Eric-Emmanuel Schmitt Als ich ein Kunstwerk war

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Inhaltsangabe zu „Als ich ein Kunstwerk war“ von Eric-Emmanuel Schmitt

Mit einem Sprung in die Tiefe will der junge Tazio Firelli seiner verhassten Existenz ein Ende bereiten. Doch ein verlockendes Angebot des geheimnisumwitterten Künstlers Zeus-Peter Lama, der ihm Schönheit, Ruhm und Einmaligkeit verspricht, ist Rettung in letzter Minute. Allerdings um den Preis, dass er sich ihm mit Leib und Seele ausliefert. Mit Hilfe des Chirurgen Dr. Fichet soll aus Tazio ein unverwechselbares Kunstwerk werden: die Statue 'Adam zwei ', ein schillerndes Ausstellungsobjekt, das weltweit Begeisterungsstürme auslöst.

Sehr interessante Sichtweise auf die heutige Konsumgesellschaft mit einer interessanten Atmosphäre!

— Clairy

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    Als ich ein Kunstwerk war

    dominona

    17. October 2014 um 17:53

    Kein Mensch mehr sein, die Verantwortung komplett abgeben und dennoch Beachtung finden - das wünscht sich der Erzähler und ein Künstler erfüllt ihm seine Bitte, aber welcher Preis dafür gezahlt wirden muss, zeigt sich im Laufe der Romanentwicklung. Das Thema ist tiefsinnig, wird aber mit einfachen Mitteln umgesetzt, was den Zugang erleichtert. Ein Plädoyer für Selbstbestimmung, eigenes Denken und den Rat, dass manche Menschen viel erzählen, wenn der Tag lang ist.

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  • Als ich ein Kunstwerk war

    Als ich ein Kunstwerk war

    Alienor

    20. March 2013 um 12:56

    Tazio Firelli fühlt sich neben seinen bildschönen Brüdern, die beide Stars sind, mehr als mittelmäßig. Er beschließt seinem Dasein ein Ende zu setzen und möchte sich von den Klippen stürzen. In letzter Sekunde hält ihn der exzentrische Künstler Zeus-Peter Lama auf. Der unterbreitet ihm, in bester Mephisto-Manier, ein Angebot: Wenn er nach 24 Stunden immer noch nicht seine Lust am Leben wiedergefunden haben sollte, bringt er ihn zurück zu den Klippen. Der vermeintliche Wohltäter entpuppt sich jedoch schnell als menschenverachtender Egomane. Tazio soll für ihn zur lebendigen Statue werden, mit dem klangvollen Namen "Adam Zwei". Der von Selbsthass zerfressene Mann zögert nicht lange, übereignet seinen Willen dem Künstler und wird nach schmerzhaften Operationen zum Ausstellungsobjekt. Dass ihn die Aufgabe seiner menschlichen Existenz nicht glücklich macht, versteht sich von selbst. Eine zufällige Begegnung am Strand mit zwei „echten“ Künstlern und eine aufkeimende Liebe erwecken Sehnsucht nach der Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben. Doch Lama ist natürlich nicht ohne Weiteres bereit, auf das prestigeträchtigste Projekt seiner Karriere zu verzichten... Vordergründig hat Schmitt eine Parodie auf die Welt der Kunst geschaffen, die nicht nur komisch ist, sondern oft auch ins Schockierende und geradezu Ekelerregende abgleitet: „Auf dem Podest waren drei nackte junge Frauen zu sehen und auf der Leinwand lediglich eine Tomate. –Sehen Sie wirklich…das da? fragte ich. – Was? – Eine Tomate. – Wo sehen Sie denn eine Tomate? – Auf ihrer Leinwand. – Tomate? Was heißt hier Tomate, Sie Einfaltspinsel, das ist das Ur-Rot!“ (S. 29) „Ein Künstler ergoß die Eingeweide frisch geschlachteter Schweine über die weißen Leiber vorpubertärer Schönheiten. Ein anderer hatte seine Haut mit Haken gespickt und sich daran zur Saaldecke hieven lassen […] Am spaßigsten aber waren die Paillasson-Brüder, acht Brüder, die, mit Lendenschurzen bekleidet, der Länge nach auf dem Boden lagen und so die Besucher zwangen, auf sie zu treten, wenn sie den Saal verlassen wollten.“ (S. 118/119) Doch es geht um viel mehr. Was macht das Menschsein eigentlich aus? Kann ein Mensch zum Objekt degradiert werden? Wie wertvoll ist die persönliche Freiheit? Warum geben wir sie freiwillig auf? Was macht uns einzigartig unter den vielen „schöneren“, „besseren“ Menschen auf dieser Welt? So erfährt Tazio beispielsweise, dass seine hochgelobten Brüder ebenfalls nicht frei und glücklich sind und dass es manchmal einer anderen Perspektive bedarf, um das Leben und das eigene Selbst schätzen zu können. Prinzipiell ist dies wieder ein echter Schmitt, kurzweilig und inhaltsreich. Doch vielleicht habe ich mittlerweile zu Vieles von ihm gelesen, um noch so begeistert wie am Anfang zu sein. So hat mich die Liebesgeschichte irgendwie gestört, denn es ist ein Grundmuster des Schriftstellers, dass unsere gesamte Existenz letztendlich ihren Sinn in der Liebe erfährt. Ein wunderschöner Gedanke, eigentlich. Aber nach zehn Werken hat man die Botschaft wohl ein wenig zu häufig vernommen. Ich finde das trotzdem verzeihlich und vergebe mit gutem Gewissen vier Sternchen!

