzahl Charaktere, die sich wie Viele zu dieser Zeit unter ständigem Beschuss und unter wechselnder Besatzung bei ärmlichen Bedingungen in Bunkern oder im Keller mehr oder weniger zerstörter Häuser zusammenfinden und um ihr Überleben kämpfen. Dank der sehr guten Recherche Emmanuelle Pirottes wurde für mich ein Teil der Geschichte lebendig zu einem mir unbekannten Kapitel des 2. Weltkriegs, der sich nicht weit von meiner Heimat entfernt abspielte.Das Buch hat mich durch die blanke Darstellung der Gewalt erschreckt, aber gleichzeitig auch durch die Handlungen einiger Personen sehr berührt. Es hat mir gezeigt, dass die Entschlossenheit zum Leben und der dazugehörige Mut verbunden mit einer Prise Glück siegen können. Es war faszinierend zu lesen wie Menschen sich ändern können in Abhängigkeit der Motive, durch die sie angetrieben werden. Aber der Mensch isst auch wandlungsfähig und seine Handlungen sind nicht immer vorhersehbar.Mich hat das Buch beeindruckt und die Geschichte wird mir lange in Erinnerung bleiben. Ich empfehle den Roman daher sehr gerne weiter.

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  • Verstörende Geschichte

    Heute leben wir
    krimielse

    krimielse

    25. May 2017 um 16:41

    Hat ein Massenmörder eine zweite Chance verdient? Wem steht es zu, darüber zu entscheiden? Im für mich sehr überraschenden Buch "Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte steht ein asozialer Menschenhasser zusammen mit einem kleinen jüdischen Mädchen im Mittelgrund der Geschichte. Eine ungewöhnliche Konstellation, die noch dazu verleitet, schreckliche Taten zu verzeihen und nach Menschlichkeit, Wärme und Vergebung bei einem Mann zu suchen, der für die SS vollkommen kaltblütig offen und verdeckt hinter feindlichen Linien mordet. Der Roman ist angesiedelt 1944 in Belgien, wo das kleine jüdische Mädchen Renée auf der Flucht vor den Nazis dem US-Soldaten Matt anvertraut wird. Der vermeintliche Retter Matt oder besser Matthias ist jedoch Teil einer im Belgien verdeckten agierenden SS-Einheit, die bei der "Operation Greif" sowohl den Feind als auch in Belgien versteckte Juden ausrotten soll. Doch Renée bewirkt etwas bei Matthias, der sie nicht erschießt und sich ihrer sogar annimmt. Völlig gegensätzlich befinden sich nun beide auf der Flucht, Matthias, die Tötungsmaschine, der nicht erst seit der Naziherrschaft aus reiner Lust am Töten gemordet hat und Renée, das in sich gekehrte und abgeklärte Mädchen, das viel erlebte und einen faszinierend einfachen und klaren Blick auf Wesentliches hat, und finden sich versteckt auf einem belgischen Bauernhof wieder, umgeben von Nazis und Alliierten Befreiern. Der vielschichtige und intensiv erzählte Roman hält viele Überraschungen in der Handlung und in der Vergangenheit der Hauptcharaktere bereit. Verstörend nahe steht man Matthias, der rein rational betrachtet ein hassenswerter Charakter ist, den man gerne verurteilen möchte. Aber die Autorin spielt mit dem Leser, sie verführt dazu, dass man geneigt ist, Matthias Glück für die Flucht zu wünschen. Nichts ist wie es scheint, wenig bekommt man direkt dargeboten und oft genug ist man verblüfft und fühlt sich herausgefordert, eigene Werte und ethische Normen zu Rate zu ziehen und das Dargebotene zu hinterfragen. Nicht nur die beiden Hauptfiguren sind vielschichtig und interessant, auch die anderen Charaktere entziehen sich Schubladendenken, lassen viel Platz und Spielraum für Interpretationen und überraschen in ihrem Handeln. Wagemut und Zivilcourage finden genauso Platz wie Ängstlichkeit und Opportunismus, und interessanterweise misst sich das Handeln der Nebenfiguren meist an der mutigen und gnadenlos realistischen Renée. Mit abschätzendem Blick einer Außenstehenden scheint sie alle Ereignisse zu analysieren, egal ob sie dabei in menschliche Abgründe blickt oder kindliche Freude spürt. Matthias, der eigentlich zu allen den negativen Gegenpol geben könnte, manipuliert nicht nur die Menschen in der Geschichte, sondern auch den Leser mit seiner nahezu perfekten Maske. Ein winziger Kritikpunkt ist, dass ich sehr gerne nicht den weiteren Verlauf der Geschichte nach der Befreiung des kleinen Bauernhofes erfahren hätte. Für mich geht dadurch die psychologische Faszination der Situation auf dem belgischen Hof, die wie ein Blitzlicht aus dem großen Ganzen heraus eine Menschengruppe fokkusiert, verloren in den nachfolgenden Erklärungen und Ereignissen. Aber das ist wie immer Geschmackssache... Es ist ein großartiges Buch, das nicht nur spannend und ergreifend eine tiefgründige Geschichte erzählt, sondern auch Zweifel an Moral und Ethik in den Raum stellt, zur Menschlichkeit und Sympathie verführt für die nicht wirklich fassbaren Hauptfigur Matthias und mir so vor Augen führt, dass ich durchaus manipulierbar bin, auch wenn ich mich sehr gerne dagegen wehren möchte. Ich vergebe fünf Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

