Emmanuelle Pirotte Heute leben wir

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Inhaltsangabe zu „Heute leben wir“ von Emmanuelle Pirotte

EIN SS-OFFIZIER RETTET JÜDISCHES MÄDCHEN: Renée ist 6 oder 7, ganz genau weiß sie es nicht. Als elternloses jüdisches Mädchen wird sie im letzten Kriegswinter vor den Deutschen versteckt – bei den Nonnen, dem Pfarrer, den Bauern in den Ardennen. Bis sie dem SS-Offizier Matthias in die Hände fällt. Er verschwindet mit ihr im Wald, um sie zu erschießen, aber plötzlich nimmt alles einen ganz anderen Lauf. Dieses Mädchen mit den dunklen Augen wird Matthias Leben für immer verändern.

Unglaublich tolles Buch! Konnte es nicht aus der Hand legen! Ein muss für alle, die gerne Bücher über den zweiten Weltkrieg lesen. SJ

— SarahMariaJernits

Sehr besondere Charaktere und eine emotionale, fesselnde Geschichte. Lesenswert!

— Code-between-lines

~ Kriegsdrama mit historischem Hintergrund ~ anspruchsvoller Text ~ kein Lesegenuss, sondern ein Zeilenquäler

— Katis-Buecherwelt

Eine schöne Geschichte, aber stellenweise zu oberflächlich

— Frau_J_von_T

Langweilig, distanziert, emotionslos....

— Landbiene

Tolles Buch über ein faszinierendes Paar, welches mich bewegt hat. Sehr empfehlenswert!

— lesebiene27

Was eine Auseinandersetzung sein könnte mit Schuld, Vergebung, Heilen von Verletzung geriet mir zu sehr ins Klischee und zu naiv. Schade.

— StefanieFreigericht

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— Himmelfarb

Mehr Drehbuch als Roman. Für mich der Flop des Jahres.

— katzenminze

Ein wenig zäh zu Beginn, doch trotzdem unglaublich wertvoll.

— schokokaramell

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  • Themen
  • Mich konnte die Geschichte und der Schreibstil nicht begeistern.

    Heute leben wir

    Katis-Buecherwelt

    28. January 2018 um 14:19

    "Heute leben wir" ist der Debütroman der Schriftstellerin Emmanuelle Pirotte. Ich erhielt dieses Buch als Buchflüsterer von buecher.de. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war mir klar, dass dies nicht unbedingt eine Geschichte ist, die ich mir im Buchhandel ausgesucht hätte. Mein Bauchgefühl sollte Recht behalten.Es ist Winter im Jahre 1944 – es herrscht Krieg. Renée, ein jüdisches kleines Mädchen, wird in einem Dorf der bergischen Ardennen von Bauern versteckt bis die amerikanischen Truppen die Ortschaft belagern. Renée wird vom Dorfpfarrer in einen Jeep der Amerikaner gesetzt. Dachte er – doch der Wagen gehörte den SS Soldaten und Renèe trifft dabei auf Matthias. Er wiedersetzt sich seiner Pflicht sie zu töten und erschießt seinen Kameraden, um dem Mädchen das Leben zu retten. Getarnt begibt sich Matthias mit Renèe auf die Flucht. Der Schreibstil von Emmanuelle Pirotte ist gewöhnungsbedürftig und keine leichte Kost. Der Text las sich holprig durch zu kurze Sätze. Die Autorin wollte damit ausdruckstark rüberkommen, was für mich stumpf und unlesbar wirkte. Die Schriftstellerin nutzte viele altertümliche Begriffe, die man heute im normalen Sprachgebrauch nicht verwendet und die der Geschichte in keinster Weise vorangetrieben haben. Der geschichtliche Hintergrund ist präsent und es gibt Rückblenden und historische Berichterstattungen. Mich haben diese Erzählungen und die Tatsache, dass diese Story mitten im Krieg spielt, abgeschreckt.Ich quälte mich durch die Seiten und fand zu den Charakteren keinen Bezug. Ich las die Zeilen, war aber mit dem Verstand und Herzen nie im Geschehen. Geschrieben wurde abwechselnd in den Sichtweisen von Renèe und Matthias, was mir sonst immer gefallen hat. Aber hier hat es den gewünschten Effekt, der Charaktertiefe oder dem Drama nahe zu sein, für mich verfehlt. Ich habe bei der Hälfte aufgegeben und das Buch abgebrochen, weil es mir keinen Spaß gemacht hat. Fazit:"Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte erzählt von einer Kriegsgeschichte im Jahre 1944 über ein jüdisches Mädchen und einem SS Soldaten. Mich konnte die Geschichte und der Schreibstil nicht begeistern. ~ Kriegsdrama mit historischem Hintergrund ~ anspruchsvoller Text ~ kein Lesegenuss, sondern ein Zeilenquäler 