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  • Rezension zu "Als ich ein Kunstwerk war" von Eric-Emmanuel Schmitt

    Als ich ein Kunstwerk war

    Marlischen

    26. December 2010 um 22:38

    Faust lässt grüßen. Die Geschichte beginnt wie eine tragische Erzählung und wendet sich zu einer faustischen Parabel, die das Groteske nur in sich aufgesogen hat. Tazio will sterben und gerät in die Hände des größenwahnsinnigen Künstlers Zeus Peter Lama. Dieser verpsricht ihm ein neues Leben - als Gegenleistig solle Tazio ihm sein Leben, sein Denken und Handeln anvertrauen. Tazio willigt ein und wird zum neuen Werk des fanatsichen Künstlers. Als lebende Statue - berühmt, aber entstellt - fristet er sein Dasein, bis ihn die Liebe einholt. Die Geschichte verliert sich trotz ihrer Absurdität nicht in der Groteske. Es bleibt stets der Bezug zur Realität gewahrt. Der Leser fühlt mit dem Protagonisten - er lacht und verzweifelt mit ihm. E. M. Schmitt schafft es immer wieder mit seinen Geschichten über das Leben zu begeistern und zu verzaubern.

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  • Rezension zu "Als ich ein Kunstwerk war" von Eric-Emmanuel Schmitt