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  • Heute leben wir

    Heute leben wir
    AgnesM

    AgnesM

    25. May 2017 um 11:58

    In Kriegszeiten geht es ums nackte Überleben. Jeder, egal ob Mann, Frau oder ein Kind, kann zur Gefahr werden. Überall herrscht Chaos und Verderben und der Tod lauert hinter jedem Haus, jedem Baum und in jeder Straße. Man muss wachsam sein, Schutz suchen und sich unauffällig benehmen, um dem Elend zu entgehen. So wie die Bevölkerung Tag für Tag in Angst lebt, so suchen Soldaten pausenlos nach neuen Opfern. Juden sind die Hassobjekte. Sie gilt es zu jagen, zu schänden und zu töten. Renée ist Jüdin. Sie ist vielleicht sieben Jahre alt, hat ihre Familie im Krieg verloren und flüchtet, wie so viele andere auch, vor den deutschen Soldaten. Glücklicherweise kommt sie zunächst in einem Heim und später bei einem Pfarrer unter, doch als sich die Deutschen dem Städtchen nähern, sieht er sich dazu gezwungen Renée amerikanischen Soldaten anzuvertrauen. Er hofft, dass sie das Mädchen sicher fortbringen, doch ahnt er nicht, dass sich unter der U.S. Uniform deutsche SS-Soldaten verstecken. Während der Autofahrt durch die Wälder merkt Renée schnell, dass sie in die Hände der falschen Männer geraten ist und ahnt, dass dies ihr Ende sein wird. Nach einiger Zeit halten sie an und beide Soldaten zwingen Renée zum Ausstieg, gehen mit ihr ein paar Schritte weiter in den Wald hinein und wollen sie exekutieren. Die Waffe des Soldaten Matthias ist bereits auf das Mädchen vor ihm gerichtet, als dieses sich plötzlich zu Matthias umdreht, ihm in die Augen schaut und für einen kurzen Augenblick die Welt still steht. Renées Blick durchbohrt Matthias, lässt ihn den Atem anhalten und führt zu einer unverhofften Handlung, die selbst Matthias in eine Schockstarre versetzt. Hier wendet sich das Blatt, fortan wird es einen neuen Menschen Matthias geben und fortan muss auch er ums nackte Überleben kämpfen. Bücher in denen es um den Krieg geht sind immer sehr bedrückend, emotional und aufwühlend. „Heute leben wir“ ist in diesem Punkt nicht anders, jedoch ist es eines der wenigen Bücher, bei denen man die Charaktere unglaublich schnell in sein Herz schließt und von der ersten Seite an mit ihnen mitfiebert und selber den Atem anhält, wenn sich der Feind ihnen nähert. Renée sticht hier besonders heraus, da sie für ihr junges Alter schon sehr erwachsen wirkt und eine schnelle Auffassungsgabe besitzt. Matthias ist ebenfalls ein wertvoller Charakter, da er eine große Veränderung durchlebt und der Leser ihn hierbei begleitet. Generell hat es die Autorin bewältigt niveauvolle, eigenwillige und originelle Charaktere in die Story einzubauen. Auch wird nicht alles in dem Buch haarklein beschrieben, so das die Phantasie des Lesers gefordert wird, was ich sehr anregend finde. Der Schreibstil der Autorin ist gut, so dass sich das Buch flüssig lesen lässt und sie findet die richtigen Worte, um das schreckliche Kriegsszenario und all die Situationen, in denen sich die Protagonisten befinden, gut einzufangen. Gut finde ich auch, dass der Fokus fast ausschließlich auf die Protagonisten und ihre Erlebnisse gelegt wird und man sich als Leser nicht noch durch die ganze „Hitler-Nazi-Thematik“ kämpfen muss. Somit handelt es sich bei dem Buch tatsächlich um einen bewegenden und fesselnden Roman und nicht um ein weiteres Sachbuch, welches den Krieg, Judenhass etc. erklären will.

