Eric-Emmanuel Schmitt Adolf H.

(48)

Lovelybooks Bewertung

  • 54 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 5 Leser
  • 9 Rezensionen
(20)
(19)
(7)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Adolf H.“ von Eric-Emmanuel Schmitt

8. Oktober 1908: 'Adolf Hitler durchgefallen.' Ein einzelner Satz steht am Anfang der Katastrophe, die ein Jahrhundert erschüttert hat. Was aber, wenn der Zwanzigjährige tatsächlich Maler geworden wäre? Ohne Scheuklappen wirft Eric-Emmanuel Schmitt die verstörende Frage nach den Bedingungen auf, die einen Menschen zu dem machen, was er ist. Parallel zu der Geschichte des Diktators Adolf Hitler erzählt er eine Lebensgeschichte im Konjunktiv: die Biographie des Kunstmalers Adolf H.

Stöbern in Romane

Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen

Fantasy-Krimi mit viel Spannung und Humor. Fesselnd, skurril, einfach klasse!

elafisch

Lied der Weite

Zeit für romantische Emotionen und Empfindlichkeiten gibt es wenig, Pragmatismus, Realismus – das ist es, was das Leben fordert.

AenHen

Menschenwerk

Was bleibt, wenn die Menschlichkeit abhanden kommt?Schmerzhaft und grausam, eindringliche Lektüre.

ulrikerabe

Der Frauenchor von Chilbury

Tolle Geschichte, mitreißend und berührend

Wuestentraum

Highway to heaven

Eine ziemlich verrückte ganz normale Liebesgeschichte

loly6ify

Sonntags in Trondheim

WE are Family :-)

Ivonne_Gerhard

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    Saari

    "Indem ich zeige, dass Hitler ein anderer hätte werden können, als der er geworden ist, werde ich jeden Leser spüren lassen, dass auch er hätte Hitler werden können", sagt Schmitt über die Intention dieses vorliegenden Romans in einer Art Nachwort. Bei diesem Satz blieb mir ehrlich die Spucke weg. Natürlich war Adolf Hitler nicht das Monster, als das er ja gern dargestellt wird. So schwer es auch fällt, daran zu glauben, war Hitler wohl ein Mensch – paranoid und größenwahnsinnig, aber nicht verrückt. Und so schwer es auch fällt, daran zu glauben, trägt wohl jeder von uns etwas potentiell Böses in sich. Aber mir als Leser zu unterstellen, ich könne zu einem derartigem Verbrechen an der Menschheit fähig sein, ist so ziemlich das Dümmste, das mir je untergekommen ist – und macht mich wütend. Bisher kannte ich von Eric-Emmanuel Schmitt nur „Oskar und die Dame in Rosa“, was mir sehr gut gefallen hat. Auf seinen Roman „Adolf H. : zwei Leben“ war ich sehr gespannt und hatte auch viel Positives gehört. Zurück bleibe ich mit Wut, Unverständnis – und der Erkenntnis, dass ich schon eine ganze Weile kein Buch mehr gelesen habe, bei dem es mir so schwer fiel, am Ball zu bleiben. Schmitt ist einfach kein großer Erzähler. Das Buch hat zu viele Längen, ist teilweise arg verwirrend und bisweilen mutet der fiktive Teil einfach zu grotesk und lächerlich an. Für mich wollte Schmitt nichts anderes als provozieren – denn wie er selbst im Nachwort sagt, ist Hitlers Gestalt wohl nach wie vor eine Art Tabuthema (außerdem stand die Was-wäre-wenn-Hitler-an-der-Kunstakademie-aufgenommen-worden-wäre-Frage ja schon des Öfteren im Raum) und außerdem muss ein Buch „Streit auslösen, sonst ist es nutzlos“. Nicht nur, dass ich anderer Meinung bin, damit entlarvt Schmitt sich auch wunderbar selbst. Nicht die Beantwortung der Was-wäre-wenn-Frage steht im Vordergrund, sondern einzig die Tatsache, Hitler als „normalen Menschen“ darzustellen, und zwar so, dass der geneigte Leser sich auch mal identifizieren oder zumindest verstehen kann. Das mag dem ein oder anderen gelingen – mir jedoch nicht. Enttäuschende 2 Sterne für ab und an unterhaltsame Absätze oder gar Seiten und die Idee, Hitlers wahres Leben gegenüber einem möglichen darzustellen. Für mehr reicht es meiner Ansicht nach nicht.