    Als ich ein Kunstwerk war

    Die Buchprüferin

    06. September 2009 um 13:05

    Schon doof: Du stellst dich auf eine Klippe, um dich selbst von deinem nichtigen Leben zu erlösen, und dann kommt dir einer dazwischen. So ein reicher Schnösel, der sich selbst für den größten Künstler der Welt hält und dir verspricht, dass sich dein Leben ändert, wenn du ihm nur vierundzwanzig Stunden gibst. Also gibst du ihm vierundzwanzig Stunden. Und prompt passiert es: Du wirst etwas anderes. Bist keine Null mehr, sondern ein Kunstwerk, geschaffen durch plastische Operationen. Und außerdem bist du tot, das heißt, deine frühere Person ist tot, deine Eltern und deine unerträglich berühmten Brüder haben an deinem Grab geweint, und du kannst nicht mehr zurück. Aber was soll’s, dafür wirst du jetzt selbst berühmt, als der unkenntliche Freak, zu dem der reiche Schnösel dich gemacht hat. Zuerst ist es toll, natürlich, du schläfst mit den schönsten Frauen und wirst bewundert und angestaunt. Nur ganz allmählich werden die Grenzen deiner jetzigen Existenz sichtbar, die Gitterstäbe, die Stacheldrahtzäune um dich herum. Und dann lernst du diese junge Frau kennen, Fiona. Und merkst: Sie ist es, die du willst. Das Beste ist, sie will dich auch. Das Schlimme daran: Der reiche Schnösel lässt dich nicht. Denn du gehörst ihm, sagt er und legt dir zum Beweis den anfangs geschlossenen Vertrag vor, in dem du deine Menschenrechte an ihn abtrittst. Wirst du dieser Falle je entkommen? Oder wirst du versuchen, dich doch noch umzubringen, aber diesmal endgültig? Ja, das klingt doch wirklich spannend! Als ich von dem Buch hörte, hab ich es mir sofort geholt. Glücklicherweise aus der Stadtbibliothek, denn gefallen hat es mir nicht. Die Reichen benehmen sich genauso, wie man es von ihnen erwartet: launisch, verwöhnt; die Frauen sind alle attraktiv und entweder sexhungrig oder doof (gelegentlich auch beides); die Männer mächtig und grausam. Die andere Welt, die der jungen und so anmutigen Fiona, ist warmherzig und gut, sie kümmert sich um ihren Vater, der natürlich ebenfalls Künstler ist - um den Antagonismus der zwei Welten noch mehr zu betonen -, und der den reichen Schnösel einst gekannt hat. Während die Welt der Reichen eine einzige Intrige ist, lebt und webt das Gute in makelloser Reinheit und sanftmütiger Bescheidenheit. Um dieses überdeutlich gezeichnete Bild nicht unnötig zu komplizieren, erklärt uns der Held, was er denkt: „Ich spürte einen entsetzlichen, sich immer deutlicher abzeichnenden Verdacht in mir aufkommen und stellte sofort das Denken ein. Aus Schwäche idealisierte ich Zeus lieber, als ihn zu sehen, wie er war.“ Eines der wenigen Rätsel, die in dem Buch aufrechterhalten werden, ist das Aussehen des chirurgisch veränderten Helden, was ich gut finde. Leider lesen sich die Andeutungen darauf ungefähr so: „(...) ‚sich fortbewegen’ wäre treffender gewesen, denn seit den Eingriffen meines Wohltäters fiel es mir nicht ganz leicht zu ... nun, lassen wir das!“, „Ich lächelte – nun ja, ansatzweise, denn mit meinen ... aber lassen wir das!“ In diesem Roman, der doch eigentlich einen so originellen Plot bietet, wimmelt es nur so von Klischees, und mitten in der parabelhaft ablaufenden Handlung und den braven Sätzen – „Seine Tränen netzten meine Finger“ - verwirren dann flapsige Formulierungen wie „Ich zischte zwei Flaschen Whisky in dieser Nacht“ – was sich womöglich auch nur der Übersetzung verdankt. Die Bürokraten sind bürokratisch, das Ausstellungspublikum eine gefühllose sensationsgeile Masse, und dass es absolut unrealistisch ist, dass ein Mensch in Europa seine Menschenrechte einfach abtritt, um dann wie ein unbelebter Gegenstand behandelt und beispielsweise in einem Depot eingelagert (!) zu werden, stört offenbar nicht weiter. Noch mehr mit der Brechstange wäre es wirklich kaum gegangen. Wie schon anderswo gesagt: Ich mag Romane nicht, die mir ihre Botschaft mit dem Sandsack überziehen. In Jugendbüchern oder ausgewiesener Fantasyliteratur kann der Fall noch mal anders liegen, aber in einem realitätsnahen Buch für Erwachsene erwarte ich mir mehr Feingefühl für das Unterschwellige. Autoren, die meinen, sie müssen mir was beibringen oder mich „zum Nachdenken“ provozieren, finde ich langweilig und manchmal anmaßend. Autoren, die mir als Leserin was zutrauen, die mir ihre Interpretation der Welt vorstellen und mir meine eigene Deutung überlassen, finde ich spannend.