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2018

    Bücher sind treu

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2018 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Da sich ja einige gewünscht haben, dass die Challenge auch in 2018 weiter geht, habe ich einen neuen Beitrag dazu erstellt. Die Regeln sollen so einfach wie möglich bleiben - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Die Sammelbeiträge werden ich dann hier im Startbeitrag verlinken, damit nicht jeder lange nach seinem Beitrag suchen muss. Jeder kann seinen Beitrag so gestalten wie er möchte, wichtig wäre nur am Anfang des Beitrages die Gesamtpunktzahl. Ich werde keine monatliche Auswertung der Punkte machen. Es wird dann Anfang 2019 wenn die Challenge vorbei ist eine Übersicht der Punkte geben. Eventuell werde ich auch schon mal eine nach einem halben Jahr machen, aber da möchte ich mich heute noch nicht festlegen. Wer seinen Punktestand zwischendurch wissen will, kann ja die Sammelbeiträge der anderen durchgehen und sieht wo er ungefähr steht.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2018 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2017 angefangen erst in 2018 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus (Achtung - die Seitenzahl hat sich geändert und es gibt eine Extra-Regel, damit man auch mal die dicken Wälzer zur Hand nimmt):  Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2018 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 300 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 500 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was über 800 Seiten hat, gibt es doppelte Punkte. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbücher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2018-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 10 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer: GrOtEsQuE Arachn0phobiA Code-between-lines hannipalanni lisam natti_ Lesemaus karinasophie jenvo82 Buchgespenst Frau-Aragorn Buchperlenblog KymLuca jala68 Beust Somaya tlow Janina84 Frenx51 Kerdie ChattysBuecherblog Bellis-Perennis Akantha Wuschel Meeko81 niknak kattii Icemariposa TodHunterMoon glanzente Kleine1984 MissB_ schokoloko29 Salander007 LadySamira091062 Yolande janaka Hortensia13 PMelittaM SomeBody Ritja once-upon-a-time paevalill Curly84 ReadingEmi carathis Kuhni77 Fadenchaos Schluesselblume eilatan123 Steffi_Leyerer miau0815 BettinaForstinger linda2271l Sutchy Larii-Mausi erazer68 nordfrau QueenSize Sommerkindt lieblingsleben StefanieFreigericht darkshadowroses secretworldofbooks EnysBooks Ecochi pinucchia Sandkuchen mistellor Nannidel Veritas666 papaverorosso DieBerta Musikpferd  Sportloewe

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  • Lesewochenende im November mit dem FISCHER Leseclub

    Lesewochenende im November mit dem FISCHER Leseclub

    Marina_Nordbreze

    Lesewochenende im November mit dem FISCHER Leseclub Herzlich willkommen bei unserem Lesewochenende im November! Vom 17. bis 19.11.2017 möchten wir gemeinsam die Gelegenheit nutzen, um uns zum Jahresende noch einmal intensiv mit den Büchern aus dem FISCHER Leseclub auseinanderzusetzen.Beim Lesen, Austauschen und Plaudern könnt ihr so sicherlich das ein oder andere Highlight aus dem FISCHER Leseclub entdecken, welches vielleicht ansonsten verborgen geblieben ist! Und das ist noch nicht alles! Ihr könnt zusätzlich ein ganz besonderes "Buch des Monat"-Abzeichen erhalten.Was ihr dafür tun müsst?Schreibt Rezensionen zu den FISCHER-Büchern, die ihr während des Wochenendes gelesen habt und löst die drei Aufgaben, die wir euch während des Lesewochenendes stellen bis zum 30.11.2017!Bitte beachtet, dass nur Rezensionen zu Büchern aus dem Stöberbereich des FISCHER Leseclubs gelten, das heißt, die Bücher müssen 2017 erschienen sein! Unter allen Usern, die das Abzeichen erspielen, verlosen wir 50 Wunschbücher aus den FISCHER-Verlagen!

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  • Heute leben wir

    Heute leben wir

    sar89

    07. October 2017 um 10:54

    Am Anfang werden die beiden Figuren meiner Meinung nach gut eingeführt. Die Distanziertheit stört noch nicht, da schließlich Krieg ist und man nicht die emotionalsten Beschreibungen erwartet. Danach jedoch wiederholen sich viele Beschreibungen, vor allem jene von Renée. Jedesmal, wenn Matthias sie ansieht, wiederholt sich die Beschreibung. Die leicht mystischen Elemente gefallen mir dafür sehr gut. Ich finde im Lauf der Geschichte reicht die Qualität des Schreibstils nicht mehr aus um die Erzählung adäquat rüberzubringen. Dann beginnt die Distanziertheit zu stören und es geht mir auch plötzlich zu schnell vorwärts und zu ende. Das Ende kommt abrupt  und ist auch entgegen des letzten Treffens von Renée und Matthias. Ab und zu schleichen sich auch Fehler in der Beschreibung der Personen ein. Philibert wrid als Simpel vorgestellt, verhält sich aber oft überraschend intelligent und handelt richtig. Er holt im richtigen Moment die richtige Person (Ginette) um Matthias zu retten. Philibert ist sehr geistesgegenwärtig. Geinette wäre auch ein sehr interessanter Charakter aber sie kommt nur am Rande als Heilerin vor. Auch der Kitsch der Geschichte beginnt mich erst gegen Ende des Buches zu stören. Als Verfilmung eignet sich die Geschichte natürlich wunderbar (SS-Soldat verschont ein kleines jüdisches Mädchen und lebt mit ihm) und womöglich werden mit der visuellen Unterstützung und der Leistung der Schauspieler viel mehr Gefühle wach gerufen als jetzt im Buch. Ich bin weder begeistert noch völlig ablehnend gegenüber dem Buch. Eher distanziert neutral. Fazit: Die Geschichte ist eindrücklich und wohl auch nicht ganz abwegig aber sprachlich finde ich es überhaupt nicht überzeugend. Auf die Handlung gehe ich hier extra nicht mehr ein, da dies bei etlichen anderen Rezensionen  schon zur Genüge gemacht wurde.

