Emmanuelle Pirotte Heute leben wir

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Inhaltsangabe zu „Heute leben wir“ von Emmanuelle Pirotte

Das jüdische Waisenkind Renée wird im letzten Kriegswinter vor den Deutschen versteckt - bei den Nonnen, dem Pfarrer und den Bauern in den Ardennen. Bis sie dem SS-Offizier Matthias in die Hände fällt. Er bringt Renée sofort in den Wald, um sie zu erschießen, doch dann nimmt alles einen ganz anderen Verlauf. Dieses Mädchen mit den tiefschwarzen Augen wird Matthias' Leben für immer verändern. Emmanuelle Pirotte hat es gewagt, zwei Gegensätze zu einer sich ergänzenden Einheit zusammenzudenken. Gelungen ist ihr ein Werk, das uns den Glauben an die Menschlichkeit zurückgibt.

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  • Mit einer Stimme, die den Hörer von den ersten Worten an gefangen nimmt

    Heute leben wir

    WinfriedStanzick

    06. July 2017 um 12:49

    „Heute leben wir“ ist der bewegende und überzeugende Debütroman der Belgierin Emmanuelle Pirotte. Der Titel wird verständlich ganz am Ende des Buches, und will ausdrücken, dass nur die Gegenwart zählt im Leben von Menschen, unabhängig davon, welche Entscheidungen und Taten die Vergangenheit prägten.Schon viele Bücher und Romane haben Geschichten von jüdischen Kindern erzählt, die während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich vor den Nazis sich verstecken mussten und mit viel Glück und durch die Hilfe anderer Menschen überlebten. Doch die Geschichte der etwa sechs- bis siebenjährigen Renee, die Emmanuelle Pirotte hier erfindet, ist besonders, weil ihr Retter und Beschützer ein SS-Offizier ist.Es ist Winter 1944. Das jüdische Mädchen Renee, dessen Eltern schon lange spurlos verschwunden sind und für deren Überleben sie keine Hoffnung mehr hat, versucht irgendwie zu überleben. Sie wird versteckt von Nonnen, dem Dorfpfarrer und schließlich von einer großen Bauernfamilie in den Ardennen. Von den Deutschen besetzt, warten die verzweifelten Einheimischen auf die Truppen der vorrückenden Alliierten und müssen sich doch mit der sogenannten Ardennenoffensive der Nazis rechnen.Als die Deutschen mit letzten brutalen Offensiven wieder in der Gegend einfallen, kann der Dorfpfarrer, bei dem Renee untergebracht war, sie nicht mehr bei sich behalten und übergibt sie einem amerikanischen Jeep, der mit zwei Soldaten an seinem Pfarrhaus vorbeifährt. Doch schon nach wenigen Minuten erkennt Renee an der Sprache, in der sich die beiden Soldaten unterhalten, dass es Deutsche sind, die sich als Amerikaner getarnt haben, eine Strategie innerhalb der sogenannten Operation Greif, die Verwirrung unter den Amerikanern stiften soll, damit die Ardennenoffensive der Deutschen gelingt. Der eine Offizier, er heißt Matthias, spürt sofort sich zu dem jüdischen Mädchen hingezogen und als sein Kamerad Verdacht schöpft, erschießt er ihn und rettet Renee zum ersten Mal.  In zahlreichen Einschüben blendet die Autorin zurück in die Lebensgeschichte von Matthias, der bis nach Beginn des Krieges als Deutscher in den Wäldern Kanadas bei Indianern gelebt hat.Auf ihrer Flucht vor den eigenen Truppen, die im Anmarsch sind, kommen Matthias und Renee auf einen Bauernhof, wo sich sehr viele Menschen einer großen Familie versteckt halten.  Wie Emmanuelle Pirotte die Dynamik und die Charaktere in diesem Haus schildert, besonders als ein Trupp Nazis es besetzt, ist große Kunst.  Auch der immer wieder eingesetzte Gegensatz zwischen brutaler Gewalt und großer Mitmenschlichkeit insbesondere in der schillernden Person des Matthias ist beeindruckend.Das Buch ist spannend, lange bleibt offen, ob dieses so ungleiche Paar aus jüdischem Kind und SS-Offizier überleben wird. Die Lektüre ist aufwühlend, sie geht unter die Haut. Berührend und nachhaltig ist seine Botschaft: es ist möglich, sich in jeder noch so bösen Situation für das Gute zu entscheiden. Wenn ein Mensch den Mut hat, einfach als ein Mensch zu handeln. In Frankreich war dieses Buch ein sensationeller Erfolg und Anfang 2017 haben die Dreharbeiten für seine hoffentlich erfolgreiche Verfilmung begonnen. Ein wirklich beeindruckendes Buch, das lange in mir nachgewirkt hat.Die hier vorliegende autorisierte Audiofassung wurde von der bekannten Theaterschauspielerin  Bibiana Beglau auf eine feinfühlige und warmherzige Weise eingelesen. Mit einer Stimme, die den Hörer von den ersten Worten an gefangen nimmt  für eine Geschichte, die von Menschlichkeit erzählt mitten im Krieg, von mutigem Handeln in auswegloser Situation und von Hoffnung, wo es eigentlich keine mehr geben kann. Ein wahres Hörerlebnis.

