Emmi Itäranta Der Geschmack von Wasser

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Inhaltsangabe zu „Der Geschmack von Wasser“ von Emmi Itäranta

Seit frühester Kindheit sind Noria und Sanja beste Freundinnen: Noria, die Tochter des Teemeisters, die bald selbst Teemeisterin sein wird und die Traditionen ihres Vaters auf die ihr eigene Weise neu auslegt, und Sanja, die gerne über die nahe gelegene Mülldeponie streift, um dort Plastikgeräte aus der "Alten Zeit" zu suchen und sie zu reparieren. Als Sanjas Familie immer mehr unter der allgemeinenTrinkwasserknappheit im Land zu leiden hat, entschließt sich Noria zu einem schicksalhaften Schritt: Sie erzählt ihrer Freundin von der geheimen Wasserquelle in der Felshöhle. Bald gibt es noch mehr Mitwisser, und Noria gerät ins Visier des Militärs, das jedes Geheimhalten von Wasservorräten als Wasserstraftat brandmarkt und ohne Gnade verfolgt.

Ein ruhiges und sehr emotionales Buch, das aber auch sehr spannend ist und an vielen Stellen Gänsehaut beschert - einfach klasse!

— Tatsu
Tatsu

Was wäre wenn... es kaum Wasser mehr gäbe... Verzweiflung statt Liebe die Menschen treibt... wir unseren Kindern einen zerstörten Planeten hinterlassen?

— LeJardinDuLivre
LeJardinDuLivre

Ein unaufgeregtes Buch, welches langsam wie das Wasser selbst fließt. Schöne Idee, mir jedoch zu sehr in eine Richtung gehend ->3 1/2 Sterne

— Lenneth88
Lenneth88

Die Erinnerung an unsere Welt und die Verantwortung damit umzugehen: aus Sicht einer Jugendlichen von Morgen wunderbar erzählt.

— tinderness
tinderness

Wunderbarer postapokalyptischer Zukunftsroman!

— Bookkook
Bookkook

Starkes Buch in ruhiger Erzählweise mit aktueller Thematik

— raven1711
raven1711

Dystopie - etwas Fantasy - und wunderbare Literatur.

— kvel
kvel

Ein starkes Debüt im Genre “literarischer postapokalyptischer Zukunftsroman”. Die Überraschung des Jahres! LESEN! LESEN! LESEN!

— sabrinacremer
sabrinacremer

Ein mega schönes Buch über die Verantwortung des Wasser`s, die wir tragen sollten. Must Read *:*

— BuecherFeenkiste
BuecherFeenkiste

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  • Das Buch des Monats August für den FISCHER Leseclub: "Am Ende aller Zeiten" von Adrian J Walker