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  • Heute leben wir

    Heute leben wir

    Landbiene

    22. September 2017 um 21:52

    Eigene Inhaltsangabe: Rene ist Jüdin, 7 oder 8 Jahre alt, genau weiß sie es selber nicht. Ihre Eltern sind weg und sie wird versteckt. Eines Tages jedoch wird sie gefunden und soll von einem SS-Offizier erschossen werden. Doch Renee wendet unerwartet das Blatt und der SS-Offizier und sie werden auf eine unergründliche Weise „Gefährten“. Schreibstil: Der Schreibstil ist ungewöhnlich, aber nach meinem Geschmack ungewöhnlich schlecht. Er ist einfach gehalten und gut zu lesen, aber emotionslos und distanziert. Man erfährt die Geschichte aus der Sicht mehrerer Protagonisten. In der Hauptrolle natürlich von Rene und Mathias, aber auch von anderen. Eigentlich schreibt die Autorin ohne große Umschweife und dann wiederum geht sie bei Dingen die man gar nicht wissen möchte ins Detail. Teilweise unnötiger Kram der gar nichts zur Geschichte an sich beiträgt. Allgemeine Meinung: Über dieses Buch eine „gescheite Rezension“ zu schreiben fällt mir wirklich schwer, weil ich nicht nachvollziehen kann warum es so gut bewertet wurde. Für mich war es langweilig, emotionslos, distanziert und nicht packend. Ich konnte weder eine Beziehung zu Rene, noch zu Mathias aufbauen. Obwohl Mathias Leben besser durchleuchtet wurde wie das von Rene. Ich habe mich für die paar Seiten wochenlang gequält in der Hoffnung noch den Sinn der Geschichte und die Spannung in Form das ich mitfiebere zu finden. Leider vergebens. Am Ende bin ich fast so planlos wie zu Beginn des Buches. Im Nachhinein denke ich das ich ruhig abbrechen hätte können ohne etwas zu verpassen! 2 von 5 Sternen

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  • Belgien im zweiten Weltkrieg - Wie ein Blick alles verändert...

    Heute leben wir

    lesebiene27

    22. September 2017 um 15:37

    Inhalt: Im letzten Kriegswinter des Zweiten Weltkriegs versteckt sich das jüdische Waisenkind Renée in den Ardennen bei den Bauern und dem Pfarrer und gerät durch Zufall in die Hände des deutschen SS-Offiziers Matthias. Als er mit ihr in den Wald geht um sie zu erschießen, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben von nun an ändern wird. Denn das Mädchen mit den intelligenten, dunklen Augen blickt ihm tief in die Seele und bringt alles bisherige gehörig ins Wanken.   Meine Meinung: Der Schreibstil des Buches ist einfach gehalten, was gut zu der Geschichte und den Sorgen der Bewohner passt. Die Erzählperspektive wechselt ständig. Mal lesen wir von den Gefühlen Matthias‘, mal von den Gedanken Renées, mal blicken wir durch die Augen des Hofbesitzers auf den Verlauf und mal durch die seiner Tochter. Stets erfahren wird dabei mehr über die Personen, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Ängste und Nöte der Menschen. Und dabei kommen wir den Figuren so nahe, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Der Autorin ist es dabei gelungen, dass man als Leser mit jedem der Charaktere mitfühlen und ihr Vorgehen verstehen kann. Die Beschreibung des Versteckens ist sehr eindrücklich und detailliert. Ich hatte beim Lesen ein Bild vor Augen und konnte mir alles gut vorstellen – so, als ob ich dabei gewesen wäre. Dadurch flogen die 288 Seiten nur so dahin. Der Verlauf der Geschichte ist sehr spannend geschrieben, aber dies ist nicht das Gefühl, welches das Buch bei mir hinterlässt. Es ist vielmehr eine Art Beklemmung, die nicht nur durch die Thematik des 2. Weltkriegs und der Judenvernichtung ausgelöst wird. Auch allgemein die Verwicklungen, die durch den Konflikt Deutsche/ Amerikaner/ Belgier entstehen, tragen dazu bei. Ebenso wie der Eindruck, den die Figuren hinterlassen. Nach Jahren der Entbehrungen und der Angst sind sie gezeichnet und werden langsam hart und unmenschlich – sowohl die Soldaten, als auch die Bevölkerung. Interessant fand ich, dass – im Gegensatz zu vielen anderen Büchern ausländischer Autoren – nicht nur die „boches“ (also die Deutschen) die Bösen sind. Auch die Amerikaner (Cowboys) und die Russen (Fritz) legen kein sonderlich gutes Benehmen an den Tag. Das zeigt, dass die Autorin unvoreingenommen an das Buch gegangen ist und gut recherchiert hat.   Fazit: „Heute leben wir“ ist der erste veröffentlichte Roman der belgischen Autorin Emmanuelle Pirotte und hat mir sehr gut gefallen. Die beiden Figuren Matthias und Renée berühren durch ihr Verhalten und ihre Sichtweise, was sie zu sehr interessanten Protagonisten macht. Von mir bekommt das Buch volle 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 2095
  • „einen Fuß drin und einen draußen“

