Eric Ambler

 4.2 Sterne bei 154 Bewertungen
Autor von Die Maske des Dimitrios, Topkapi und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Eric Ambler

Eric Clifford Ambler wurde 1909 in London geboren. Er besuchte die Colfes' Grammar School in Lewisham und studierte anschließend Ingenieurwesen am Northampton Engineering College. Nach einem Jahr brach er dieses jedoch ab, um in einer Fabrik zu arbeiten. 1928 betätigte sich Ambler wie sein Vater erfolgreich in der Werbebranche. Im Jahr 1936 veröffentlichte er seinen ersten Roman, der sich so gut verkaufte, dass er die Arbeit in der Werbeagentur aufgab und selbstständiger Schriftsteller wurde. Während des zweiten Weltkriegs diente er als Offizier und später als Regisseur von verschiedenen Spiel- und Propagandafilmen für die Alliierten. Ab 1957 arbeitete er als Drehbuchautor in Hollywood, schrieb nebenbei aber immer noch Thriller und Romane. 1969 führte ihn sein Weg zurück nach Europa in die Schweiz, wo er verschiedene Biografien und Erinnerungen schrieb. 1987 kehrte er in seine Geburtsstadt London zurück, wo er am 22. Oktober 1998 starb.

Alle Bücher von Eric Ambler

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Die Maske des Dimitrios

Die Maske des Dimitrios

 (27)
Erschienen am 16.04.2016
Topkapi

Topkapi

 (22)
Erschienen am 12.09.2017
Doktor Frigo

Doktor Frigo

 (12)
Erschienen am 20.01.2017
Die Angst reist mit

Die Angst reist mit

 (11)
Erschienen am 18.07.2017
Waffenschmuggel

Waffenschmuggel

 (8)
Erschienen am 01.03.2007
Eine Art von Zorn

Eine Art von Zorn

 (6)
Erschienen am 01.02.2007

Neue Rezensionen zu Eric Ambler

Neu

Rezension zu "Ungewöhnliche Gefahr" von Eric Ambler

Ein europäisches Spionageabenteuer
Annejavor 2 Monaten

Eric Ambler, war einer der Pioniere in Sachen Spionagethriller und wurde dafür auch mehrfach ausgezeichnet. Dies passt ganz gut, da ich aktuell große Freude daran habe, die Bücher von Autoren zu lesen, die das Krimi – und Thriller-Genre geprägt haben.

 

Dazu stürzte ich mich förmlich in dieses Buch und war nach ein paar Seiten schon völlig in diese Welt eingetaucht. Dabei half mir Kenton, unser Hauptcharakter, sehr, da er als Journalist über ein bemerkenswertes Wissen verfügte, welches er gerne gewandt hervorbrachte. Dabei handelte es sich meist um Wissen rund um die Politik der damaligen Zeit, was nicht gerade mein Fachgebiet ist, aber doch sehr interessant erklärt wurde. Das dieses Buch über eine so enorme Detailvielfalt verfügt, liegt vor allem daran, das es 1937 das erste Mal erschien. Um so spannender erscheint es mir, es in der jetzigen Zeit lesen zu können, wo doch die Welt eine andere ist.

 

Neben dem sehr stimmigen Cover, welches nicht vermuten lässt das die Geschichte bereits ein paar Jahre alt ist, war es auch die Schreibweise, die mich sehr überraschte. Ich lese selten etwas mit Agenten und Spionageaufträgen und war um so mehr begeistert, das es hier sehr verständlich und spannend umschrieben wurde. Fluchten und Verhöre jagten den Puls nach oben, während normale Gespräche dafür sorgten, das ich sie entspannt genießen konnte. Dies lag vor allem daran, das die Charaktere so gut wie nie durchschaubar waren und man nie wissen konnte, wer jetzt was wirklich plant. Gerade deswegen war es so schön, neben Kenton auch die Sichtweisen von anderen Personen erlesen zu dürfen, so dass man wenigstens manchmal etwas erahnen konnte.