    Am Ende aller Zeiten
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Wie weit würdest du gehen … für die, die du liebst? Es wird apokalyptisch im Buch des Monats August! Adrian J Walker erzählt in "Am Ende aller Zeiten" die Geschichte von Ed, der als typischer Mittelklasse-Mann mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Seine Ehe läuft nicht rund, die Kinder nerven, er wird immer fauler und träger und jetzt steht auch noch der Weltuntergang bevor. Ed versucht mit allen Mitteln, seine Familie zu retten. Dafür muss er über seinen eigenen Schatten springen und laufen. 500 Meilen durch das zerstörte Großbritannien.Ob ihm das gelingt, erfahrt ihr in unserem Buch des Monats August! Mehr zum Buch:Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt. Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang? Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben.Wir vergeben gemeinsam mit FISCHER Tor 50 Exemplare von "Am Ende aller Zeiten" unter allen, die sich bis einschließlich 21. August 2016 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button für das Buch des Monats bewerben und uns verraten, warum sie gerne mitmachen möchten.* In den folgenden Wochen stellen wir euch verschiedene Aufgaben, bei denen ihr Buchlose erhalten könnt. (Alle Informationen zum System der Buchlose findet ihr hier)Bitte beachtet, dass es in dieser Challenge zudem Spezialaufgaben geben wird, die jeweils nur an einem einzigen Tag erfüllt werden können. Regelmäßiges Vorbeischauen in der Challenge lohnt sich also!Wer 10 Buchlose sammelt, gewinnt ein Buch aus den S. Fischer Verlagen aus dem Genre seiner Wahl. Zusätzlich verlosen wir unter allen, die mindestens 11 Buchlose gesammelt haben, einen Gutschein für einen Ausflug in einen Escape-Room. Damit seid ihr bestens gerüstet für stressige Zeiten – wie den Weltuntergang. Alle, die mit ihrem eigenen Exemplar an der Aktion zum Buch des Monats teilnehmen möchten, sind natürlich herzlich willkommen. Ihr könnt jederzeit mit einsteigen.Die Frist für die Bearbeitung der Hauptaufgaben für das Buch des Monats August endet am Sonntag, den 25. September 2016 – d.h. alle Aufgaben müssen bis einschließlich dieses Datums vollständig bearbeitet sein, damit sie in die Buchlos-Wertung mit einfließen. Mitglieder des FISCHER Leseclubs erhalten das Abzeichen für das jeweilige "Buch des Monats", wenn sie mindestens 5 Beiträge und eine Rezension geschrieben haben.Ihr möchtet beim FISCHER Leseclub mitmachen? Alle Infos dazu findet ihr hier.Ihr müsst aber kein Mitglied im FISCHER Leseclub sein, um an der "Buch des Monats"-Aktion teilzunehmen. Die Buchlose gelten immer nur für den jeweiligen Monat und können nicht in den nächsten Monat übertragen werden. * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme, am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Erfüllen aller Hauptaufgaben der "Buch des Monats"-Aktion bis spätestens 25. September 2016. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für ein Testleseexemplar schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir Gewinne nur innerhalb Europas verschicken!Ein allgemeiner Hinweis: Bitte markiert eure Beiträge nur dann als Spoiler, wenn es sich wirklich um Spoiler handelt und beispielsweise nicht eure Beiträge für die einzelnen Aufgaben!

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    • 2661
  • Eine berührende Dystopie, intensiv und poetisch erzählt