    Heute leben wir

    StefanieFreigericht

    06. September 2017 um 08:24

    „einen Fuß drin und einen draußen“Zitat von S. 131 Mann begegnet Kind, beide Einzelgänger, desillusioniert, es entsteht eine wechselseitige Anziehung. Es ist die Zeit der Ardennenoffensive: Der Mann ist Matthias, 35, SS-Tätowierung, ein Soldat im „Unternehmen Greif“; in Feinduniform agiert er als Spion für Hitlers Otto Skorzeny hinter den feindlichen Linien. https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_SkorzenyIn US-Uniform verkleidet, treffen er und sein Kamerad auf ein kleines Mädchen, den vermeintlichen Rettern anvertraut vom Pfarrer, einer ihrer vielen Zwischenstationen, weil sie Jüdin ist, vermutlich sieben Jahre alt, Renée. Statt sie wie geplant zu erschießen, erschießt der Soldat den Kameraden – weil sie ihn ansieht, weil sie Schnee gegessen hat, weil…er weiß es selbst nicht so genau. Wenn sie da ist, kann er schlafen: „…die seinen Schlaf bewacht und ihm etwas verschafft, was er nie erlebt hat und nicht begreifen kann. Es ist noch zu konfus, in seinem Geist wie in seinem Körper. Es ist konfus, aber da, es existiert und erfüllt ihn nach und nach mit einer Art stiller Freude.“ S. 30 Soweit hatte ich mich richtig auf dieses Buch gefreut und mir viel versprochen, empfand das Buch aber in weiten Teilen als ziemlich trivial; bewegend nur in den Teilen, in denen ich das Naive, Klischeehafte zu ignorieren vermochte. Das beginnt damit, dass Renées Fähigkeiten nicht nur sehr mystisch überhöht werden, die Beschreibung wiederholt sich auch noch ständig im Tenor von: „Matthias stand in der Tür. Er beobachtete das Kind, völlig vertieft in das, was es gerade tat, unbekümmert, wie es schien, um alles Übrige. Dabei konnte sie so aufmerksam für ihre Umgebung sein, so umsichtig. Sie hatte eine unerhörte Fähigkeit, Dinge vorauszusehen, wie Matthias sie bisher nur bei den Indianern gefunden hatte.“ S. 39 (mystische Indianer, natürlich). Ich hätte das hier gerne zarter gemocht, nur die Beschreibungen von Renées auf der Flucht geschulter Intuition, ohne dass die Autorin gleich das Schild „Achtung, das hier ist Intuition“ daneben setzt. Ähnliches folgt für Matthias, dessen Einschätzungen zur jeweiligen Lage gerne in eine universelle Gesellschaftstheorie münden, so zum „echten“ US-Soldaten Dan: Matthias kannte das alles auswendig, immer dieselben Früchte des Zorns bei Typen wie dem. Und sowieso war dieser Dan die Selbstgefälligkeit des konformistischen Amerika in Person. Einer von der Sorte, die sich im Bus nicht neben einen Schwarzen setzten, die fanden, dass Massaker an den Indianern durchaus deren armseliges Stückchen Land wert seien, sich aber für den bewaffneten Arm der Gerechtigkeit und der Freiheit hielten, die Inkarnation des Guten.“ S. 93 (ja, Früchte des Zorns konnte Matthias 1944 gekannt haben – aber war eine derart differenzierte USA-Kritik zu der Zeit wirklich gängig, immerhin hatte Matthias selbst nur eher isoliert für kürzere Zeit in Kanada gelebt). Es soll wohl darum gehen, welchen Wandel, welche Läuterung wir als Leser einem der Täter der NS-Zeit zugestehen, inwiefern wir Verzeihen erlauben, wie wir Schuld werten, auch und gerade bei jemanden, der sich der Ideologie eher nicht zugehörig fühlt, aber gerne die Möglichkeiten für Aufstieg und „Abenteuer“ nutzt, wie ihm auch von seinem Vorgesetzten vorgeworfen wird, er habe „einen Fuß drin und einen draußen“ S. 131. Genauso fühlte ich mich auch bei der Lektüre. Zwischendurch bewegte mich das ganze, wollte ich mich einfach auf die beiden Einsamen einlassen, die ineinander Rettung zu finden begannen. Doch dann gab immer wieder diese anderen Momente des Buches, gipfelnd in der wundersamen Rettung à la Robin Hood. Das wird als Film sicher ein Erfolg werden, ist mir aber leider insgesamt im besten Falle zu naiv, zu romantisierend. Ich mag nicht einmal mehr 3 Sterne geben, es tut mir leid.   Nachtrag: Ich habe das Buch einfach "blind" haben wollen, ohne die Leseprobe gelesen zu haben (ein Fehler - bitte unbedingt lesen, einigen wird es danach sehr zusagen, anderen nicht). Dazu hatte ich das Buch in der Liste gesehen für  https://www.lovelybooks.de/thema/LovelyBooks-Romane-Challenge-2017-Die-Challenge-mit-Niveau-1408177831/ Ich hatte also auch eine entsprechende Erwartungshaltung. Letztlich fand ich aber selbst "Die Nachtigall" von Kristin Hannah, gleiche Zeit, definitiv eher ein "Schmöker", kein Buch für Man Booker und Co., weniger pathetisch. Es ist also nicht, dass ich "Schmöker" oder Abenteuer-Romane oder Krimis zu Themen nicht lesen würde, ich mag nur eine etwas genauere Entscheidung zum Genre. Wer das Buch liest ohne diese Zuordnung im Kopf, mag da besser mit klarkommen.