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  • Der Nazi und die Jüdin

    Heute leben wir
    callunaful

    callunaful

    02. May 2017 um 21:02

    Der Zweite Weltkrieg wütet zum finalen Schlag über den Ardennen und in den letzten Tagen des Kriegs soll sich vieles entscheiden: über Sieg oder Niederlage der Alliierten, über das Schicksal von Renée und darüber wie weit Freundschaft eigentlich gehen kann.Renée ist ein junges jüdisches Mädchen, das es in ihrem Leben nicht leicht hatte. Sie wurde fast ihr ganzes Leben lang von der einen Hand zur anderen gereicht, immer auf der Flucht vor den Nazis. Immer wieder schafft sie es den Deutschen einen Schritt voraus zu sein und irgendwie am Leben zu bleiben. Doch eines Tages wendet sich das Blatt und sie gerät versehentlich in die Hände von zwei Nazis. Einer der Nazis namens Matthias bringt es aber aus unerklärlichen Gründen nicht über sich das kleine Mädchen zu exekutieren. Und so entspinnt sich zwischen den beiden eine merkwürdige Beziehung.Ich kann nur sagen: Was für ein schönes Buch! Emanuelle Pirotte verpackt in ihrem Roman alles was für mich ein gutes Buch ausmacht: interessante und lebendige Charaktere und eine spannende, sowie rührende Geschichte. Zugegeben hatte ich zunächst von der Sprache etwas mehr erwartet. Irgendwie habe ich mir bei diesem Roman eine poetischere und anspruchsvollere Sprache vorgestellt. Trotzdem fand ich Pirottes Schreibstil sehr schön. Das Buch las sich schnell und angenehm und die Autorin fand für viele Szenarien genau die richtigen Worte.Am meisten gefiel es mir aber, wie Emanuelle Pirotte ihre Figuren konstruierte. Sie erschuf Charaktere mit Ecken und Kanten. So war zum Beispiel Renée für ihr Alter schon erstaunlich erwachsen und zwar zum Teil auf eine erschreckende Weise. Das Mädchen konnte stets die Situationen relativ realistisch einschätzen und war mit einer unglaublichen Beobachtungsgabe gesegnet, die ihr als flüchtendes Kind natürlich sehr nützlich war. Auf der anderen Seite war sie aber immer noch sehr kindlich, ein junges Mädchen, das sich gerne im Spiel und in gute Geschichten vertiefte. Das Träumen, das Sehnen und das Hoffen lernst sie aber erst durch Matthias kennen.Bei Matthias merkte man am deutlichsten, dass Pirotte großen Wert auf die Vielschichtigkeit ihrer Charaktere legte. Zunächst macht Matthias auf einen einen sehr geheimnisvollen Eindruck, da man zu Beginn nicht viel über ihn weiß. Mit der Zeit tauch man aber als Leser immer mehr in seine Vergangenheit und Gedankenwelt und lernt ihn Stück für Stück besser kennen. Normalerweise würde man Matthias in anderen Geschichten für einen großen Unsympath halten, doch irgendwie schaffte die Autorin es, dass man trotz seiner Kälte und auch Grausamkeit, sehr stark mit ihm sympathisierte. So scheint auch Renée bei Matthias eine weiche Seite zu finden.Noch faszinierender als die Protagonisten an sich, ist deren Beziehung zueinander, die sich nach kurzer Zeit schon entspinnt. Die Autorin selbst lässt hierbei offen, was genau zwischen dem Nazi und der Jüdin läuft und liefert keine genaue Erklärung dafür. Das fand ich mal sehr erfrischend. Da ja beide eigentlich sehr rational sind, stellte für mich ihre Beziehung einen Kontrast dar, da sie scheinbar keinen Sinn gibt und auf den ersten Blick überhaupt nicht rational erklärbar scheint. Das fand ich mal sehr erfrischend. Dadurch kam der Geschichte eine leicht mystische Note bei.Während man über die Hauptpersonen rätselt, gibt es noch viele andere Geschehnisse, die einen packen und ans Buch fesseln, schließlich befinden wir uns ja auch auf einem Kriegsschauplatz. Emanuelle Pirotte schreibt durchwegs spannend, doch am Ende legte sie noch ein Mal eine Schippe drauf. Ich war richtig gefesselt. Zwischen all dem Getümmel war dann auch noch Platz für ein paar rührselige Momente ohne wirklich kitschig dabei zu sein. Wie gesagt, hat das Buch einfach alles, was ich von einem guten Buch erwarte und kann somit eine ganz klare Leseempfehlung für diese Lektüre aussprechen!