    Der Geschmack von Wasser
    LeJardinDuLivre

    LeJardinDuLivre

    14. April 2015 um 11:23

    Mal was anderes. Typisch Finnisch. In einem Meer von Young Adult Dystopien, in denen Action und Liebe im Vordergrund stehen, sticht dieses Buch sofort heraus! In einer Welt in der kaum Zeit zum Lesen bleibt, alles zack zack, nebenbei, zwischendurch und ganz schnell gehen muss, eine oberflächliche Liebesbeziehung der Bringer schlecht hin ist und Tolkien als Einschlaflektüre gilt, zeigt eine junge Finnin, dass es auch anders geht. Sie zeigt WORUM es wirklich geht: Eine Dystopie. Back to the Roots. Die junge Protagonistin steht auf der Schwelle zum Erwachsen werden - doch nicht in unserer Welt. Stellen wir uns eine dunkle Zukunft vor, weit weg und doch näher als wir vermuten. Das Land in dem sie lebt ist ein Polizeistaat, da die militärischen Kräfte die alleinige Macht über die Ressource Wasser haben und somit die Macht über das Volk. Denn Wasser ist knapp. Öl gibt es nicht mehr. Kriege haben das Land zerstört und entzweit, in viele kleine Dörfer gespalten. Während das Militär hart gegen "Wasserverbrechen" vorgeht, werden die Bürger mittels Propaganda und Bestechung dazu angestiftet, Verbrecher sofort zu melden, wenn nötig ihre eigenen Nachbarn anzuzeigen. Das kenne wir schon. Aus den 1930er und 40er Jahren. Noria ist nicht nur die Tochter des hiesigen Teemeisters Meister Katio, sie ist auch seine Schülerin und fast fertig mit ihrer Ausbildung. Als ihr Vater ihr eine geheime Quelle zeigt, findet sich die junge Frau plötzlich zwischen den Fronten wieder. Und längst lässt sich Gut von Böse, Richtig von Falsch nicht mehr so leicht unterscheiden, wie Leben von Tod. So wie die Quelle birgt auch die Vergangenheit ihre Geheimnisse und Noria begibt sich mit ihrer Freundin Sanja auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit. Es gibt keinen Liebesgeschichte, was schon ziemlich außergewöhnlich ist in diesem Genre. Dafür gibt es aber die Geschichte einer wunderschönen Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen Noria und Sanja. ">>Ich glaube nur, dass wir uns jeden Tag neu für das Richtige entscheiden müssen, obwohl wir wissen, dass es keine Belohnung gibt.<<" - S. 311 So sollte eine Dystopie sein. Keine Massenware, sondern mit Sinn und Verstand. Eine Dystopie sollte nicht nur unterhalten, sondern wirklich etwas zusagen haben. Und das hat die Autorin. Brandheiße und aktuelle Themen, wie verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen oder den Generationennutzen über eigenen zustellen werden hier auf intellegente Weise verpackt. Wem das Ende merkwürig erscheint, der sollte es von einer anderen Seite betrachten. Das Buch hört konsequent an einer Stelle auf, die nicht auf Band zwei aufmerksam machen soll, sondern auf die Handlungsfähigkeit des Lesers. Passives Lesen wird hier zu bewusstem und aktiven Lesen. Es ist außerdem ein hoffnungsvolles Ende, denn wo Norias Geschichte endet, fänt unsere erst an. Emmi Itäranta schreibt in einer unglaublich poetischen und bildreichen Sprache Ihre Erzählweise ist mal ruhig, mal schnell, lässt sich aber Zeit für facettenreiche Charaktere und wunderschöne Details. So kann sich der Leser in einer neuen Welt verlieren, während er seine eigene mit Noria und Sanja erforscht. Die Parallelen zu unserer eigenen Welt und die erschreckende Nähe zu dieser dystopischen Zukunft nahm mich mit und ließ mich nicht mehr los. Zusammen mit der Sprache eine allzu intensive Mischung. "Der Tod ist ein naher Verbündeter des Wassers. Man kann sie nicht trennen, und beide kann man nicht von uns trennen, weil wir am Ende aus ihnen gemacht sind: aus der Wandelbarkeit des Wassers und der Nähe des Todes." - S. 9 Da die Autorin wie viele Finnen bilingual ist, hat sie ebenfalls eine Originalsausgabe auf Englisch verfasst - "The Memory of Water" -, die ich für die Englisch-Leser unter uns mal verlinkte: Gebunden & Taschenbuch. Fazit: Wortgewaltig nimmt die junge finnische Autorin uns mit in eine beklemmende Zukunft, die näher ist als wir es gerne hätten. Mit einer intensiven und poetischen Sprache und intellegent eingefädelten Message appelliert sie an die Leser und nimmt sie gefangen. Was wäre wenn... es kaum Wasser mehr gäbe... Verzweiflung statt Liebe die Menschen treibt... wir unseren Kindern einen zerstörten Planeten hinterlassen?

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  • Das Gedächtnis des Wassers