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    • 2
  • Distanz statt Gefühl

    Heute leben wir

    Weltensucher

    28. August 2017 um 19:27

    Belgien, Winter 1944. Zwei Deutschen, getarnt als Amerikaner, wird ein jüdisches Mädchen zum Schutz übergeben. Zu spät erkennt Renée die Maskerade, sie ist bereits allein zurückgeblieben – und stellt sich ihrem Tod entgegen. Doch der SS-Offizier, Matthias, drückt im entscheidenden Moment nicht ab, sondern rettet dem Mädchen das Leben... "Heute leben wir" von Emmanuelle Pirotte ließ mich einen gefühlvollen und gleichzeitig atmosphärischen Roman erwarten, eine ungewöhnliche Geschichte, die vor dem Hintergrund der zahlreichen Kriegsromane hervorsticht. Leider wurde ich etwas enttäuscht. Der Roman weist zunächst einmal kaum Handlung auf. Die obige Inhaltsangabe könnte ich um einige wenige Sätze ergänzen, und schon wäre das gesamte Buch zusammengefasst. Im Prinzip störe ich mich auch gar nicht an Romanen mit wenig Handlung, wenn dafür der Rest stimmt. In diesem Fall war es dann aber doch so, dass es sich sehr in die Länge zog... Der Stil im Allgemeinen fällt sehr nüchtern und distanziert aus. Zu den Geschehnissen und Charakteren lässt sich kaum eine Beziehung aufbauen, es fehlt einfach an Nähe. Bis zum Ende blieben mir diese fremd, die Erzählweise erweckte in mir leider nicht so viele Gefühle, wie erhofft. Meine größte Enttäuschung lag in den zwei Protagonisten selbst. Sowohl mit Renée als auch mit Matthias konnte ich mich nicht wirklich anfreunden, und das lag nicht nur an der distanzierten Sprache, sondern vor allem an der Charakterisierung der beiden. Renée, als ein Kind von sechs oder sieben Jahren, wird meiner Meinung nach viel zu erwachsen dargestellt. Sie ist für ihr Alter einfach zu furchtlos, zu klug, zu direkt, zu überlegt – es kam mir einfach nicht natürlich vor, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Krieg ein Kind auf diese Weise abhärtet. In dem Versuch, Renée als ein ganz besonderes Mädchen darzustellen, hat die Autorin aus meiner Sicht an Authentizität verloren. Matthias war da schon realistischer, tiefgründiger, aber auch schwieriger zu verstehen. An vielen Stellen hatte ich das Gefühl, er handle nicht nach dem Bild, das die Autorin bisher von ihm gezeichnet hat. Sein Charakter war sprunghaft, nicht ganz fassbar – ich wurde einfach nicht aus ihm schlau. Somit konnte ich auch kein Mitgefühl oder Verständnis für ihn entgegenbringen, leider. Die Beziehung der beiden hätte ich mir gerne intensiver und gefühlvoller gewünscht. Insgesamt war die Verbindung schon interessant, ich habe ihre Entwicklung gerne beobachtet. Mir kam sie aber wieder nicht sehr realistisch vor. Allein die Umstände dieser Beziehung sind ja ungewöhnlich (was ja der Kern des Buches ist), ich hätte mir gewünscht, dass diese dann durch viele Emotionen und tiefgründige Zuneigung rechtfertigt werden – doch leider blieb der Roman auch in dieser Hinsicht zu nüchtern.

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  • Nicht ganz mein Fall

    Heute leben wir

    Fornika

    18. August 2017 um 09:23

    Renée ist schon so lange vor den Nazischergen auf der Flucht, dass sie ihren richtigen Namen nicht mehr kennt. Ihre Eltern hat sie schon vor langer Zeit verloren, und so treibt die 7-Jährige von einem Unterschlupf zum nächsten. Eines Tages fällt sie zwei deutschen Soldaten in die Hände, ihr Leben scheint am Ende. Doch da erschießt Soldat Matthias den Kameraden statt das jüdische Mädchen; und ist fortan für ihr Überleben verantwortlich.  Ich hatte mir eine gefühlvolle Geschichte über den letzten Kriegswinter erhofft, leider wurde ich da doch etwas enttäuscht. Denn am Gefühl hat die Autorin reichlich gespart. Matthias ist ihr als Figur sehr gut gelungen, man erfährt allerlei aus seiner Vergangenheit und kann ihn so deutlich besser verstehen (wenn auch nicht mögen). Renée bleibt immer etwas schleierhaft, das wiederum passt aber ja sehr gut, schließlich weiß die Kleine selbst sehr wenig über ihre Herkunft. Auch sprachlich ist der Roman relativ rund, die etwas kalte Erzählweise hat meinen Geschmack nur leider nicht richtig getroffen. Die Handlung selbst endet sehr abrupt, ein bisschen mehr Abschluss hätte dem Ganzen sicherlich gut getan. Zuvor passiert nicht viel, was einerseits den Fokus auf die Charaktere verschiebt, andererseits doch etwas unbefriedigend war. Insgesamt ein Buch, das ich zwar mit Interesse begonnen habe, am Schluss aber doch auch sehr gerne zur Seite gelegt habe.

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  • Nicht mein Fall

    Heute leben wir

    Engelsgesicht77

    26. July 2017 um 10:47

    Klapptext: EIN SS-OFFIZIER RETTET JÜDISCHES MÄDCHEN: Renée ist 6 oder 7, ganz genau weiß sie es nicht. Als elternloses jüdisches Mädchen wird sie im letzten Kriegswinter vor den Deutschen versteckt – bei den Nonnen, dem Pfarrer, den Bauern in den Ardennen. Bis sie dem SS-Offizier Matthias in die Hände fällt. Er verschwindet mit ihr im Wald, um sie zu erschießen, aber plötzlich nimmt alles einen ganz anderen Lauf. Dieses Mädchen mit den dunklen Augen wird Matthias Leben für immer verändern. Fazit:Hatte erwartet, dass es ein Roman ist, aber ich hatte nicht den Eindruck, eher wurde es in einer Art und Weise erzählt ganz neutral, so dass man keine Beziehung zu den einzelnen Charakteren aufbauen kann und ich war sehr enttäuscht von dem Buch. Hatte mehr Spannung erwartet. Es ging die ganze Zeit nur darum, dass Renee und Mathias sich angezogen fühlten und mehr nicht. Hätte mir das Buch sparen können. Aber laut dem Klapptext hat die Autorin mit dem Buch Preise gewonnen, da sieht man wieder wie unterschiedlich die Geschmäcker sind.

