Eric Ambler Mit der Zeit

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Inhaltsangabe zu „Mit der Zeit“ von Eric Ambler

"Der Brief mit der Warnung traf am Montag ein, die Bombe selber am Mittwoch. Es wurde eine betriebsame Woche." Und so gerät ein Ghostwriter in die Geschäfte der Hochfinanz, zwischen die Mühlsteine von Geheimdiensten und Hoheiten vom Persischen Golf. Wer mehr wissen will über die Wirklichkeit der Energieversorung, findet hier die Quellen: die Ölquellen.

Gleichzeitig ein "weises Alterswerk" und ein Thriller von prophetischer Kraft

— Joachim_Tiele

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  • Wenn uns allen die Luft... äh, das Öl ausgeht

    Mit der Zeit

    Joachim_Tiele

    Es ist ein Markenzeichen der Thriller Eric Amblers, dass eine im weltpolitischen Maßstab eher unbedeutende Person, der sprichwörtliche Mensch wie du und ich, von einem Moment zum nächsten in die Auswirkungen der jeweiligen weltpolitischen Lage hineinkatapultiert wird, aus einer für sicher und beherrschbar gehaltenen Lebenssituation hinaus in einen Wettlauf um das eigene Leben. Hier, in Amblers letztem Roman, ist es der amerikanische frühere Journalist (und als solcher Nahostexperte) Robert Halliday, der inzwischen sein Dasein als Ghostwriter von vorgeblichen Autobiographien für Prominente zweifelhaften Rufs fristet, dem eines Tages die briefliche Ankündigung einer Bombe ins Haus flattert. Zwei Tage später erhält er per gewöhnlicher Paketzustellung die Bombe selbst, und das Leben, wie er es kannte, ist für ihn vorläufig vorbei. Durch seine nach wie vor bestehenden Kontakte kann er den Absender schnell enttarnen. Es ist einer jener Mittelsmänner, die ins Spiel kommen, wenn eine Firma den Auftrag zum Bau neuer Hafenanlagen östlich von Suez ergattern will oder Dritte-Welt-Potentaten sich das allerneueste Flugabwehrsystem zulegen möchten, ohne das sie nicht auszukommen glauben. So viel kann Halliday über einen alten Bekannten in einem interntionalen Presseinformationsdienst herausfinden, aber auch, dass er der letzte Mensch sei, den ein Strippenzieher wie der Absender der Bombe je kennenlernen möchte. Doch er wird schnell eines besseren belehrt, als er sich wegen eines Bombenentschärfungsteams an die örtliche Polizei wendet, die ihrerseits das FBI einschaltet. Es beginnt ein Parforceritt durch die Welt des internationalen Geschäftslebens und der Geheimdienste, der Tarngeschichten und realen Verbrechen, an dessen Ende Halliday in den österreichischen Alpen nur knapp dem Attentat eines nahöstlichen Terrorkommandos entkommt. Was dazwischen geschieht, hat alle Elemente eines nahezu weltumspannenden Thrillers; es hier im einzelnen darzustellen wäre eindeutig gespoilt. Was aber interessant ist, ist, wie Ambler das Thema über die Thrillerhandlung hinaus angeht. Als seine schriftstellerische Absicht ist bekannt, dass er versucht, den Leuten zu erklären, wie es zugeht auf der Welt. Dies tut er auch hier, und so schmuggeln sich in seine Welterklärung eine ganze Reihe Sachthemen. Die meisten dieser Sachgeschichten erschließen sich en passant, innerhalb der Romanhandlung selbst und wirken nie aufgesetzt oder darauf abzielend, dass der Leser den Eindruck erhält, wie klug doch der Verfasser sei. Darunter sind die Arbeit internationaler Presseagenturen und der Geheimdienste, auch deren gelegentliche Zusammenarbeit, internationale Geschäftsbeziehungen, privatwirtschaftlich arbeitende Terrorkommandos, aber auch die Geschichte des frühen (noch gewaltlosen) russischen Anarchismus und dessen Hinwendung zur Gewalt im schweizer Exil. Aber es gibt auch komplexere und tiefgreifendere Themen, wie die Rolle der europäischen displaced persons am Ende zweiten Weltkriegs ebenso wie der palästinensischen nach der Staatsgründung Israels, aber auch wie Nichtjuden bereits Ende der siebziger Jahre, als der Roman auf englisch unter dem Titel The Care of Time auf englisch erschienen war, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Österreich (!) wahrnehmen konnten. Überhaupt ist es Österreich, das neben Saudiarabien und einigen Scheichtümern am persischen Golf am schlechtesten wegkommt, politisch ebenso wie polizeilich, nur seine Presse erscheint intakt. Das eigentliche Thema des Romans ist jedoch, wie weit der Westen insgesamt zu gehen bereit ist, um seine Ölinteressen im Nahen Osten zu wahren. Sehr weit, so viel sei verraten, und wir Normalsterbliche erfahren es häufig nicht. Warum nicht, das verrät der Roman. 07.06.2016 - Joachim Tiele

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    • 5
  • Ein Thriller über das Öl und was es aus uns macht...

    The Care of Time

    Joachim_Tiele

    09. June 2016 um 14:36

    Eine ausführliche inhaltliche Rezension habe ich zur deutschen Übersetzung dieses Bandes (unter dem Titel "Mit der Zeit" bei Diogenes erschienen) verfasst: http://www.lovelybooks.de/autor/Eric-Ambler/Mit-der-Zeit-142436100-w/ Hier nur der Hinweis, dass man das englische Original kostenlos als Ebook erhalten kann, wenn man sich auf einer Webseite seines englischen Literaturagenten für einen Newsletter enträgt: http://ericamblerbooks.com/ Man erhält das Buch dann im Rahmen einer "Ambler Starter Library". "The Care of Time" ist der erste Band, und viele Newsletter verschicken sie nicht. Amblers Englisch möchte ich als "mittelleicht" charakterisieren. Der reine Grundwortschatz reicht sicherlich nicht aus, aber das Nachschlagen in Wörterbüchern oder Übersetzungs-Apps dürfte sich ab "Abitur-Niveau" in Grenzen halten.

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