    Der Geschmack von Wasser
    tinderness

    tinderness

    Irgendwann in der Fernen Zukunft, auf der Erde herrscht aufgrund einer nachhaltigen Klimaerwärmung prekäre Wasserknappheit. Die Protagonistin des Buches ist eine junge Teemeisterin namens Noria. Sie wird Kraft ihres Amtes, wie sie allerdings erst im Verlauf ihrer Recherchen erfährt, zur rituellen Hüterin des Wassers. In dieser Rolle bewacht und beschützt sie eine Quelle, die sich in unmittelbarer Nähe ihres Hauses, versteckt in einer Höhle befindet. Ihre Familie hat das Geheimnis der Quelle seit Generationen gewahrt und da die Wasserknappheit inzwischen sehr groß geworden ist, versucht die Militärregierung die komplette Kontrolle über alle Wasservorräte zu erzwingen. So wird der Besitz von verfügbaren Frischwasserquellen für den Einzelnen sehr gefährlich, Wasservergehen werden von den offiziellen Wasserwächtern mit Isolation und dem Tod bestraft.Die Häuser der Betroffenen werden mit einem blauen Kreis gebrandmarkt. „Der Geschmack des Wassers“ ist eine negative Utopie, zeigt jedoch nur einen schmalen Ausschnitt einer künftigen Gesellschaft. Das Hauptaugenmerk des Romans liegt nicht so sehr auf der Schilderung der Entstehung oder des Hintergrunds dieser Dystopie. Damit ähnelt das Buch ein wenig dem großen Utopie - Entwurf der kanadischen Autorin Margret Atwood, die sich in ihrer Trilogie über die „wasserlose Flut" ebenfalls auf das individuelle Schicksal ihrer ProtagonistInnen und nicht auf die Beschreibung einer komplexen Zukunft konzentriert hat. Doch Emmi Itäranta geht weiter: Die siebzehnjährige Heldin ist keine Actionheldin, sondern eine nachdenkliche und introvertierte Jugendliche, die mit ihrer sozialen Verantwortung ringt und Stück für Stück die Geschichte des Wassers und damit der Ungerechtigkeit ihrer Welt entschlüsselt. Es ist ein Ringen um Verantwortung, die sie nach dem Tod ihres Vaters und dem Wegzug ihrer Mutter alleine tragen muss. Sie kann dabei weniger auf die Hilfe ihrer Freundin zählen als vielmehr auf die Notizen vorhergehender Teemeister und historischer Bücher, die ihre Mutter hinterlassen hat. Stück für Stück entschlüsselt sie so die Geheimnisse der Vergangenheit, die sie ermutigen klare Konsequenzen zu ziehen. So bleibt die Erzählung sehr auf die individuelle Wahrnehmung, das Ringen um Verantwortung und damit auf die Gewissenskonflikte der siebzehnjährigen Protagonistin konzentriert. Sie hütet das Geheimnis der Quelle, erfährt aber auch, wie egoistisch ein solches Verhalten sein kann. Indem sie beginnt, Frischwasser mit einer befreundeten Familie zu teilen, begibt sie sich nicht nur in Lebensgefahr, sondern auch in ein tiefes moralisches Dilemma. Darf man das Geheimnis überhaupt wahren, wenn die Menschen ihrer Umgebung unter lebensbedrohender Wasserknappheit leiden? Solidarisches Handeln gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit, sondern gibt auch das Geheimnis der Quelle preis, die damit für die Allgemeinheit verloren geht. Denn wie so oft, sind Ressourcenfragen zu allererst Machtfragen und die Militärregierung tut alles, um ihre eigene Macht zu festigen und die eigenen, geheimgehaltenen Wasservorräte zu vermehren. Das Buch ist das Debut der in den UK lebenden und in zwei Sprachen schreibenden Finnin Emmi Itäranta. Der englische Titel weicht vom deutschen ab und gibt viel mehr vom eigentlichen Thema des Buches preis. Er heißt „Memory of Water“ und darum geht es auch in diesem Buch: um ein Nachdenken darüber, wie sehr das Wasser zu unserem Menschsein gehört und wie sehr es die Geschichte dieser Welt in sich trägt, vom ihrem Beginn an. Wer gerne Dystopien liest, die nicht nur die negativen Konsequenzen unseres gegenwärtigen Handelns kritisieren sondern sich mit den moralischen Kernfragen unserer Existenz auseinandersetzen, dem sei angeraten, zu diesem Buch zu greifen. Es ist spannend und sprachlich eindrücklich geschrieben und gewährt uns tiefe Einblicke in eine konfliktreiche und unwägbare Welt, in der Heranwachsende auch heute schon leben. Insofern ist es ein Jugendbuch, das vor allem der Erwachsenengeneration ans Herz zu legen ist, welche über ihr eigenes Versagen an dieser Welt nachdenken will. Ich freue mich auf das nächste Buch der Autorin und vergebe guten Gewissens alle fünf Sterne.