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    • 3
  • The Fritz

    Heute leben wir

    SATZZEICHEN

    13. July 2017 um 15:04

    Ein jüdisches Mädchen auf der Flucht vor den Deutschen. Man hat ein solches oder ähnliches Motiv schon so oft vorgesetzt bekommen, dass man meinen könnte, bereits alles darüber zu wissen oder zu kennen. Und so war mein erster Impuls, ich gebe es beschämt zu, leicht genervt das Buch beiseite zu legen und noch ein bisschen abzuwarten, weil mich andere Themen gerade viel brennender interessierten. Doch dann blätterte ich ein wenig durch die Seiten und las mich bereits bei der dem Roman vorangestellten Begrüßung des Programmleiters fest. "Jedesmal, wenn wir ein Buch aufschlagen, schlägt unser Herz mit der Hoffnung, dass sich hinter dem Umschlag eine Geschichte verbirgt, die wie ein Komet durch unser Leben fegen wird und mit einem Lichtstreif alles verändert – unseren Blick, unser Empfinden und Fühlen." Gut getroffen, denn in der Tat ist es ja das, wonach man als leidenschaftlicher Bücherfreund immer sucht: nach einem Impuls, nach einer guten Story, die einem mehr als nur gutes Lesevergnügen bietet, die einen berührt, einen im besten Falle weiterbringt und anstößt, im echten Leben vielleicht sogar anders zu reagieren als vor der Lektüre. Das hier behandelte Thema ist, wie eingangs erwähnt, kein Novum – und man kann als Autor auch die Weltgeschichte nicht neu erfinden, man kann sie aber sehr wohl auf ganz eigene Weise zum Leben erwecken. Emmanuelle Pirotte gelingt es, die nüchternen Fakten, die einem hinreichend bekannt sind, mit starken Emotionen und prallen Bildern zu füllen, so dass sie einen regelrecht verfolgen. Renée, das siebenjährige jüdische Mädchen, wird in den Ardennen bei einer Familie versteckt. Seine Eltern sind verschwunden. Als die Deutschen, obwohl wir uns im aussichtslosen Kriegswinter des Jahres 1944 befinden, einen ihrer letzten verzweifelten Versuche starten, das Ruder doch noch einmal herumzureißen, scheint es für Renée bei ihrer neuen Familie nicht mehr sicher genug zu sein. Sie wird dem Pfarrer übergeben, doch auch dem ist die Mission „Kindrettung“ rasch zu heikel, er reicht sie seinerseits weiter an zwei amerikanische Soldaten, die er in ihrem Jeep anhält, als sie in hohem Tempo an ihm vorbeibrausen wollen. "Renée wurde auf der Rückbank hin und her gerüttelt. Sie zog ihr Lumpenmännchen aus der Tasche. Der Fahrer begann mit seinem Nachbarn zu reden: „Und jetzt, was machen wir?“ Deutsch. Das war Deutsch, keine Frage. Sie kannte die Sprache derer, die ihr niemals über den Weg laufen durften, genau. Sie hatte sie nur zweimal gehört, aber niemals könnte sie diese Sprache mit einer anderen verwechseln. Sie stach wie ein Strauß Brennnesseln, sie hatte die Farbe, die Konsistenz eines Eisblocks […]" Ein Moment, wie aus einem Drehbuch entsprungen. Das schutzbedürftige Kind wird aus Versehen direkt in die Höhle des Löwen katapultiert. Unternehmen Greif war der Deckname für dieses besonders perfide Kommandounternehmen: Wehrmacht-Soldaten unter dem Befehl des österreichischen SS-Obersturmbannführers Otto Skorzeny mussten hierbei US-Uniformen tragen und gegnerisches Gerät verwenden. Ziel war zum einen die Verwirrung auf amerikanischer Seite, zum anderen die Einnahme Antwerpens, wo sich das wichtigste Munitionslager der Alliierten befand. Renée hat also extrem schlechte Karten, denn was die zwei deutschen Soldaten mit dem jüdischen Mädchen tun müssen, ist beiden Seiten klar. Doch dann, als Renée tief drin im Wald steht, und der Deutsche die Pistole auf sie richtet, geschieht etwas gänzlich Unerwartetes: "Renée fragte sich, was für ein Gesicht der Soldat wohl machte, der sie töten würde, der andere, der hinten geblieben war, der, dessen Augen sie im Jeep flüchtig gesehen hatte, der mit der grabestiefen Stimme. Sie wollte ihn sehen. Sie wollte, dass er sie sah. Sie begann sich um ihre eigene Achse zu drehen, ganz