 

Mehr möchte ich ehrlich gesagt auch überhaupt nicht verraten, da das Buch von den überraschenden Wendungen lebt. Wer zudem noch etwas von der europäischen Politik versteht, wird sich hier richtig heimisch fühlen und den inneren Agenten in sich entdecken.


Mein Fazit

 

Zurecht verdient dieses Buch den Namen Spionagethriller. Nicht nur die spannenden und gefährlichen Szenen sorgten für Spannung, auch die ruhigeren, da man nie wissen konnte, wen man wirklich trauen konnte. Ein wirklich packendes Leseerlebnis.

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Rezension zu "Der Fall Deltschev" von Eric Ambler

Schauprozess.
Gulanvor einem Jahr

Die Wahrheit über meine Rolle im Fall Deltschev ist nicht erfreulich. Ich bin nicht einmal in die Gefahr hineingestolpert, ich bin hineinspaziert. Ich bin dahingeschlendert, so wie man durch das faszinierende Gewirr von Straßen und Gassen der Altstadt schlendert. Man hatte mich gewarnt, mir gesagt, dass sie gefährlich seien, gewiss: aber ich hatte gedacht, sie seinen gefährlich für die Warner, nicht für mich. Und als ich sah, dass ich mich verirrt hatte, und herauszukommen versuchte, sah ich auch, dass ich verloren war. So ungefähr empfand ich es. (S.217-218)


In einem sowjetisch beeinflussten Balkanstaat kurz nach dem zweiten Weltkrieg wird der ehemalige Regierungschef und Oppositionspolitiker Jordan Deltschev angeklagt, ein Verräter und Verschwörer zu sein, der in Attentatspläne gegen den amtierenden Staatschef Vukaschin der kommunistischen Volkspartei verwickelt ist. Der Schauprozess wird auch von der ausländischen Presse verfolgt. Der britische Dramatiker Foster soll für eine amerikanische Zeitung Beiträge zum Prozess liefern. Doch Foster ist mit der ihm zugedachten Beobachterrolle nicht einverstanden und begibt sich in gefährliche Hintergrundrecherchen.


Für Foster und die westlichen Beobachter ist schon von vornherein klar, dass Deltschevs Verurteilung längst beschlossene Sache ist und die Prozessführung dementsprechend manipuliert wird. Umso erstaunter ist er, als die Anklage merkwürdigerweise offenbar tatsächliche Beweise für eine Beteiligung Deltschevs an einer reaktionären, terroristischen „Bruderschaft“ vorlegen kann. Obwohl Foster von seinem Kontaktmann vor Ort, Paschik, und dem Propagandaministerium gebremst wird, geht er den Dingen (auch mit einer Portion Naivität) auf den Grund, kontaktiert die Familie Deltschevs und gerät schließlich in ein echtes Mordkomplott.


Mit „Der Fall Deltschev“ beendete Eric Ambler eine elfjährige Schreibpause und gleichzeitig markiert es den Bruch des Autors mit Kommunismus und Stalinismus. War Ambler vor dem Krieg noch ein eindeutig linker Autor mit Sympathien für die kommunistische Seite, so hatte sich diese Sympathie mit den Auswüchsen des Stalinismus erledigt. Die sowjetisch-beeinflussten Schauprozesse in diversen osteuropäischen Staaten (als maßgebliches Vorbild für den Roman diente u.a. der Prozess gegen Nikola Petkow) nach Kriegsende boten für Ambler Gelegenheit für eine Abrechnung in Thrillerform. Ambler verschreckte damit einige alte Fans, aber in seiner Biografie „Here lies Eric Ambler“ registrierte er mit Wohlwollen, dass „Der Fall Deltschev“ „als antistalinistischer, sozialistischer Roman bezeichnet worden [ist], eine durchaus schmeichelhafte Beschreibung“. Im Roman beschreibt Ambler wie eine stalinistische Volkspartei in einem totalitären Führungsanspruch sich der Opposition entledigen will und dabei selbst in brutale Machtkämpfe zerfällt. Und wie bei ihm so üblich, installiert Ambler eine Person von außerhalb, in diesem Fall den Theaterautor Foster, bislang völlig unbeleckt auf dem Gebiet des politischen Journalismus, um die Zusammenhänge aufzudecken und sich darin zu verheddern.