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    • 9
  • Starkes Buch in ruhiger Erzählweise mit aktueller Thematik

    Der Geschmack von Wasser
    raven1711

    raven1711

    13. November 2014 um 10:09

    Inhalt: Seit frühester Kindheit sind Noria und Sanja beste Freundinnen: Noria, die Tochter des Teemeisters, die bald selbst Teemeisterin sein wird und die Traditionen ihres Vaters auf die ihr eigene Weise neu auslegt, und Sanja, die gerne über die nahe gelegene Mülldeponie streift, um dort Plastikgeräte aus der »Alten Zeit« zu suchen und sie zu reparieren. Als Sanjas Familie immer mehr unter der allgemeinen Trinkwasserknappheit im Land zu leiden hat, entschließt sich Noria zu einem schicksalhaften Schritt: Sie erzählt ihrer Freundin von der geheimen Wasserquelle in der Felshöhle. Bald gibt es noch mehr Mitwisser, und Noria gerät ins Visier des Militärs, das jedes Geheimhalten von Wasservorräten als Wasserstraftat brandmarkt und ohne Gnade verfolgt.   Meinung: Das Buch beginnt mit leisen Tönen und erzählt die Geschichte von Noria, die von ihrem Vater als Teemeisterin ausgebildet wird. Die Geschichte spielt irgendwann in der Zukunft. Wasservorräte sind knapp und jedes Wasserreservoir ist staatliches Eigentum. Das Anzapfen der Wasserleitungen steht unter Höchststrafe und jede Wasserquelle muss gemeldet werden. Norias Vater weiht sie in das Geheimnis einer geheimen Wasserquelle ein, die sich seit Generationen im Familiensitz befindet und ein streng gehütet wird. Als Noria das Amt übernehmen muss, teilt sie dieses Geheimnis mit ihrer besten Freundin Sanja. Nach und nach erfahren immer mehr Menschen von der Quelle und Noria schwebt in höchster Gefahr. Das Buch hat eine sehr ruhige Erzählweise, die viele Andeutungen zu den Geschehnissen in der Vergangenheit macht, diese aber letztendlich der Fantasie der Leser überlässt, da zu wenige Informationen überliefert wurden und die Regierung diese versucht hat, weitestgehend zu vernichten. Emmi Itäranta weist eine sehr düstere, aber auch erschreckend realistische Version einer möglichen Zukunft auf, in der die Menschheit und Wassermangel und den Müllbergen unserer Zeit leidet. Ressourcen sind an allen Ecken Mangelware, besonders Eisen und Stahl. Die Menschen müssen sich mit dem allgegenwärtigen Plastik behelfen. Die Protagonisten waren mir sehr sympathisch. Ich habe mich gut in diese hineinversetzen können. Die Figuren sind sehr authentisch und die Beweggründe der Einzelnen absolut nachvollziehbar. Erzählt wird die Geschichte aus Norias Sicht in der Ich-Perspektive. Man kann dieses Buch als Mahnung ansehen, was passieren kann, wenn wir nicht besser mit unseren Ressourcen umgehen. Auch ist dieses Buch eine Kritik an die Konzerne und Hersteller. Aber vor allem ist es ein Buch über Werte, die sich jeder Mensch setzt und wofür er einstehen möchte.   Fazit: Dieses Buch ist eine Perle. Die ruhige Erzählweise, die so perfekt zu dem Thema Teemeister passt, das beklemmende Setting und die überaus intelligente Geschichte verbinden sich hier zu einem ganz besonderen Buch, das man gelesen haben sollte. Nicht nur für Fans von Dystopien geeignet. Von mir gibt es 5 von 5 Punkten. (Findet meine Rezensionen auch auf meinem Blog: vanessasbuecherecke.wordpress.com)

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  • Dystopie - etwas Fantasy - und wunderbare Literatur.