langsam, und ihre Augen trafen die seinen. Sie waren hell und kalt. Und plötzlich zuckte darin ein seltsames Schimmern auf, die Pupillen weiteten sich. Der Deutsche schoss. Renée schreckte zusammen. Eine Sekunde lang schloss sie die Augen, und als sie sie wieder öffnete, lag der andere Soldat im Schnee, mit einem verstörten Ausdruck. Renée brauchte eine Weile, bis sie begriff, dass sie unversehrt war. Sie betrachtete den niedergestreckten Mann, dann wieder den anderen, der genauso überrascht schien wie sie selbst." Eine merkwürdige Verbundenheit ist entstanden zwischen dem verkleideten Soldaten und dem Mädchen in diesem entscheidendsten aller Augenblicke. Und sie hält an. Doch es wird nicht kitschig, sondern es bleibt alles spröde. Beide Seiten sind sich nicht klar, was das nun werden soll, wie es weitergehen soll. Und trotz der Verbundenheit, die auch er spürt, ist ihm Renée nicht uneingeschränkt sympathisch, nein, sie nervt ihn sogar. Mit ihrer Fragerei und ihrem „Kind sein“. Sie finden eine verlassene Hütte im Wald, wo sie sich erst mal verschanzen. Der Soldat beginnt zu jagen, Fallen auszulegen, damit sie etwas zu essen bekommen, und allmählich formt sich ein Bild von diesem Kerl, der so unerwartet gehandelt hat, als er eigentlich nur ein weiteres Mal hätte seine Pflicht erfüllen müssen. Doch bald schon wird die ganze Emotionalität dem Soldaten zu viel, sie nimmt ihm die Luft – so nah ist ihm lange niemand mehr gekommen, wie dieses Gör. Er schwankt zwischen Verachtung und Bewunderung für das Kind. Er braucht wieder Ruhe in seinem Gefühlsleben und beschließt, Renée im nächsten Dorf abzugeben. Gesagt, getan. Aber hatte er mit emotionaler Stabilität gerechnet, nachdem er sie losgeworden war, so wird er bald eines Besseren belehrt. Er vermisst sie, muss er sich eingestehen, als er in der Hütte, zu der er zurückkehrt, ihren Schal in der Ecke liegen sieht. Und plötzlich weiß er, dass er sie wiedersehen will, koste es, was es wolle. Der als Amerikaner getarnte Deutsche macht sich auf, sie aus dem französischen Dorf zurückzuholen, wohlwissend, dass dies merkwürdig, auffällig und unpassend ist – und vorallem hochgradig gefährlich. Für sie wie für ihn. Und tatsächlich, diese Entscheidung sollte sein Leben bis aufs Äußerste verändern. „Heute leben wir“ beschreibt in einer so klaren, ehrlichen, manchmal schon fast brutalen Art und Weise die Dinge, wie sie nun eben sind, dass man nicht anders kann, als sich dem hinzugeben. Manchmal erschreckt einen die Abgeklärtheit des kleinen Mädchens, doch dann wieder erscheint es die einzig mögliche Art, wie man eine so absurde Lebenssituation durchstehen kann. Stoisch, ruhig, nicht von dieser Welt. Nur selten bricht aus ihm das „normale“ Verhalten eines Kindes hervor. Doch wer sollte es dem Kind verübeln, wo es doch keine Normalität kennt. Und trotzdem ist dies einer der wenigen Kritikpunkte, sollte man unbedingt einen haben wollen: Das Wesen dieses Mädchens wirkt an manchen Stellen nicht mehr nur abgeklärt, sondern fast schon abgehoben. Unwirklich. Kaum vorstellbar, dass ein Kind mit sieben Jahren so handeln und reden kann. Auch wirkt die Beziehung zwischen den beiden, die altersmäßig eindeutig in Vater- und Tochter-Rollen einzuordnen sind, stellenweise fast schon ein wenig erotisch. Oder habe nur ich die kleinen Eifersuchtsanfälle Renées, wenn „ihr“ Soldat mit der Dorfschönheit flirtet, oder die Momente, in denen der Deutsche sich einfach nicht klar ist, was er für die Siebenjährige übrig hat, so empfunden? Pirotte jedenfalls lässt so einiges offen, zieht den Spannungsbogen bis zur letzten Seite, so dass man ein ums andere Mal zittert, wie die Geschichte wohl ausgehen mag. Klare Leseempfehlung für eine packende Story mit Charakteren, die weit über das normale „Gut-Böse-Schema“ hinausreichen. Eine weitere Besprechung des literarischen Geheimtipps findet sich hier: https://buchrevier.com/2017/06/04/emmanuelle-pirotte-heute-leben-wir