    Mehr
    • 2
  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    some

    04. June 2012 um 18:38

    Was wäre wenn...? Wer stellt sich nicht mal diese Frage? Für die interssante Umsetzung dieser Idee und dafür die Figur Hitler zu wählen, gebe ich schon vier Punkte. Natürlich wäre sein Lebensweg anders verlaufen, wenn man ihn zum Kunststudium zugelassen hätte, ob sich natürlich Deutschland in der Art entwickelt hätte, ist eine andere Frage. Die Idee des "Was wäre wenn es Hitler nicht gegeben hätte", gab es schon in Stephen Frys "Geschichte machen" und Deutschland kommt genauso schlecht dabei weg, wie im wahren Leben. Die Idee, Hitlers Biographie neu zu schreiben und ihn ein normales Leben leben zu lassen, ist unglaublich lesenswert!

    Mehr
  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    StephanSchwarz

    06. May 2012 um 11:22

    „Adolf Hitler: durchgefallen“ mit diesem Satz beginnt Eric-Emmanuel Schmitt seinen philosophisch angehauchten Roman. Er beschreibt auf der einen Seite den Werdegang Hitlers zum größten Massenmörder der Geschichte und stellt der historischen Person eine Alternativpersönlichkeit gegenüber, getreu dem Motto, was wäre geschehen, wenn die Wiener Kunstakademie den jungen Hitler als Kunststudenten aufgenommen hätte. „Adolf H.: bestanden“ ist der Satz, an den sich der Lebensweg der imaginären Person Adolf H. von der realen Vita Hitlers trennt. Zur besseren Unterscheidung zieht der Autor diese Schreibweise durch seinen gesamten Roman durch. Die historische Person nennt er Hitler, die imaginäre Adolf H. Während der historische Lebensweg weitestgehend bekannt, jedoch sehr spannend und mit interessanten Einsichten gespickt ist, entwickelt sich der alternative Lebensweg Adolf H’s sehr mitfühlend und man leidet beim Tod der ersten Frau des Kunstmalers Adolf H. mit und freut sich auf der anderen Seite über seinen Erfolg. Wobei der Autor mit Hilfe der dichterischen Freiheit es sich nicht nehmen lässt literarische Rache an der realen Person zu üben, indem er den jungen Adolf H bei Freud sich auf die Liege legen lässt, damit dieser ihn heilen kann. Darüber hinaus stellt er ihm eine Frau mit dem Spitznamen Elf Uhr Dreißig und als zweite Ehefrau eine Deutschjüdin zur Seite, deren Vater den Traum eines zionistischen Israels in Palästina träumt und den Schwiegersohn verachtet, weil dieser nur Deutscher und kein Jude ist. Am Ende gleicht der virtuelle Adolf H. in nichts mehr der realen Person Hitlers, obwohl zum Anfang der Geschichte, beider Personen die selben Wesenszüge tragen. Adolf H ist menschlich und sympathisch, Hitler bis zum Schluss die Bestie, die alle Schuld nie bei sich, sondern immer nur bei anderen sieht. Gewiss kann sich eine Debatte darüber entzünden, ob die Gründe, die Schmitt für die Bösartigkeit Hitlers angibt ausreichen, um ihn annährend zu verstehen, aber ich persönlich halte manche seiner Ansätze für nachdenkenswert. Schmitt spielt allerdings nicht nur mit der alternativen Geschichte, nein in meinen Augen sind zwei Botschaften von zentraler Bedeutung. Die erste und sehr erschreckende Botschaft lautet, dass der reale Hitler trotz aller Boshaftigkeit und perverser menschenverachtender Überzeugung ein Mensch war, und dadurch nichts anderes als alle anderen Menschen auch. Hitler fiel nicht von einem anderen Stern auf die Erde, er war Mensch nur ohne die positiven, menschlichen Seiten des Menschseins. Weitergedacht bedeutet das, dass ein kleiner Hitler in jedem von uns steckt und wir uns daran erinnern müssen, dass das Böse immer aus jedem von uns hervorbrechen kann, wenn wir unsere Menschlichkeit und unser Mitgefühl anderen gegenüber vergessen. Die zweite Botschaft ist wesentlich tröstlicher, sie besagt, dass der Mensch immer die Wahl hat sich zwischen dem Guten und dem Bösen zu entscheiden. Indem der Mensch immer Alternativen hat, ist er für seinen Weg und sein Handeln am Ende immer selbst verantwortlich. Nur man selber macht sich zu dem, was man ist. Ich habe diese Buch in weniger als 15 Stunden durchgelesen und sage nur: Absolut empfehlenswert