    Der Geschmack von Wasser
    kvel

    kvel

    28. October 2014 um 00:47

    Inhalt: Die Geschichte spielt in der Zukunft. Es gibt fast kein natürliches Trinkwasser mehr, da fast alle natürlichen Quellen versiegt sind. Da es so gut wie keine Niederschläge gibt, herrscht überall Dürre und Trockenheit. Das Wasser wird rationiert. Wasser gibt es eigentlich nur noch als entsalztes Meerwasser, aber die Entsalzungsanlagen stehen unter der "Obhut" des Militärs. Noria, die 17-jährige Protagonistin, ist die Tochter eines Teemeisters. Als ihr Vater stirbt, tritt sie in seine Fußstapfen und übernimmt seine Rolle als "Hüter des Wassers". Meine Meinung: Nicht so gut gefallen hat mir, dass einige Fragen während des Romans offen blieben bzw. sich mir nicht alle Themen erschlossen haben: Was ist ihre Mutter für eine Wissenschaftlerin? Für wen oder was arbeitet sie? Die erste Hälfte des Romans "passiert nicht viel" und mir war nicht so ganz klar, worauf die Story hinaus laufen wird; aber dennoch war der Roman von Anfang bis Ende spannend, weil man immer wissen wollte, wie es weiter geht und wohin sich die Geschichte entwickelt. [An die zukünftigen Leser: Durchhalten!] Und vieles hört sich für mich sehr naiv an, wenn über die "Alte Zeit" (als es noch Winter mit Schnee und Eis gab) erzählt wurde. Ich finde, die Autorin ist eine wunderbare Beobachterin: Als Zeichen für ein Wasserverbrechen werden die Haustüren mit einem blauen Kreis markiert: "Tatsächlich konnte niemand mit Sicherheit sagen, was mit den Bewohnern der gebrandmarkten Häuser geschah, und es war bequemer nicht danach zu fragen." (S. 168) Und, dass die Not alle Menschen gleich mache und jeder Angst habe aufzufallen oder Verdacht zu erregen: Noria hatte bisher noch kein Trockenschampoo gekauft; "Ich hatte noch nicht allzu gründlich darüber nachgedacht, wie sehr ich mein Leben ändern müsste, damit es sich nicht allzu sehr von dem der anderen Dorfbewohner unterschied." (S. 168) Die Erzählung fließt sehr ruhig dahin, vergleichbar mit gemächlich fließendem Wasser. D.h. man muss sich auf den Roman einlassen und sich der "Langsamkeit" des Erzählstils anpassen. Wobei ich hier nicht sagen möchte, dass das Buch langweilig wäre; ganz und gar nicht, sondern die Autorin schreibt eigentlich sehr detailliert, aber dennoch so, dass man sehr gut folgen kann und nicht den Faden verliert. Fazit: Dystopie: Wenn das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Wasser das Leben in der von Trockenheit geprägten Realität bestimmt. Utopie eines totalitären Staates, der die Wasserhoheit an sich reißt. Belletristik: Erzählt mit einer wundervollen "Leichtigkeit". "Poetisch, zart und bildgewaltig" erzählt die Autorin "von einer Zukunft in Bedrängnis" (Zitat aus der Buchumschlaginnenseite). Dem würde ich voll und ganz zustimmen!