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  • Mit den Augen eines siebenjährigen Mädchens?

    Heute leben wir

    Starbucks

    01. May 2017 um 10:19

    In einem Magazin hatte ich von Emmanuelle Pirottes „Heute leben wir“ gelesen und dieses Buch auf meine Wunschliste gesetzt. Mich interessiert alles um den Zweiten Weltkrieg, vor allem das Schicksal der Juden, und die Geschichte dieses kleinen französischen Judenmädchen geht ans Herz, vor dem Lesen/Hören zumindest. Ich habe das Hörbuch von „Heute leben wir“, erschienen im Goya LIT-Verlag und gelesen von Bibiana Beglau, gehört. Die 4 CDs sind eine autorisierte Audiofassung und haben eine Laufzeit von ca. 310 Minuten. Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich das Cover sehr ansprechend finde, das vom Buch auch auf die CD übernommen wurde. Man sieht dort das kleine jüdische Mädchen mit den sehr dunklen Augen, das hinter einem Zaun oder einem Tor hervorschaut. Es sieht einerseits aus, als ob es sich immer verstecken muss, andererseits scheint es aber auch etwas geheimnisvoll, mystisch, schwer zu ergründen. So passt das Cover perfekt zu Renée, dem jüdischen Mädchen in „Heute leben wir“.Zum Inhalt: Ein deutscher Soldat müsste ein jüdisches, französisches Mädchen erschießen, führt es in den Wald und – erschießt es nicht. Da die beiden danach viel Zeit miteinander verbringen, entwickeln sie eine Zuneigung zueinander. Renée ist ungefähr sieben – sie weiß es nicht genau – Matthias ist der kosmopolitische Einzelgänger, der vorher Trapper in Kanada gelebt hat und in seine Heimat zurückgekehrt ist, weil er Lust hatte, am Krieg teilzunehmen. Überhaupt tötet Matthias gern und oft. So landen die beiden in einer französischen Bauernfamilie, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.Zur Lesung: Die Sprecherin Bibiana Beglau liest relativ neutral und ohne Höhen und Tiefen. Was mich etwas gestört hat, ist, dass sie zwar die sehr zahlreich vorkommenden französischen Namen korrekt liest, aber fast immer vorher oder hinterher eine winzige Pause einpflegt, als ob sie sich sehr auf das Lesen des Französischen konzentrieren müsste. Der Lesefluss ist damit etwas gestört, was kaum auffällt, hat man es aber einmal bemerkt, stört es beim Zuhören.Meine Meinung: Das Handlung des Hörbuchs entwickelt sich in etwas ganz anderes, als ich erwartet hatte. Der Zweite Weltkrieg dient zwar im Hintergrund dem Handlungsverlauf, scheint aber wenig real zu sein. Die Authentizität der Personen war für mich kaum gegeben; auch sind diese mir durch den ganzen Roman hindurch nie vertraut, nie sympathisch geworden.Der Roman wird vor allem aus den wechselnden Perspektiven der beiden Protagonisten, Renée und Matthias, erzählt. Der Perspektivwechsel ist an sich gut, aber er krankt vor allem daran, dass wir die Gedanken und auch Verhaltensweisen einer Siebenjährigen präsentiert bekommen. Diese wird zwar als reif und mystisch dargestellt, sie kann also viel mehr leisten als eine normale Siebenjährige, was auch ihrem gefährlichen und unsteten Lebenslauf geschuldet ist. Dennoch philosophiert sie oft mit Gedanken, die noch nicht einmal eine Zwölfjährige haben würde, sondern nur Erwachsene. Sie schaut ihren Retter auch mit Ironie im Blick an. Welche Siebenjährige kann mit Ironie umgehen?Diese übermächtigen Fähigkeiten der kleinen Renée ziehen sich durch den gesamten Roman. Mit 'mystisch' oder frühreif kann man sie nicht erklären, sie sind einfach unpassend und unglaubwürdig und lassen vermuten, dass die Autorin nicht viel mit Kindern zu tun hat. Der Roman hätte sicher auch funktioniert, wenn man die kleine Renée zu einer mindestens Zwölf- bis Vierzehnjährigen gemacht hätte, die dann wohl immer noch nicht philosophieren könnte wie ein Erwachsener, aber ein siebenjähriges Mädchen?Fazit: Der Handlungsverlauf des Romans ist soweit schlüssig und gut zu verfolgen, wenn er mir auch nicht sonderlich gefallen hat. Die Idee hinter der Geschichte ist gut, die Umsetzung eher enttäuschend. Ich kann daher gerade noch knappe drei Sterne vergeben, würde aber nicht zu einem Folgeroman von Emmanuelle Pirotte greifen.

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