Wer einen Ambler liest, muss sich darauf einlassen, dass die heute so gepflogene Thrillermaxime „Show, don't tell!“ außer Kraft gesetzt ist. Ambler erklärt durchaus einiges, dies aber durchaus clever verpackt in Dialogen, Selbstreflexionen, Briefen oder Dossiers. Er verzichtet dabei aber keineswegs auf einige Thriller-Spannungsmomente, dennoch sind diese Elemente in diesem Roman schon etwas spärlich gesät. Wenn man aber dem Stil gewogen ist, wird man auch bei „Der Fall Deltschev“ mit intelligenter, aber auch durchaus komplexer Thrillerkost belohnt.


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M

Rezension zu "Topkapi" von Eric Ambler

Immer noch ein erfrischender Krimi mit komödiantischen Elementen
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Immer noch ein erfrischender Krimi mit komödiantischen Elementen

Allein schon, dass es dem (entsprechend älteren) Leser kaum möglich ist, den Roman zu lesen, ohne durchgehend das Gesicht des jungen Peter Unstinov vor Augen zu haben (der noch nicht mal die Hauptrolle im Film spielte), ist schon ein Indiz für die Zeitlosigkeit von Thema und Abläufen im Roman.

Gut, die kriminellen Elemente (der Diebstahl von wertvollen Juwelen in Form eines Dolches, an dem diese angebracht sind) kommt gänzlich ohne Handys, Laptops und anderem leichten- und schweren Hightechgerät aus. So muss es auch in Situationen Muskelkraft richten, bei denen in heutigen Thrillern bequem tragbare Flaschenzüge zum Einsatz kämen.

Was aber gar noch zum Vorteil des Romans gereicht, der nun auch die Sehnsucht zu einer und die Vorstellung von der „guten alten analogen Zeit“ noch einmal in flüssiger, leichter, humorvoller und dichter Sprache dem Leser vor Augen führt.

Da weiß man, woher Blockbuster der jüngeren Vergangenheit wie „Oceans Eleven“ oder „The Italian Job“ ihre Vorbilder gefunden haben. Von „Rififi“ bis „Topkapi“ ist das „eigentlich unmögliche Stehlen eines Gegenstandes aus einem geschlossen und (eigentlich) nicht zugänglichen Raum) eine ganze Tradition solcher Romane und Drehbücher.
Bis hin zu den entsprechenden „Buddy-Themen“, den „Spezialisten“ (bei Topkapi bedarf es eines Akrobaten ebenso, wie in den „Ocean“ Filmen“).

Der eigentliche der dabei entstehenden, besten Unterhaltung sind dabei ja gar nicht unbedingt der Raub an sich. Die Vorarbeiten, das Zusammenstellen eines Teams, die Gegenseite, die das unbedingt verhindern will, die rasanten Wendungen, die heimlichen Pläne mancher, die plötzlich die gesamte Handlung in andere Richtung bringen, wenn sie zu Tage treten, all das macht den Reiz aus und wirkt kein bisschen angestaubt nach den doch nun gut über 50 Jahren, die seit Erscheinen des Buches (und des Filmes 1964 später dann) verstrichen sind.

So kann sich der Leser in dieser, nun dankenswerter Weise wieder neu in Deutsch erschienen, „Welt der Diebe“ hineinfallen lassen, ohne zum genauen Verständnis am besten Informatik studiert zu haben oder sich wappnen zu müssen für brutale Morde, literweise Blut und einen harten Spruch nach dem anderen von Personen, die einer härter als der andere sind.

Immer noch und immer wieder eine hervorragende Lektüre.

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Eric Ambler wurde am 28. Juni 1909 in London (Großbritannien) geboren.

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