    Mehr
  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    Arethelya

    15. February 2011 um 20:37

    Was wäre wohl geschehen, wenn... - der junge Adolf Hitler an der Wiener Kunstakademie angenommen worden wäre. - eben dieser eine Therapie bei dem berühmten Psychologen Siegmund Freud begonnen hätte. - der junge Adolf seine Phobie gegenüber Frauen überwunden hätte. - Adolf eine Familie gegründet hätte. Diese und mehr Fragen muss sich Schmitt wohl gestellt haben, als er dieses Buch konzipierte und schrieb. Doch er befasste sich nicht nur mit der Thematik des Möglichen, sondern auch mit der des Realen, weshalb dieses Buch einen besonderen Reiz besitzt. Das Werk ist sozusagen zweigeteilt. Einerseits wird in einem erzählerischen, belletristischen Stil die Biographie von Adolf Hitler beschrieben. Schmidt nennt jenen Adolf Hitler nur bei seinem Nachnamen, um ihn von seinem Gegenstück abzugrenzen. Schmidt schafft es hervorragend, den Wahnsinn und die Starrsinnigkeit des realen Adolf Hitler darzustellen, der von einem inneren Zwang getrieben wird, Deutschland wieder ins Licht zu führen. Manchmal wirkt Hitler unmenschlich wie eine Maschine, was dafür sorgt, dass man während des Lesens einen Schauder über den Rücken hinunterrinnen fühlt. Diese erzählerische Biographie hat mich an einigen Stellen mehr berührt und teilweise an bestimmten Stellen mehr angewidert, als es eine sachliche mit Bildern untermauerte Darstellung vermocht hätte. Insbesondere der kranke, dahinsiechende Adolf kurz vor seinem Tode stößt den Leser ab, keine Möglichkeit für Verständnis offen lassend, nur Faszination für eine jammervolle Gestalt. Hitler ist in diesem Werk der Antiheld, der keine Chance auf Symapthie hat, der aber dennoch zum Wesentlichen dafür beiträgt, dass die andere Figur umso angenehmer und sympathischer wirkt. Die andere Figur ist Adolf H., ein junger Kunststudent, der nur knapp bestanden hat. Er durchlebt alles, was dem realen Hitler hätte wiederfahren können, wenn er nicht zum zweiten Mal (und damit endgültig) bei der Wiener Kunstakademie abgelehnt worden wäre. Ihm werden auch alle Möglichkeiten zuteil, die Hitler gebraucht hätte, um ein normales Leben führenzu können, ohne Phobien und Paranoia. Er ist das genaue Gegenteil der realen Figur und diesen Adolf H. kann man einfach nur mögen. Am Anfang ist er unbeholfen, fast tapsig und man kann nur bei der Szene schmunzeln, als er ein Aktportrait einer Frau malen soll und dabei ohnmächtig wird. Auch seine sexuelle Unerfahrenheit und seine Naivität bringen Humor in das Buch, das auf der einen Seite (Hitler) sehr verstörend und auf der anderen (Adolf H.) beschwinglich, leicht und entspannend ist. Beeindruckend an dem Buch sind mehrere Punkte. Zum einen ist Schmitts Stil einzigartig. Er beschreibt auf malerische Weise jede Szenerie, ohne dabei ausschweifend zu werden oder sich zu kurz zu fassen. Es passt Punkt genau. Der Stil ist flüssig, leicht verständlich und an einigen Stellen hat es mich mehr an ein Kinderbuch erinnert (wenn man von den grausigen Szenen des Hitlers absieht). Ich denke, dies macht es auch für breite Lesergruppen attraktiv, sowohl für anspruchsvolle als auch genügsame. Sehr gut erdacht ist auch die zweiteilige Umsetzung des Buches. Die Biographie würde ohne die Gegenüberstellung des Adolf H. nicht funktionieren, es wäre nicht so interessant. Umgekehrt wäre dies auch der Fall, denn um es pauschal zu sagen, beinhaltet das Leben des Adolf H. zwar diverse Höhen und Tiefen, birgt aber zu wenig Drama in sich, um als eigenständige Geschichte funktionieren zu können. Zudem wird Adolf H. für den Leser nur deshalb so teuer, gerade weil man immer wieder Passagen über Hitler liest, die reale Person, die wirklich diese krankhaften Dinge getan hat, die von Schmitt mit faszinierender Intensität beschrieben werden. Ich mochte persönlich die doppelten Höhepunkte in den beiden verschiedenen Leben und auch, dass es zwei Enden gab. Die eine Erzählung war mit dem Selbstmord Hitlers abgeschlossen, die andere endete mit einem kleinen Ausblick auf Adolf H.s Lebensverlauf. Ich finde dieses Werk absolut gelungen, insbesondere durch seine gewagte Thematik. Es hätten nicht viele geschafft, eine Biographie zu Hitlers Leben zu verfassen, bei der man behaupten kann, dass sie spannend ist, sodass man Lust bekommt auf mehr. Auch wären es nicht vielen gelungen, eine mögliche Biographie Adolf Hitlers zu verfassen, bei der die Hauptperson nicht mit dem realen Hitler gleichgesetzt wird, auch wenn man sich immer bewusst ist, dass es eben jener sein soll. Ich bezweifle auch, dass ein anderer Autor die Sympathie für Adolf H. erzielt hätte. Zudem rechne ich Schmitt hoch an, dass er sich den zweiteiligen Aufbau des Werkes erdachte und wirklich sehr gut den Schnitt wählte, um von einer Person zur anderen zu wechseln. Lesenswert!

