Emrah Serbes

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Emrah Serbes

Lebenslauf von Emrah Serbes

Emrah Serbes, 1981 in Yalova geboren, studierte Theaterwissenschaften in Ankara und schrieb Kritiken für das türkische Feuilleton. 2006 wurden unter dem Titel „Fröhliche Wissenschaftler oder die Untreue zur Metapher“ seine Gespräche mit bekannten Geisteswissenschaftlern veröffentlicht. Der erste Roman des Hauptkommissars Behzat Ç. „jede berührung hinterlässt eine spur“ erschien 2006, der zweite Behzat Ç. „verschütt gegangen“ folgte 2008. Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte Serbes erstmals seine Kurzgeschichten „Erken Kaybedenler“. Die beiden Behzat-Ç.-Romane sind Grundlage für die gleichnamige, 2010 erstmals ausgestrahlte TV-Serie, die sich rasend schnell zu einer der beliebtesten Sendungen der Türkei entwickelte. Das Drehbuch zur Serie schreibt Serbes gemeinsam mit Ercan Mehmet Erdem, wofür beide 2010 den türkischen Fernsehpreis für das beste Drehbuch erhielten. 2011 wurde das zweite Abenteuer von Behzat Ç. „verschütt gegangen“ mit dem Titel „Seni Kalbime Gömdüm“ für das Kino verfilmt und feierte im Oktober 2011 seine Premiere beim 48. Golden Orange Filmfestival in Antalya; zeitgleich startete der Film in den deutschen Kinos. Mit seiner Interpretation des Hauptkommissars Behzat Ç. gewann der Schauspieler Erdal Beşikçioğlu den Preis als bester männlicher Hauptdarsteller.

Alle Bücher von Emrah Serbes

Behzat Ç - verschütt gegangen

Behzat Ç - verschütt gegangen

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Erschienen am 21.06.2012
Fragmente

Fragmente

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Erschienen am 12.03.2015
Deliduman

Deliduman

 (1)
Erschienen am 02.10.2015
junge verlierer

junge verlierer

 (4)
Erschienen am 07.03.2014
deliduman

deliduman

 (0)
Erschienen am 01.06.2014

Neue Rezensionen zu Emrah Serbes

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Rezension zu "Deliduman" von Emrah Serbes

Dazu fällt mir nur eins ein - WTF?!
Ambermoonvor 2 Jahren

Sommer 2013. Der Gezi-Park in Istanbul. Wasserwerfer und Tränengas. Und ein kleines Mädchen, das den Moonwalk tanzt... Çaglars kleine Schwester Çigdem will mit dem Moonwalk zum YouTube-Star werden. Doch im Sommer 2013 blickt die Welt auf den Taksim-Platz in Istanbul und den Aufstand gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Gäbe es einen besseren Ort zum Tanzen als vor den Wasserwerfern der türkischen Polizei? Çaglar und Çigdem sind zwei unter Tausenden inmitten des größten Volksaufstands, den die Türkei je erlebt hat. Sie hören, sehen, riechen und schmecken den Aufruhr, die Solidarität und den Deliduman, den verrückt gewordenen Rauch. Es geht um nichts weniger als die Zukunft!...(Klappentext)

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Im Frühjahr und Sommer 2013 waren viele Augen weltweit auf die Türkei gerichtet. Der Grund waren die Proteste und Demonstrationen von Bürgern gegen die islamisch-konservative Regierung Erdogans und gegen die übermäßige Polizeigewalt die diese gegenüber Andersdenkenden mit sich brachte. Hier spielte vor allem die Einnahme des Gezi-Parks und die Besetzung des Taksim-Platzes durch die Bürger eine wichtige Rolle. Diese Proteste forderten zahlreiche Verletzte und fünf Todesopfer, vor allem auf der Seite der Demonstranten.

