Engelbert Obernosterer

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Lebenslauf von Engelbert Obernosterer

Engelbert Obernosterer: Latent war Engelbert Obernosterer schon von jeher in den Oberkärntner Bergen enthalten. Als Person urkundlich erwähnt wurde er erstmals 1936 in den Taufmatrikeln von St. Lorenzen im Lesachtal in Kärnten. In Büchern wie "Mythos Lesachtal", "Vom Ende der Steinhocker", "Die Bewirtschaftung des Herrn R" und weiteren 13 Prosabänden, zuletzt "Auch Krawattenträger sind Naturereignisse" und "Zwischendinge", blieb er mit berglerischer Zähigkeit in seine Ursprünge verkrallt. Sich und seine Familie über Wasser gehalten hat er als Lehrer an verschiedenen Schulen des Gailtales, u. a. als Kunsterzieher im Gymnasium Hermagor. Er wohnt in Mitschig bei Hermagor.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Engelbert Obernosterer

Cover des Buches Zwischendinge (ISBN: 9783990294314)

Zwischendinge

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Erschienen am 30.09.2020
Cover des Buches Auch Krawattenträger sind Naturereignisse (ISBN: 9783990293584)

Auch Krawattenträger sind Naturereignisse

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Erschienen am 30.08.2019
Cover des Buches Das blaue Dingsda (ISBN: 9783902878755)

Das blaue Dingsda

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Erschienen am 10.06.2016
Cover des Buches Die Decke (ISBN: 9783902878809)

Die Decke

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Erschienen am 25.11.2017
Cover des Buches Bodenproben (ISBN: 9783902005243)

Bodenproben

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Erschienen am 01.09.2003
Cover des Buches Das grüne Brett vor meinem Kopf (ISBN: 9783902585547)

Das grüne Brett vor meinem Kopf

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Erschienen am 03.04.2011

Neue Rezensionen zu Engelbert Obernosterer

Cover des Buches Nach Tanzenberg (ISBN: 9783902585035)Pankrazs avatar

Rezension zu "Nach Tanzenberg" von Engelbert Obernosterer

Rezension zu "Nach Tanzenberg" von Engelbert Obernosterer
Pankrazvor 12 Jahren

In die Enge des Lesachtals geboren, wo das Auftauchen des Postbusses ein Erlebnis ist und sich alles um die Heuernte dreht, sehnt man sich nach Ausbruch.

“Heubezogen sind hier auch die Zeugungen. Mit dem Geburtstermin so gut wie möglich in die ruhige Zeit rings um die Jahreswende hineingeplant, ermöglichen sie es den Frauen, die Sommer vor und nach der Niederkunft mit kaum geminderter Kraft sich an den Feldarbeiten zu beteiligen. Meine Geschwister und ich zum Beispiel sind solche zwischen zwei Sommer hineingezielte Geburten, Zielgeburten sozusagen, im Unterschied zu einigen anderen in der Umgebung, die in die Zeit der Feldarbeiten hineingeraten und so gewissermaßen als Fehlgeburten anzusehen sind.“

Nach Tanzenberg hin – und Von Tanzenberg weg bewegt sich also der spätere Autor… und er tut dies in beeindruckender Manier, still und mit subtilem Humor, ohne das Bedürfnis einer Abrechnung aber auch nicht in Verklärtheit.
Wunderbare Beschreibungen des Lesachtals, aus dem der Sohn wegzieht, das scheinbare Privileg Bildung angedeihen zu bekommen. Aber nun auch Disziplin und engstirniges katholisches Denken. Einige der Lehrer wollen sich der Enge ebenfalls entziehen, fördern das freie Denken, bleiben aber ebenfalls gefangen in den düsteren Mauern.

“Wenn er vorträgt, hören wir zwischen den wohlgesetzten Worten heraus, dass er kein Freund des Klerus ist, sondern es mit den Arbeitern und kleinen Leuten hält: ein Sozi also, vielleicht sogar ein Atheist und Wolf im Schafspelz, der in unkontrollierten Momenten aus seiner Überzeugung keinen Hehl macht.“

Obernosterer und wohl auch viele seiner Mitschüler verlieren nie den objektiven Blick, relativieren für sich und die Seele das Verlieren fast jeder Freiheit, die Freiheit des Denkens lassen sie sich nicht nehmen. Und so “überlebt“ man Tanzenberg, muss nicht mal im Zorn zurückblicken, wie Peter Handke das tat. Eine Betrachtung, Jugenderinnerungen, und…, ja…, eine Lossprechung.

“Ich schaue mir derweil einzelne Gesichter an. Ob denn einer der jungen Menschen wirklich an solchem Scharwenzel sich erbauen kann, ob er in dem Höheren, das sich hier aufplustert, etwas Erstrebenswertes erblickt, frage ich mich, der ich freilich schon vom Bazillus des Unglaubens befallen bin.“

Meiner Meinung nach ist dem Autor hier ein großes Buch gelungen, eine Gratwanderung durch die Seele, ein Plädoyer für Toleranz und freies Denken; ein Werk, das aus einer engstirnigen Zeit in eine neue Welt führt, die sich schließlich jeder Mensch, unabhängig von Stand, Bildung und Religion selbst erarbeiten muss. Noch einmal: Ein großes Buch!

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