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  • Allein unter Nazis

    Heute leben wir
    Buecherseele79

    Buecherseele79

    02. May 2017 um 11:03

    Die siebenjährige Renée hat schon viel gesehen und gehört denn sie wird vor der SS seit Jahren versteckt, egal ob bei einem Bauernpaar, in einem Schloss mit anderen Kindern, einer Familie und wie jetzt bei einem Pastor.Doch nun kehren die SS-Truppen nochmals zurück und der Pastor sieht nur einen Ausweg- er vertraut zwei amerikanischen Soldaten die kleine Renée an....was sich jedoch als fatalen Fehler beweist denn die beiden sind eigentlich SS-Offiziere die sich unter den Feind mischen sollen...Jedoch hat Matthias ein Herz für Renée, warum kann er selbst nicht sagen....und so schlagen sich beide gemeinsam durch die Gegend und landen bei einer kleinen Gemeinschaft die sich in einem Kellergewölbe versteckt.Kann Matthias seine "Verkleidung" wirklich aufrecht erhalten und als Amerikaner überzeugen?Und wie kann er Renée, die Jüdin ist, vor den wieder maschierenden SS-Truppen schützen und sicher verstecken?Ein Buch welches mit Tiefe und Gefühl eine bewegende Geschichte schreibt.Und doch fehlt mir einfach das letzte Stückchen damit es, für mich, "rund" ist.Der Schreibstil der Autorin ist recht angenehm  und flüssig zu lesen, man kommt wunderbar und sehr schnell in die Geschichte hinein und so kann man das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen.Sehr lobenswert ist auch die Tatsache dass sich die Autorin intensiv mit Renée und Matthias beschäftigt, gerade bei Matthias erfährt man viele über seine Vergangenheit, warum er dann doch in den Krieg ziehen wollte, was er persönlich von Hitler  und seinen Anhängern hält.Renée ihre Vergangenheit bleibt hingegen etwas im Dunkeln, sie hat einfach keinerlei Erinnerungen mehr an Früher und ihre Familie.Ein sehr interessanter Aspekt, für mich, war nochmals das letzte Aufbäumen der Nazis gegen den eigentlich sicher verlorenen Krieg, dass sie sich als amerikanische Soldaten verkleidet haben um mehr Schaden anzurichten war mir jetzt nicht so bekannt.Das Ende zum Buch kam mir einfach zu schnell und überraschend, das Warum so und Weshalb nicht anders?- wurde nicht unbedingt beantwortet.Gerade Matthias seine Beweggründe sind einfach zu sehr im Schatten geblieben.Grosses Lob möchte ich hier noch aussprechen da die Autorin sich wirklich auf diese Endzeit des Krieges festgesetzt hatte, nicht noch ausschweifend über die Hitlerzeit geschrieben hatte ( was man in vielen anderen Büchern nachlesen kann).Trotz einiger Schwächen kann ich das Buch mit 3, 5 Sterne trotzdem empfehlen.