    Mehr
  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. December 2010 um 11:53

    „Adolf H. – Zwei Leben“ ist ein geniales Buch – auf der einen Seite faszinierend und auf der anderen tief verstörend. Éric-Emmanuel Schmitt stellt sich die Frage, wie aus einem jungen Mann von 19 Jahren, welcher sich für Kunst und Kultur interessierte, eines der schrecklichsten Menschen der Weltgeschichte werden konnte. In zwei Handlungssträngen erzählt Schmitt einmal das Leben des realen Adolf Hitlers und das andere mal das des idealisierten Adolf H. Dabei steht die Aufnahme an die Kunstakademie als ausschlaggebender Faktor für die Entwicklung des Jungen Mannes. Während Adolf Hitler abgelehnt wird und sich zu einem verblendeten Tyrannen entwickelt, wird Adolf H. durch verschiedene Ereignisse, wie die psychologische Behandlung von Siegmund Freud zu einem Künstler, zu einem Liebhaber, aber vor allem zu einem Menschen. Wie die wahre Geschichte verlaufen ist wissen wir Alle, doch sich die Welt vorzustellen wie sie sich entwickelt hätte, wenn es niemals einen solchen Adolf H. gegeben hätte, ist sehr spannend und eine knackige neue Idee. Schmitt gelingt die Darstellung dieser Zwei Leben ausgezeichnet und zeigt mit seinem Roman, das nicht nur die Umstände in denen wir Leben oder das Schicksal unseren Charakter bestimmt, sondern wir selbst am meisten. Brillant – muss man gelesen haben!

