Eran Bar-Gil

 3.5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Zwillingsstern.

Lebenslauf von Eran Bar-Gil

Eran Bar-Gil wurde 1969 in Holon, Israel geboren. Der Autor, der auch als Musiker und Journalist arbeitet, hat bereits zwei Lyrikbände und einen Band Kurzgeschichten veröffentlicht. Sein Debütroman wurde in der israelischen Presse herausragend besprochen und mit dem zweijährlich vom Verband Israelischer Verleger verliehenen Bernstein-Preis für den besten hebräischen Roman 2005/2006 ausgezeichnet.

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Eran Bar-GilZwillingsstern
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Zwillingsstern
Zwillingsstern
 (4)
Erschienen am 01.06.2009

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Rezension zu "Zwillingsstern" von Eran Bar-Gil

Rezension zu "Zwillingsstern" von Eran Bar-Gil
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

"Zwillingsstern" von Eran Bar-Gil ist ein Roman über zwei auf unterschiedliche Art und Weise einsame Männer, die sich zufällig begegnen und feststellen, dass sie Zwillinge sind.

Inhalt vom Klappentext:
Israel 1977: Die Zwillinge Joni und Dan werden von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben. Sie wachsen in unterschiedlichen Familien auf, ohne von der Existenz des anderen zu wissen. Und doch empfinden beide eine immer schmerzlichere Leere. Eine Leere, die sie besondere Talente entwickeln lässt, aber auch zu Außenseitern macht. Bis sich Joni und Dan nach Jahrzehnten plötzlich gegenüberstehen...

Anfangs, so während der ersten 100 Seiten, kam ich so gar nicht rein in die Handlung und hätte das Buch beinahe abgebrochen und weggelegt. Der Stil war nicht so mein Fall, und den Inhalt fand ich eher verwirrend und wenig spannend oder interessant.
Ab der Hälfte wurde es dann doch etwas interessanter, so dass ich das Buch doch ganz gelesen habe und am Schluss fast überlegt hatte, ob es für drei Sterne reicht.
Doch dafür war mir der Einstieg einfach zu unangenehm.
Größter Punktabzug: In jedem Kapitel wechselt der Ich-Erzähler die Person, insgesamt gibt es drei Perspektiven, und gleich während der ersten drei Kapitel kommen die drei Perspektiven dran. Man liest erst mal einige Seiten, bis man überhaupt weiß, welches Geschlecht der Ich-Erzähler hat, bis man dann irgendwann erfährt. der es nun ist.
Wenn man in der Handlung drin ist, findet man in den ersten Sätzen heraus, wer der Ich-Erzähler in diesem Kapitel ist, aber es ist nicht in der Überschrift oder so angegeben.
Mag als Stilelement funktionieren, mir gefällt es jedoch nicht, erst mal "blind" in ein Kapitel reintappen zu müssen und mich darin ohne Anhaltspunkte zurecht finden zu müssen.

Somit bleibt es insgesamt bei nur zwei Sternen, es war einfach kein Buch für mich.
Ich muss jedoch dazu sagen, ich habe es mir nicht selbst gekauft, hätte es auch nicht gekauft, es war in einem geschenkten Buchpaket enthalten.
Ich würde sagen: Geschmackssache, und mein Geschmack war's nicht.

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Rezension zu "Zwillingsstern" von Eran Bar-Gil

Rezension zu "Zwillingsstern" von Eran Bar-Gil
Clarivor 10 Jahren

Eran Bar-Gil Zwillingsstern rowohlt Berlin
ISBN 3871346004
3871346004

Zwei Männer, zwei Leben, ein Geheimnis!

An einem der heißesten Tage des Jahres 1977 feiert in Israel ein kleiner Junge seinen siebten Geburtstag. Seine Mutter wird von gemischten Gefühlen heimgesucht. Sie empfindet Schuld, Dankbarkeit und Liebe. Vor vier Jahren starb ihr Mann, und sie musste von da an das Geheimnis um Jonis Geburt alleine weiter hüten.