Aufgrund der derzeitigen Lage ist dieses Thema aktueller denn je und ließ mich zu diesem Buch greifen. Vor allem weil der türkische Jungautor Emrah Serbes während dieser Proteste "zur Stimme des Volkes" wurde und darüber live im Fernsehen berichtete.
Ich erwartete einen Roman, der diese Proteste aus der Sicht eines Jugendlichen und seiner neunjährigen Schwester beschreibt und diese eine ganz eigene Art des Widerstandes auf die Beine entwickeln.
Bekommen habe ich einen Roman über einen Jugendlichen der hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt ist, vom Widerstand und der Protestbewegung keine Ahnung hatte und ihn der Grund dafür nicht mal dann interessierte als er mittendrin war. Ihn und seine neunjährige Schwester interessiert nur wie man am besten mit einem Moonwalk Aufmerksamkeit auf sich ziehen und damit berühmt werden kann.
Als dies mit YouTube nicht funktionierte, weil Videos von diesen Protesten mehr Klicks erhielten (verständlicherweise), empfanden sie dies "nicht als Rebellion gegen die Regierung, sondern gegen seine Schwester". Daher bleibt seiner Schwester gar nichts anderes übrig als dorthin zu reisen, damit sie vor einem Wasserwerfer tanzen kann, um...nein, nicht um die Proteste zu unterstützen und ein Statement zu setzen, sondern um berühmt zu werden.
Von den Protesten rund um den Gezi-Park geht es erst auf den letzten 100 Seiten und da auch nur auf eine Art, als würde ihn, den Hauptprotagonisten, das alles nichts angehen.

Es wird aus der Sicht des 17-jährigen Çaglars erzählt und er war mir von Anfang bis Ende unsympathisch.
Er ist frustriert, wütend auf die Welt und die gesamte Menschheit. Ein Junge mit hohem Aggressionspotenzial und großem Beschützerinstinkt gegenüber seiner neunjährigen Schwester, der aber eher eine krankhafte obsessive Beziehung zu dieser Schwester ist. Er schreckt auch davor nicht zurück einem neunjährigen Jungen zu drohen, der angeblich in seine Schwester verliebt ist. Im Grunde beschimpft  und bedroht er jeden der nicht seiner Meinung ist, dramatisiert alles bis zum Geht-nicht-mehr und dreht jedem das Wort im Munde um. Er spielt sich als Familiensultan auf und es kommt nicht nur einmal zu familiären Streitigkeiten wobei auch die Fäuste fliegen.
Der Autor bedient sich dabei eines Jargons der mich nicht nur einmal die Luft anhalten ließ - z.B.: Çaglar zu seinem Onkel:
      "Mal ganz entspannt bleiben, ja!I Ich ficke gleich deine Hände und
       Füße, klar!"
Im Grunde f**** dieser Junge alles und jeden, sobald er den Mund aufmacht und bedient sich noch einiger anderer tiefer Schimpfwörter, die ich hier nicht wiedergeben möchte. Und er ist nicht der Einzige in diesem Roman mit verbaler Diarrhoe.

Zudem verliert sich der Autor in Nebensächlichkeiten, die wiederum in Nebensächlichkeiten abdriften. Man bewegt sich quasi mit der Kirche ums Kreuz und wenn man wieder am Ausgangspunkt ist, ist man so verwirrt und hat keinen Ahnung mehr, um was es denn nun im Grunde ging.
Die Umgebungsbeschreibungen konnten mich auch nicht überzeugen, da sie manchmal genauso wirr sind wie die Story selbst.
Die Story? Tja, irgendwie gibt es keine und eine Message konnte ich darin auch nicht entdecken.

Fazit:
Wirrer Erzählstil, undurchsichtige Story ohne mir erkennbarer Message, ein Junge mit sprachlichem Brech-Durchfall im tiefsten Ghettoslang - kurz gesagt: das Buch ist nicht mal annähernd das was ich erwartete.
Im Grunde geht es nur darum berühmt zu werden und dafür ist jedes Mittel, und in diesem Fall jede Demonstration, recht.
Und wenn ich einen Jugendlichen auf derbste Art und Weise schimpfen hören möchte, brauche ich nur vor meine Türe zu gehen und mich vor das türkische Jugendlokal zu stellen, wobei mir diese Jugendlichen noch um einiges sympathischer sind als dieser Çaglar, da diese immer noch sowas wie Respekt haben und man sich mit denen auch normal unterhalten kann, ohne dabei verbal gef**** zu werden.

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Rezension zu "Behzat Ç. - Jede Berührung hinterlässt eine Spur" von Emrah Serbes

Rezension zu "Behzat Ç. - Jede Berührung hinterlässt eine Spur" von Emrah Serbes
ChaosQueen13vor 6 Jahren

Für Hauptkommissar Behzat C. ist das wichtigste in seinem Leben, seine Arbeit beim Morddezernat in Ankara, dadurch leidet auch sein Privatleben. In dieser Hinsicht unterscheidet es sich nicht von so vielen anderen Roman-Kriminal-Kollegen.
Behzat C. muss in diesem Buch ein Mord aufklären, der zuerst wie ein Selbstmord aussieht.
In diesem korrupten Fall sind Staatsschutz und Antiterroreinheiten verwickelt.
Hauptkommissar Behzat C. angetrieben von seinem Streben für Recht und Ordnung, macht sich an die Arbeit um den Mordfall zu lösen.
Ein äußerst plausibler und spannender Krimi von der ersten bis zu letzten Seite.