    Mehr
  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    Sonoris

    03. April 2010 um 20:17

    Vor nicht allzu langer Zeit startete Oliver Hirschbiegel nach dem Drehbuch von Bernd Eichinger das Filmprojekt „Der Untergang“, welcher sich mit dem 2. Weltkrieg und Adolf Hitler auseinander setzte. Dieser Film erhitzte die Gemüter, da in dem Film für viele Kritiker u. a. zu wenig auf die Judenvernichtung eingegangen und deren Initiator, Adolf Hitler, als einfühlsam, letztendlich als Mensch dargestellt wurde, der genauso leidensfähig ist und Bedürfnisse hatte, wie wir alle. Aktuell, nach nunmehr 6 Jahren, ist ein Buch veröffentlicht worden, welches ähnlich an diese Thematik herangeht und Adolf Hitler nicht als ein Monstrum darstellt. Dieses Buch geht gar noch weiter, in dem es beschreibt, wie Adolf Hitler geworden wäre, wäre er damals als Student an der Universität für Kunst angenommen worden. Dadurch wird uns Adolf Hitler als jemand vorgestellt, der uns viel näher ist, als wir es vielleicht gerne hätten; nämlich als einen Menschen, der entsprechende Erfahrungen gesammelt und Entscheidungen getroffen hat, der ihn zudem werden ließ, zu dem er letztlich geworden ist. Eric-Emmanuel Schmitt, der dieses Unterfangen auf sich genommen hat, ermöglicht uns – ähnlich des Films „Der Untergang“ - den Menschen hinter dem Diktator Adolf Hitler zu sehen, mit Gefühlen und Bedürfnissen, mit gar allzu menschlichen Regungen und Neigungen. Um diesen Menschen besonders deutlich sichtbar werden zu lassen, ging der Autor der Frage nach, wie stark der Einfluss auf die Persönlichkeit Hitlers, auf seine Entscheidungen, Ansichten und seine Haltung gewesen wäre, wäre er als Maler angenommen worden. In dem vorliegenden Roman befinden sich demzufolge zwei Erzählstränge: In der einen Geschichte wird sich mit dem realen Hitler beschäftigt, der als von Hass getriebener Diktator in die Geschichte eingegangen ist und viel Leid verursachte. Der zweite Erzählstrang berichtet über den fiktiven Hitler, der als Maler sein Geld verdiente und sein Leben bestritt. Neben der Beschäftigung mit der Frage, wie Hitler sich entwickelt hätte, wenn er als Maler angenommen worden wäre, ging er der Frage nach, wie sich dies global bezüglich der Ereignisse in Deutschland gar in der Welt ausgewirkt hätte. Welchen Stellenwert hätten Deutschland oder die Vereinigten Staaten bekommen, wenn Deutschland nicht den 2. Weltkrieg begonnen und den Judenhass geschürt hätte und somit die hohe Auswanderungsrate vieler Wissenschaftler aus Deutschland in Richtung Amerika ausgeblieben wäre? Eric-Emmanuel Schmitt ist mit seinen interessanten und nachvollziehbaren Theorien über Adolf Hitler und den Bedingungen, denen er ausgesetzt war, und dem möglichen Weltgeschehen ein bemerkenswerter Roman gelungen. Sehr gefühlvoll und eindringlich beschreibt er die reale und fiktive Person und vereint dies sehr geschickt zu einer sehr spannenden und interessanten Geschichte. Wie schon deutlich wird, betrachtet der Autor diese historische Gestalt aus einem bislang neuen Blickwickel heraus, die ihm eine weniger von Schuldzuweisungen geleitete Bearbeitung zugelassen hat. Am Ende des Buches befindet sich ein Journal, das über seine Arbeit an diesem Roman, Zeugnis ablegt. Dabei wird ersichtlich, mit welchen Schwierigkeiten er während des Schreibens konfrontiert wurde und wie schwer es ihm gefallen ist, über die Gräueltaten des Diktators zu schreiben. Gleichzeitig ist durch dieses Journal spürbar geworden, wie sehr ihm dieses Thema am Herzen lag und wie gründlich seine Recherchen dafür waren. Dieser Roman ist ein überaus wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung dieses für uns so prägenden Ereignisses. Der sehr angenehme Sprachstil und sehr gelungene Aufbau dieser Geschichte, lassen diesen Roman zusätzlich zu einem sehr bemerkenswerten Leseerlebnis werden. In diesem Sinne hoffe ich, dass dieser Roman viele Leser finden wird, was dem Roman nur gerecht werden würde. Vielleicht wird durch dieses Buch, was bei „Der Untergang“ schon den Anfang gemacht hatte, eine notwendige Enttabuisierung dieses Themas stattfinden und ein Loslassen von dem immer noch herrschenden Schuldgefühl ermöglicht.

    Mehr
  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. October 2009 um 10:44

    Die Darstellung von Hitler und von Adolf H. Die traurige Wahreheit und die Fiktion. Die "was wäre wenn Frage" wird in diesem Buch ausgekostet. Es ist spannend geschrieben und lässt einen mitfiebern. Zeitweise bekommt man kurz das Gefühl, dass es etwas langatmig geschrieben ist, doch am Ende merkt man, dass genau das das Buch ausmacht. Die Intensität und die Genauigkeit und die Interpretation. Ich finde es toll, dass sich E. Schmitt an dieses Thema, in dieser Form herangewagt hat und daraus so etwas grossartiges gemacht hat. Ein wirklich tolles Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    urlaub

    09. October 2008 um 21:14

    Leider ab der Hälfte recht wirr..

  • Rezension zu "Adolf H. Zwei Leben" von Éric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

    vogelsusi

    28. June 2008 um 20:44

    Schräge Gedankenspieleri: Was wäre wenn Hitler Maler geworden wäre und nicht aus Verlegenheit Diktator? Mir hätte die hypothetische Story ohne die bekannte tatsächlich verlaufene Parallelgeschichte des Gröfaz gereicht. Und EESchmitt hätte für emin Gefühl auch auf ein paar bewußte Geschmacklosigkeiten verzichten können. Manche Tabus werden erst zu Tabus, indem man sie absichtlich bricht.

  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks