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Rezension zu "Ich bin Vincent und ich habe keine Angst" von Enne Koens

Mobbing und seine Folgen
Seelensplittervor 7 Monaten

Meine Meinung zum Kinderbuch:


Ich bin Vincent und habe keine Angst


Inhalt in meinen Worten:


Ich bin Vincent und bin 11 Jahre alt. Ich habe keine Angst – doch ziemlich – und muss bald mit in ein Schullager, worauf ich so gar nicht Lust habe, denn dort erwartet mich nichts Gutes. Ich kenne mich sehr gut mit Survivaladventures aus, ok mit meinem Buch, mit meinem Lieblingsbuch, und ich weiß in aller größter Not wie ich im draußen überleben kann. Zudem habe ich vier ganz besondere Freunde, die sieht aber niemand anderes als ich. Klingt kurios, ist aber so. Meine Geschichte ist anders, sie will euch erzählen wie es ist, ein Opfer zu sein, geärgert zu werden und den Weg nicht nach außen zu finden. Doch keine Angst, am Ende kommt die Hoffnung, denn am Ende wird alles Gut und wenn nicht, dann ist es nicht das Ende. Oder? Begleitet ihr mich auf meine Reise zu mir und vor allem wie ich mich meiner Angst und dem Schmerz stellen kann? Das würde mich freuen, vielleicht gebe ich euch ungeplant ja noch richtig Kraft?




Wie ich das Gelesene empfinde:


Ich konnte dieses Buch nicht einem Happen lesen, auch wenn das Buch nicht viele Seiten hat, dazu hat mich das Buch nämlich etwas zu tief berührt, denn das was Vincent mit seiner Schule und den Klassenkameraden erleben muss, das erlebte ich selbst in einem bestimmten Moment meines Lebens und ich kann mich deswegen sehr gut in Vincent hineinversetzen, was nicht unbedingt gut ist, denn es reißt alte Wunden auf. Deswegen musste ich langsam und behutsam dieses Buch lesen, damit ich mich nicht selbst ungewollt absolut Trigger. Denn das Buch ist ein Kinderbuch aber genau mit der Härte die manches Kind in sich trägt. Und deswegen spreche ich hier auch eine dezente Triggerwarnung aus. Gut finde ich jedoch das kein Blatt vor den Mund genommen wird und es nicht total herunter spielt was so alles geschehen kann, wenn man gemobbt wird.




Thema:


Mobbing ist ein Thema das jeden etwas angeht. Egal ob nun von der einen oder anderen Seite, die Frage ist nur, wie geht jeder Einzelne damit um, macht er mit auf der Seite der Täter oder stellt er sich zu den vermeintlich Schwächeren?


Hier wird gut aufgezeigt in welche Isolation man geraten kann, wenn man gemobbt wird und ein Opfer ist. Zudem wird klar dargestellt was es kostet, wenn man alleine damit ist, wobei ganz alleine ist Vincent nicht. Seine Kinderhüterin und auch Die Jacke helfen ihm um zu sprechen und wieder neuen Mut zu fassen. Doch am Ende ist klar, das ist noch nicht alles und Vincent muss sich seiner Angst stellen.




Charaktere:


Es geht um Vincent, deswegen steht er auch ganz klar im Mittelpunkt und um Mitschüler, die ihn Triezen und dabei ziemlich verletzen. Es geht aber auch um Die Jacke, eine neue Mitschülerin die sich gut in Vincent hineinversetzen kann und ihm eine Freundin sein möchte, doch gerade weil er so tief verletzt wurde und klar weiß das jeder anders ist, als gedacht, traut er sich nicht so ganz an sie heran, dabei hat er sie recht gerne gewonnen und möchte gerne Freundschaft mit ihr. Wird das gelingen? Vincent lernt viel über sich selbst und auch darüber wie Menschen sind. Zudem wächst er über sich selbst hinaus und lernt, er muss sein Leben in seine eigenen Hände nehmen und nicht mehr länger nur Dinge über sich ergehen lassen. Deswegen geht er am Ende auch Stärker aus der Geschichte, wie er hinein gegangen ist.




Spannung: 


Für mich war das Buch intensiv und hart. Es ist keine leichte Kost, es führt vor Augen was Kinder im Stande zu tun sind. Zugleich war ich gespannt, wie Vincent seine Tour mit der Klasse schaffen wird und wie er am Ende aus dem Schlamassel finden wird. Für ein Kinderbuch genau die richtige Spannung, wenn auch unbequem und heftig.




Empfehlung:


Jeder kennt einen Mitschüler den er nicht mag. Aber wie geht man damit um, und was kann man tun, damit die Schärfe aus Dingen entkommen kann? Das lernt Vincent in diesem Buch. Und wer sich gerne von ihm anstecken lassen möchte, erkennen möchte und vielleicht ermutigt werden möchte, der kann in dieses Buch hinein schauen, ich empfehle aber das Buch zusammen mit den Eltern zu lesen oder mit anderen, damit die Härte etwas abgehärtet werden kann und jeder der ein Problem bekommt nicht alleine da stehen muss.


Dennoch empfehle ich das Buch, weil es nicht nur heiter und Sonnenschein verspricht sondern zeigt, was Mobbing anrichten kann.




Bewertung:


Ich gebe der Geschichte von Vincent 5 Sterne. Auch wenn ich nicht alles gut empfinde, und am Ende etwas zu schnell aufgelöst wird, ist es dennoch berührend an mein Herz gegangen und ich hoffe das jeder der einen anderen mobbt dieses Buch liest um zu entdecken, was er da eigentlich tut.

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Rezension zu "Ich bin Vincent und ich habe keine Angst" von Enne Koens

Normal ist eine Erfindung. Ein Buch über Mobbing an Schulen.
Flohvor 9 Monaten

Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ erhält man ein wunderbar illustriertes und beinahe ehrfürchtiges Jugendbuch für junge Leser und Leserinnen ab etwa 9 Jahren. Die niederländische Autorin Enne Koens möchte mit Vincent und seiner Erzählung auf das Thema Normalsein, Mobbing, Ausgrenzung, Schikane, Schulangst, Einsamkeit und mögliche Wege aus diesem Kreislauf aufmerksam machen. Hier schafft die Autorin ein gelungenes Stilmittel, das Thema anzupacken und in eine sogar unterhaltsame Geschichte aus der Perspektive von Vincent erzählt, dargestellt zu bekommen und so die jungen und interessierten Leser zu erreichen. Unterhaltsam sollte das Thema Mobbing und Ausgrenzung natürlich nie sein und so lenkt die Autorin ihren Unterhaltungswert eher auf die niedlichen Tierchen Fohlen, Käfer, Wurm und Eichhörnchen (was es mit den Vieren auf sich hat, lest ihr am besten selbst…) und der Neuen in der Klasse, nämlich Jaqueline. Genannt Die Jacke.
Erschienen im Gerstenberg Verlag

Inhalt / Beschreibung (von der Verlagshomepage übernommen):
"Vincent ist elf Jahre alt und er weiß alles über das Überleben in der Wildnis. Sein Lieblingsbuch ist das große Survival-Handbuch, er kennt es fast auswendig. Ums Überleben geht es für ihn auch täglich in der Schule, denn er wird von den anderen schikaniert. Und nun steht die Klassenfahrt bevor. Einziger Lichtblick ist die neue Mitschülerin Jacqueline, genannt »Die Jacke«. Sie spricht vier Sprachen, surft, spielt E-Gitarre. Sie ist überhaupt ziemlich cool und sie scheint Vincent zu mögen. Auf der Klassenfahrt läuft die Situation dann völlig aus dem Ruder. Mitten in der Nacht findet sich Vincent allein im stockdunklen Wald wieder. Eine spannende und berührende Geschichte übers Normal- und Anderssein, Mobbing und über das tägliche Überleben."

Da musste ich doch erst einmal schauen, was Normalsein eigentlich genau bedeutet. Hier eine vage Definition von NORMAL:
Normalität (vom lateinischen norma: Richtschnur, Regel) ist ein statistisches Maß. Das durchschnittliche Verhalten der Mehrzahl einer Gruppe oder der Bevölkerung wird als normal bezeichnet. Ein Mensch wird als normal angesehen und akzeptiert, wenn sein Verhalten dem der Mehrheit entspricht. Wann und ob man normal ist bestimmt die kollektive Gruppe, nicht der einzelne selbst. Normalität wird dem einzelnen durch kollektive Bedingungen zugeteilt.