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Rezension zu "Behzat Ç - verschütt gegangen" von Emrah Serbes

Rezension zu "Behzat Ç. - verschütt gegangen" von Emrah Serbes
Karrvor 6 Jahren

Behzat C. - ist der Kult-Cop aus Ankara: unangepasst, engagiert, unkonventionell.

Er raucht die obskure Marke 216, aber die in Kette. Er trinkt Bier, vorzugsweise aus einer in eine Zeitung eingewickelten Flasche. Er lebt mit einem dreibeinigen Kaninchen zusammen. Und der spricht kein Wort.
Nein, kein Freak, sondern Behzat C., Kommissar bei der Mordkommission Ankara, und ganz und gar nicht der Shizo-Cop, nach dem die Beschreibung klingt. Okay, Behzat ist ein Raubein, einer der den Mund voll genug nehmen kann, und der ihn auch nicht halten kann, wenn er mit den Vorgesetzten aneinander gerät. Die wiederum setzen alles daran, ihm vom Psychologen einen Schatten attestieren zu lassen, um ihn endlich loszuwerden. Aber so einfach geht das nicht. Nicht mit Behzat C.

Und warum schweigt Behzat C.? Überlässt das Reden den Kollegen aus dem Team - auch die auf den ersten Blick alle etwas neben der Spur. Einige so kollegial, dass sie nicht mal den richtigen Namen des anderen kennen, sondern nur seinen Spitznamen.
Da gibt es den "Geist" der Mordkommission, den peniblen Schnüffler. Und es gibt den "Geier". Dazu kommen Behzats Buddy Harun und natürlich Cevdet, der alle mit seinem Ökokram nervt und das Kioto-Protokoll auswendig aufsagen kann. Dazu noch Tahsin, der Chef, der seine Mühe hat, die Arbeit der Chaoten-Truppe zu koordinieren.

Und Koordination ist nötig bei diesem Fall - ein Serienmörder, der sich Lucky Luke nennt, vergräbt seine Opfer lebendig - Opfer, die alle etwas mit der Polizei zu tun haben oder hatten - bis hin zum pensionierten Polizeihund Rantanplan, der in einem alten Waschmittelkarton zwangbestattet wird. Die Aufklärung der Serie führt unsere Ermittler einmal quer durch Ankara und die moderne Türkei - farbig, schillernd, aber auch brüchig und widersprüchlich.

Behzat C., der Bulle ohne Nachname, ist in seinem Job eher Kommissar Schimanski als Major Kottan, so slapstickartig auch manche Szene daherkommt. Er schweigt seit dem Tod seiner Tochter, und er wird vielleicht erst wieder reden, wenn der geklärt ist. Und sein Kampf gegen die Abschiebebestrebungen der Chefs ist nur im ersten Moment lustig, beim zweiten Blick hat er etwas Kafkeskes. ("Sie haben Bier aus einer in eine Zeitung eingewickelte Flasche getrunken?" - "Woher wollen Sie wissen, dass es Bier war, wenn die Flasche in einer Zeitung eingewickelt war?") Und seine Lebensgemeinschaft mit dem dreibeinigen Kaninchen Hoppa ist so poetisch-rührend, dass damit die polternde Macho-Attitüde unseres Helden eine ungeahnte (und unerwartete) Tiefe bekommt.

Die Romane über die Türken-Cops um Behzat C. waren in der Türkei die Vorlage für eine erfolgreiche Fernsehserie - erfolgreich und nicht besonders beliebt bei gewissen herrschenden Kreisen, die alles versuchten, um die Ausstrahlung zu blockieren. Vergeblich. Behzat C. lief weiter. Und was würde unser Held seinen Widersachern dazu sagen? "Ich hab in meinem Leben mehr Katzen gef***, als du Mäuse gefangen hast"
Darauf ein Bier. Ohne Zeitung.

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Emrah Serbes wurde am 28. Januar 1981 in Yalova (Türkei) geboren.

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