Dreißig Jahre später beginnt die erfolgreiche und geniale Karriere eines jungen Geigers, der zum Stolz und zur Freude seiner Eltern Ascher und Rivka zum Konzertgeiger avanciert. Auch er trägt ein Geheimnis in sich. Wie man schnell errät, ist Dani der Zwillingsbruder von Joni.

Beide wuchsen in getrennten Familien als Adoptivsöhne auf und gingen mit unterschiedlichen Voraussetzungen ins Leben.
Ihre Lebensspur scheint sternförmig aufeinander zuzulaufen.
Beiden gemeinsam ist die Angst vor Prüfungen und davor, im Mittelpunkt zu stehen.
Joni gerät in seinen Jugendjahren an eine Gruppe von Freunden, die mit Schwierigkeiten in der Schule und beim Erwachsenwerden zu kämpfen haben. Seine Gang bedeutet ihm alles. Pferdesport und Tiere werden zu seinem Lebensinhalt.
Daniel hingegen hat seine Liebe zur Geige mit etwa zehn Jahren entdeckt. Hinreißend wird er beim Unterricht beobachtet, den eine pädagogisch kompetente Lehrerin übernommen hat. Wie sie ihren Unterricht gestaltet, das scheint einem Lehrbuch entnommen zu sein. Das Spiel mit der richtigen Anleitung zu begleiten, die Technik des Bogenführens zu unterrichten und darauf zu dringen, dass den Darbietungen noch Gemüt und Seele eingehaucht wird: das wird zur meisterhaften Erzählung! Die Musik und die Freude an ihr sind Elemente, in denen sich Dan zu Hause fühlt. Seine Leidenschaft für das Geigenspiel aber fordert ihren Preis! Daniel lebt für sein Spiel, und das kostet ihn die Liebe seiner Freundin Gil, die ihn nicht auf Dauer mit seiner Stradivari teilen will.
Die Spannung wächst mit der Frage, wie die Brüder zu dem wurden, was sie sind, und an welcher Stelle sich ihre Schicksalswege kreuzen werden. Dazu benutzt der Autor die Milieustudie für Joni und das sensible Einzelgängerschicksal von Dani. Der feinfühlige aber robustere Joni und der stabile aber empfindsame Dani bieten dazu ein breit gefächertes Angebot an Projektionsflächen. Mit farbenprächtigen und lebhaften Bildern ist Jonis Weg gesäumt. Danis Leben verläuft eher in der Abgeschiedenheit seiner Träume und Ambitionen, die nicht frei von Selbstzweifeln sind. Die Prosa passt sich dem jeweils gebotenen Text an: bei Dani ist sie eher zögerlich und empfindsam, und die Kapitelüberschriften gleichen Sätzen aus Symphonien, bei Joni gibt sie sich wild, sinnlich und zupackend.
Die krassen Schnitte von einem Kapitel zum nächsten unterstreichen den gegensätzlichen Lebensstil der Protagonisten. Auf träumerische Weise suchen sie den Weg zu ihrem Double. Überzeugend ist die Sehnsucht, mit der sich beide auf einander zu bewegen. Die Spannung wächst mit jedem Kapitel und man wartet sehnsüchtig darauf, dass alles gut enden möge.

Das Umschlagdesign von Cathrin Günther und Walter Hellmann mit dem Titel des Romans übt eine starke Faszination auf den Betrachter aus und fällt gleich ins Auge: zartes grau –weiß bilden den Hintergrund, auf dem zwei Geigen abgebildet sind. Assoziationen zielen auf einschmeichelnde Geigenmelodien und versinnbildlichen die Verdoppelung, in diesem Fall des Lebens als Zwilling. Das Buch ist harmonisch in der Aufmachung, im Text und in der Darstellung. Musikalität gibt den Ton an und bringt in die Erzählung das nötige Timbre.
Eran Bar-Gil lebt als Musiker und Schriftsteller in Israel. Er wurde 2006 für diesen Roman mit dem Bernstein – Preis für den besten israelischen Roman ausgezeichnet.

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