"Ungefähr zu dieser Zeit lernte ich Monsieur Ibrahim kennen. Monsieur Ibrahim war schon immer alt."
Man würde bei diesem Buch eigentlich nicht von einer Geschichte reden. Zu viel ausgespart und nicht verdeutlicht, manches ist zu rasant und sprengt die Idee einer konsequenten Erzählung, anderes kommt einem vielleicht etwas seltsam vor, weil es ohne wirkliche Vorbereitung oder Herleitung geschieht. Wer ein Werk filigraner Erzählkunst sucht, der ist dann mit diesem Buch auch eher weniger gut beraten.
Doch jedes Werk sollte im Zuge seiner Möglichkeiten, seiner Augenblicke des Gewahrwerdens von Schönheit beurteilt werden.
"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" hat viel von einem Märchen. Es ist voller kleiner Lebensweisheiten und die kommen unvermittelt, kristallisieren sich nicht heraus, sondern werden direkt an den Leser gebracht. Auch die Struktur der Geschichte, die einfach ihrem Fluss nachgeht, um zu erzählen, was sie erzählen will, ohne sich dabei an die ungeschriebenen Regeln der präzisen Darstellung oder eine Art von Konzept zu halten, erschafft einen Raum, leicht und von Ahnungen mehr durchwirkt als durch Fakten, der dem eines Märchens sehr ähnlich sind. Zuletzt ist da auch noch die sehr einfache, immer wieder kleine Kapriolen und Witze schlagende Sprache.
"M'sieur Ibrahim, wenn ich sage, dass Lächeln nur was für reiche Leute ist, dann will ich damit sagen, dass es nur was für glückliche Leute ist."
Sätze, die einem direkt in Fleisch und Blut übergehen; kleine Wunder, die einfach festgestellt werden. Um dieses Buch als etwas Schönes wahrzunehmen, muss man sich vielleicht vergegenwärtigen, dass es im Kern alle wichtigen Elemente einer schönen Geschichte enthält, all die Andeutungen von Lebendigkeit im Dasein, sich aber weigert sie weiter auszubauen, über die bloße Erwähnung hinaus. Das kann man beanstanden, gerade wenn man anderes gewohnt ist. Oder man freut sich über ursprüngliche, völlig unkomplizierte dieser Erzählung, in dem jedem Leser mit eigenen Gefühlen und Gedanken viel Platz eingeräumt wird.
Thomas Mann schrieb einmal über das kleine Buch "Squirrel" von Petzold, seine Lektüre sei so erfrischend gewesen "es hat mich über Tage hinweg glücklich gemacht." Das kann mal wohl, trotz Kürze und einer eher schwirrenden, den vertieften Lektüre, auch über dieses kleine Büchlein sagen. Es ist ein kleines Juwel, nichts besonderes, aber immer noch hell strahlend in jedem Sonnenlicht, dass aus unseren Augen auf seine Seiten fällt.
"Schau mal, Momo, die Brücken, die Seine liebt sie, wie ein Frau, die in ihre Armbänder vernarrt ist."
Eric-Emmanuel Schmitt
Lebenslauf
Alle Bücher von Eric-Emmanuel Schmitt
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Oskar und die Dame in Rosa
Das Kind von Noah
Adolf H. Zwei Leben
Die Schule der Egoisten
Das Evangelium nach Pilatus
Odette Toulemonde und andere Geschichten
Mein Leben mit Mozart
Neue Rezensionen zu Eric-Emmanuel Schmitt
Ich kannte weder Autor noch Buch, aber der Titel sprach mich an.
Ich hab ehrlich gesagt einen durchaus sachlichen Roman erwartet, der wenig in die christliche Richtung driftet.
Bekommen habe ich ein zutiefst emotionalen Einblick in einen Jesus bekommen, der auch genauso hätte sein können, nämlich durch und durch auch Mensch.
Die Perspektive von Pilatus gefiel mir auch sehr, ein Mensch, der nur durch seine Erfahrung mit anderen Menschen urteilen kann und eine Intrige vermutet, am Ende aber auch selbst viel erkennt.
Ein sehr schönes durchaus auch religiöses Werk mit einem komplett anderen Blickwinkel, der gut tut.
Dies ist meine persönliche Meinung. Der Klappentext klingt vielversprechend und macht neugierig auf mehr. Ich finde das Buchcover echt gelungen und dachte so „Hey eine kleine kurze Geschichte.“ Ich habe bislang noch keines seiner Bücher richtig gelesen.
Ich hatte nicht wirklich die Zeit gehabt zu lesen.