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  • Starkes Debüt

    Der Geschmack von Wasser
    sabrinacremer

    sabrinacremer

    04. October 2014 um 10:13

    “Und allmählich erkannte ich in ihrem Kern ein Geräusch, das wuchs und immer lauter wurde, das mir vertraut erschien und doch fremd. Ich hatte es noch nie so frei gehört, so ungebremst und ungehemmt stark. Es glich dem des Regens, der gegen die Fensterscheiben prasselte, oder dem des Duschwassers, dass man sich über den Kopf fließen ließ, nur war dieses Geräusch nicht zahm oder leise, nicht wie von Menschen gebändigt. Es umschloss mich und drückte mich nieder, bis es so nah war wie die Wände ringsum, so nah wie die Dunkelheit.” (Seite 16) Noria ist die Tochter eines angesehenen Teemeisters. Bald schon soll sie in seine Fußstapfen treten und ebenfalls in Zukunft diese Zeremonien leiten. Doch bald bekommt auch ihre Familie die Auswirkungen der allgemeinen Trinkwasserknappheit zu spüren. Noria erzählt ihrer besten Freundin Sanja, mit der sie oftmals über die Mülldeponie zieht und Dinge aus der “Alten Zeit” sucht und repariert, von der geheimen Quelle in einer Höhle. Damit bringt Noria nicht nur sich und ihre Familie, sondern auch die Sanjas in Gefahr. Und schon bald ist das Militär hinter ihnen her. “>>Diesen Ort gibt es nicht. Diese Quelle ist vor langer Zeit versiegt. So heißt es in Geschichten, und das glauben auch diejenigen, die andere Geschichten kennen, solche, wonach es im Herzen des Fjells eine Quelle gab, die einmal Wasser für das ganze Dorf spendete. Denk daran: Diese Quelle gibt es nicht!<< >>Ich denke daran<<, sagte ich zu ihm, aber ich begriff erst später, was für ein Versprechen ich ihm da gegeben hatte.” (Seite 18) Das Buch ist mir im Rahmen unserer “lue suomi – finnisch lesen” Aktion zwar schon begegnet, jedoch muss ich gestehen, dass ich mich nicht weiter damit beschäftigt habe. Dann hat eine Mitarbeiterin des dtv mir das Buch mit solch netten Worten ans Herz gelegt, dass ich überhaupt gar nicht nein sagen konnte. Und wisst ihr was? Ich bin sooooo froh, dass ich es gelesen habe!!! <3 Sachte wird man als Leser in die Geschichte um Noria und ihre Familie hinein geführt. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr und heißt nur noch “Alte Zeit”. Wasser ist rar und kaum frei verfügbar und alle Bewohner müssen sich dem beugen. Das Militär kontrolliert dies streng. Doch hin und wieder gönnen einige Menschen sich eine Teezeremonie, um dem Alltag zu entfliehen. Norias Vater ist ein sehr angesehener Meister darin. Seine Tochter wird von ihm angelernt und möchte dann natürlich die Prüfung ablegen – obwohl es bisher keine Frauen in diesem Beruf gibt. Doch Norias Eltern haben Geheimnisse vor ihr.  Und obwohl sie ihre Tochter schützen möchten, müssen sie diese doch preisgeben. Das Regiment herrscht mit strenger Hand. Wassersünder werden öffentlich gebrandmarkt und geächtet. In dieser schwierigen Zeit sollte man als Bürger möglichst nicht auffallen. Und obwohl Noria danach lebt, hat sie doch einen wesentlichen Charakterzug, der immer mehr an die Oberfläche drängt: Mut. Doch wird dieser immer belohnt? “Die Stille im Haus war nicht die Stille der leeren Zimmer, die meine Eltern hinterlassen hatten, es waren nicht nur ihr Atem und ihre Worte, die fehlten; es war auch die Stille all dessen, was sie mir nicht erzählt und was sie nicht laut ausgesprochen hatten, die Stille all dessen, was ich nun ohne ihre Hilfe lernen und verstehen musste.” (Seite 172) Die von der Autorin erschaffene Welt hat mir gut gefallen. Dass Kriege Trinkwasservorkommen zerstört haben, ist alles andere als abwegig und auch nicht so weit von uns weg, wie wir manchmal glauben. Dass natürliche Ressourcen irgendwann aufgebraucht sind, ist auch klar. Doch was ist dann? Die Autorin regt zum Nachdenken an, ohne den Leser mit erhobenem Zeigefinger zu nerven und uns direkt mit der Nase drauf zu stupsen. Doch die Message, die dahinter steckt, ist klar. Das Cover gefällt mir ebenfalls – die Bedeutung wird einem im Laufe der Geschichte bewusst und dann denkt man bloß “wie passend!”