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  • Rezension zu "Als ich ein Kunstwerk war" von Eric-Emmanuel Schmitt

    Als ich ein Kunstwerk war

    Daniliesing

    30. June 2009 um 15:34

    Tazio Firelli fühlt sich als ein Niemand! Im Schatten seiner bildschönen und allseits beliebten Brüder wächst er auf, ständig von Selbstzweifeln und Pessimismus geplagt. Er ist zu durchschnittlich, als dass ihn jemand wirklich wahrnehmen würde. So beschließt Tazio, dass ein solches Leben nicht lebenswert ist, und mit einem Sprung in die Tiefe will er dieser ausweglosen Situation - gleich einer emotionalen Sackgasse - entkommen. In letzter Sekunde taucht Zeus-Peter Lama am Ort des Geschehens auf und hält Tazio von seinem Vorhaben ab. Dies gelingt ihm mit einem Versprechen, das scheinbar alle Sehnsüchte Tazios wahr werden lässt. Er hofft endlich aus seiner Schattenexistenz heraustreten zu können – doch welche Opfer muss er dafür bringen? Lama ist ein Künstler und er will etwas Einmaliges schaffen, eine Kreation, die die Welt noch nicht gesehen hat. Tazio wird zum lebendigen Versuchsobjekt. . In „Als ich ein Kunstwerk war“ zeigt Eric-Emmanuel Schmitt ganz deutlich, wie stark viele Menschen nach Anerkennung und Ruhm lechzen. Ihm gelingt eine außergewöhnliche Geschichte, die Kritik an der Kunstbranche, den Medien und der Gesellschaft leistet. Ist man erstmal in dieser Spirale aus äußerer Kontrolle gefangen, so kommt man nicht mehr leicht hinaus. Das muss auch Tazio körperlich – im wahrsten Sinne des Wortes – spüren! . Was ist Kunst? Was macht die Gesellschaft mit uns? Wie beeinflussen uns die Medien? Das sind drei ganz zentrale Fragen in diesem Buch und logischerweise sind die Antworten nicht unbedingt positiv. Doch natürlich gibt es immer Hoffnung auszubrechen, wenn man nur Mut und das nötige Selbstbewusstsein aufbringt. Ruhm und Glorie, Anerkennung und Erfolg, Extravaganz und Macht sind nur einige Wörter, die man unvermeidlich mit „Als ich ein Kunstwerk war“ in Verbindung bringt. Doch auch Angst und Unsicherheit, Machtlosigkeit und Gefahr, Trauer und Alleinsein gehören dazu. Es verknüpft die verschiedensten Emotionen, legt sie dem Leser offen dar und lässt ihn erkennen, was Realität ist. . Schmitt nimmt sich der Sensationsgier der Menschen auf der einen und der Gier nach Anerkennung auf der anderen Seite an. Gekonnt reizt er dieses Thema mehr und mehr aus, stellt immer krassere Widersprüche dar und bringt den Leser zum Nachdenken. Das Buch lässt einen nicht mehr los! Es richtet seinen Blick nur ein kleines Stück weit in die Zukunft und man weiß sofort: Das darf so nicht sein! Die Unmenschlichkeit und Herabwürdigung in dieser Geschichte treiben dem Leser Schauer über den Rücken. Wie kann man einem normalen Leben ein solches in vollkommener Abhängigkeit und ohne jegliche Eigenbestimmung vorziehen? Zudem handelt es sich bei Tazio nach der Umwandlung um eine rein äußerliche Anerkennung. Was hat man davon? Anerkennung für etwas, wozu man rein gar nichts beigetragen hat? Wie kann man so blind sein, das nicht zu bemerken? Und doch ist diese Situation heute alltäglich. Schließlich verkaufen sich so viele Menschen auf diese Art und Weise. . Mit diesem brandaktuellen und äußerst kritischen Roman hat Eric-Emmanuel Schmitt ein kleines Meisterwerk geschaffen. Man kann es tatsächlich als eine Art Faust in moderner Verpackung beschreiben. „Als ich ein Kunstwerk war“ ist ein Appell an die Menschlichkeit, den Glauben an sich selbst, die eigenen Fähigkeiten und Besonderheiten.

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