„Hatten alle Kinder der Welt abgesprochen, dass ich nicht dazugehörte? Wohl kaum. Nein, ich glaube an mir war was, das den anderen sofort zeigte, dass ich nicht dazugehörte.“ (Zitat Seite 63)

Meinung:
Das Buch lässt sich wirklich leicht lesen und erleben, sehr schnell schlüpft man in die Seiten und Zeilen und heftet sich an Vincents Seite, um sein Leben aus seiner Sicht und mit seinen sensiblen Blicken und Auffassungen zu erleben. So ergibt es sich, dass ein 11jähriger Junge, der es alles andere als leicht in der Gesellschaft hat, uns die Welt mit seinen Augen und seinem Blickwinkel miterleben lässt. Trotz aller Verletzungen und Rückschläge, trotz Kränkungen und Beschimpfungen, die er aushalten muss: Dieser Jugendroman kann motivieren und vielleicht als Schullektüre das Thema Mobbing aufgreifen. Das Buch vermittelt tolle und sehr wertvolle Botschaften, es zeigt uns, dass es immer helles Licht gibt, egal wie dunkel die Realität auch gerade scheint!

Ich habe das Buch als Erwachsene gelesen, zielgerichtet ist es für junge Leser und Leserinnen ab etwa 9 Jahren. Dadurch ist die Sprache eher leicht und die Sätze nicht allzu lang oder verschachtelt. Dieser Roman lässt sich sehr leicht lesen und verstehen. Spielerische Elemente wie die Figuren des Käfers, des Fohlens, der Schlange und dem Eichhörnchen lockern mit Witz und Charme auf, zudem darf man sich auf Survival-Hacks freuen und niedliche Illustrationen bestaunen. Metaphern und Zitate runden das Buch neben der farblichen Gestaltung fein ab.

Sehr spannend, feinfühlig und durch die gewählte Ich-Perspektive aus den Augen und Gedanken des 11 jährigen Vincent, sehr nah und eindringlich geschildert. Mit dem Buch kann man viele Fragen aufgreifen, oder sich selbst reflektieren: Was ist normal? Wie kann man jemanden helfen der gemobbt wird? Warum grenzen wir einander aus? Ist Vincents Interesse für Überlebenstraining unnormal? Warum mobben manche und warum werden manche gemobbt?

Der 11 jährige Schüler Vincent, der unseren Hauptcharakter im Roman darstellt, ist ein ganz selbstständiger und zuverlässiger Junge. Er hat fürsorgliche Eltern und sogar ein Kindermädchen was nach der Schule bei ihm zu Hause auf ihn wartet. Vincent liebt die Natur und träumt davon, einmal der richtigen Wildnis ausgesetzt zu sein. Draußen überleben. Doch für Vincent heißt es erstmal drinnen in der Schule zu überleben und später noch den Heimweg… Denn plötzlich hat es einer auf Vincent abgesehen. Dilan mit seinen Kumpanen. Sie machen Vincent zum Opfer und ihm das Leben innerhalb und sogar außerhalb der Schule zur Hölle… Aber Vincent schweigt…

„Mit meinen eigenen Händen werde ich eine Stadt bauen, hier an diesem Bach, und diese Stadt wird nach mir heißen. Vince Town. In dieser Stadt steht nur ein einziges Haus, und das ist meins.“ (Zitat Seite 131)

Kritikpunkte:
Da ich das Buch als Erwachsene lese, empfinde ich viele Punkte zu oberflächlich oder kurz abgehandelt. Da hätte ich mir mehr Tiefe und Hintergrund vorstellen können. Aber für etwa 10 Jährige, die das Buch lesen, reicht es sicherlich völlig aus.
Etwas schade finde ich, dass der Übeltäter Dilan, hier keine Konsequenzen aufgezeigt bekommt, nachdem sich Vincent endlich getraut hat und erzählt was mit ihm gemacht wurde. Hier hätte es einen Fingerzeig im Buch geben dürfen, der deutlich macht, dass Mobbing eine Straftat ist und Dilan zur Rechenschaft gezogen werden muss.
Etwas unrealistisch sehe ich es, dass Vincent vor der gesamten Klasse und vor den Beamten verhört wird und dort endlich zur Sprache kommt, wie Dilan ihn schikaniert und sogar körperlich mit einer Waffe verletzt hat.