. Schon auf den ersten Seiten habe ich viele Passagen gefunden, die sich als Zitat in einer Rezension eignen. Der Schreibstil der Autorin ist wirklich besonders hervorzuheben! Sie hat es geschafft, diese düstere und schwere Welt durch ihren wundervollen Erzählstil irgendwie leicht wirken zu lassen. Die Geschichte um Noria liest sich fantastisch, aber nicht besonders schnell. Doch darauf kommt es ja auch nicht an. Die Story steckt voller Details, ohne zu ausschweifend zu sein. Eine unterschwellige Spannung herrscht beinahe das ganze Buch über – und sobald man in Norias Geheimnis eingeweiht ist, steigert sich diese. Man hofft als Leser mit der Protagonistin, dass das Problem ein gutes Ende nimmt und das Militär sie bald aus den Augen verliert. Zum Ende hin steigt der Spannungsbogen an und lässt den Leser etwas kurzatmig am Geschehen teilhaben. Teilweise hat Emmi Itäranta die Dinge so bildhaft beschrieben, dass ich beispielsweise das Gefühl hatte, neben Noria zu stehen und den Duft des Tees einzuatmen. “Das Grün des dritten Tees hatte einen silbrigen Schimmer, und aus den Blättern waren Tropfen geformt. Meine Wahl aber traf ich nach dem Duft, der dem dritten Tee geradezu entströmte. Ich wüsste kein besseres Wort, mit dem man es beschreiben könnte. Es war der Duft von frisch gepflücktem Tee, aber auch von feuchter Erde und vom Wind, der über die Teesträucher wehte, ein Duft, flirrend wie das Licht im Wasser oder wie ein schneller Schatten.” (Seite 103/104) Mir fiel es richtig schwer, dieses grandiose Debüt einem Genre zuzuordnen. Die Handlung spielt in der Zukunft und hat gewisse dystopische Ansätze. Doch das war es auch schon. Der Verlag bezeichnet das Buch als “literarischen postapokalyptischen Zukunftsroman” – und das trifft es voll und ganz (auch wenn ich selber nie auf diese Bezeichnung gekommen wäre). Die richtigen Worte zu finden, dieses Buch gerecht zu beschreiben, schaffe ich irgendwie nicht. Leider. Vielleicht sollte jeder zweite Satz “LESEN!” sein?! :) Ich wünsche mir gerade, dass ich genauso mit den Worten jonglieren könnte, wie die junge Autorin. Mit “Der Geschmack von Wasser” entführt die Autorin Emmi Itäranta den Leser in eine Zukunft, in der das (Trink)Wasser knapp ist und das Militär herrscht. Dystopische Ansätze verleihen der Geschichte eine zusätzliche Spannung und der fantastische Erzählstil der Autorin lässt die Leser nur so an den Seiten kleben. Für alle Leser, die sich auf ein “etwas anderes” Buch einlassen können, spreche ich hiermit eine ganz klare Empfehlung aus! Für mich ein (unerwartetes) Highlight 2014! LESEN! LESEN! LESEN! PS: wir haben auf der Buchmesse die Chance, uns mit der Autorin zu unterhalten! Was soll ich sagen? Ich freue mich sehr darauf! “Was, wenn von der Alten Zeit nur blinde Spiegelscherben und darin verzerrte Bilder übrig blieben?  Oder noch schlimmer: wenn jemand die Spiegel absichtlich beschädigt und zerschlagen hatte, um die Bilder darin zu verfälschen?” (Seite 80) (c) bookwives.de

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