Als ich dann las, wurde ich immer verwirrter. Denn ich dachte, wirklich es geht um Odette Toulemonde. Aber in dieser Geschichte geht es um mehrere Frauen & Männer und ihre unterschiedlichen Beziehungen.
Da gibt es Jennifer, die nicht mal wusste, dsas ihr Mann, den sie seit 2 Jahren verheiratet ist, eine Ersatzfmailie hat mit 3 Kindern. Auch das erfährt sie. Nur er verlässt sie nicht, weil er sie liebt. Obwohl er eigentlich seine Frau liebt.
Dann gibt es Odette Toulemonde, die Balthazar Balsan feiert und ihn kennen lernt. Es sind kurze Geschichten a la 10 Seiten jeweils.
Leider habe ich eher gedacht, das es mehr um Odette geht und nicht um andere Frauen und ihre Männerprobleme. Mehr um Odette und ihr Probleme. Eine spannende Geschichte über Odette.
Die Geschichten sind sehr leicht und flüssig geschrieben.
Leider wie ihr mitbekommen habt, fand ich es irgend wie nicht so gut.
Ich hätte mich mehr auf Odette gefreut und von Anfang und bis zum Ende erfreut- Mehr des Lebens als das kurze Leben was dort drin stand.
Gespräche aus der Community
Eine Nacht in der Wüste wird zur lebensverändernden Erfahrung ...
Der französische Autor Eric-Emmanuel Schmitt ist besonders durch Romane wie "Oskar und die Dame in Rosa" und "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" bekannt, in denen er sich stark mit Religionen auseinandersetzt. Dabei schlägt Schmitt einen unterhaltsamen Ton an, um seine Leser durch seine philosophischen Gedankengänge zu führen.In seinem neuesten Roman "Nachtfeuer" erzählt Eric-Emmanuel Schmitt von einer autobiografischen Begebenheit, in der er eine Nacht in der algerischen Wüste verbringen musste.
Für alle Leser von Eric-Emmanuel Schmitt ergibt sich in "Nachtfeuer" ein interessanter Einblick in das Leben des Schriftstellers, den man nicht verpassen sollte!
Mehr zum Buch
In seinem ersten autobiographischen Roman "Nachtfeuer" erzählt der Bestseller-Autor Eric-Emmanuel Schmitt, wie er als junger Student eine Nacht in größter Gefahr in der Wüste Algeriens verbrachte und nicht wusste, ob er überleben wird. Diese mystische Erfahrung legte den Grundstein für seine Auseinandersetzung mit den Weltreligionen und beeinflusst seither sein Schreiben und Denken. In "Nachtfeuer" berichtet Schmitt von einer ganz eigenen religiösen Erfahrung. Als junger Philosophiestudent folgte er den Spuren eines französischen Mystikers, Charles de Foucauld, der einst bei den Tuareg in der Sahara lebte. Nachdem er bei einer Bergbesteigung seine Gruppe verloren hatte, verbrachte er die Nacht alleine und schutzlos. Schmitt gräbt sich in den Sand, um nicht zu erfrieren, das Sternenzelt über ihn, er spürt den Tod, hat aber keine Angst. In dieser existentiellen Not erfährt er eine übersinnliche Kraft, die ihn überleben ließ.
>> Hier geht es direkt zur Leseprobe für den ersten Eindruck
Mehr zum Autor
Eric-Emmanuel Schmitt, geboren 1960 in Sainte-Foy-lès-Lyon, studierte Klavier in Lyon und Philosophie in Paris. Er lebt heute in Brüssel. Mit seinen kleinen Erzählungen über die großen Religionen der Welt wie »Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran«, »Oscar und die Dame in Rosa« oder »Das Kind von Noah« wurde er international berühmt und gehört zu den erfolgreichsten Gegenwartsautoren in Frankreich. Seine Werke wurden in 40 Sprachen übersetzt und haben sich mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Mit einem eigenen Theater in Paris, das er 2012 erwarb, erfüllte sich Eric-Emmanuel Schmitt einen langersehnten Traum.
Gemeinsam mit S. FISCHER vergeben wir in dieser Leserunde 15 Exemplare von "Nachtfeuer".
Was ihr für dafür tun müsst? Bewerbt euch bis einschließlich 27.09. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage:
Was würde euch an einem Ausflug in die Wüste reizen?
Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten und drücke euch allen ganz fest die Daumen!
Bitte beachte vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Leserunden!
Zusätzliche Informationen
Eric-Emmanuel Schmitt wurde am 28. März 1960 in Sainte-Foy-lès-Lyon (Frankreich) geboren.
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