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  • Ein besonderes Buch mit ungewöhnlichen Protagonisten!

    Heute leben wir
    Mira20

    Mira20

    26. April 2017 um 19:49

    Ich brauchte zu Beginn etwas Zeit, um das Besondere dieser Geschichte zu entdecken. Aber dieses vielgelobte Buch hat auch mich fasziniert und verzaubert.Als im letzten Kriegswinter die 7jährige Jüdin Renée auf den auf den deutsch-kanadischen Spion Matthias trifft, ist ihr Todesurteil eigentlich besiegelt. Denn Matthias ist kein Gutmensch, obwohl er nicht an die Ideologie der Deutschen glaubt, so hat er auch nichts gegen das Töten. Aber das 7jährige Mädchen weigert sich wegzuschauen als ihr Henker sie erschiessen will. Fasziniert von ihrem Mut, beschliesst Matthias, sie leben zu lassen, denn sie rührt etwas in ihm an, was er schon lange vergessen glaubt.Viele historische Romane erzählen von den letzten schrecklichen Monaten des Krieges. Dieses Buch aber setzt eine besondere Begegnung zu einem extremen Zeitpunkt an. Renée hat ihre Kindheit im Krieg verbracht und wurde stets versteckt. Sie hat keine Erinnerungen mehr an ihre Eltern. Auch weiss sie zwar, dass sie Jüdin ist, aber niemand hat ihr gezeigt, was Jüdisch sein eigentlich bedeutet. Aber sie hat gelernt genau hinzuschauen und zu lernen, welchen Menschen sie vertrauen kann und wer sie verraten könnte. Wo zu Beginn der gesichtslose SS-Offizier auftritt, lernen wir bis zum Ende hin den fazettenreiche Matthias kennen.  Die Autorin schafft es, kein sympathisch und unsympathisch Spiel zu machen, sondern zeigt die Vielfalt des Menschseins während des Krieges auf. Denn auch die Opfer des Krieges sind bereit fürs Überleben viel in Kauf zu nehmen und dabei menschliche Opfer zu riskieren. Wer also ist der Held und wer der Feigling? Auf einem belgischen Bauernhof, wo Befreier und Spione zusammen mit den Einheimischen aufeinandertreffen, ist das nicht immer so klar. Das klassische gut-böse Muster hat die Autorin mit ihrem Roman auf jeden Fall gesprengt. Neben den dominierenden Hauptfiguren gelingt es der Autorin mit genau gezeichneten Nebenprotagonisten eine beklemmende aber auch interessante Stimmung zu schaffen. Das Buch kommt mit wenigen Schauplätzen aus und auch die Personenzahl ist beschränkt. Dafür aber sind die Besonderheiten präzise ausgearbeitet und die Charaktere der Menschen, die auf einander treffen, sorgen für Spannung.Auch sprachlich drückt sich die Autorin genau aus. Ihr Stil ist eher verknappt, aber kleine Details, die sie eingefügt hat, verstärken die Bilder, die im Leser drin entstehen.Von mir eine absolute Leseempfehlung.

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