Schreibstil:
Enne Koens hat mit "Ich bin Vincent und habe keine Angst" ein nützliches Jugendbuch, mit einer wunderbaren Umsetzung des Themas Mobbing in Schulen geschaffen.
Aus der Ich-Perspektive begleiten wir Vincent durch die Schul-Hölle bis zu dem Moment, an dem endlich am Ende doch noch alles gut werden könnte, als er Die Jacke kennenlernt. Ich mag den Schreibstil, da ich zu jeder Zeit, das Gefühl hatte, Kirans stille Begleiterin zu sein.


Die Autorin (vom Verlag übernommen):
„Enne Koens, geb. 1974 in Amsterdam, lebt heute in Utrecht. Sie besuchte eine Schauspielschule und debütierte 2007 mit einem Erwachsenenroman, dem Bücher für Kinder und Jugendliche folgten. Koens schreibt außerdem Theaterstücke und Lieder. 2017 wurde sie mit dem Charlotte-Köhler-Stipendium ausgezeichnet.“

Die Illustratorin (vom Verlag übernommen):
„Maartje Kuiper, geb. 1979 in Mierlo, studierte an der Kunsthochschule Utrecht mit dem Schwerpunkt Illustration. Seit ihrem Studienabschluss im Jahr 2006 arbeitet sie als Illustratorin und Grafikerin für Zeitschriften und Buchverlage. Sie wohnt in Utrecht.“

Die Übersetzerin (vom Verlag übernommen):
„Andrea Kluitmann, geb. 1966, studierte Germanistik in Bochum und Amsterdam. Seit 1993 arbeitet sie als Literatur- und Fachübersetzerin aus dem Niederländischen. Sie lebt seit vielen Jahren sehr gerne in Amsterdam.“

Die Übersetzung:
Dieses Jugendbuch wurde aus dem Niederländischen von der Übersetzerin A. Kluitmann ins Deutsche übertragen. Ihre Arbeit und ihre Gewissenhaftigkeit bei der Übersetzung möchte ich an dieser Stelle einmal loben. Zwar stammt der Roman aus den Niederlanden und spielt scheinbar auch dort (Klassenfahrt ins benachbarte Belgien), jedoch könnte die Handlung auch an einer deutschen Schule stattfinden. Diese Übersetzung wirkt stimmig und rund, sie besitzt den Charme der Autorin und hat an Aussagekraft und Flair nichts einbüßen müssen. Jung, brandaktuell, gesellschaftskritisch und ehrlich. Zudem bekommt man ein kleines Survivaltraining gratis.

„Ich lasse den Blick über meine Mitschüler gleiten und spüre, wie ich allmählich ruhiger werde. Das hier tue ich auch für sie. Damit sie keine Angst mehr zu haben brauchen. Damit auch sie wissen, dass normal eine Erfindung ist.“ (Zitat Seite 187)

Das Cover / Gestaltung:
Das Cover ist klasse, da es deutlich macht, wie sehr der Verlag auf die Inhalte und Details der Geschichte eingeht und diese aufgreift. Wirklich wunderschön und hochwertig.

Fazit:
Das Buch besitzt viele wichtige Botschaften und ist mit Signalen durchzogen. Von Anfang bis Ende, von Seite 1 bis zum Schluss wird der junge und jung gebliebene Leser dazu aufgefordert, sich dezent und unterschwellig mit wichtigen Themen zu befassen und Stellung zu Ausgrenzung, Schikane, Mobbing, Gruppenbildung, Gewalt an Schulen und Andersartigkeit zu beziehen. Als Schullektüre zu empfehlen. 4 Sterne.



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