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  • Ein wirklich beeindruckendes Buch, das lange in mir nachgewirkt hat

    Heute leben wir

    WinfriedStanzick

    03. July 2017 um 12:40

    „Heute leben wir“ ist der bewegende und überzeugende Debütroman der Belgierin Emmanuelle Pirotte. Der Titel wird verständlich ganz am Ende des Buches, und will ausdrücken, dass nur die Gegenwart zählt im Leben von Menschen, unabhängig davon, welche Entscheidungen und Taten die Vergangenheit prägten.Schon viele Bücher und Romane haben Geschichten von jüdischen Kindern erzählt, die während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich vor den Nazis sich verstecken mussten und mit viel Glück und durch die Hilfe anderer Menschen überlebten. Doch die Geschichte der etwa sechs- bis siebenjährigen Renee, die Emmanuelle Pirotte hier erfindet, ist besonders, weil ihr Retter und Beschützer ein SS-Offizier ist.Es ist Winter 1944. Das jüdische Mädchen Renee, dessen Eltern schon lange spurlos verschwunden sind und für deren Überleben sie keine Hoffnung mehr hat, versucht irgendwie zu überleben. Sie wird versteckt von Nonnen, dem Dorfpfarrer und schließlich von einer großen Bauernfamilie in den Ardennen. Von den Deutschen besetzt, warten die verzweifelten Einheimischen auf die Truppen der vorrückenden Alliierten und müssen sich doch mit der sogenannten Ardennenoffensive der Nazis rechnen.Als die Deutschen mit letzten brutalen Offensiven wieder in der Gegend einfallen, kann der Dorfpfarrer, bei dem Renee untergebracht war, sie nicht mehr bei sich behalten und übergibt sie einem amerikanischen Jeep, der mit zwei Soldaten an seinem Pfarrhaus vorbeifährt. Doch schon nach wenigen Minuten erkennt Renee an der Sprache, in der sich die beiden Soldaten unterhalten, dass es Deutsche sind, die sich als Amerikaner getarnt haben, eine Strategie innerhalb der sogenannten Operation Greif, die Verwirrung unter den Amerikanern stiften soll, damit die Ardennenoffensive der Deutschen gelingt. Der eine Offizier, er heißt Matthias, spürt sofort sich zu dem jüdischen Mädchen hingezogen und als sein Kamerad Verdacht schöpft, erschießt er ihn und rettet Renee zum ersten Mal.  In zahlreichen Einschüben blendet die Autorin zurück in die Lebensgeschichte von Matthias, der bis nach Beginn des Krieges als Deutscher in den Wäldern Kanadas bei Indianern gelebt hat.Auf ihrer Flucht vor den eigenen Truppen, die im Anmarsch sind, kommen Matthias und Renee auf einen Bauernhof, wo sich sehr viele Menschen einer großen Familie versteckt halten.  Wie Emmanuelle Pirotte die Dynamik und die Charaktere in diesem Haus schildert, besonders als ein Trupp Nazis es besetzt, ist große Kunst.  Auch der immer wieder eingesetzte Gegensatz zwischen brutaler Gewalt und großer Mitmenschlichkeit insbesondere in der schillernden Person des Matthias ist beeindruckend.Das Buch ist spannend, lange bleibt offen, ob dieses so ungleiche Paar aus jüdischem Kind und SS-Offizier überleben wird. Die Lektüre ist aufwühlend, sie geht unter die Haut. Berührend und nachhaltig ist seine Botschaft: es ist möglich, sich in jeder noch so bösen Situation für das Gute zu entscheiden. Wenn ein Mensch den Mut hat, einfach als ein Mensch zu handeln. In Frankreich war dieses Buch ein sensationeller Erfolg und Anfang 2017 haben die Dreharbeiten für seine hoffentlich erfolgreiche Verfilmung begonnen. Ein wirklich beeindruckendes Buch, das lange in mir nachgewirkt hat.

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  • Tiefe in Kürze

    Heute leben wir

    kattlika

    01. July 2017 um 17:27

    Wunderbare Sprache, die in wenigen Worten eine berührende Tiefe schafft.

  • Die Menschlichkeit siegt

    Heute leben wir

    KerstinTh

    06. June 2017 um 18:25

    Belgien, 1944. Renée ist sieben Jahre alt und Jüdin. Sie ist die einzige Überlebende ihrer Familie und wurde nun schon mehrfach rumgereicht. Nun ist sie an einen SS-Soldaten geraten, der als Amerikaner getarnt ist. Doch statt Renée zu erschießen kümmert sich der SS-Soldat Matthias rührend um sie und verteidigt sie mit seinem Leben. Renée und Matthias stranden auf einem Bauernhof, auf dem sich schon etwa zehn weitere Personen befinden. Dieses Buch erzählt eine Geschichte, wie ich sie noch nie gehört habe. Ein SS-Mann beschützt ein jüdisches Mädchen. Die beiden finden zusammen und das merkt auch der Leser. Auch wenn die beiden sich meist anschweigen, spürt man eine Verbundenheit. Der Roman wird von einem Erzähler erzählt, der aus den verschiedenen Perspektiven berichtet. Der Roman wird sehr beeindruckend und berührend erzählt. Matthias wirkt sympathisch. Er ist zwar SS-Soldat und eine Tötungsmaschine, allerdings hat er auch eine andere Seite. Die der Leser vor allem durch die Erzählungen seiner Vergangenheit als Trapper in Kanada kennenlernt. Er scheint von den Nazi-Gedanken nicht überzeugt zu sein. Um Renée kümmert er sich rührend. Sympathisch war mir, dass er selbst von sich überrascht ist, dass er dieses kleine Mädchen so liebt. Renée ist mutig und neugierig, aber sich auch bewusst was sie tut. Sie ist für ihr Alter sehr erwachsen. Mir sind ihre Gedankengänge fast schon zu erwachsen und sie wirken falsch beziehungsweise deplatziert. Renée ist durch ihr Schicksal und das Erlebte zwar sicherlich erwachsener als andere Siebenjährige, aber wie es in diesem Buch rüberkommt finde ich übertrieben. Das hat mich etwas gestört. Ansonsten hat mir dieser Roman sehr gut gefallen, vor allem weil es mal eine andere Darstellung der Geschehnisse war. Deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen. Sehr gefallen hat mir die Aussage: „Seine Augen sagten etwas anderes als sein Mund.“ (S. 116) Das trifft mit Sicherheit sehr häufig zu. Ähnlich der Tatsache, dass nur der Mund lächelt, nicht die Augen… 

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